Folge 2: Was denkt mein Hund… – beim Fressen.

Was denkt mein Hund beim Fressen?

Nach dem ersten Teil unserer philosophischen Studie: „Was denkt mein Hund beim Kacken?“ kommt heute der zweite Teil. Vielleicht habe ich das Pferd etwas von hinten aufgezäumt, denn eigentlich muss ja erst mal was rein in den Hund, bevor es wieder heraus kommt. Aber ich denke, wir kommen trotzdem zurecht. 😉

Moe durchläuft gewisse Stadien, wenn es um das Essen geht. Von: „Gib mir das!“ über „Willst du mich vergiften? Egal, ich nehme es trotzdem.“ bis zu „Absolut nicht genießbar!“. Heute soll es aber nicht nur über das Fressen an sich gehen sondern auch um die damit verbundenen Theorien. Und ganz ehrlich: Da bluten einem manchmal schon die Augen.

Moe und das Fressen.

Auch hier haben wir in den fast 8 Jahren, seitdem Moe bei uns lebt, so ziemlich alles durch. Von knallharter Verweigerung bis hin zum Schlingfresser und wieder zurück – Moe hat viele Phasen durch gemacht.

Wobei wir nicht mitreden können: Moe hat nie so lange verweigert, dass ich eingeknickt wäre. Nach spätestens 12 Stunden hat er immer gefressen, es sei denn, er war wirklich krank (hatten wir bislang nur ein einziges Mal).

Was ihm dabei durch den Kopf geht? Nun, ich denke, das ist denkbar einfach. Nehmen wir mal folgende Beispiele zur Veranschaulichung:

Beispiel 1: Frühstück / Abendessen

Je nachdem, was es gerade gibt, läuft es in Moes Kopf unterschiedlich ab.

Bei Trockenfutter denkt er sich wohl: „Die wird schon Bescheid geben, wenn es losgeht.“ Die Begeisterung ist hier durch den ganzen Raum spürbar, er bleibt einfach liegen und Moe denkt sich wohl: Yeah – Nahrungsaufnahme – heute gibt es mal wieder Staub.

Folge 2: Was denkt mein Hund beim Fressen?
Folge 2: Was denkt mein Hund beim Fressen?

Bei Nassfutter ist das schon etwas anderes. Da wandert erst die Nase Richtung Küche. Hört er das Plöppen der Dose, kommt er schon etwas schneller zu mir – Frauchen, was ist das? Die Nase kommt immer näher.

Ist es etwas Unbekanntes, wird der Geruch inhaliert (Ooooh! Was ist das? Was ist das?) – begleitet manchmal von einem durchaus skeptischen Blick („Mag ich das?“).

Kennt er das Nassfutter, heißt es: „Frauchen! Mach hin! Ich hab Hunger!“.

Handelt es sich bei dem Napfinhalt um gutes Metzgerfleisch, wird rotiert. „ICH HAB HUNGER FRAUCHEN! SCHNELLER!“ – begleitet von einem Fiepen und einem sich drehenden Hund.

Wenn die Nase Moe betrogen hat und der Napfinhalt nun doch nicht seinem Gaumen entspricht, kommt der vorwurfsvolle Blick. „Willst du mich verarschen? Was soll das denn jetzt?“ und er verkrümelt sich beleidigt. Zwischendurch kommt dann noch ein Schnaufen aus der Zimmerecke: „Mein Leben ist im Arsch.“

Das kann übrigens auch passieren, wenn er eigentlich den Inhalt mag, allerdings die Form nicht seiner bevorzugten Nahrungsaufnahme entspricht (zu große Stücken, zu viel zum Kauen).

Während des Fressens denkt er, glaube ich, nicht viel. Wenn überhaupt, feuert er sich innerlich wohl eher an: SCHNELLER! SCHNELLER! Es gilt, den letzten Rekord zu knacken!

Beispiel 2: Naschis

Naschis können nicht schnell genug gereicht werden. Aber wehe, es ist das falsche Naschi. Etwas Hartes zum Knabbern, wenn Herr Hund gerade Appetit auf Fast Food hat? Nicht auszudenken!

Trotzdem: Der primäre Gedanke bei Naschis lautet auch hier – Schneller! Bei Moe kann man gar nicht so schnell Naschi sagen wie der Keks eingeatmet ist.

Moe und der falsche Napf.

Einige von euch werden vielleicht denken: Was hat der Napf mit dem Fressen zu tun? Nun, einiges. Herr Hund ist da nämlich durchaus wählerisch.

Der richtige Napf ist elementar
Der richtige Napf ist elementar

Edelstahlnäpfe werden kritisch beäugt, denn die klappern ja. Der Outdoor-Faltnapf entspricht auch nicht Moes bevorzugtem Design und direkt vom Teller fressen? Ja, aber sonst geht es los! Das feine Porzellan schmeckt Herrn Hund nämlich gar nicht!

Dann doch lieber direkt vom Boden. Diese moderige Grasnote macht noch jedes Futter zu einer Delikatesse – oder aus dem Dummy. Der ist einfach ideal und aus diesem schmeckt einfach alles wunderbar.

Moe und die Rudeltheorie.

Ich behaupte mal ganz frech: In jeder Hund-Mensch Beziehung gibt es Verirrungen. Meinungen, die man mal hatte, werden irgendwann überdacht und ersetzt. Ebenso ist man als Erst-Hundehalter sehr beeinflussbar, um möglichst alles richtig zu machen.

So auch wir. Und was steht ganz am Anfang? Genau – die Rudeltheorie, die besagt: Der Mensch ist Chef, der Hund ist untergeordnet (oder ein vorderer Kundschafter oder irgendwas anderes, Tolles. 😉 ).

Moe sollte jedenfalls auf Kurs gebracht werden. Das bedeutete für uns: Wir bestimmen, wann er isst. Was er isst. Wo er isst. Klaro soweit. Es ist ja auch ganz logisch, dass der Hund IMMER nach uns frisst, niemals vorher. Sonst wird er dominant. Aha?!

Immer rein ins Schnuti!
Immer rein ins Schnuti!

Gut, für uns war das jetzt kein so großes Problem. Und wenn die Dominanztheorie das so sagt, muss es ja stimmen. Oder?

Moe ist es schnurzpiep wann wir essen und ob vor oder nach ihm. Seine Gedanken dazu – nicht vorhanden. Warum auch? Was macht das für einen Unterschied?

Er bettelt auch nicht – zumindest nicht zu Hause. Wenn er weiß, dass die Chance exponentiell groß ist, etwas abzustauben – ja, dann sitzt er auch mal sabbernd vor mir. Und wer bin ich, dass ich ihm nicht meinen Rest Eis auch noch gebe, obwohl er schon ein eigenes hatte? 🙂

Moe und der geteilte Napf.

Zur Dominanz und zur Klärung der Besitzverhältnisse ist es auch nur logisch, dass man dem Hund während des Fressens den Napf wegnimmt. Oder selber mal am Hundefutter nascht. Was sich Moe dabei denkt? Wahrscheinlich sowas wie: „Äh, bist du doof? Muss ich nächstes Mal echt schneller fressen?“

Moe hat überhaupt kein Problem damit, wenn wir ihm den Napf wegnehmen oder überhaupt irgend etwas anderes. Und ich finde es auch jetzt noch absolut bescheuert, dem Hund während des Fressens den Napf wegzunehmen. Was soll das? Wofür soll das gut sein?

Ich verstehe den Gedanken, den Hund, um Vertrauen aufzubauen, aus der Hand fressen zu lassen. Moe frisst übrigens liebend gerne aus der Hand, wenn er krank ist oder sich nicht fühlt, ist das die beste Möglichkeit, um ihn zum Fressen (oder auch Trinken) zu animieren.

Das hat aber nichts mit der Klärung der Besitzverhältnisse zu tun. Ja, meinem Hund gehört sein Napf. Fertig aus. Ich lege dort sein Futter hinein – aber was da drin ist, ist seins. No room for discussion.

Futterneid.

Futterneid habe vor allem ich. Wenn ich sehe, dass Moe leckeres Kokosnaschi bekommt – dann muss ich mich daran auch gütlich tun. Sonst teilen wir, wenn möglich und für Moe verträglich. Moe liebt es. Man kann richtig sehen, wie er mitdenkt:

„Eine Salzstange für dich. Eine Salzstange für mich. Eine Salzstange für dich. Eine Salzstange für – ey!!!! Ich war dran!“

Was denkt mein Hund beim Fressen?

Das Fazit lautet also: Moe denkt zu 98 %: Gib, schneller, lecker. Drei Worte, die mir alles sagen, was ich wissen muss und wie der Futterplan zu lauten hat.

Ja, wir wechseln ständig. Moe bekommt sowohl Trockenfutter, Nassfutter als auch ab und an mal ein schönes Stück Fleisch. Wenn Smoothie überbleibt, bekommt er Reste. Wenn Gemüse überbleibt, bekommt er auch davon. Und Eis. Und Gummibärchen. Und Salzstangen.

Moe ist eine ziemliche Fressbacke und verträgt das Meiste, solange es getreidefrei oder in Maßen gegeben wird. Und ein Hund, der so ernährt wird, denkt wahrscheinlich meistens einfach nur: Danke.

Moe denkt jetzt nicht so viel beim Fressen.
Moe denkt jetzt nicht so viel beim Fressen.

So möchte ich es weiterführen, ohne Rücksicht auf irgendwelche Ernährungs-, Dominanz- und sonstige Theorien. Moe geht es gut und so ist es fein.

Was denkt denn euer Vierbeiner beim Fressen?

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