Wie geht es Moe?

Wie geht es Moe

Eigentlich wollte ich die Woche mit einem anderen Artikel beginnen und mal wieder etwas Lustiges oder Relevantes schreiben. Nach meinem letzten Blogartikel ist es jedoch still um uns geworden und ich möchte dir heute gerne erzählen, was mit Moe war.

Wie du aus dem letzten Artikel weißt, standen die Vorzeichen auf Narkose, Analdrüsen spülen und gegebenenfalls entscheiden, ob diese entfernt werden müssen. Es kam aber alles anders.

Zunächst einmal gab es rückblickend wohl zwei Leute, die einen Fehler gemacht haben: Mich und den Arzt. Denn ich begann den ersten Termin damit, Moes Leidensgeschichte zu erzählen (du weißt schon, mit den Analdrüsen) und irgendwie blieben wir dort hängen – also der Arzt und ich.

Wir wollten quasi, dass es die Analdrüsen sind. Obwohl für mich einiges (andere Symptome als sonst, andere Stelle) dafür sprach, dass es keine Drüsenprobleme sind. Was sollte es sonst sein?

Aber der Tierarzt drückte die Analdrüsen nicht aus, er untersuchte sie nicht. Er schaute sich den Schwanz an, gab uns das besagte Shampoo und das Schmerzmittel sowie einen Termin zur Narkose.

So weit, so gut – das wusstest du bereits.

Warum es keine Narkose gab.

Nun hatten wir also den Termin am letzten Mittwoch. Der Tierarzt schaute sich die Rute an, drückte endlich an den Analdrüsen  und stellte fest: Die sind leer. Da ist nichts. Moe muss nicht in Narkose.

Wie bitte? Aber dafür sind wir doch hier?

Du kannst dir vielleicht meinen entgeisterten Gesichtsausdruck vorstellen, als er uns einfach wegschickte mit den Worten: Shampoo verwenden, sauber und trocken halten, den Körper machen lassen. Das ist ein Hot Spot.

Wie bitte, was? Ich erinnerte mich dunkel an einen Gastartikel zu Hot Spots, den ich hier mal veröffentlicht hatte. Ah! Ja, so ähnlich sah das an Moes Rute aus – nur noch viel, viel größer. Und: Hätte der Tierarzt die Stelle nicht ausrasieren müssen?

Ich war echt ratlos und hin- und hergerissen. Nachdem ich meine Hilflosigkeit bei Instagram zum Ausdruck gebracht hatte, gab es super viele liebe Menschen (Ich danke euch allen für die lieben Nachrichten!!) die mir schrieben und mir Tipps gaben, was ich zu tun habe.

Viele schimpften auch auf den Tierarzt, der den Hot Spot nicht direkt erkannt hatte, aber ich denke, ich habe da wohl auch meinen Teil dazu beigetragen, indem ich ihn mit den Analdrüsen kirre gemacht habe…

Jedenfalls telefonierte ich noch am selben Tag mit meiner geschätzten Bekannten, die mich auch sehr beruhigte und einige wertvolle Tipps für mich hatte.

Ab sofort ließen wir Moe nicht mehr ohne Aufsicht, wenn wir doch mal außer Haus mussten, bekam er kurzzeitig den Maulkorb um, damit er sich nicht lecken konnte.

Der Schwanz wurde von Tag zu Tag besser. Gleichzeitig bekam er einen weiteren Hot Spot direkt an der Pobacke, den wir aber schnell in den Griff bekamen. Tja – und dann schlug das Rabenfrauchen erneut zu.

Warum wir Montag ein weiteres Mal beim Tierarzt waren.

Mit der Rute, so wie sie verheilt ist, wären wir wohl nicht erneut zum Tierarzt gefahren. Die sieht nun wieder sehr hübsch aus (bis auf die Frisur, aber das wächst wieder). Auch nicht wegen des zweiten Hot Spots, denn auch den haben wir im Griff.

Wie geht es Moe
So sieht die verheilte Rute aus

Nein, uns ist noch ein Unfall passiert. Wir waren in unserem Wald unterwegs, der an ein Marinedepot angrenzt. Aus diesem Grund steht im Wald auch ein großer Zaun – Soldatenbereich und Fußgängerbereich, säuberlich getrennt. Moe läuft in diesem Wald zu 90% frei – es sei denn, dort sind gerade andere Hunde unterwegs. Wild trifft man dort, so nah an der Straße, äußerst selten und schon gar nicht zur Mittagszeit.

An dem Tag war aber alles anders. Moe war ohne Leine, ich hörte ein Geräusch – und dachte an einen anderen Hund. Ich sah aber niemanden, ließ also Moe weiter ohne Leine laufen.

Im nächsten Moment sah ich, wie Moe sich steif machte und mein Gehirn rief noch: Gib ihm ein Abbruchsignal, schrei – TU WAS! Aber ausgerechnet in diesem Moment war meine Zunge nicht schnell genug, der Körper voll im Mittagstief und ich – sah nur noch einen Hund an mir vorbei zischen.

Das Reh stand hinter dem Zaun. Moe und ich waren davor. Moe sah den Zaun nicht (oder nahm ihn nicht war) und raste volles Brett hinein. Dabei blieb es aber nicht.

Eine Kralle an der Hinterpfote verhakte sich wohl, sodass diese brach. Aber natürlich brach sie nicht in einem Stück ab, sondern splitterte nach oben auf und stand nach links ab. Toll, dass es auch noch die Kralle war, mit der wir schon 2016 Probleme hatten

Und natürlich passierte auch das wieder am Wochenende. Wir hatten für Montag einen Tierarzttermin und beschlossen wieder: Moe hält das aus. Er hatte keine Schmerzen, ich durfte sogar anfassen. Ich versuchte auch, die Kralle an der gebrochenen Stelle weiter abzubrechen, aber sie hielt sich eisern fest.

Montag war es dann soweit: Tierarztkontrolle, auch die Analdrüsen waren wieder dran (aber sie waren leer), die Kralle wurde sauber am Bruch abgetrennt. Moe ist soweit wieder fit. Hallelujah! Und das darf nun bitte auch so bleiben.

Eine Sache bleibt…

Etwas ist in dem ganzen Narkose-ja-nein-vielleicht-Chaos komplett untergegangen: Moes linkes Auge. Im Winter habe ich schon vermutet, dass sich Moes Augen verändern. Für mich sah es so aus, als würden die Augen langsam trübe werden, vor allem das linke Auge.

Der Tierarzt sagte uns auch bei der ersten Untersuchung, dass Moe wohl links langsam erblindet, aber ich habe es nicht richtig wahrgenommen. Erst einen Tag später zu Hause sprach ich Dennis an: Sag mal, du hast doch auch gehört… Oder?

Ja, ich habe mich nicht verhört. Moe wird alt, die Sehkraft lässt nach. Erst einmal müssen wir hier noch nichts unternehmen, aber nun, da wir es wissen, werde ich mich schlau lesen und das beobachten. Ein komisches Gefühl – ich hoffe, Moe bleiben seine Augen noch lange erhalten und die Trübung schreitet nicht so schnell voran.

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