Zoowärter

Meine Rasselbande
Meine Rasselbande

Böse Zungen behaupten, ich hätte keine Freunde. Keine Hundekumpels, mit denen ich über die Wiese tobe und Streiche aushecke. Ähm, ja, so ist das nicht ganz.

Ich würde wohl Freunde haben KÖNNEN, wenn ich nicht so einen Full-Time-Job hätte. Ihr fragt euch ganz sicher, was denn wichtiger als Freunde ist. Habt ihr schon einmal ein Tier umsorgt und gehegt und gepflegt? Nein? Dann könnt ihr jetzt direkt aufhören zu lesen, denn ihr werdet mich nicht verstehen.

Mein Full-Time-Job besteht nicht nur darin, den Garten zu beschützen. Nein: Ich bin Zoowärter.

Mein Job als Zoowärter

Irgendwer muss sich ja kümmern
Irgendwer muss sich ja kümmern

Das Frauchen ist ja für ihre Tierliebe bekannt. Könnte sie, wie sie wollte, würde sie zigtausend richtige Tiere bei uns zu Hause halten, nur damit es ihnen besser geht. Sogar die Fliegen beschützt sie vor mir!

Jedenfalls schleppt sie statt richtigen Tieren Kuscheltiere an. Und ich kann euch sagen: Die sind genau so schwer zu hüten, wie richtige Tiere! Mittlerweile hat es sich herum gesprochen, dass ich mich so gut kümmere und meinen Job Ernst nehme. Das bedeutet natürlich, dass mir auch Besucher regelmäßig ihre Tiere vorbei bringen, damit ich sie in meine liebenden Pfoten aufnehmen kann.

Meine lieben Tierchen

Und wenn ihr jetzt denkt, „Ach, das kann doch alles nicht so schlimm sein“, dann kann ich euch Geschichten erzählen!

Poldi, der Drache, klettert immer in Bäumen herum. Leider kann er aber nicht besonders gut klettern und fliegen kann er mit seinen Stummelflügeln schon mal gar nicht. Darum fällt er ständig auf die Nase und quiekt dann ganz leise.

Electra, mein Einhorn, darf nicht raus. Auch wenn Andrea schon einmal eine Decke vorgeschlagen hat, damit Electra sich nicht dreckig macht, achte ich da sehr drauf. Einhörner sind nämlich kostbar, so eines hat nicht jeder (genau genommen sind die ausgestorben und ich habe das letzte, also psssst! – Kein Wort zu niemandem!) und ich möchte nicht, dass sie draußen herum läuft und von einem Anhalter mitgenommen wird. Einhörner sind nämlich sehr zutraulich, müsst ihr wissen.

Knut alias Knuti den Eisbären kennt ihr ja schon. Knut ist, bis auf sein weißes Fell, dass er sich immer vollsabbert und dreckig macht, seeeeehr pflegeleicht. Und sehr kuschelbedürftig! Jeden Tag muss ich meinen Kopf auf ihm ablegen und dann einschlafen, sonst ist er ganz traurig und wird irgendwann ein Braunbär.

Poldi, Electra und Knuti
Poldi, Electra und Knuti

Dann stelle ich euch noch meinen ausgesprochenen Frechdachs vor: Geier Gustav. JEDES FOTO macht er mir kaputt, wenn er nur kann. Überall will er drauf sein, denn er meint, seinem Geierblick kann keiner widerstehen. Also Frauchen tatsächlich nicht, die hat den angeschleppt. Kümmern muss allerdings ich mich, war ja klar, oder? Gustav ist auch ziemlich gut im Futter, deswegen ist ihm hinten schon der Kragen geplatzt und er muss sicher bald ins Krankenhaus. Aber noch geht es.

Mindestens genau so frech ist der Affe. Dieser ist auch eine ganz spezielle, eigentlich ausgerottete Art. Auch er wurde mir mitgebracht, denn er hat ein kleines Problem: Wenn man ihm auf den Bauch drückt, fährt seine riesige Zunge aus und er schreit. Ja, wirklich! Die Zunge ist so lang wie von einem Chamäleon oder so. Also sehr lang. Frauchen macht der ein bisschen Angst.

Das lila Monster hat total witzige Schlabberarme, ich weiß gar nicht, aus welchem Land das kommt. Frauchen meinte was von „Pfötchenbox“, wahrscheinlich ist das sowas wie eine Babyklappe für Monster. Komisch ist nur, dass das Monster keine Pfötchen hat?! Naja, auch egal. Jetzt ist es sowieso da und geht auch nicht mehr weg. Nur den Namen habe ich immer noch nicht verstanden, die Sprache ist so anders als unsere! Ich weiß noch nicht einmal ob es männlich oder weiblich ist, deswegen heißt es einfach Glotzi. Das ist schön neutral.

Diese beiden Glubscher!
Diese beiden Glubscher!

Tja und dann wären da noch I-Ah, der Esel, der immer seinen Schwanz verliert (so ein Dummie! Mir würde das niemals nie passieren, zumindest nicht, ohne das ich das merke!), die Grunz-Wildsau, das Flughörnchen, Biberito del Bosque (mein spanischer Biber), die schwedische Ratte, Bambi, Berta die Kuh, Quolli (das übrigens keine Probleme ohne Wasser hat, ehrlicherweise ist sie sogar etwas wasserscheu – aber das habt ihr nicht von mir!!!), Manni, das wunderbare Mammut und Fetti, das runde Rentier.

Und wenn ihr jetzt alle fein mitgezählt habt, ergibt das 16 Tierchen. Um alle diese Viecher kümmere ich mich aufopferungsvoll, fast jeden Tag. Einer muss es ja machen.

Ich gehe so weit und sage euch jetzt, dass, wann immer ihr ein Tier abgeben müsst, es gerne zu uns kommen darf. Ich werde mir noch einen feinen Namen überlegen und dann vielleicht erst mal ein paar Gehege bauen. So unkontrolliert, wie die im Moment hier herum laufen, klappt das nämlich nicht auf Dauer. Oder möchtet ihr morgens von einem stinkenden Affen geweckt werden und einem Biber, der euch das Bett anknabbert? Genau. Ich auch nicht.

Bis dahin lasse ich jetzt noch Electra eine Runde auf mir reiten und kuschel mit Manni. Außerdem interessiert mich jetzt: Habt ihr eigentlich auch Haustiere? Oder dürft ihr keine halten?

Wir reiten ins Lummerland
Wir reiten ins Lummerland
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