Folge 1: Was denkt mein Hund… – beim Kacken.

Was denkt mein Hund beim Kacken?

Na, irritiert?

Es wird auf dem Blog in Zukunft in unregelmäßigen Abständen eine neue Reihe geben, die sich „Was denkt mein Hund…“ nennt.

Dabei picke ich mir Alltagssituationen heraus und versuche zu erklären (mit meinem großartigen, jahrelangen Erfahrungsschatz *ironieaus*), was der Hund tatsächlich denkt. In diesem Fall natürlich bezogen auf Moe, aber ich bin sicher: Euer Hund denkt da ähnlich. 😉

Warum ich ausgerechnet mit einem stinkenden, ekligen Thema anfange, ist übrigens fix erklärt. Facebook ist schuld. Ja – genau. Dieses Social Media Gedöns, das ganz häufig wenig social ist, dafür umso mehr zur Schrei- Auktion wird. Denn: Wer laut brüllt, wird wahr genommen. Alles andere fällt hinten unter.

Ich bin ein sehr dankbarer Social-Media-Facebook Konsument. Aber manchmal möchte ich in die Tischplatte beißen- vor Wut. So erging es mir beim nachfolgenden Video.

Hast du dich auch schon mal gefragt, warum dein Hund dich ansieht, wenn er einen Haufen macht?

Posted by Tierfreund on Mittwoch, 22. Februar 2017

Darum starrt dich dein Hund an, wenn er kackt.

Nehmen wir diese Thesen doch mal auseinander und überlegen uns, was genau da tatsächlich auf einen Hund zutrifft.

These 1: „Wenn dein Hund in die Hocke geht, macht er sich angreifbar – darum will er sicher gehen, dass du ihn im Auge behältst und im Notfall schützen kannst.“

Ach ja? Ist es dann nicht viel sinnvoller, wenn der Hund in die eine Richtung schaut und das Frauchen / Herrchen in die andere? Quasi Rücken-an-Rücken, wie im Wilden Westen?

Schließlich können wir so die ganze Umgebung abdecken – falls mal wieder gerade in dem Moment der lästige, große Rüde auftaucht, der immer beim Kacken vorbei schaut.

Wenn überhaupt, Rücken an Rücken.
Wenn überhaupt, Rücken an Rücken.

Warum sollten wir uns also dabei in die Augen schauen? Wenn ich Moe in die Augen sehe, dann kann ich auch nicht die Umgebung scannen. Ich schaue ihm ja schon in die Augen?!

Und überhaupt: Warum nicht in das Unterholz gehen, wenn möglich?

Trotzdem gibt es ganz viele Hunde (mein Exemplar eingeschlossen), die es großartig finden, ihr Stoffwechselendprodukt an einer möglichst exponiert liegenden Stelle zu deponieren – zumindest meistens. Je nachdem wohl, wie großartig er sich selber an dem Tag findet oder auch nicht.

These 2: „Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das gegenseitige Anstarren zu einer Reaktion im Körper führt, die der von Blicken zwischen Müttern und Kindern ähnelt.“

Whaaaat? Also, nur mal so das kleine 1×1 der Hundesprache: Anstarren hat nichts, ich betone NICHTS, mit normaler Kommunikation zu tun. Ja – ich kann Moe in die Augen sehen ohne das er dabei einen Nervenzusammenbruch bekommt. Starre ich ihn an, ist seine Reaktion – na, wer kann es erraten?

Richtig! Er schaut weg! Er meidet den Blickkontakt. Es soll übrigens Hunde geben, die, wenn sie angestarrt werden, knurren. Aber hey – vielleicht wurden die nur noch nicht lange genug angestarrt, sodass keine Mutter-Kind-Verbindung aufgebaut werden konnte.

Ach und übrigens: Warum sollte Moe beim Kacken solche Mutter-Kind-Gefühle haben wollen? Denkt da mal drüber nach!

These 3: „Dein Hund weiß: Wenn er sein Geschäft draußen verrichtet, gibt es eine Belohnung. Deswegen schaut er immer mit Kulleraugen zu dir, wenn er den Rasen düngt.“

Ok – mag sein, dass es solche Exemplare gibt. Moes Belohnung: Ein leerer Darm. Platz für neue Naschis. Mehr Spaß beim Toben, weil der Kupferbolzen nicht drückt. Aber eine Belohnung von mir für eine ganz natürliche Sache???

Klar: Ich gehöre zu den Hundehaltern, die ihren Fifi schon „fertig“ bekommen haben – Moe war schon stubenrein.

Und ich habe ihn exakt einmal bisher stimmlich gelobt für sein Häufchen: Als er nämlich ganz arg Durchfall hatte und es TROTZDEM bis zum Grünstreifen geschafft hat. Da war ich wahnsinnig stolz auf ihn und gleichzeitig tat er mir unheimlich leid.

Kulleraugen???
Kulleraugen???

Kulleraugen hat er übrigens NIE beim Kacken, soweit ich das beurteilen kann. Moe muss meist angestrengt drücken, dazu kneift er die Augen zusammen. Ehrlich. Nichts mit Kulleraugen.

These 4: „Er sucht deine Bestätigung und fragt dich mit seinen Augen: „Darf ich hier einen Haufen ablegen?““

Nochmal zum Mitschreiben: Der Hund fragt mich beim Haufen machen mit seinen Augen, ob er hier einen Haufen machen darf?! Ja- und was ist, wenn ich Nein sage?

Zieht er den Kackstift wieder ein oder wie? Habe ich zumindest noch nie erlebt. Nicht das ich es nicht versucht hätte – als er seinen Haufen vor dem Haus des Bürgermeisters machte… und in die Innenstadt von Sylt… und in die Innenstadt von Krk…

These 5: „Vielleicht geht der Blickkontakt auch sogar von dir selbst aus und dein Fellfreund antwortet nur, will aber eigentlich gern seine Privatsphäre.“

Ja, zur Hölle: Dann soll er halt in den Busch gehen. Außerdem: Wer glubscht seinem Hund denn beim Kacken zu?

Ich gestehe feierlich, ich schaue mir das Endprodukt durchaus an (daraus lässt sich schließlich etwas zum Gesundheitszustand des Hundes sagen) und entsorge es – aber warum muss ich ihn denn bei so einer hochwichtigen Prozedur anschauen/anstarren?!

Privatsphäre: Bewilligt.
Privatsphäre: Bewilligt.

Also: Warum starrt dich dein Hund an, wenn er kackt?

Wahrscheinlich, weil du zuerst gestarrt hast. Und er überlegt, wie er sich rächen kann – mit Sicherheit, indem er dir das nächste Mal selber bis auf das Klo folgt. Wobei das für so eine sensible Nase irgendwie noch mehr Folter ist.

PS: Falls sich jetzt nach diesem Blogartikel jemand um die Würde meines Hundes Gedanken macht, der möge bitte diesen Artikel lesen. Seine Würde hat Moe beim Einzug abgegeben.

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9 Gedanken zu „Folge 1: Was denkt mein Hund… – beim Kacken.“

  1. Danke dafür, dass du mich am morgen schon zum lächeln gebracht hast! Ehrlich gesagt, habe och mir noch NIE Gedanken gemacht was mein Hund beim kacken denkt, dann wohl ehr warum er sich vorher gefühlte Millionen male im Kreis dreht bevor er sich hinhockt 😉
    Hat denn dieses Video viele Likes bekommen? Ich hoffe nicht,denn es ist lächerlich!
    Ich bin gespannt auf die nächste Fole „Was denkt mein Hund…“
    Liebe Grüße




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  2. Danke für den ersten Lachflash des Tages. Das Video ist ja auch lachhaft. Shiva hat offenbar ihre Krise überwunden (du erinnerst dich?) und kann auch wieder herrlich mitten im Galopp stehenbleiben, ihren Haufen setzen und weiter flitzen… Ob sie sich dabei mehr Gedanken macht, als: „Alles raus, was keine Miete zahlt…“ Ich glaube nicht. In ihrem Hirnchen hat beim Spielen eh nur eins Platz „Balli“.
    Rocky hat aber auch ein Procedere draus gemacht, sich gefühlt 100000 mal gedreht und dann die Position doch wieder gewechselt. Jenny war da pragmatisch. Es drückt, es will raus. Fertig, weiter geht’s…
    Da ich alle meine Hunde als Welpen bekommen habe, hab ich tatsächlich fürs Draußengeschäft gelobt, aber ein Keks gab es dafür nie. Stimmliches Lob und fertisch…

    Flauschige und kichernde Grüße
    Sandra & Shiva




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  3. Oh man, wie selten dämlich ist das denn? 😀
    Tatsächlich guckt mich Yari aber beim Kacken auch an… mh… … das lasse ich jetzt mal so stehen.

    Zu dem Mutter-Kind-Blick: Ich bilde mir tatsächlich ein, dass ich soetwas mit Yari auch habe (aber nicht beim großen Geschäft… oder beim kleinen… bei gar keinem Geschäft).
    Wir liegen gerne nebeneinander auf der Couch oder dem Bett und gucken und minutenlang verliebt in die Augen 😀
    Na ja zumindest gucke ich verliebt. Was er dabei wohl denkt, weiß ich nicht – ich bilde mir aber ein, dass er genauso verliebt ist, wie ich!!! 😛

    Yumo hingegen ist da wohl eher wie Moe, der guckt mir nie lang in die Augen, sondern guckt dann angestrengt alles andere an, nur mich nicht. xD

    Liebe Grüße
    Alina mit Yumo und Yari




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  4. Ich habe Tränen in den Augen vor Lachen!

    Herrlich Nicole, ich habe genau das selbe gedacht!
    Bei dem Punkt, dass Angucken in ihm Kacken auslöst dachte ich nur: OH MEIN GOTT ICH MUSS DEN HUND ABGEBEN!!!! Denn er muss ja jetzt immer kacken, wenn ich ihn angucke!

    Herrlich. DANKE!




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  5. Also, bei meiner Lucy stimmt These 3 aber tatsächlich! 😀 Als sie klein war, gab es für jedes Häufchen oder Pipi immer viel Lob und Kekse. Das führte dazu, dass sie echt bei jedem Gassi probierte, sich wenigstens ein einziges winziges Böhnchen in der Größe einer Kaffeebohne rauszuquetschen, Hauptsache Keks!Jetzt ist sie zwei Jahre alt und bekommt schon lange keinen Keks mehr dafür, aber oftmals schielt sie trotzdem rüber. Allerdings weniger in die Augen, sondern auf die Hände, denn die könnten ja zum Futterbeutel greifen. 😉




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  6. Ich finds echt super, dass du diese Posts „Was denkt mein Hund bei…“ machst. Das ist echt richtig witzig;)
    Meine beste Freundin nennt sich Xsara und ist ein Neufundländer…ein richtig dickes Bärchen. Und auch sie schaut uns immer an wenn sie ihr Geschäft verrichtet. Wir haben uns auch schon oft gefragt warum;) Das sieht echt manchmal einfach zu lustig aus!
    Wir haben oft das Gefühl, dass sie zu uns schaut um zu sehen, ob wir sie dabei beobachten…Ein weiteres Beispiel hierfür ist, dass sie immer wenn die Kirchenglocken läuten zu einem bestimmten Platz im Garten geht und jault…Wir können sie dabei aber vom Haus aus beobachten und immer wenn sie merkt, dass wir sie angucken hört sie auf bzw. geht sie hinters Haus wo wir sie nicht mehr sehen können…echt putzig;)
    Naja…warum auch immer sie das macht…es ist schon interessant wie ein Hund in manchen Situationen reagiert;)
    Lg XsarasX




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  7. Also ich sehe Aileen nach dem Kacken durchaus auch die Erleichterung an, mit der sie dann losstürmt. 😀 Aber sie guckt mich eigentlich eher selten dabei an. Habe sie auch nie großartig dafür gelobt. Sie macht nicht gern in ihrem Revier und man muss schon ein paar Schritte gehen bis sie bereit ist, gerne auch mal abseits der Wege. 😀
    Den Haufen betrachte ich danach auch – machen vermutlich viele Hundehalter. 😀




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