Wie entscheidest du dich?

Wie entscheidest du dich?

Wir Menschen haben immer die Wahl. Im Supermarkt. In unseren Entscheidungen, was wir tun. Welchen Weg wir gehen. Was wir für richtig halten und was nicht. Entscheide dich!

Wer die Wahl hat, hat die Qual. In allem. Eine getroffene Entscheidung kann gut sein für uns. Vielleicht denken wir aber irgendwann darüber nach und stellen fest: Nein. Diese Entscheidung damals, die war nicht so gut. Vielleicht war sie sogar grundlegend falsch und wir haben den Karren so richtig an die Wand gefahren.

Wir Hundemenschen haben täglich viele Entscheidungen zu treffen. Was füttern wir? Wann gehen wir raus? Hat unser Hund ein Hobby, muss ihm ausreichen, was wir ihm bieten?

Darf er Hund sein? Wenn ja, wie viel Hund darf er sein? Wann hat er sich anzupassen?

Und, wenn wir schon dabei sind: Wie sieht es tierärztlich aus, wenn der Hund krank ist? Welchen Weg gehen wir dann?

Wie entscheidest du dich?
Im Zweifel: Immer für Moe.

Ganz dünne Nerven.

In letzter Zeit bin ich, was Moe angeht, sehr sensibel. Der Grund: Unser letzter Tierarztbesuch, bei dem festgestellt wurde, dass Moe in dem einen Hinterbein Muskulatur abgebaut hat, das er einen schiefen Rücken hat und Verspannungen.

Das er eben jetzt alt ist und wir ihm mit Massagen, Wärme, helfen können. Vielleicht mit einem weiteren ErgänzungsmittelBin ich bis hierher einen falschen Weg gegangen? Habe ich alles getan, was ich hätte tun können?

Dann kommt ein Artikel, der mich so richtig aus der Bahn wirft: Frag Frau Freitag

(Wer den Artikel nicht lesen möchte: Dort fragt eine Dame, die seit 6 Jahren einen Hund hat, ob dieser behandelt werden sollte. Es gäbe eine Therapie, diese ist jedoch sehr kostspielig.

Sie könnten sich diese Therapie wohl leisten, müssten dann aber Abstriche im alltäglichen Leben machen – dazu ist der Mann der Familie nicht bereit.

Die Antwort der Gefragten lautet, kurz gefasst: Der Hund ist ein Hund und nicht zB. der Großvater der Familie. Man sollte die Zeit genießen, aber das Geld und seine Energien anders nutzen. Sprich: Keine Therapie für den Hund.)

Was ist richtig, was ist falsch?

Der Artikel hat mich wütend gemacht. Er enthält selbstverständlich wahre Worte. Aber spielt er nicht den falschen Leuten in die Karten?

Denjenigen, die sich mit einem alten Tier nicht auseinander setzen wollen? Die sagen: „Ach komm, der ist eh alt. Den erlösen wir jetzt.“

Und die Frage: Wir können uns die Behandlung leisten, aber dadurch hätten wir ein Stück weniger Lebensqualität. Ist das wirklich ernst gemeint?

Wie entscheidest du dich?
Wie kann man diese Frage ernsthaft stellen?

Wie kann man ein Tier 6 Jahre lang an seiner Seite haben und dann wirklich darüber nachdenken, ob man die Abstriche (kein Urlaub, weniger Hobbys) tatsächlich hinnehmen möchte?

Ich habe vollstes Verständnis dafür, wenn man ein Tier mit einer ärztlichen Behandlung nicht mehr quälen möchte. Wenn es dem Tier schon schlecht geht und der Tierarzt vermittelt: Da besteht keine Chance mehr. Und auch ein weiterer Tierarzt bestätigt das. Das Bauchgefühl bestätigt das.

Dann, bin ich der Meinung, sollte man es dem Tier so schön wie irgendmöglich machen und es nicht weiter mit Behandlungen quälen. Nur, damit es dann vielleicht ein paar Monate mehr hat.

Aber: Wenn eine Chance besteht und diese empfohlen wird – dann bin ich doch wohl bereit, zu kämpfen? Ich kenne mein Tier doch am Besten!

Und das Zitat aus dem oben verlinkten Text: „Aber ich musste einsehen, dass es eine kranke Katze ist und nicht mein kranker Großvater oder sonst ein Familienmitglied.“ – da muss man sich doch mal Folgendes überlegen: Großvater kann häufig selbst entscheiden, ob er noch behandelt werden möchte oder nicht. Im besten Fall hat er eine Patientenverfügung, in der das geregelt wurde.

In dem Moment, als ich Moe aufgenommen habe, habe ich die Verantwortung für ihn übernommen! Es liegt an mir, zu entscheiden, ob noch etwas gemacht wird oder nicht. Und: Es ist nicht nur ein kranker Hund. Moe ist ein vollwertiges Familienmitglied!

Dieses Familienmitglied ist so vollwertig, dass ich alles tun werde, um ihm ein möglichst schmerzfreies und würdevolles Leben zu ermöglichen. Und es ist so vollwertig, so sehr Familienmitglied, dass ich nicht möchte, dass er leidet.

Ich hoffe, dass mir Moe irgendwann mitteilt, wenn es an der Zeit ist. Das ich genug Einfühlungsvermögen habe und wissen werde, wann es Zeit ist, loszulassen und mich nicht egoistisch an irgendwelche Therapien klammere, die ihn letztendlich nur belasten und quälen.

Bis dahin und solange ich Chancen sehe, Moe zu helfen, bekommt er jede Hilfe, die möglich ist.

Auch der, wenn auch gut gemeinte, Bogen zu den Nutztieren – das sind für mich 2 Paar Schuhe. Natürlich sollte man sich darum kümmern, dass es Tieren generell besser geht und selbstverständlich auch Menschen in Not geholfen wird.

Doch das hat alles nichts mit dem konkreten Fall zu tun! Der konkrete Fall ist ein Hund, der seit 6 Jahren in der Familie lebt und Hilfe bekommen könnte. Die ihm verwehrt wird. Aufgrund von Hobbys und Urlaub. Sorry – da bin ich raus.

Wie entscheidest du dich?
Wie entscheidest du dich?

Wer tatsächlich überlegt, ob seine Priorität bei einem neuen Handy oder bei seinem kranken Tier liegt, der sollte kein Tier halten. Punkt.

Ich habe lange überlegt, ob ich in diesem Artikel die Kommentarfunktion ausschalten sollte. Ich habe mich dagegen entschieden und bin gespannt auf eure (sachlichen) Kommentare: Wie seht ihr das?

Hat Frau Freitag Recht? Bin ich zu emotional? Nicht, dass es meine Meinung irgendwie ändern würde – trotzdem interessiert mich eure Meinung dazu.

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34 Gedanken zu „Wie entscheidest du dich?“

  1. Was glaubst Du, liebe Nicole, werde ich wohl antworten?
    Jeder Hundehalter sollte für sich entscheiden, was ihm das Leben seines Tieres wert ist, was er bereit ist zu unternehmen und zu investieren. Meine persönliche Grenze ist hier einzig und allein Sockes Wohlergehen. Ich bin bereit alles für Socke zu tun, solange sie damit gut leben kann. Was ist leisten kann, leiste ich.
    Ich denke aber auch, dass nicht jeder Mensch das leisten kann, sei es aus finanziellen Gründen oder, weil er die Kraft nicht hat. Alleine, mit einem kranken Partner oder sonstigen Verpflichtungen kann es nämlich ganz schön anstrengend werden. Dafür habe ich Verständnis. Für den Verzicht auf Spaß und Urlaub weniger, denn m.E. wird damit gleichzeitig gesagt, dass der Hund weniger Freude macht als das Hobby oder der Urlaub. Und diese Haltung kann ich nicht nachvollziehen. Zeit mit Socke ist ein Stück weit Urlaub und Die Unternehmungen mit Socke auch irgendwie mein Hobby….

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




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    • Liebe Sabine,

      selbstverständlich gibt es Menschen, die aus finanziellen Gründen ihrem Tier nicht so helfen können, wie sie es gerne würden. Normalerweise gibt es auch dafür Lösungen. Wie oft sehe ich Spendenaufrufe, manche Vereine engagieren sich, etc. Und da sind es hoffentlich Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind. Leider gibt es auch zu viele Menschen, die sich ein Tier anschaffen ohne auf die Kosten zu achten, die so ein Tier nunmal mit sich bringt – aber das ist wieder ein eigenes Thema.

      Ich weiß, wie sehr du dich um Socke kümmerst und das es für dich selbstverständlich ist, Abstriche zu machen. Und ganz ehrlich: Ich bewundere dich dafür, andererseits denke ich auch, es ist genau richtig so. Ihr habt die Verantwortung für Socke übernommen, ihr tut das Beste, was möglich ist.

      Liebe Grüße
      Nicole




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      • Ich würde noch gerne etwas ergänzen…

        Natürlich kann man sich Hilfe holen. Das beweisen die vielen Tiertafeln bei ihrer Arbeit. Doch weiß es sicher nicht jeder oder nicht jeder kann diese Hilfe nicht annehmen.

        Mir ist ganz wichtig zu sagen, dass ich Socke nicht um jeden Preis behandeln lassen würde. Das Alter, die Erfolgsaussichten und auch die Belastungen durch die Therapie sind Dinge, die zu beachten sind. Socke für mich und meinen Seelenfrieden am Leben zu erhalten würde ich niemals tun. Ansonsten hat Socke es verdient gut gepflegt und behandelt zu werden.

        In kenne Hundehalter, die die letzte Therapie ihres Hundes bereut haben. Es war zu schmerzhaft und verlängerte das Leiden… Das möchte ich natürlich nicht. Es fragt sich nur, ob man das in der Situation auch erkennt und sich richtig entscheiden kann.

        Was mich an der Aussage der fragenden Hundehalter nur so gestört hat, war, dass der Urlaub und die Hobbies wichtiger bewerten wurden. Hier sollte doch der Hund als erster kommen. Was medizinisch indiziert ist, kann dann auch nur ein Tierarzt entscheiden….

        Viele liebe Grüße
        Sabine mit Socke




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      • Liebe Sabine,
        ja…. Urlaub und Hobbies… klar, das geht natürlich nicht und ist vermutlich das, woran die meisten hier von uns Anstoß nehmen…. wer weiß, ob das wirklich so geschrieben wurde oder ob die Frage nicht gekürzt, oder „auf den Punkt gebracht“ wurde, so dass es für die Kolumne „optimal“ ist? ich weiß es nicht, aber mit Sicherheit ist das ein Blog, mit dem Geld verdient wird und frage Frau Freitag erinnert ja schon ein bisschen an frag Dr. Sonntag 😉 und am meisten Klicks und Geld macht man mit polarisierenden Meinungen, mit Verlinkungen und so wie wir hier alle den Artikel gelesen haben und uns darüber austauschen. Und ja, ich bin voll bei Dir: es gibt bei Abschied nicht nur ein zu früh…. es gibt verdammt noch mal auch ein zu spät! Und das schmerzt MINDESTENS genauso sehr und verfolgt einen wahrscheinlich noch länger, während der guten Gewissens Abschiedsschmerz irgendwann in ausschließliche liebevolle Erinnerung übergeht…. ♥♥♥




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  2. Ich bin da auch ganz bei Dir! Wer ein Tier aufnimmt, nimmt Verantwortung für dieses einzigartige Lebewesen auf. In jeder Hinsicht.
    Leider trifft unsere Tiere oft diese neue Wegwerf-Mentalität auch immer öfter und das ist schlimm.
    Verantwortung zu übernehmen ist oft nicht leicht, sei es sein Konto zu plündern oder Schulden zu machen, um seinem Hund tierärztlich zu helfen, viel Zeit und Kraft zu investieren, um mit ihm zu trainieren und zu üben oder sich zu überwinden, seinen Hund gehen zu lassen, um ihm weiteres Leid zu ersparen, wenn dann der Zeitpunkt des Abschiedes gekommen ist.
    Der Hund hat sich nicht ausgesucht, bei uns zu sein, aber wir haben uns IHN ausgesucht.
    „Du bist ewig für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast“ sagt der kleine Prinz
    So sehe ich das auch! Unsere Hunde /Tiere haben es verdient!




    0
  3. Liebe Nicole,

    jeder der seinen Hund liebt, würde Dir sagen, dass er genau das gleiche tun würde wie Du bzw. Ihr. Nämlich ALLES um seinen Hund zu helfen! Es gibt Organisationen die einem ggf. finanziell unter die Arme greifen oder auch Ratenzahlungen beim Tierarzt. Theoretisch können Besitzer die keine Kranken/-Operationsversicherung abgeschlossen haben, jeden Monat einen X Betrag beiseite legen. Ein Hund gehört zur Familie wie das eigene Kind.

    Ich freue mich, dass Ihr Moe so gut behandelt und anscheinend immer versucht den richtigen Weg für ihn zu wählen.

    Liebe Grüße Sarah mit Bisco&Ela




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    • Liebe Ela,

      eben. Es ist doch die Pflicht, eines jeden Hundehalters, vorzusorgen. Und wenn das irgendwann nicht mehr geht, gibt es Organisationen, Krankenversicherungen, vielleicht auch Freunde, die unter die Arme greifen. Es ist sicherlich nichts, worauf man sich verlassen sollte – aber was man ausprobieren kann, wenn es nicht mehr weitergeht und Hilfe benötigt wird.

      Liebe Grüße
      Nicole




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  4. Liebe Nicole, lieber Moe!

    Natürlich fällt bei mir die Entscheidung immer zu Gunsten des Hundes aus. Das habe ich schon immer so gehandhabt und ich werde mich nicht ändern. Für mich ist diese Haltung dieser „Frau Freitag“ unverständlich. Mein Hund ist ein Teil meines Lebens, ein Familienmitglied, für das ich alles gebe, was ich geben kann.

    Jenny war 11 Jahre, 1 Monat und 1 Tag Teil meines Lebens. Sie wurde mir genommen… zu früh, viel zu früh. Am 03.09.2003 war nichts mehr, wie es vorher war. Sie wurde von einem anderen Hund angegriffen und schwer verletzt. Ich raste – sämtliche Verkehrsregeln außer Acht lassend – zum Tierarzt und hoffte ihr Leben retten zu können. Beim Tierarzt stellten wir fest, dass sie eine geringe Chance hat zu überleben. Ich wollte diese Chance ergreifen und fragte gleichzeitig: „Hat sie dabei Schmerzen? Leidet sie?“ Es geht ihr nicht grade gut, aber sie kann sich erholen, sollten wir die Nieren wieder überzeugen können zu arbeiten. Ich habe den Kampf gewagt und verloren. Jenny starb am 17.09.2003 in meinen Armen nach zwei Wochen bangen und hoffen… mich hat der Versuch ihr Leben zu retten über 1.000 EUR gekostet. Es war jeden Cent wert. Ich war damals in der Ausbildung und habe 5 Monate lang die Tierarztkosten abbezahlt. Vom anderen Hundehalter bekam ich einen kleinen Anteil als Wiedergutmachung, da beide Hunde ohne Leine waren.

    Rocky erkrankte im Jahr 2012 an Krebs. Eine sehr aggressive Form des Prostatakrebses. Er hatte eine 50% Chance. Der Versuch sein Leben zu retten, kostete mich 6 Wochen lang Nerven, viele Tränen und Zweifel und weit über 1.000 EUR. Rocky verlor den Kampf am 12.05.2012. Er zeigte mir sehr deutlich, dass er nicht mehr kämpfen möchte. Selbstverständlich erfüllte ich ihm diesen letzten Liebesbeweis. Ich stand da mit einem hohen Schuldenberg, den ich wieder abbezahlen durfte, mit einem kleinen Welpenmädchen aus dem Tierschutz und hatte meinen Seelenhund verloren.

    Ich kann gar nicht sagen, was mich die Physiotherapie oder Tierarztkosten und diverse andere Sächelchen von Shiva schon gekostet haben. Es ist mir auch egal. Ich würde den Weg immer wieder gehen und alles für meinen Hund geben. Geld, Urlaub, schöne Dinge, alles Sachen, auf die ich auch verzichten kann oder die nicht mein Herz so erfüllen, wie mein Hund… Mein Wuschelmädchen bringt mich so oft zum Lachen und viel weniger zum Weinen, aber sie ist mein Gegenstück und ich verzichte lieber auf ein neues Handy oder einen schönen Urlaub, als mein Mädchen leiden zu sehen.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva




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    • Liebe Sandra,

      bei deinem Text musste ich gerade schlucken (mal wieder). Die Geschichten von Jenny und Rocky kenne ich ja eigentlich, trotzdem nimmt es mich jedes Mal mit. Was du für eine Stärke hast, weiterzumachen, das durchzustehen. Ich glaube dir, wenn du sagst, dass du alles für das Wuschelmädchen tun würdest – und ich kann dich sehr gut verstehen.

      Fühl dich gedrückt, liebe Grüße!
      Nicole




      0
  5. Ich verstehe diese Menschen einfach nicht und werde es wohl nie. Die Reaktionen zu Emmis Not-OP waren auch dementsprechend. Einige sagten: „Emmi ist doch aber eh älter und der Tierarzt bei dem ihr seid ist doch so teuer… wieso seid ihr dann nicht wenigstens zu XY gegangen, der ist immer ganz günstig… da hättet ihr nicht über ****€ gezahlt, sondern bestimmt nur die Hälfte.“ Diese Menschen verstehen einfach nicht, dass man ALLES für seinen Hund (ein vollwertiges Familienmitglied) geben würde. Sie haben eine andere, oberflächliche und meist egoistische Wahrnehmung auf die Welt und das macht mich traurig. Tiere haben ganz genau so eine Seele, wie sie Menschen haben. Wer gibt uns das Recht, dessen Wert zu bestimmen? Und „nur“, weil es so viel Leid auf der Welt gibt, Menschen in der dritten Welt mit unterirdischer medizinischer Versorgung, heißt das, es ist pervers, die hiesigen Möglichkeiten auszuschöpfen und meinem Tier zu helfen? SCHWACHSINN… es ist einfach nicht zu vergleichen. Antoine de Saint-Exupéry hat es da gut auf den Punkt gebracht: „DU BIST ZEITLEBENS FÜR DAS VERANTWORTLICH, WAS DU DIR VERTRAUT GEMACHT HAST.“




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    • Das Zitat bringt es eben genau auf den Punkt.

      Zu den egoistischen Menschen ist vielleicht zu sagen, dass sie nie ein Tier hatten, dass sie so sehr geliebt haben. Schade, dass ihnen diese Erfahrung fehlt. Aber jemanden zu beurteilen, weil er alles für sein Tier tun möchte, das möglich ist, vor allem aus finanzieller Sicht… Nun ja, das sollte ja nun wirklich jeder für sich entscheiden können und dürfen.

      Für mich hat das eine (arme Menschen, ausgebeutete Tiere) auch nichts mit dem anderen (mein eigener, kranker Hund) zu tun. Sicherlich sollte man sich mit beiden Themen beschäftigen. Trotzdem ist es das eine, sich für sein Tier für eine Behandlung zu entscheiden (oder auch nicht) und das andere, sich mit Massentierhaltung etc. auseinander zu setzen.

      Liebe Grüße
      Nicole




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  6. Hallo liebe Nicole,

    tja, ein verzwicktes Thema …Tatsächlich muss ich sagen, dass ich mit der Antwort von Frau Freitag zu dem Kommentar der Hundehalterin ziemlich konform gehe. Ich finde es ebenfalls maßlos übertrieben, auch im Hinblick darauf, was man den Tieren mit vielen medizinischen Behandlungen antut. Einem Mensch kann man z.B. erklären, warum er Schmerzen, Nebenwirkungen, etc. hat. Ein Tier versteht nur, dass es sich in einer „unangenehmen Situation“ befindet. Chemotherapie für einen meiner Hunde? Ne, geht für mich gar nicht. Das würde ich meinen Tieren niemals antun. Ich sehe es auch eher als Vorteil an, ein Tier kann man erlösen, wenn es nicht mehr geht, bei Menschen darf man das nicht, da ist es dann Mord. Und diese Diskrepanz zwischen einerseits dem Fleisch vom gequälten Tier auf dem Teller und andereseits dem für 3000€ (keine Ahnung, ob was das in Wirklichkeit kostet, aber wohl viel) an der Hüfte oprerierten Hund sehe ich ebenfalls. Für mich sind Medikamente aber auch nicht die Lösung, sondern die Notlösung, was natürlich an meiner Tätigkeit liegt, da habe ich ja immer das „große Ganze“ im Sinn …

    Liebe Grüße
    Anke




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    • Hallo liebe Anke,

      schön, auch mal eine andere Meinung zu lesen. 🙂 Mit deinem ersten Absatz stimme ich überein: Einem Tier zu erklären, was eine Chemo ist, warum eine Therapie sein muss, ist wohl schwer. 😉 Dennoch gibt es Therapien, die sein müssen und da kann ich nur versuchen, meinem Hund zu helfen, das zu überstehen, wenn ich weiß, dass es danach besser ist. Eine Chemo für den Hund? Sicherlich gehört das zu den Themen, die ich im Text ansprach. Hier muss man schauen, ob es wirklich zweckdienlich ist, ob ich als Hundebesitzer einschätzen kann, wie es dem Hund danach und währenddessen geht. Und natürlich muss ich auch ein Stück weit dem Tierarzt vertrauen.

      Trotzdem sehe ich den Zusammenhang zwischen Massentierhaltung und meinem Haustier nicht. Ich kann sehr wohl das eine verurteilen, mich vielleicht sogar dagegen einsetzen und in eine teure Therapie für mein Haustier investieren, wenn ich der Meinung bin, das tun zu wollen. So lange man im Sinne des Tieres handelt und ihn nicht „künstlich“ am Leben hält (diese Perversion gibt es ja leider auch beim Menschen oft genug), sollte nach meiner Auffassung das bestmögliche getan werden. Egal, was es finanziell bedeutet.

      Liebe Grüße
      Nicole




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      • Hallo Nicole,

        ich habe die Stelle im Originaltext zu der Massentierhaltung jetzt nicht mehr vor Augen. Aber ich denke, eine Diskrepanz entsteht eher, wenn ich einerseits hunderte Euro in die homöopathische Behandlung, Physiotherapie, Operationen, Medikamente für mein Haustier stecke, andererseits nur 3 Euro für 1 kg Hähnchenfleisch bezahlen will (und damit unzumutbare Zustände in der Massentierhaltung in Kauf nehme).

        Also natürlich kann ich Massentierhaltung verurteilen und gleichzeitig eine teure Therapie für meinen Hund bezahlen.

        Viele Grüße
        Angelina




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      • Liebe Angelina,

        da hast du natürlich Recht. Wenn mir das eine (Massentierhaltung) egal ist und ich mein Schnitzel möglichst billig will, dafür aber Unmengen an Geld in mein Haustier stecke, dann ist das schon eine gewisse Doppelmoral.

        Liebe Grüße und vielen Dank,
        Nicole




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  7. Auch ich finde, dass man im Sinne des Hundes entscheiden muss. Ich denke, man merkt einem Tier an, ob es leben möchte oder nur noch leidet. Und wenn ich merke, dass eines meiner Tiere noch Lebenswillen besitzt, würde ich alles tun, um seine Überlebenschancen zu verbessern. Schließlich trage ich die Verantwortung für meine Hunde (und Kaninchen).

    Und selbst wenn es anders wäre und ich meine Verantwortung nicht ernst nehmen und ganz egoistisch entscheiden würde: Ich würde mich trotzdem für die teure Behandlung entscheiden. Nichts gibt mir so viel Lebensqualität wie meine Hunde. 🙂

    Deshalb macht es mich einerseits wütend, dass einige diese Verantwortung anscheinend nicht ernst nehmen. Andererseits macht es mich traurig, dass sie wohl nie diese einzigartige Verbindung, die wir zu unseren Hunden haben, erleben konnten, sich nie darauf einlassen konnten. Wenn der Hund kein Familienmitglied ist, was denn bitte dann? Ein Einrichtungsgegenstand? Das kann ich nicht verstehen.

    Liebe Grüße,
    Nora




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    • Liebe Nora,

      ich hoffe wirklich, dass es so ist und ich irgendwann einmal wissen werde, wann Moe nicht mehr leben möchte. Ich glaube, die Menschen, die relativ neutral mit einem Tier im Haus umgehen, haben ein anderes Verständnis. Für mich es auch schwer zu verstehen, wie man die tiefe Beziehung, die einem zB der Hund von sich aus meist anbietet, so ablehnen kann, aber ich respektiere das – so lange zum Wohle des Tieres gehandelt wird.

      Liebe Grüße
      Nicole




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  8. Hallo liebe Nicole,
    ein Lob vorab, dass du dich nicht gescheut hast dieses Thema in deinem Blog an zu sprechen und auch die Kommentar Funktion angeschaltet hast. Ja, es ist ein heikles Thema zwischen den Nicht-Tierhaltern und Tierhaltern, als auch zwischen Personen der letzten Gruppe.
    Als ich mir vor 7 Jahren Aaron ausgesucht habe und er somit der erste Hund ist für den ich die volle Verantwortung habe, war für mich von Anfang an klar, dass das kein Kinderspiel ist. Es könnte alles super laufen, oder schon in frühen Jahren Erziehungs-oder Gesundheitsbaustellen auftreten. Dessen war ich mir bewusst und für mich stand fest, dass ich nie eine Entscheidung des Geldes wegen treffen würde, sondern immer zu Aarons Wohl. Als unsere letzte Familienhündin (hier hatte meine Mutter noch die Verantwortung) älter wurde, bekam ich einen kleinen Vorgeschmack. Die Schmerztabletten die sie im Alter brauchte, bezahlte ich und die Entscheidung sie gehen zu lassen, trug ich auch voll mit. Es war kein leichter Schritt. Aber für sie hätte jeder Tag mehr Quälerei bedeutet und man sah es ihr in den Augen an, dass sie nicht mehr wollte.
    Natürlich kenne ich auch Leute, die ganz klar sagen, dass sie sich wegen dem Hund nie einschränken würden und bei Tierarztkosten ihre Grenzen hätten. Ich weiß nicht ob dies allerdings in einer Notsituation auch wirklich so durchgezogen würde. Es ist einfach etwas zu sagen und dann wenn es real wird, macht man es doch vielleicht anders.
    Aaron sollte auf jeden Fall glücklich alt werden. Lebensqualität zählt für mich mehr als Lebensdauer, also keine künstliche im jeden Preis Verlängerung der Lebensspanne. Es muss für mich im Sinne von Aaron sein.
    Ich denke, eine Krebsbehandlung für den Hund, würde ich in der Tiefe hinterfragen. Ich hatte irgendwo mal gelesen, dass Hunde es besser vertragen sollen…also ein Ansatz, der mir auf jeden Fall sagt, ich müsste mich mehr informieren, bevor ich eine Entscheidung treffe. Auch hier würde ich schauen wie ist mein Hund allgemein drauf, was steckt er wie gut weckt und was für eine Auswirkung hat die Behandlung. Bringt sie wirklich vollständige Heilung oder zum Beispiel nur ein wenig mehr Zeit? Der Zeitfaktor wäre für mich dann ein Grund, wo ich sagen würde, ohne Behandlung lebt er zwar nicht so lang, aber es geht ihm in der Zeit besser und er muss nicht ständig zum TA…. Viele Gedanken dazu.
    Der Gedanke, der Hund würde mit einer Behandlung Hobby und Reisen einschränken… der würde mir nie kommen, ich bin für meinen Hund da und da muss man halt das Leben umkrempeln.
    Liebe Grüße
    Sandra mit Aaron
    PS: aktuell tauchen hier auch wieder viele ausgesetzte Ferienopfer auf…das bricht mir auch echt das Herz 🙁




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    • Liebe Sandra,

      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Ich stimme sowas von mit dir überein: Wenn der Hund keine Lebensqualität mehr hat und mir irgendwie zeigt: Ich mag jetzt nicht mehr – dann ist die Zeit gekommen. Ich hoffe nur inständig, dass mir Moe das irgendwann auch zeigen wird!

      Liebe Grüße und vielen Dank,
      Nicole

      PS: Furchtbar. Ich werde es nie verstehen können, wie Menschen ihre Tiere zurücklassen können. 🙁




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  9. Meine Tiere sind für mich, wie für dich, ebenso ein vollwertiges Familienmitglied. Egal ob Hund, Katze oder Pferd. Recht früh (als ich etwa 5 oder 6 war) hatten wir unsere erste Katze. Da haben natürlich noch meine Eltern die Tierarztkosten getragen. Mit 12 Jahren bekam ich mein erstes Pony. Mit 14 mein erstes Sporpferd und kurz darauf ein zweites Sportpferd. Klar, da war ich noch nicht volljährig, aber bei Tierarztkosten habe ich immer etwas von meinem Taschengeld dazugegeben. Und zwar nicht weil ich musste, sondern weil ich es gerne tat für meinen vierbeinigen Freund. Während meinem Studium habe ich größtenteils die kompletten Tierarztkosten meiner Pferde gezahlt. Klar, da sind noch die Eltern als Backup da, aber da habe ich nur im äußersten Notfall drauf zurückgegriffen. Für meine Hunde trage ich die alleinige Verantwortung.
    Ich will also nicht wissen wieviel Tausend Euro ich schon in meine Tiere investiert habe. Wenn Freunde alle 2 Monate mit neuen Klamotten um die Ecke kamen und mich meine Mutter einmal im Jahr zum Einkaufen gedrängt hat. Natürlich hätte ich viel mehr Geld gehabt mir persönlich was zu gönnen. Aber seien wir mal ehrlich, meine Tiere haben mir und geben mir jeden Tag so viel mehr als jeder Cent der Welt, dass es mir das absolut wert ist. Und das gilt eben auch und gerade weil man so viel von einem Tiere im Laufe der Zeit bekommen hat gegenüber dem älter werdenden Tier. Da verzichte ich lieber auf einen schicken Urlaub und genieße jeden Moment mit meinen Hunden.




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    • Liebe Alina,

      dann hast du deine Entscheidung aber wirklich mit vollem Herzen getroffen und dich kopfüber hineingestürzt!
      Respekt, dass du in so jungem Alter das auf dich genommen hast. Ich weiß ehrlicherweise nicht, wie das bei mir gewesen wäre, da ich damals noch sehr auf Klamotten und anderes Zeugs geachtet habe – allerdings hatte ich auch nie ein Haustier.

      Vielen liebe Dank für deinen Kommentar und deine Meinung dazu!

      Liebe Grüße
      Nicole




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  10. Liebe Nicole,
    ein wirklich schweres Thema, ich gehe mit Anke konform und auch in manchen Teilen mit Frau Freitag( Kafi)…. und natürlich trotzdem: auch ich habe wirklich schon viel mit meinem Herzhund (mein erster eigener Hund) mitgemacht. Wir sind jetzt fast 13,5 Jahre Seite an Seite, er war vier als ich ihn aus dem Tierheim holte. Seit gut drei Jahren ist er chronisch krank. Dazu kommen immer mehr die „Alterszipperlein“, mit 17,5 darf er die als Senior auch haben. Als es damals anfing und es wirklich sehr schlimm war – er holte mich bis zu drei mal nachts raus, weinte, zitterte, manchmal dachte ich, er stirbt in meinen Armen… wir gingen von TA zu TA. Ich probierte verschiedene Tierheilpraktiker… doch, Anton hatte Lust zu leben, auch wenn ich es manchmal nachts nicht immer sofort bejaht hätte, weil es ihm wirklich schlecht ging… Ich war bei vielen Scharlatanen, habe letztlich viel Geld für manchmal sogar im Endeffekt Verschlechterungen ausgegeben. Nun haben wir eine gute TÄ und eine tolle THP und es geht ihm meistens gut, auchh wenn er gerade eine recht schlechte Phase hat, doch ich hoffe, wir kriegen das wieder hin. ABER…. z.B. und das ist jetzt nichts Weltbewegendes…. hat mich meine TÄ auch mal gefragt, ob ich Anton nicht das das Älterwerden, Treppenlaufen und Leben erleichtern möchte mit einer Anabolikaspritze (seine Hinterläufe werden schwach, Du kennst das ja) oder einem Hormonpräparat gegen Inkontinez (und ja, beides von einer TÄ, die ich im großen und ganzen für SEHR gut halte!!!). Beides ist nicht gerade teuer und beides würde vermutlich sogar helfen…. aber die Nebenwirkungen sind mir zu hoch. Langfristig. ABER: ich weiß ja gar nicht, ob es ein langfristig gibt und trotzdem habe ich mich dagegen entschieden. Weil die Nebenwirkungen auch die andere Krankheit beeinflussen uvm. Ich denke, jeder muss/sollte für sich und sein Tier ganz individuell und genau abwägen, was er/sie unter welchen Umständen für sein Tier macht. Vor vielen Jahren diagnostizierte ein TA bei Anton Blasenkrebs (erst bestand der Verdacht auf Steine, was das Röntgenbild aber nicht bestätigte) – und wollte ihn, da er ja gerade in Narkose lag, gleich einschläfern. Ich habe mich dagegen entschieden und wanderte auch damals zu 4 unterschiedlichen TÄ mit jeweils unterschiedlichen Ansichten. Letztlich hatte ich die Wahl: Die Diagnose glauben, eine Diagnostik-OP oder abwarten. Mein Bauch sagte abwarten … und Anton lebt immer noch…. Es ist unglaublich schwer, bei einer Krebserkrankung hinge es für mich sicher von der Art Krebs ab, auch vom Alter, von alternativen Heilmethoden uvm…. Eines ist sicher: ich mache alles möglich, um ihm zu helfen, zu lindern und erträglich zu machen, ich werde vor allem jeden Gang MIT ihm machen und ihn nicht allein lassen! Ich bin bereit, jeden Preis zu zahlen, aber eines ist ganz klar: Ich möchte nicht, dass mein Herzhund den Preis des längeren Leidens zahlen muss, ich will nicht, dass es nur künstlich in die Länge gezogen wird, dass er nicht versteht, was passiert, weil es ihm eigentlich schlechter statt besser geht und es fraglich ist, ob sich das wieder ändert. Und ja: manchmal ist es besser sich gegen eine Therapie zu entscheiden, weil der Preis (für das Tier) zu hoch wäre, würde man sie bezahlen und dazu gehört im weitesten Sinn auch, dass sie viele Krankheiten eigentlich gar nicht hätten, wenn der Mensch sie nicht überzüchtet hätte, aus ihrem eigentlichen leben gerissen, sie oftmals verweichlicht hätte… unsere Verantwortung fängt viel früher an, als viele denken…. bei allen Tieren….




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    • Genau so ist es: Ich bin eben auch der Meinung, dass man so etwas nur für sich und sein Tier allein entscheiden kann – aber bitte doch nicht mit banalen Dingen, wie: „Kann ich mir noch das und jenes leisten, wenn ich meinem Hund diese Behandlung gebe“, im Hinterkopf.

      Ich sehe die Grenze, auf jeden Fall. Ich möchte Moe einige Dinge nicht zumuten. Wenn er leidet und es keine Chancen gibt, dass es besser wird oder wir nur eine kurzfristige Lebensverlängerung bekommen – dann möchte ich das nicht. Es ist schlimm genug, wie das an Menschen häufig praktiziert wird, die keine Chance haben, für sich zu entscheiden, wann genug ist.

      Ich bin sicher, du wirst für dich und Anton die richtigen Entscheidungen treffen. Letztendlich müssen wir damit leben, was wir tun.

      Liebe Grüße und ganz herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar!
      Nicole




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      • Nicole, da hast Du natürlich vollkommen Recht mit den „banalen Dingen“. Die sollten niemals vornean stehen… Das steht vollkommen außen vor….




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  11. Ich kann dir nur zustimmen. Ich würde für Jacky alles geben. Er ist für uns ein vollwertiges Familienmitglied. Wenn irgendwann der Fall eintreten sollte, dass Jacky wirklich krank werden sollte, so werden wir ihm zur Seite stehen, egal was kommt. Da ist Urlaub oder Hobbys egal. Wir sind für ihn verantwortlich. Solange dann eine medizinische Behandlung sinnvoll für unseren haarigen Schatz ist, so sind Finanzen nebensächlich.




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  12. Liebe Nicole,

    das ist wirklich ein heikles Thema. Ich kann verstehen, dass viele alles tun würden und keine Kosten scheuen, um ihrem Hund/ihrem Tier die beste medizinische Versorgung zu ermöglichen. Ich finde daran auch nichts pervers. Jeder soll sein Geld ausgeben, für Dinge, die ihm wichtig sind. (Und ich stimme den vielen Vorrednern zu, ich habe Verantwortung für mein Tier übernommen und dazu gehört insbesondere dessen Gesundheit, als Tierhalter sollte die also zu den Dingen zählen, die mir wichtig sind.) Gleichzeitig bin ich jedoch absolut dagegen das Leiden eines Lebewesens unnötig zu verlängern. (Das gilt auch für Menschen, da ist das Erlösen nur leider bedeutend komplizierter.)

    Ich habe das Gefühl, die ursprüngliche Fragerin hat mit den Kosten und den einhergehenden Abstrichen auch ein geringeres Problem (vielleicht versteckt sie sich auch nur hinter der Meinung ihres Mannes), aber Fakt ist, dass so eine Entscheidung von der ganzen Familie gleichermaßen getragen werden muss und das macht es nicht unbedingt leichter.
    Bei einem 6 Jahre alten Hund und wenn man sich das eigentlich leisten könnte (ohne auf Spenden, Tiertafeln o.ä. angewiesen zu sein), würde sich die Frage für mich jedoch nicht stellen (ich muss mich jedoch auch mit keinem Partner darüber einig werden.)

    Lange Rede, kurzer Sinn, es ist und bleibt eine schwere Entscheidung.

    Liebe Grüße
    Angie + Marley




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    • Liebe Angie,

      vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Ich denke, es gibt Themen, für die muss man selbst einstehen und nicht die Familie befragen. Moe ist unser Hund, von meinem Freund und mir. Und trotzdem: Wenn Moe irgendetwas hätte, das sich behandeln ließe, und mein Freund wäre nicht einig – dann würde ich es trotzdem tun. Nicht, weil ich das Gefühl habe, dass Moe mehr mein Hund ist als seiner. Sondern, weil ich keine Chance ungenutzt lassen würde, weil wir uns nicht einig werden.

      Ich würde versuchen, ihn zu überzeugen – aber notfalls mache ich das auch auf meine Verantwortung.

      Liebe Grüße und vielen Dank für deinen Kommentar!
      Nicole




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  13. Liebe Nicole,

    bei beiden Tieren müssen wir uns diese Frage mind. einmal im Jahr stellen.
    Wann immer Adgi einen Anfall seiner Myositis bekommt fragt uns der Arzt, was wir machen wollen. Das Problem ist, dass er den Fang nicht aufbekommt und die Krankheit super selten ist. Jede Therapie ist wieder ein Experiment. Die Tabletten können anschlagen, müssen es aber nicht. Cortison kann helfen, die Schmerzen zu hindern und dadurch die Muskeln wieder gebildet werden durch Training. Aber Cortison stoppt die Entwicklung nicht endgültig. Kein Medikament dieser Welt kann das. Irgendwann wird er dauerhaft Cortison brauchen. Irgendwann wird das Cortison nicht mehr helfen. Irgendwann wird er uns vor einem vollen Napf verhungern. Wir kämpfen, jedes mal, wenn das Auge anschwillt und den nächsten Anfall voraus sagt. Aktuell gibt es keinen Grund, das Geld nicht auszugeben. Irgendwann werden wir die Entscheidung aber treffen müssen.
    Scar ist Nierenkrank. Ab und an bildet sich Gries. Ich habe diese Katze im strömenden Regen zum Arzt getragen. Ihn eine Woche in der KLinik gelassen. Er brauchte einen Katheter, viele Schmerzmittel und konnte wochenlang nicht pinkeln und wenn, dann Blut. Ich habe für meine Katze, die mich 35 Euro gekostet hat in der Akutphase über 700 Euro ausgegeben. In meiner Ausbildung, in der ich mehr als knapp nur 700 Euro verdient habe.
    Im Moment zeigt Scar Gries sehr viel früher an und ich kann es dank Spezialfutter allein austherapieren. Aber ganz ehrlich, eine Katze, die beim Pinkeln nur noch schreit und zittert ist keine Katze mehr und ich habe mir geschworen, wenn er mehr als 2 mal im Jahr so massive Anfälle bekommt, zwinge ich ihm keine Therapie mehr auf. Das habe ich ihm versprochen und seither zeigt er es früh an (guter Junge)

    Ich finde man muss ganz klar abwägen, wie viel man sich und seinem Schatz vorallem psychisch zumuten kann. Wann ist der Punkt, an dem man selber und das Tier nicht mehr kann? Für den Geldbeutel findet sich einfacher eine Lösung.

    So Ende meines Romans

    Liebe Grüße




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    • Liebe Anika,

      du hast absolut Recht, diese Entscheidung kann einem keiner abnehmen. Wann ist es Zeit zu kämpfen und wann muss man einsehen, dass der Kampf verloren ist? Und dennoch, wie du schon schreibst: Der Geldbeutel sollte da nicht die entscheidende Rolle spielen. Einzig und allein der Gedanke: Wie viel kannst du, kann dein Tier noch (er-) tragen.

      Ich wünsche euch, dass Adgi und Scar mehr gute als schlechte Zeiten haben und vielleicht gibt es ja doch noch eine Therapie für Adgi. 🙁

      Liebe Grüße und ganz lieben Dank,
      Nicole




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  14. In meinem Kommentar oben hatte ich geschrieben, dass unsere Verantwortung viel früher anfängt, als uns erst im Krankheitsfalle zu überlegen, ob und was wir alles wie lange für unsere (Herz/Seelen)Hunde/Tiere machen und wie weit wir bereit sind zu gehen (und es zu finanzieren)….
    Ich habe heute nun einen Facebook-Artikel der Tierheilpraxis Berlin zum Thems „Krebs – warum es immer mehr wird“ wiedergefunden, den ich damals schon großartig fand und es immer noch finde…. vieles wird vielen von Euch sicher bekannt sein, insbesondere, wenn sie vielleicht auch Anke (s.o.) von Clean Feeding folgen… aber ich finde er ist absolut (mehrfach) lesenswert und es lohnt darüber nachzudenken und das ein oder andere zu beherzigen. https://www.facebook.com/TierheilpraxisBerlin/photos/a.482660995209770.1073741830.430842417058295/741199602689240/?type=3&theater
    Liebe Nicole, falls es mit dem Link für Dich nicht ok ist, bitte lösche meinen Kommentar!




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  15. Ich finde, deine Gedanken und Gefühle gehen in die richtige Richtung! So ein Hund gibt uns viel zu oft so viel mehr als mancher Mensch. Auf die genauen Charakteristika will ich hier gar nicht eingehen.
    Und wie du schon sagst, du hast die Verantwortung übernommen und dein Hund kann sich nicht entscheiden das musst du übernehmen. Es gibt viel zu wenige Menschen die den A… in der Hose haben dazu zu stehen. Ich bin froh das es Menschen wie dich gibt, und sich dieser Verantwortung stellen!
    Lass dich nicht unterkriegen, knuddel Moe ganz kräftig und habt noch eine schöne Zeit zusammen!

    Liebe Grüße

    Bernd




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  16. Ich bin absolut deiner Meinung! Wer nicht bereit ist alles für sein Tier zugeben sollte sich keins zu legen. Zu sagen er ist nicht Familie sagt in meinen Augen schon viel über einen Menschen aus! Mein Hund ist für mich ein vollwertiges Familienmitglied und ich würde und werde meine ganze Kraft, liebe, Energie und auch mein ganzes Geld für ihn geben, genauso wie für jeden anderen in meiner Familie!
    Mein Hund ist meine Familie! Ich bin absolut deiner
    Meinung und kann irgendwie auch nicht nachvollziehen wie man was anderes sagen kann.




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