Was Hunde denken

Interessantes Thema, einmal darüber nachzudenken, was der eigene Hund eigentlich denkt. Der Mensch neigt ja dazu, den Hund zu vermenschlichen und ihm Gefühle und Denkstrukturen zu unterstellen die ein Hund so nicht leisten kann. Ein Beispiel: Moe frisst in meiner Abwesenheit die Schokolade, die auf dem Tisch lag. Ich komme nach Hause, sehe es und werde sauer, schimpfe mit ihm. Beim nächsten Mal nach Hause kommen zieht er den Schwanz ein, verkrümelt sich in sein Körbchen, weil er gelernt hat: wenn Frauchen heim kommt, ist sie ärgerlich.

Blöde Situation. Leider läuft es bei uns meist nicht so ab. Moe verkrümelt sich tatsächlich nur, wenn er etwas angestellt hat (Mülleimer ausgeräumt, Herrchens Socken verschleppt, Frauchens Handtasche auf der Suche nach etwas Fressbarem durchsucht). Ich bemühe mich, ruhig zu bleiben, denn er geht mir von Anfang an aus dem Weg. Wenn Moe nichts angestellt hat, kommt er tatsächlich auch schwanzwedelnd angetrabt! Das soll mal einer verstehen.

Um mir etwas klarer darüber zu werden, wie und was ein Hund denkt, habe ich mir das Buch „Was Hunde denken“ von Thomas Görblich gewünscht und auch bekommen. Das Buch ist in einer Art Dialog zwischen Autor und Leser geschrieben, das heißt, der Autor geht auf Fragen ein, die ein Leser sich beim Lesen des Buches stellen könnte. Trotzdem räumt der Autor gleich am Anfang ein, dass auch er keine Ahnung hat was genau ein Hund denkt. Er gibt dennoch einen fundierten Überblick über den derzeitigen Stand der Kognitionswissenschaft. Das erste Kapitel des Buches, „Per Anhalter durch die Evolution“ beschreibt den Weg vom Wolf zum domestizierten Haushund. Thomas Görblich versucht auch die Nase des Hundes zu erklären, wie sie funktioniert und was für unglaubliche Leistungen sie vollbringt. Es wird auch erklärt, warum der Hund beispielsweise einen roten Gummiball im Gras übersehen würden, andere Hunde jedoch hervorragend auf Sicht jagen können. Wer wirklich wissen will, wie und warum sein Hund dieses oder jenes tut, dem sei das Kapitel „Das Fenster zum Hirn“ nahegelegt. In dem Artikel „Der Rexorzist“ geht es dann auch noch um Hundeerziehung, wobei ich da für mich nichts wirklich relevantes herausziehen konnte.

Durch den lockeren Schreibstil liest sich das Buch sehr gut und ist trotzdem sehr informativ und gut recherchiert. Für alle, die ihren Hund noch besser kennen lernen wollen, ist es also das perfekte Geschenk.

Wie gut, das bald Weihnachten ist.

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  1. Wenn Hunde ein schlechtes Gewissen haben | Hundeblog Moe and Me

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