Warum Hundehalterinnen nicht sexy sind.

Warum Hundehalterinnen nicht sexy sind

Ich gebe es ja zu: Der Titel ist provokant gewählt und das mit voller Absicht. Und natürlich gibt es immer Ausnahmen und ja: Ich weiß, ich soll von mir nicht auf andere schließen. Trotzdem: Der Titel steht da und er hat die Absicht, zu bleiben.

Wir Hundehalterinnen haben den besten Job der Welt: Unseren Hund. Dabei ist es eigentlich schnurzpiep, was wir für ein Typ Frau sind – ich behaupte: Irgendwann kommen wir ALLE an den Punkt, bei der Kleidung eine Rolle spielt.

Warum Hundehalterinnen nicht sexy sind
Multifunktional und voll unsexy

Es ist egal, was für einen Modegeschmack du hast. Und es ist quasi auch egal, ob du jung oder alt, klein, groß, dick oder dünn bist. Irgendwann kommt für jede Hundehalterin der Zeitpunkt, an dem eine Frage im Raum steht:

Kann ich damit Gassi gehen?

Sicherlich, jede ist da anders und wo bei der einen der Absatz am Schuh nicht hoch genug sein kann, setzt die andere direkt auf stylische Outdoor-Stiefel.

Und trotzdem. Wenn man seinen Hund liebt und ihn nicht nur als Accessoire betrachtet, kommt der Zeitpunkt, dass man sich Gedanken macht.

Sind die Taschen groß genug für Leckerlie? Hat die Jacke eine Kapuze? Wo lege ich den angesabberten Dummy hinein? Sind die Schuhe wasserfest, bzw. lassen sie sich wenigstens überhaupt reinigen? Ist die Hose bei mindestens 40 Grad waschbar?

Warum Hundehalterinnen nicht sexy sind
Ein Hoch auf die Outdoor-Hose. #nicht

Ich habe mich lange geweigert, mich kleidungstechnisch anzupassen. Hundesabber geht zwar nicht immer leicht auszuwaschen, aber es ist möglich. Gegen Hundehaare hilft Klebeband.

Aber was macht man, wenn der Lieblingsvierbeiner vor Freude angesprungen kommt und die Krallen in dem nagelneuen Strickpulli versenkt?

Wenn das Lieblingsspielzeug total versifft ist aber Hund definitiv nicht ohne nach Hause gehen wird? Wenn die Leine im Dreck gelandet ist und danach über die Hose streift?

Weinen, vielleicht. Oder darüber nachdenken, was man dagegen tun kann (nicht gegen das Springen, das wäre ja zu einfach. 😉 ).

Warum Hundehalterinnen nicht sexy sind
Moe hat gewonnen. 😉

Ich habe nach und nach umgestellt. Und festgestellt: Ey, das, was es an Klamotten auf dem Hundemarkt für uns Damen gibt, das ist ja mal richtig schick! Nicht.

Warum Hundehalterinnen nicht sexy sind.
Sexy als Hundehalter

Da wären zum Beispiel diese formschönen Hundeplatz-Westen. Mit den riesigen Taschen. Die ja so praktisch sind. Und die aussehen, als wäre man in einem unförmigen Sack gelandet. Praktisch? Bestimmt. Sexy? Ööööh…

Oder Outdoor-Hosen. Diese formschönen Exemplare mit den hundertdrölfzehn Taschen und den verstärkten Knien. Seeeehr sexy. Wenn da noch ein Reißverschluss am Knie hinzukommt – wow. Unschlagbar.

Praktisch sind die. Auf jeden Fall. Ich hatte selbst eine und die war zwar nicht super bequem, aber ich habe wirklich alles verstaut bekommen.

Und wo wir gerade bei den Hosen sind: Zu jeder Hose gibt es das wunderschön passende Exemplar an Outdoor-Schuhen. Viel Profil, zauberhafte Farben und jeder Fuß sieht aus wie ein Klumpatsch. So ein Exemplar  habe ich immer noch.

Oben auf den Kopf eine Mütze, um die Hüfte noch einen Leckerliebeutel – ja, nu kann es losgehen!

Warum Hundehalterinnen nicht sexy sind
Aua trotz Outdoorhose und Wanderstiefeln

Jap. das ist die perfekte Beschreibung von mir, bis auf die Hundeplatz-Weste (die so ziemlich das Gruseligste ist wo gibt) und der Outdoorhose (in Ermangelung eines vernünftigen Körperbaus und der damit nicht vorhandenen passenden Hose).

Sexy ist das alles nicht. Aber wir Damen tragen es mit Fassung. Warum die Hersteller dieser so super funktionalen Hunde-/ Outdoorklamotten es allerdings nicht schaffen, es zumindest ein kleeeeein wenig hübscher zu gestalten, das frage ich mich manchmal schon.

Und so wird gegen gesteuert. Man soll sich ja wohlfühlen, auch beim Gassi-Gehen. Als ich das erste Mal Gummistiefel mit Absatz sah, musste ich schon ein bisschen lachen.

Mein typisches Gassi- und damit auch Tagesoutfit sieht jetzt so aus: Im Sommer T-Shirt, Jeans, Sportschuhe. Manchmal ein Rucksack, für die Kamera und angesabbertes Spielzeug.

Im Winter: abwaschbare Jacke, Loop-Schal (damit er auch ja nicht beim Bücken nach dem Haufen in selbigem landet – alles schon gehabt), Mütze, Jeans (mit Leggings drunter, weil kaaaaalt), dicke Socken und 3 Kilo schwere Outdoor-Stiefel (mindestens).

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Diese (Aua-)Aussicht.

Wohl fühle ich mich in der Kombi nicht. Eine Jeans hat nicht die Taschen, die ich gerne an einer Hose hätte – ich weigere mich aber, dafür eine hässliche Outdoor-Hose zu kaufen. Ein Dilemma.

Aber seitdem ich ein einziges Mal im Besitz einer Outdoorhose war und MEINEN HINTERN auf einem Foto „bewundern“ konnte, habe ich mir geschworen: Never again. Wenn nicht DIE Zauberhose vom Himmel fällt – ähäh.

Ebenso mit den Outdoor-Stiefeln. Ich will seit ewig und drei Tagen Neue haben. Aber entweder sind sie hässlich, schwer oder sie passen nicht an meine Füße. Ich habe nämlich Größe 37 und, so wie mein Körperbau, sind auch meine Füße genauso lang wie breit (auf jeden Fall gefühlt).

Liebe Hundehalterinnen-Bekleidungsindustrie: Macht doch mal was Schickes, Funktionales.

Zum Beispiel eine (Jeans-) Outdoorhose mit ein paar netten Taschen, die den Hintern aber nicht nach Brauereipferd aussehen lassen.

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Wäre nett, wenn es schicke Hosen geben würde. Zum Beispiel.

Oder eine Strickjacke, die schick aussieht und trotzdem vernünftig in der Maschine gewaschen werden kann, der Hundekrallen nichts ausmachen. Wie wäre das?

Fühlt ihr euch in eurem Gassi-Outfit wohl und habt ihr gerade nur verständnislos mit dem Kopf gewackelt? Oder geht es euch so wie mir?

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