Sonderangebot! Was kostet ein Hund?

Was kostet ein Hund?
Was kostet ein Hund?

Soll ein Hund bei euch einziehen und ihr fragt euch, wie viel so ein Hund kostet? Nicht nur monatlich, sondern in der Anschaffung? Habt ihr euch vielleicht sogar schon überlegt, was ihr bereit seid, für einen Hund auszugeben, da es kein Hund vom Züchter, sondern einer aus dem Tierschutz oder von Privat sein soll?

Sonderangebot: Wie viel kostet ein Hund?

Diese Gedanken haben wir uns auch gemacht, bevor Moe bei uns eingezogen ist. Allerdings hätte ich nie gedacht, dass der Preis von Moe noch einmal Thema werden würde. Zu diesem Artikel hat mich Diana von Hundekind Abby inspiriert.

Sie hat, genau so wie wir damals, bei Ebay Kleinanzeigen gestöbert und eine Anzeige von einer Familie gefunden. Der Stein des Anstoßes bei der Suchanfrage war Folgendes:

„Wir bitte um Verständnis NUR KURZHAAR. nix gegen langhaarige. Muss sauber sein und vor allem andere Hunde mögen. Wegen dem Preis lässt sich bestimmt was vereinbaren, da ein Tier ein Lebewesen ist und nicht ein Profit sein soll, ist es uns sehr wichtig Unterkunft hat voran statt Geld.“

Darauf hin habe ich mir Gedanken gemacht und mich gefragt, welche Intention der oder die Schreiberin damit verfolgt hat. Einerseits könnte man nämlich, und so war auch gleich mein erster Gedanke, dem Schreiber unterstellen, er möchte gerne das ganz große Paket, alles soll wunderbar sein aber bitte, dafür möchte man kein Geld ausgeben. Denn: „Ein Tier ist ein Lebewesen, da sollte Platz vor Preis gehen.“ Die Kommentare zu dem Artikel sprechen genau diese Sprache und auch ich habe so argumentiert.

Aber was ist, wenn die Person sich einfach nur unglücklich ausgedrückt hat und ehrlich sein wollte? Da sucht jemand, eine junge Familie, den passenden Hund. Kniehoch sollte er maximal sein, ein gewisses Alter haben, stubenrein und sozial sein. Preislich sollte es passen. Aber: Bedeutet das zwingend, dass die Familie nicht gewillt und in der Lage ist, Tierarztkosten und sämtliche anderen Kosten zu tragen?

Gehen wir nicht alle bei der Hundesuche so oder so ähnlich vor? Hat nicht jeder von uns eine bestimmte Vorstellung im Kopf, wie der Hund sein soll, wie er aussehen soll – und vor allem auch, wie die finanziellen Möglichkeiten sind?

Die Suche nach dem Hund: Auswahlkriterien vs. Realität

Unsere Auswahlkriterien für einen Hund
Unsere Auswahlkriterien für einen Hund

Natürlich kann ich so etwas immer nur von meiner Seite aus beurteilen, wie es bei uns war. Und wir waren genau diese Menschen oben in dem Zitat! Nur, dass wir uns anders ausgedrückt haben. Auch wir haben unseren Hund über Ebay Kleinanzeigen gesucht – und gefunden. Auch wir haben eine Anzeige aufgegeben, die vielleicht vielen sauer aufgestoßen ist!

Unsere Kriterien, die in der Anzeige standen:

  • kein Welpe, sondern ein älterer Hund
  • gerne Labrador oder ähnlich
  • eher ruhig, kein Jagdtrieb
  • ein Rüde sollte es werden

Unsere Auswahlkriterien, die NICHT in der Anzeige standen:

Unser Traumhund:

  • sollte nicht oder nur wenig haaren
  • sollte sozial sein
  • sollte bereits erzogen und stubenrein sein, deswegen auch kein Welpe
  • sollte kein Hund aus dem Auslandstierschutz sein
  • sollte nicht mehr als 250 € kosten

Ihr seht: Wir sind wohl auch nicht die Traumkandidaten. Wir wollten den idealen, perfekten Hund für uns finden. Und haben uns letztendlich trotzdem für einen entschieden, der viele Kriterien nicht erfüllt hat, einfach, weil Moe trotzdem zu uns passt.

Vielleicht interessiert es euch auch, was wir letztendlich für Moe bezahlt haben. Es waren genau 70 €. Dafür bekommen haben wir einen wundervollen Hund, ein SpongeBob – Kissen, einen Ball, Leine, Halsband und Futter für die ersten Tage. That’s it.

Unser „Übernahmevertrag“ war innerhalb von 5 Minuten unterschrieben und wir haben Moe mitgenommen.

Warum wir keinen Hund aus dem Auslandstierschutz wollten? Zu unseriös erschienen mir damals die Angebote, die wir erhielten, zu unsicher war ich mir, ob ich dem Hund gerecht werden könnte. Außerdem war mir als „Hundeanfänger“ wichtig, den Hund vorher kennen lernen zu können. Viele Organisationen ließen das allerdings nicht zu, sondern der Hund sollte direkt vom Flughafen in die neue Familie kommen. Das war mir zu unsicher. Heute würde ich da vielleicht nicht mehr so strikt urteilen, aber damals war es ein ganz klares Ausschlusskriterium.

Kosten für einen Hund: Züchter, Tierschutz und privat

Was kostet ein Hund: Züchter, Tierschutz oder von Privat?
Was kostet ein Hund: Züchter, Tierschutz oder von Privat?

Wenn man sich für einen Hund entscheidet, gibt es diverse Möglichkeiten. Je nach Wunsch kann man den Welpen vom seriösen Züchter erwerben (wozu ich immer rate, wenn es wirklich ein Welpe sein soll!). Dieser ist entsprechend teuer, jedoch hat der Züchter dafür wahnsinnig viel geleistet, euer Welpe ist gesund, sozialisiert, hat die ersten positiven Schritte in das Leben gemacht.

Dafür lohnt sich die Investition, wirklich! Und ein gesunder Welpe vom Züchter kostet nun mal sehr viel Geld. Wie viel beim Züchter letztendlich finanziell „hängen“ bleibt, kann ich an dieser Stelle nicht beantworten, aber letztendlich ist es auch dort meist kein Hobby, sondern ein Nebenverdienst. Achtet darauf, dass ihr wirklich einen seriösen Züchter nehmt und holt euch aus Kostengründen keinen süßen, niedlichen Welpen aus einem Kofferraum!

Einen Hund aus dem Tierschutz oder aus dem Tierheim aufzunehmen, finde ich toll. Aber auch dort kosten Hunde nun einmal Geld! Aus dem „Erlös“ eines Hundes wird den anderen geholfen, Tierarztkosten, Vermittlung und Futter bezahlt. Meist reicht der Erlös nicht einmal aus, damit die Tierschützer bezahlt werden, diese arbeiten hauptsächlich ehrenamtlich. Auch dort ist das Geld gerechtfertigt!

Bei Hunden, die von privat abgegeben werden (auch häufig über das bereits erwähnte Portal) belaufen sich die Kosten von – bis. Es gibt die Menschen, die mit ihrem Hund noch Profit machen wollen (so wie oben im Zitat erwähnt) und es gibt die anderen, die einen Schutzvertrag unterschreiben lassen und den Hund für einen kleinen Betrag abgeben, denn:

„Wenn ich für etwas Geld bezahle, ist es mir etwas wert.“

Würde ich für Moe Geld verlangen – und wenn ja, wie viel? Für den äußerst unwahrscheinlichen Fall, dass ich Moe abgeben müsste, würde ich auch Geld verlangen. Allerdings würde ich mich nicht an den bisherigen Ausgaben orientieren, wie es beispielsweise ein Züchter täte. Das würde den Rahmen komplett sprengen.

Würde ich Moe abgeben, würde auch bei mir „Platz vor Preis“ gehen – was nicht heißt, dass ich gar nichts nehmen und mir die finanzielle Situation der neuen Familie nicht anschauen würde.

Ich würde wahrscheinlich auch die 70 € ansetzen für Moe. Mit dem Wissen, dass kein Geld der Welt diesen Hund aufwiegen könnte.

Was passt zu uns: Tierschutz, Züchter oder Privatabgabe?

Welcher Hund passt zu mir?
Welcher Hund passt zu mir?

Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, was für ein Hund es werden soll, wie alt er sein soll und wie viel er kosten darf. Natürlich hätte ich für Moe auch mehr ausgegeben! Als ich diesen Hund gesehen habe, war es sowieso bei mir vorbei und ich hätte notfalls das Geld in Raten abgestottert. 🙂

Seid euch bitte einfach nur bewusst, dass ein Hund auch NACH DER ANSCHAFFUNG ein Heidengeld kostet. Ein Hund ist teuer. Selbst wenn ihr einen Hund vom Züchter habt, der nachweislich keine Krankheiten mitbringt: Auch dieser Hund kann krank werden, sich verletzen.

Die Ernährung eines Hundes, will man es richtig machen, kostet unheimlich viel Geld und natürlich auch das Zubehör. Allein bei der Erstausstattung könnt ihr richtig viel Geld loswerden!

Wenn ich mal grob überschlage, was Moe uns im Jahr kostet, komme ich auf ganz ordentliche Zahlen.

Was kostet ein Hund im Jahr: Ein Überblick

Diese Ausgaben beziehen sich auf einen ausgewachsenen, kastrierten Rüden mit 34 kg.

Futter (Fleisch+Gemüse+Obst), Nahrungsergänzungen (Öle, Kräuter, etc.), Leckerlies: 1.440€

Tierarztkosten:  365€, dazu kommen mindestens noch 60€ für Check / Analdrüsenentleerung

Hundesteuer & Hundeversicherung: 211€

Zubehör: ca. 270€

Diese Zahlen sind, mit Ausnahme des Futters, Stand Oktober 2015. Beim Tierarzt kommen mindestens noch 60 € dazu, beim Zubehör sicherlich auch. Ich komme also auf eine Summe von 2.346 € – davon könnte ich gut Urlaub machen oder mir einen gebrauchten Kleinwagen kaufen. 😉

Zum Glück wird das Zusammenleben mit Moe nun erst einmal etwas günstiger, da wir seit unserem Umzug auf’s Land auch weniger Hundesteuer zahlen müssen (statt 120 € nur noch 20 € im Jahr). Hoffentlich bleiben auch die Tierarztkosten stabil und es kommt nicht noch etwas hinzu!

Ihr seht, ein Hund kostet Geld. Selbst wenn ihr euch „nur einen kleinen Hund“ anschafft, bedeutet das nicht zwingend, dass ihr weniger ausgebt: Ja, beim Futter wird es vielleicht weniger, da ihr geringere Mengen braucht. Aber es gibt immer Faktoren, die man nicht kalkulieren kann und für die es immer einen „Puffer“ geben sollte – und sei es nur eine vernünftige Ausstattung.

Wie oft habe ich schon gesehen, dass ein Halsband oder ein Geschirr so überhaupt nicht passte, aber die Person nicht gewillt war, mehr Geld in die Hand zu nehmen. Ganz ehrlich, für so etwas muss in meinen Augen Geld da sein. Oder beim Futter gespart wird, weil es das vom Discounter „auch tut“.

Ebenso beim Tierarzt: Manche Untersuchungen aus Kostengründen nicht zu machen bzw. gar nicht erst zum Tierarzt zu fahren, ist eine Katastrophe! Macht euch immer bewusst, dass ihr am besten ein Sparschwein / eigenes Sparkonto für den Hund haben solltet, eben für solche Ausgaben.

Zu guter Letzt möchte ich einmal kurz aufführen, mit welchen Ausgaben wir in den letzten zwei Jahren nicht gerechnet haben:

Fazit

Mein Hund, das Sonderangebot
Mein Hund, das Sonderangebot

Mein Hund war ein Sonderangebot. Ein richtiger Schnapper, bei dem ich unheimlich viel Glück gehabt habe und bei dem ich dumm gewesen wäre, ihn nicht mitzunehmen. Quasi das ganz große Los ganz unten auf dem Grabbeltisch. Und ich bin glücklich, nicht, weil ich nur 70 € bezahlt habe, sondern weil ich den perfekten Hund für mich gefunden habe. Der mich Geld kostet, der mir die Haare vom Kopf frisst, mir mit seiner Krankengeschichte und seinem Sozialverhalten die Nerven raubt. Den ich wie bekloppt liebe.

Ein Preis sagt nichts aus über den Hund, den ihr bekommt. Die Preisgrenze für einen Hund legt ihr selber fest. Wenn ihr nur eines aus diesem Artikel mitnehmen wollt: Ein Hund kostet Geld. Viel Geld. Aber er ist es garantiert wert.

Und nun bin ich gespannt: Wo kommt euer Hund her und was hat er in der Anschaffung gekostet?

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