Warum Frauchen sein manchmal nervt.

Warum Frauchen sein manchmal nervt

Ich bin Hundefrauchen durch und durch. Und wehe, irgend jemand denkt jetzt was anderes! 😀 Allerdings gibt es Momente, da würde ich gerne tauschen und mal nicht verantwortlich sein. Mal gewisse Dinge nicht tun müssen. Hochgerechnet nimmt das vielleicht 15% im Jahr ein, diese Gedanken, wie es wohl ohne Hund wäre. Was man tun würde. Was man lassen würde.

Heute kommt ein sehr persönlicher Beitrag dazu, warum ich manchmal sehr ungern Hundefrauchen bin. Dazu inspiriert hat mich Charly und Sonja mit ihrem Artikel: „5 Dinge, die ich als Hundeliebhaberin nie so einfach zugeben würde“.

Man liest immer, wie toll es ist, Tiere zu haben, einen Hund an seiner Seite zu wissen. Aber es gibt auch Nachteile. Und je nach Auffassung, sind diese Nachteile schwerwiegend, Momentaufnahmen oder sogar richtungsweisend, ob man sich für oder gegen ein Tier entscheidet.

Ich erzähle euch heute, was mich so unglaublich nervt (an manchen Tagen zumindest).

1. Regen beim Gassi-Gang, bzw. Gassi gehen an sich.

Ich verbringe unheimlich gerne Zeit mit Moe. Ich spiele gerne, übe neue Tricks, beschäftige ihn, kuschle und streichle ihn. Unterwegs gibt es ruhige Spaziergänge und Spaziergänge mit Köpfchenarbeit.

Manchmal habe ich aber absolut keine Lust, rauszugehen. Ganz schlimm ist es, wenn meine Laune sowieso schon auf dem Tiefpunkt ist, ich mich nach einem langen Tag gemütlich eingekuschelt habe, es regnet – und ich genau weiß: Jetzt musst du noch mal eine Runde drehen.

Moe hat seine eigenen Regeln
Moe hat seine eigenen Regeln

Mein schlechtes Gewissen lässt mich dann auch nicht in Ruhe, niemals könnte ich Moe „nur mal eben schnell in den Garten lassen“. Ich finde, das hat er nicht verdient. 3 Runden am Tag, das sollte einfach sein. Wir haben dafür einen Kompromiss gefunden, die Abendrunde zwischen 21 und 22 Uhr ist maximal 20 Minuten lang. Das reicht bisher aus.

An richtig guten Tagen machen wir Abends noch mal etwas, meist trotten wir aber nur unseren Weg lang. Und manchmal finde ich das einfach nur zum Kotzen. Also das Rausgehen. Nicht das langsame Latschen. Nennt mich ein schlechtes Frauchen, aber so ist es nun mal.

2. Decken durchwaschen / Körbchen reinigen

Ein Hund macht so viel Dreck!!! Das ist echt unglaublich. Nein, ich habe tatsächlich keinen Putzfimmel (was alle, die jemals bei mir zu Besuch waren, bestätigen können), aber seit Moe eingezogen ist, ist es einfach mal so dreckig. Überall sind Haare, das Laminat sieht manchmal aus, als hätte ich eine ganze Kuhherde durch den Flur gejagt und der Sabber klebt an Türen, Fliesen und – am Körbchen.

Ich liebe das Hundebett aus Kunstleder, dass wir im November letzten Jahres getestet haben. Aber man sieht JEDEN EINZELNEN FLECK. Ganz besonders schön, wenn das liebe Hundchen mal wieder einen Kong bekommen hat. Ja, man kann da mit dem Lappen drüber gehen und dann sieht es aus wie neu. Aber das mache ich neben der restlichen Putzerei auch nicht so oft (und schon gar nicht gern).

Angeklagt wegen Dreckmachens.
Angeklagt wegen Dreckmachens.

Decken waschen – genau so eine Grütze. Im Schlafzimmer hat Moe ein paar Decken liegen, die er sich abwechselnd ins Körbchen holt. Wenn ich die wasche, kann ich der Waschmaschine danach erst einmal 2 Waschdurchläufe bei 90 Grad und Reinigungsmittel gönnen, weil alles nach nassem Hund stinkt und die Waschmaschine aussieht wie ein Yeti. Bäh!

3. Moe gehört ins Bett – oder nicht?

Moe mag es im Bett zu schlafen. Ich mag es, dass Moe im Bett schläft. Zumindest meistens. Denn wenn er vorher am Strand war und die letzten Sandkörner im Bett landen, ist das schon nicht so schön. Richtig fies ist es aber dann, wenn Herr Hund ungefähr 80% meiner Bettseite in Anspruch nimmt und ich in der Nacht gefühlte 10 Mal aufwache, um ihn wieder wo anders hinzuschieben.

Ja, ich könnte Moe unten schlafen lassen. An Körbchen mangelt es sicher nicht. ABER ES IST DOCH SO GEMÜTLICH! (Manchmal jedenfalls. 😉 )

4. Tierarzt – Die leidigen Analdrüsen

Ihr könnt es euch denken: Analdrüsen sind so ein Thema, das ist einfach eklig. Keiner will sich darüber unterhalten, kein Small Talk beginnt mit dem Wort Analdrüse. Trotzdem gehört es dazu. Und wir müssen regelmäßig zum Tierarzt, damit diese Drüsen ausgedrückt werden.

Du mich auch.
Du mich auch.

Nein, ich möchte das nicht selber machen. Tierarzt ist schlimm, aber selber machen noch viel schlimmer. Denn Moe wäre wahrscheinlich tödlich beleidigt, außerdem stinkt das wie die Hölle!

Ganz ehrlich: Bei diesem Thema denke ich mir jedes Mal, dass ich sehr ungern Hundehalter bin!

5. Urlaubsplanung

Jeder Ausflug, jeder Urlaub muss nach Moe ausgerichtet sein. Entweder, weil er mitkommen soll oder aber, weil er untergebracht werden muss. Natürlich war mir das von Anfang an klar. Und das ist auch keine Diskussion. Trotzdem erwische ich mich so manches Mal dabei, wie ich mir vorstelle, jetzt spontan mal 3 Wochen wegzufliegen…

Zum Glück hält diese Phase nicht lange genug an. Und es gibt genug tolle Reiseziele, die man mit Hund ansteuern kann. Und trotzdem: Manchmal würde ich schon gerne…

6. Schlechte Laune hoch 2

Moe ist, was meine Launen angeht, hochsensibel. Und das ist genau dann schlecht, wenn ich miese Laune habe. Wenn ich schlecht drauf bin, sollte man mir wirklich aus dem Weg gehen, dann bin ich kein netter Mensch. Moe zuliebe versuche ich auch ihm dann aus dem Weg zu gehen – klappt aber natürlich nur bedingt. So kommt es, dass sich auf einem ungewollten Spaziergang zwei Nölköpfe ertragen müssen, die wohl an dem Tag alleine besser dran gewesen wären.

Manchmal schlägt die Laune dann um. Manchmal aber auch nicht. Und dann wird es fies. Nach so einem Spaziergang bin ich auch schon weinend nach Hause gekommen, weil Moe natürlich kein Stück auf mich gehört hat, der Rückruf nicht funktionierte und so weiter. Hervorragende Leistung von mir, ich weiß. Aber schlechte Laune ist nicht planbar.

Als Hundefrauchen hat man es nicht leicht…

Als Frauchen hat man es nicht leicht...
Als Frauchen hat man es nicht leicht…

…als Vierbeiner aber auch nicht. Natürlich würde ich Moe unter keinen Umständen abgeben, niemals würde mir in den Sinn kommen, auch nur eines der Dinge, die wir haben, aufzugeben. Moe stellt mich immer wieder vor Herausforderungen, vor allem mental. So viel Geduld, wie ich für ihn brauche, hätte ich wohl für niemand sonst aufbringen können.

Wie sagt man so schön: „Man bekommt nicht den Hund, den man sich wünscht, sondern den, den man braucht.“. Durch Moe habe ich viel über mich selbst gelernt, ich habe gelernt, mich zu hinterfragen, zu reflektieren, was ich tue. Ich lebe gerne mit Moe zusammen und es wird ein riesiges Loch reißen, wenn er mal nicht mehr da ist.

Trotzdem hoffe ich, dass dieser Artikel bei euch so ankommt, wie er gemeint ist: Hundehaltung ist nicht immer leicht. Als Hundehalter scheint einem nicht immer die Sonne aus dem Hintern, nicht immer ist alles super. Als Hundehalter ist man ein Mensch, mit Stärken und Schwächen, mit Bedürfnissen. Und doch liebt man seinen Vierbeiner in der Regel mit allem, das zur Verfügung steht – auch wenn man ihn gleichzeitig gerne auf den Mond schießen würde.

Wie sieht es bei euch aus – seid ihr wirklich immer und jederzeit gerne Hundebesitzer? Oder habt ihr auch „schwache Momente“?

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