Gastartikel: Wandern mit der Hundewelt Kleinwalsertal

Hundewanderungen Kleinwalsertal

Wolltet ihr schon immer mal in die Berge, aber euch ist so eine Tour viel zu anstrengend? Dann habe ich heute genau den richtigen Gastartikel für euch. 🙂

Ich würde wahnsinnig gerne mal über die Alpen wandern und bin sicher, Moe wäre sofort dabei. Als wir in Schweden gewandert sind, war das für Moe paradiesisch – so viele verschiedene Gerüche, die ganze Zeit draußen! Wir haben damals im Zelt übernachtet.

Es gibt für solche Hundewanderungen mittlerweile Anbieter, die das Ganze wesentlich komfortabler gestalten – wie zum Beispiel die Hundewelt Kleinwalsertal. Von Gepäckservice über Tourenbegleitung, hier wird wirklich an alles gedacht.

Ich wünsche mir, dass wir auch einmal so eine Tour machen können – bis dahin genießen wir einfach mal diesen schönen Bericht und stellen uns vor, wir wären mit dabei! 🙂

Gastartikel: Zwei Beine und vier Pfoten wandern über die Alpen – von Österreich nach Italien! Mit Hotelkomfort!

Zwei Beine und vier Pfoten wandern über die Alpen
Zwei Beine und vier Pfoten wandern über die Alpen*

Gute sieben Jahre ist es jetzt her, dass Helmut und Sabine Eberle ihre Idee mit Hunden die Alpen zu überqueren und dabei nicht auf den Komfort eines Hotelbettes verzichten zu müssen realisiert haben. Die beiden Natur- und Hundefreunde leben mit ihren beiden Australian Shepherds im Kleinwalsertal, einem österreichischen Hochgebirgstal am Nordrand der Alpen. Ein Wanderparadies – Sommer wie Winter und schnell von Deutschland aus erreichbar.

Helmut ist von Kindesbeinen an tief mit der Bergwelt verwurzelt, als Ältestes von 6 Kindern wuchs er auf einer Alm auf und lernte schon früh den Umgang mit Tieren kennen und lieben. Später machte er seine Liebe zu den Bergen und der Natur zum Beruf und wurde Bergwanderführer.

Los geht es!
Los geht es!*

Als Mitglied einer der größten Alpinschulen Österreichs führt er seit über 30 Jahren aktive, naturverbundene Menschen sicher durch die Bergwelt Österreichs, der Schweiz und Italiens – Sommer wie Winter. Helmut entwickelte viele neue Touren, indem er neue Routen ging, die einsamer und schöner sind, als die weitläufig bekannten und teilweise stark überlaufenen Strecken.

Gleichzeitig machte er die Touren immer komfortabler, was vor allem bei schlechteren Wetterphasen sehr vorteilhaft war. Sein Hund Sam war immer treu an seiner Seite.

Auch Sabine nutzte jede freie Minute, um auf Tour zu gehen. Sie ließ sich beim österreichischen Bergführerverband zum Wanderführer ausbilden und absolvierte ebenso eine Ausbildung zur Hundetrainerin. Zunächst war es für sie noch Freizeit. Später entschied sie sich, ihren alten Beruf zu verlassen und sich mehr dem Thema Hund zu widmen.

Warum nicht mit Hund und Zweibein die Alpen überqueren?

Im Nu entstand bei Sabine und Helmut die Idee doch auch einmal Menschen mit Hunden auf Alpenüberquerungen mitzunehmen. Die Dinge nahmen ihren Lauf und mittlerweile gehen die beiden vier Mal im Jahr mit Menschen und ihren Vierbeinern über die Alpen. Aufgrund der großen Nachfrage und der steigenden Zahl an treuen Wiederholungstätern, ist das Reiseangebot der beiden, die ihr kleines Unternehmen Hundewelt Kleinwalsertal nennen, um einige Touren gewachsen.

Gemeinsame Wandertouren machen Spaß
Gemeinsame Wandertouren machen Spaß*

So erwandern sie zum Beispiel im Mai und Oktober mit Hund und Herrchen sowie Frauchen die Mittelmeerinsel Elba und führen Hund und Halter im Sommer an die schönsten Orte der Dolomiten, des Tannheimer Tals und des Kleinwalsertals. Im Winter gibt es vielseitige Angebote für Schneeschuhtouren. Dennoch stehen die Alpenüberquerungen nach wie vor bei der Hitliste der Touren auf Nummer 1 – dicht gefolgt von Elba und den Dolomiten.

Sabine und Helmut berichten gerne über ihre Touren und ihr Erfahrungen und weisen vor allem immer wieder darauf hin, dass die Leistung der Hunde bei solch einer Alpenüberquerung nicht zu unterschätzen ist und deshalb auch verantwortungsvoll mit deren Kräften umgegangen werden sollte.

Schön, wenn sich Hund und Mensch gut verstehen
Schön, wenn sich Hund und Mensch gut verstehen*

Doch nicht nur das. Sabine berichtet von ihrer großen Freude, wenn sie sieht, wie schnell sich die Hunde zu einem Rudel zusammenschließen. Hunde, die sich vorher noch nie gesehen haben kommunizieren miteinander und finden im Rudel ihren Platz. Ebenso die Menschen.

Es sind schon etliche über die Touren hinaus gehende Freundschaften entstanden und die Leute treffen sich jedes Jahr wieder zu einer neuen Tour. „Da geht mir das Herz auf“ sagt Sabine. Helmut erklärt, dass so etwas natürlich nicht von ganz alleine kommt. „Es ist unsere Aufgabe, entsprechende Rahmenbedingungen herzustellen, die natürlich auch Strukturen und Regeln enthalten“. Ohne wäre es ein Riesenchaos.

Trotzdem gibt es feste Regeln, gerade für die Hunde.
Trotzdem gibt es feste Regeln, gerade für die Hunde.*

Nimmt man ein Wolfsrudel her, so gibt es ja auch dort einen Rudelführer und dazugehörige Rangordnungen. Das klingt vielleicht erst einmal strenger als es ist, dient aber vor allem auch der Sicherheit von Mensch und Hund. Schließlich ist es ja Urlaub für alle und der soll ja Spaß machen und erfolgreich enden.

Bei der Hundewelt Kleinwalsertal gibt es zwei Alpenüberquerungen – die Nordroute, sie führt über drei Länder vom Kleinwalsertal/Österreich über die Schweiz nach Italien ins Vinschgau und die Südroute. Sie startet im Vinschgau und führt über die Brenta bis hinunter zum Gardasee!

Es gibt viele interessierte Hundehalter, die gerne einmal mit ihrem Vierbeiner die Alpen überqueren würden, doch meist zweifeln sie daran, ob Zweibeiner und Vierbeiner das überhaupt schaffen. Denn vielen fehlt das Vorstellungsvermögen, wie viel Strecke oder Höhe an einem Tourentag zurückgelegt werden. Hierzu gibt es von der Hundewelt klare Anforderungsprofile für Mensch und Tier.

Ist mein Hund eigentlich geeignet? Sabine und Helmut klären das.
Ist mein Hund eigentlich geeignet? Sabine und Helmut klären das.*

Oft telefonieren Helmut oder Sabine mit den Teilnehmern, damit alle Unklarheiten beseitigt werden können. Sie kümmern sich natürlich um alle organisatorischen und sicherheitstechnischen Belange der Tour. Eine zusätzliche Marscherleichterung verschafft der tägliche Gepäcktransport den Wanderern, so dass sich jeder Hundehalter lediglich um seinen Hund und seinen Tagesrucksack kümmern muss. Das verschafft Luft, Luft zum atmen und zum Genießen der Umgebung.

Bei den Alpenüberquerungen reist ein Großteil der Teilnehmer bereits am Vortag des Starttages an. Es findet ein erstes Treffen zu einem Kennenlernen und Beschnuppern statt. Meistens wird es recht lustig, denn Hundehalter schließen untereinander schnell Kontakt und tauschen sich gerne über ihre Vierbeiner aus.

In Kürze sind eventuelle bis dato noch vorhandene Unsicherheiten beiseite geräumt und die Freude auf den bevorstehenden ersten Tourentag nimmt zu. Dann ist es endlich so weit.

Da geht es tief runter
Da geht es tief runter*

Am Morgen der ersten Tagesetappe stehen alle pünktlich – noch ein wenig aufgeregt, wie besprochen am Startpunkt. Helmut gibt letzte Instruktionen was den Abstand zum Vordermann und vor allem auch den Freilauf der Hunde während der Tour angeht. Es gibt viele Gründe, warum die Hunde nicht die ganze Zeit über ohne Leine laufen sollen – einer davon ist der ungewohnte Untergrund und die Länge der Auf- und Abstiege, kein Hund soll überfordert werden.

Gelegentlich bewegt man sich auch in Gebieten mit Wildaufkommen – auch da soll kein Risiko eingegangen werden. Auch so mancher Wanderer ohne Hund könnte sich durch eine Meute frei laufender Hunde belästigt fühlen oder verängstigt sein. Nachdem das geklärt ist, geht es los.

Wir machen uns auf den Weg die ersten 900 Höhenmeter zurück zu legen. Die Hunde verhalten sich, als kennen sie sich schon ewig. Wir gehen vorbei an grünen Almwiesen und bemerken, dass die dort grasenden Kühe doch so manchem Hund ein wenig Unbehagen bereiten – so viele neue Eindrücke. Das muss erst mal verarbeitet werden.

Nach und nach wird der Weg steiler und man hört, dass bei manchem Mensch und Hund der Atem schneller geht. Es kehrt Stille ein in der Gruppe – als Faustregel gilt „Im Steigen schweigen“. Langsam findet jeder seinen Laufrhythmus und die Gruppe kommt gut voran.

Es ist ziemlich warm und die Erfrischung an einem kleinen Gebirgsbach tut Mensch und Hund wohl. Immer wieder fallen irgendwo Worte der Begeisterung über das schöne Bergpanorama und jeder strahlt, als bei einer Almhütte der höchste Punkt des heutigen Tages erreicht ist. Eine willkommene Pause für alle, bevor wir den Abstieg ins nächste Tal angehen.

Mit dem Bus fahren wir in unser erstes Quartier. Ein schönes Hotel, wo man uns und unsere Hunde sehr freundlich empfängt. Das Gepäck steht auch schon bereit. Was will man mehr. Die Zimmer bieten allen Komfort. Die Hunde legen sich müde ab – fressen und machen entspannt die Augen zu. Das Dreigangmenü zum Abendessen rundet den ersten erfolgreichen Tourentag ab und wird von allen hoch gelobt. Das haben wir uns verdient!

Am nächsten Morgen glasklare Luft, und strahlend blauer Himmel. Wir starten und wandern den Lech entlang. Ein abgelegener Wasserfall ist perfekt für ein Fotoshooting. Weiter geht es bergauf vorbei an einem bunten Gemisch von Pferden und Kühen. Mittagspause.

Mittagspause
Mittagspause*

Wir sehen nicht unweit einen türkisfarbenen See und freuen uns, dass die Hunde dort ein wenig baden können. Ein langer Abstieg steht uns bevor bis wir unsere nächste Unterkunft erreichen. Auch das heutige Quartier löst bei den Teilnehmern große Begeisterung aus – ein uriger Gasthof mit Hotelcharakter auf 1430 m.

Die Küche zaubert Herrliches nicht nur für den Fleischliebhaber sondern auch für den Vegetarier. Der Haushund beäugt das ankommende Rudel ganz entspannt und wohl gesonnen. Er kennt das schon. Auch unsere Hunde scheinen zu wissen, wer hier das Sagen hat. Sie begleiten ihre Halter auf ihre Zimmer und schon bald glaubt niemand mehr so recht daran, dass 10 Hunde im Haus sind- es ist mucksmäuschenstill.

Nach einem schmackhaften Abendmenü und einem guten Gläschen Wein oder auch Bier, sinken alle müde in ihre warmen Betten. Der nächste Morgen ist ein wenig bewölkt – nach einem ausgiebigen Frühstück und einer Bergbahnfahrt startet unsere nächste Etappe. In der Ferne entdecken wir die Silvretta, Helmut erklärt uns die umliegenden Gipfel.

Für heute ist ein Picknick geplant – nach einem längeren Aufstieg befinden wir uns bald an unserem Ziel, einem kleinen See. Die Sicht ist mittlerweile klar und die Luft ist warm. So schön ruhig hier, ein Platz zum Träumen. Es geht weiter und nach einem langen, aber angenehmen Abstieg erreichen wir unser nächstes Quartier. Astrid und Edmund, unsere Gastgeber, empfangen uns mit einem Schnäpschen und alle Strapazen des Tages sind vergessen. Urlaub für Leib und Seele!

Herrliche Einsamkeit
Herrliche Einsamkeit*

Am nächsten Morgen müssen wir früh raus – es geht hoch auf über 2800 Meter und dann hinüber in die Schweiz. Alle sind ein wenig aufgeregt. Es ist wieder bewölkt und der Weg ist recht steinig und felsig, doch wir schaffen es gut und alle sind stolz, als wir oben das Landesschild mit der Aufschrift „Schweiz“ erreichen.

Nun beginnt auch schon wieder der Abstieg durch eine wilde und einsame Gegend. Wir treffen fast keinen Menschen. Endlich erreichen wir müde aber glücklich unseren kleinen Zielort im Schweizer Engadin. In unserem gemütlichen Hotel lassen wir uns heute Abend mit Köstlichkeiten der Region verwöhnen.

Der letzte Tourentag. Zum Abschluss nochmal ein herausfordernder Aufstieg in eine imposante Schlucht, es wird wieder sehr still in der Gruppe, und dann das Erreichen einer Hochebene, auf der man sich fühlt als täte man einen Streifzug durch Irland. Wir erreichen eine Berghütte auf der wir es uns nochmal richtig gut gehen lassen bevor wir den letzten Abstieg der Tour angehen. Wieder ein Landschaftswechsel, vielfach begleitet von kleinen Seen, Bächen und Wasserfällen. Schade, dass es vorbei, schön, dass es gewesen!

Es war schön!
Es war schön!*

Vielen Dank für’s Mitnehmen – vielleicht kommen wir ja auch irgendwann mal in den Genuss! 🙂

Fotos: ©Hundewelt Kleinwalsertal

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