Wie so ein altes Ehepaar.

Neulich schnackte ich mit meiner Schwester. Wir hatten länger nicht gesprochen, aber da sie die Funktion meiner Trauzeugin übernimmt, gab es die ein oder andere Sache zu besprechen.

Irgendwann kamen wir dabei auf das Thema „Gewöhnung“. Gewöhnung im Sinne von: Das man sich an seine Lebensumstände, aber vor allem auch an seinen Partner, sehr gewöhnt (hat). Man kennt die Abläufe und die Gewohnheiten der jeweiligen Person und wir beide waren der Meinung: Einen neuen Partner ins Leben zu lassen, das wäre echt schwer.

Ich denke da zum Beispiel daran, wie empfindlich der neue Partner wahrscheinlich zu Anfang wäre, wenn ich ihn vor dem ersten Kaffee anblöken würde. Dennis ist das mittlerweile einfach gewöhnt.

Wie so ein altes Ehepaar
Das Mufflon – ich kenne ihn einfach.

Man ist ja am Anfang einer Beziehung auch so wahnsinnig verklemmt und hat ständig Angst, etwas falsch zu machen. Beim All-you-can-eat Buffet ist dann auch nichts mit Essen, bis der Bauch platzt und die Hose dezent unter dem Tisch geöffnet werden muss. Sich an einen neuen Partner gewöhnen? Ich glaube, da wäre ich echt schlecht.

Genauso würde es sich aber auch mit einem neuen Hund an der Seite verhalten. Jetzt einen Neuen ins Leben lassen? Undenkbar! Unseren Trümmertrupp aufgeben? Niemals!

Bei Moe weiß ich einfach, woran ich bin. Ich weiß: Wenn ich den Karabiner am Halsband öffne, ist er nicht direkt weg. Ich weiß, was er gerne hat und was überhaupt nicht geht. Ich kann auch nichts Spannendes daran finden, meinen kompletten Tagesablauf mit Moe zu überdenken. Langweilig ist das? Nun, vielleicht.

Wie so ein altes Ehepaar
Langweilig? Vielleicht.

Dennoch werde ich von Moe, wie in einer guten Ehe, immer mal wieder überrascht. Natürlich nicht mit Pralinen (denn die würde er selbst essen) oder mit Blumen (auch die könnte er unter Umständen vernaschen), sondern mit neuen Angewohnheiten.

Beispiel? Seitdem wir umgezogen sind, hat sich Moe wohl gedacht, er müsste sich mehr den Niedersachsen anpassen. Sprich: Nicht mehr das kühle, nordische, sondern das zugewandete, mitteldeutsche. Er spielt mittlerweile.

Eigentlich müsste ich diesen Satz fett drucken, also nochmal: MOE SPIELT. Er hat hier in Gifhorn tatsächlich Hunde gefunden, die er mag und bisher nur ganz, ganz wenige, die er richtig blöd findet (ein Ridgeback ist dabei, den findet er total doof). Sonst ist er freundlich, ja: Wie ein normaler Hund!

Ich habe keine Ahnung, was dort passiert ist, aber: Ich freue mich unendlich darüber und hoffe, dass er sich das beibehält. So kann ich ihn ohne Probleme zu anderen Hunden lassen und es läuft zu 90% friedlich ab.

Wie so ein altes Ehepaar
Wie so ein altes Ehepaar

Oder Moes Nachtgeschichten, die regelmäßig für Unterhaltung sorgen. Seitdem wir nämlich in unseren BABA (das Wohnmobil) gezogen sind, hat sich Moe etwas Neues ausgedacht: Er verkrümelt sich zwischen Fahrersitz und Fahrertür. Doof nur, dass er dort zwar selbstständig hin – aber nicht wieder wegkommt. Und so wird in der Nacht, wenn wir es mal wieder versäumt haben, den Weg zu versperren, einfach mal gejammert, bis wir ihn befreien.

Ich mag diese spezielle Art der Langeweile, der Routine, und erfreue mich daran, dass wir gerade keine größeren Baustellen als Moes nächtliche Ausflüge haben. Ich genieße diese Zeit, so lange es eben geht. So können wir uns nämlich auf die wirklich spannenden, abenteuerlichen Dinge konzentrieren – wie zB. unsere weitere Reiseplanung.

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1 Gedanke zu „Wie so ein altes Ehepaar.“

  1. Die Bilder sind toll, die anstehende Hochzeit noch viel toller… Ich freue mich so sehr für Dich….

    Ich liebe die Routine mit Socke auch so sehr und könnte mir keinen anderen Hund an meiner Seite vorstellen. Manchmal ist das Bekannte und Bewährte eben genau das Richtige, insbeondere, wenn das sonstige Leben schon sehr trueblig ist. Die Routine bringt dann eben keine Langeweile, sondern Sicherheit.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

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