Wie entscheidest du dich?

Wie entscheidest du dich?

Wir Menschen haben immer die Wahl. Im Supermarkt. In unseren Entscheidungen, was wir tun. Welchen Weg wir gehen. Was wir für richtig halten und was nicht. Entscheide dich!

Wer die Wahl hat, hat die Qual. In allem. Eine getroffene Entscheidung kann gut sein für uns. Vielleicht denken wir aber irgendwann darüber nach und stellen fest: Nein. Diese Entscheidung damals, die war nicht so gut. Vielleicht war sie sogar grundlegend falsch und wir haben den Karren so richtig an die Wand gefahren.

Wir Hundemenschen haben täglich viele Entscheidungen zu treffen. Was füttern wir? Wann gehen wir raus? Hat unser Hund ein Hobby, muss ihm ausreichen, was wir ihm bieten?

Darf er Hund sein? Wenn ja, wie viel Hund darf er sein? Wann hat er sich anzupassen?

Und, wenn wir schon dabei sind: Wie sieht es tierärztlich aus, wenn der Hund krank ist? Welchen Weg gehen wir dann?

Wie entscheidest du dich?
Im Zweifel: Immer für Moe.

Ganz dünne Nerven.

In letzter Zeit bin ich, was Moe angeht, sehr sensibel. Der Grund: Unser letzter Tierarztbesuch, bei dem festgestellt wurde, dass Moe in dem einen Hinterbein Muskulatur abgebaut hat, das er einen schiefen Rücken hat und Verspannungen.

Das er eben jetzt alt ist und wir ihm mit Massagen, Wärme, helfen können. Vielleicht mit einem weiteren ErgänzungsmittelBin ich bis hierher einen falschen Weg gegangen? Habe ich alles getan, was ich hätte tun können?

Dann kommt ein Artikel, der mich so richtig aus der Bahn wirft: Frag Frau Freitag

(Wer den Artikel nicht lesen möchte: Dort fragt eine Dame, die seit 6 Jahren einen Hund hat, ob dieser behandelt werden sollte. Es gäbe eine Therapie, diese ist jedoch sehr kostspielig.

Sie könnten sich diese Therapie wohl leisten, müssten dann aber Abstriche im alltäglichen Leben machen – dazu ist der Mann der Familie nicht bereit.

Die Antwort der Gefragten lautet, kurz gefasst: Der Hund ist ein Hund und nicht zB. der Großvater der Familie. Man sollte die Zeit genießen, aber das Geld und seine Energien anders nutzen. Sprich: Keine Therapie für den Hund.)

Was ist richtig, was ist falsch?

Der Artikel hat mich wütend gemacht. Er enthält selbstverständlich wahre Worte. Aber spielt er nicht den falschen Leuten in die Karten?

Denjenigen, die sich mit einem alten Tier nicht auseinander setzen wollen? Die sagen: „Ach komm, der ist eh alt. Den erlösen wir jetzt.“

Und die Frage: Wir können uns die Behandlung leisten, aber dadurch hätten wir ein Stück weniger Lebensqualität. Ist das wirklich ernst gemeint?

Wie entscheidest du dich?
Wie kann man diese Frage ernsthaft stellen?

Wie kann man ein Tier 6 Jahre lang an seiner Seite haben und dann wirklich darüber nachdenken, ob man die Abstriche (kein Urlaub, weniger Hobbys) tatsächlich hinnehmen möchte?

Ich habe vollstes Verständnis dafür, wenn man ein Tier mit einer ärztlichen Behandlung nicht mehr quälen möchte. Wenn es dem Tier schon schlecht geht und der Tierarzt vermittelt: Da besteht keine Chance mehr. Und auch ein weiterer Tierarzt bestätigt das. Das Bauchgefühl bestätigt das.

Dann, bin ich der Meinung, sollte man es dem Tier so schön wie irgendmöglich machen und es nicht weiter mit Behandlungen quälen. Nur, damit es dann vielleicht ein paar Monate mehr hat.

Aber: Wenn eine Chance besteht und diese empfohlen wird – dann bin ich doch wohl bereit, zu kämpfen? Ich kenne mein Tier doch am Besten!

Und das Zitat aus dem oben verlinkten Text: „Aber ich musste einsehen, dass es eine kranke Katze ist und nicht mein kranker Großvater oder sonst ein Familienmitglied.“ – da muss man sich doch mal Folgendes überlegen: Großvater kann häufig selbst entscheiden, ob er noch behandelt werden möchte oder nicht. Im besten Fall hat er eine Patientenverfügung, in der das geregelt wurde.

In dem Moment, als ich Moe aufgenommen habe, habe ich die Verantwortung für ihn übernommen! Es liegt an mir, zu entscheiden, ob noch etwas gemacht wird oder nicht. Und: Es ist nicht nur ein kranker Hund. Moe ist ein vollwertiges Familienmitglied!

Dieses Familienmitglied ist so vollwertig, dass ich alles tun werde, um ihm ein möglichst schmerzfreies und würdevolles Leben zu ermöglichen. Und es ist so vollwertig, so sehr Familienmitglied, dass ich nicht möchte, dass er leidet.

Ich hoffe, dass mir Moe irgendwann mitteilt, wenn es an der Zeit ist. Das ich genug Einfühlungsvermögen habe und wissen werde, wann es Zeit ist, loszulassen und mich nicht egoistisch an irgendwelche Therapien klammere, die ihn letztendlich nur belasten und quälen.

Bis dahin und solange ich Chancen sehe, Moe zu helfen, bekommt er jede Hilfe, die möglich ist.

Auch der, wenn auch gut gemeinte, Bogen zu den Nutztieren – das sind für mich 2 Paar Schuhe. Natürlich sollte man sich darum kümmern, dass es Tieren generell besser geht und selbstverständlich auch Menschen in Not geholfen wird.

Doch das hat alles nichts mit dem konkreten Fall zu tun! Der konkrete Fall ist ein Hund, der seit 6 Jahren in der Familie lebt und Hilfe bekommen könnte. Die ihm verwehrt wird. Aufgrund von Hobbys und Urlaub. Sorry – da bin ich raus.

Wie entscheidest du dich?
Wie entscheidest du dich?

Wer tatsächlich überlegt, ob seine Priorität bei einem neuen Handy oder bei seinem kranken Tier liegt, der sollte kein Tier halten. Punkt.

Ich habe lange überlegt, ob ich in diesem Artikel die Kommentarfunktion ausschalten sollte. Ich habe mich dagegen entschieden und bin gespannt auf eure (sachlichen) Kommentare: Wie seht ihr das?

Hat Frau Freitag Recht? Bin ich zu emotional? Nicht, dass es meine Meinung irgendwie ändern würde – trotzdem interessiert mich eure Meinung dazu.

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