Herzlich Willkommen, Wohnmobil!

Europareise mit Wohnmobil

AAAAH! Textanfang. Ich weiß ehrlicherweise nicht, wie ich diesen Artikel anfangen soll, weil gerade wieder alles hochkocht. Vielleicht mit: Wir haben ein Wohnmobil? Nee. Total emotionslos.

Wie wäre es mit: ES IST DA? – Nee. Auch blöd. Dann weiß keiner, was gemeint ist und auf der Umschalttaste ausgerutscht sieht auch doof aus.

Dann eben doch mit norddeutscher Freude: Seit Freitag haben wir ein Wohnmobil. Jo. Da ist das Ding.

Europareise mit Wohnmobil
Da ist es – unser Wohni. Moe freut sich auch nach Innen.

Es klingt total leicht, wenn ich euch erzähle, dass wir Freitag unseren charmanten, grauen, Caddy-Betonklotz gegen ein Wohnmobil getauscht haben. Aber das wird den letzten Wochen nicht einmal im Ansatz gerecht.

Der Stress begann schon früher.

Im November letzten Jahres waren wir das zweite Mal unterwegs zu einem Wohnmobil. Das erste, das wir uns angeschaut hatten, war bereits verkauft – was nicht schlimm war. Es sah ganz schön verlottert aus und roch auch nicht gut.

Europareise mit Wohnmobil
Riesige Wohnlandschaft und ein Hubbett!

Das zweite, dass wir fanden, war eines, was wir noch gar nicht auf der Liste hatten: Ein Integrierter, ein Hymer (!!!). Wie cool!

Ich stieg in dieses Wohnmobil und hatte sofort das Gefühl: Das hier oder keines. Kennt ihr das? Bei unseren Wohnungen hatte ich das bisher auch immer, ich wusste ganz genau, was ich wollte und: Was nicht.

Mein Freund brauchte da deutlich länger. Wir ließen den Dezember vergehen. Weihnachten. Silvester. Immer schaute ich auf diese Anzeige. JEDEN.TAG. Ich hoffte, dass es im Januar noch da sein würde.

Am 02. Januar habe ich einen Aufruf gestartet. Wir wollten zur 2. Besichtigung eine dritte Person mitnehmen und fanden glücklicherweise den Mann unserer Lieblings-Hundesitterin (vielen, vielen Dank nochmal an dieser Stelle, Andi!!!).

Die dritte Person war uns wichtig, da wir wenig bis gar keine Ahnung hatten, nicht völlig von Emotionen überwältigt ein Wohnmobil kaufen wollten. Andi hat sich alles angeschaut und uns die erste Einschätzung gegeben: Alles in Ordnung!

Dann kam die Probefahrt. Hui! Was für ein Sound. Viel lauter als der Caddy. Aber auch hier: Alles in Ordnung.

Das gute Stück wird dieses Jahr volljährig (2000er Baujahr) und hat gute 19.000 Kilometer auf der Uhr. Aus erster Hand, von einem (Nichtraucher-) Ehepaar, das zu alt geworden ist, um damit zu reisen.

Großartig! Genau das hatten wir gesucht. Mit Hubbett, nur knapp über 6 Meter lang. Mit Solar, Fahrradträger, Sat-Anlage (wollten wir nicht unbedingt, aber hey…) und vor allem: Hubbett und riesiger Couch-Landschaft. Bäm!

Ab dem 06.01. wussten wir also, welches Wohnmobil wir haben wollten. Nur: Wann würden wir es abholen können?

Wer Banken kennt, weiß: Die haben im Januar zu tun. Viel zu tun. Wir haben viel gespart und haben den Caddy in Zahlung geben wollen – trotzdem reichte es nicht ganz. Ein kleiner Kredit musste beantragt werden. Und dieser dauerte ewig. 4 Wochen ließ man uns warten.

Diese Zeit war furchtbar. Ständig in der Erwartung: Heute muss doch mal Post kommen. Und mit der Befürchtung: Was ist, wenn das Wohnmobil in der Zeit verkauft wird?

Europareise mit Wohnmobil
Da haben einige Leute Platz…

Wir gingen auf dem Zahnfleisch. Es war zum Kotzen, ehrlich. Wir wollten unbedingt, wurden aber so ausgebremst.

Endlich kam die Post. Wir konnten uns gar nicht so richtig freuen – die Anspannung wollte nicht abfallen. Der erste Griff ging zum Telefonhörer: „Hallo, ist das Wohnmobil noch da? Bitte nicht verkaufen! Wir möchten das gerne noch ein weiteres Mal besichtigen.“

Es ging also noch einmal nach Neumünster. Wieder schauten wir uns das Mobil ganz genau an. Schauten uns an. Wussten: Das ist es. Ehrlich jetzt.

Zügig wurden die Papiere fertig gemacht. Alles nahm seinen Lauf. Und dann, ca. 1 Woche nach Vertragsunterzeichnung, war es soweit: Wir konnten unser Wohni abholen!!

Dennis und ich sind Persönlichkeiten, denen könnte man unterstellen, sich nie zu freuen. Deshalb gab es bei uns auch keine Luftsprünge, kein Rumgebrülle. Norddeutsch, eben.

Wir freuten uns mehr nach innen, seufzten. Plöppten uns ein Bierchen auf. Manchmal sagten wir sowas wie: Das ist es jetzt, ne? Das ist unsers. Jetzt kann es losgehen.

Es fühlt sich sowas von richtig an.

Und wie geht es nu weiter? Die Anspannung ist immer noch da. Aber anders. Wir haben noch ein wenig zu tun. Grundsätzlich könnten wir so, wie das Wohnmobil da steht, längst losfahren. Alles (bis auf die Sat-Anlage) funktioniert. Aber: Das wäre ja zu einfach.

Deswegen fangen wir nun an, die Schränke zu lackieren – wir möchten diese gerne weiß haben. Die Polster sollen durchgewaschen werden (irgendwann werden sie auch nochmal neu bezogen – aber nicht jetzt).

Europareise mit Wohnmobil
Die Teppiche müssen weichen!

PVC soll verlegt werden, dafür muss der Teppich, der aktuell drinnen ist, raus. Die Vorhänge auf den Fotos sind schon weg, dafür sollen andere rein.

Außerdem soll natürlich alles gründlich geputzt sein, wir wollen das Mobil auch von außen bekleben. Das wird seine Zeit dauern.

Ob ich mich bei meiner Trockentrenntoilette durchsetzen kann, steht auch noch in den Sternen – wahrscheinlich wird das erst im Herbst etwas. 🙂

Ich bin allerdings zuversichtlich, dass wir im April endlich aufbrechen können.

Wahrscheinlich wird das hier das letzte Update zum Wohnmobil selbst sein, denn letztendlich ist es ein Hundeblog und soll das auch bleiben.

Den Ausbau werden wir aber auf unserem Reiseblog Wundertrips dokumentieren – falls sich also jemand dafür interessiert, könnt ihr gerne vorbei schauen. Da sind wir auch auf Instagram in den Stories aktiv. 🙂

Um also die Geschichte rund zu machen, erzähle ich euch noch kurz von Moe und seinen ersten Wohnmobil-Erfahrungen:

Moe hatte beim ersten Mal Schwierigkeiten, die Trittstufen zum Wohnmobil zu nutzen. Mit ein wenig Unterstützung und zeigen klappte das aber direkt beim zweiten Mal und zack – war er auch schon drin. Er schnüffelte alles ab und – wollte direkt wieder raus. 🙂

Als Herrchen dann auch noch einstieg, war es aber ok. Natürlich durfte er gleich Leckerlies suchen und einen Platz für seinen Igel suchen (also Moe. Nicht Herrchen. Wobei – der würde wohl auch gerne Leckerlies suchen.)

Europareise mit Wohnmobil
Mein Platz.

Am nächsten Tag unternahmen wir die erste Fahrt. Die überstand Moe total super – während er sich auf der allerersten Fahrt noch zwischen uns quetschte, lag er auf dem Rückweg auf der Couch.

Nu ja. Das sollte er eigentlich während der Fahrt nicht, aber da er angeschnallt war, haben wir ihn gelassen. Es hat ihm gefallen.

Mittlerweile hüpft er ganz gelassen rein, selbst als ich Montag Abend in der Dunkelheit abends allein mit ihm gefahren bin.

Mich hat es allerdings schon gegruselt, abends ins dunkle Wohnmobil zu steigen. An die Größe muss ich mich noch gewöhnen (und ans Licht anmachen 😉 ).

Ich bin sehr gespannt, wie die erste Nacht im Mobil wird – die steht jetzt noch aus – aber ich bin eigentlich ganz zuversichtlich, dass Moe auch das super meistern wird.

Jedenfalls findet er es jetzt schon total gut, dass wir mit dem Wohni an andere Orte fahren und er sich auf der Couch seine Lieblingsleckerlie schmecken lassen kann. 🙂

Europareise mit Wohnmobil
Hach. Ich mag das ja leiden.

Damit seid ihr jetzt auf dem neuesten Stand. Alles weitere könnt ihr wie gesagt auf unserem Reiseblog nachlesen – da wird jetzt nach und nach etwas passieren.

Und: Wenn ich die Reiseroute verraten darf (Herrchen hat da im Moment noch das Sagen), werde ich euch das auch hier erzählen. Da freue ich mich ja schon richtig drauf!

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