Don’t feed the Troll: Vom Umgang mit Hatern

Vom Umgang mit Hatern

An manchen Tagen ist hier alles rosarot. Ich stelle mir meinen Blog gerne wie eine grüne Wiese vor, mit rosa Wattewolken, ab und zu hüpft ein Einhorn vorbei und da hinten, auf einem Baum, sitzt die Grinsekatze von Alice im Wunderland. Natürlich verdunkelt sich ab und zu mal eine Wolke, aber hauptsächlich geht es hier gut gelaunt und vor allem entspannt zu.

Und so dachte ich lange Zeit auch von meinen Lesern. Meine Artikel sind meist wohl kaum des Streitens wert, denn ich denke nicht, dass ich so polarisierend schreibe wie manch‘ andere. Mir geht es auch nicht darum, bewusst Ärger anzufangen. Und trotzdem ziehe ich in letzter Zeit den Ärger an.

Es gab schon immer Menschen, die mit meiner Art zu Schreiben nicht klar kamen. Damit kann ich wunderbar umgehen. Ich mag auch nicht alles lesen.

Es gab auch schon immer Menschen, die kritisierten, das ich nicht tiefgründig, nicht persönlich schreibe, und die anderen, die meinten, ich würde Moes Krankheiten ausschlachten. Auch damit kann ich leben.

Womit ich gar nicht gut um kann, und was immer häufiger wird, sind die sogenannten „Hater“, oder, wie ich sie liebevoll nenne, das „Drecksvolk“. Und dieses mag wohl auch gerne mal hier stänkern.

Wenn der Hater dir in die Bude kackt.

Don't feed the troll
Don’t feed the troll*

Neulich las ich eine gute Beschreibung: „Stell‘ dir vor, es klingelt an deiner Tür. Du gehst hin, öffnest. Die Person, die vor der Tür steht, begrüßt dich nicht. Stattdessen geht sie schnurstracks an dir vorbei, den Flur runter, in dein Wohnzimmer und kackt dir mitten rein. Das ist ein Hater.“

So viel zur Erklärung. Solchen Menschen möchte wohl keiner begegnen, geschweige denn, mit ihnen zu tun haben. Ganz offensichtlich geht es aber nicht anders. Früher oder später stößt man im Internet genau auf diese Art Mensch.

Ein Beispiel: Wie viele von euch wissen, ist Moe kastriert. Das habe ich nicht gemacht, weil ich mal einen schlechten Tag hatte oder weil mich der Anblick von Moes Gehänge gestört hätte. Nein, es hatte medizinische Gründe. Ich hatte hier im Blog sogar darüber berichtet, wie schwer ich mich damit getan habe.

Wenn aber 2 Tierärzte sagen, dass Moe zu viele Hormone produziert, dass er immer wieder Probleme mit der Prostata bekommen wird, diese aus dem Grund so vergrößert wäre, dass der Harnleiter abgeklemmt würde – und Moe nicht mehr urinieren kann, dann wird aus einem medizinischen Grund kastriert.

Ich könnte ihm stattdessen Hormontabletten und gegebenenfalls Antibiotika geben, immer wenn eine Hündin in der Nachbarschaft läufig wäre. Nur, damit die Hormone in Schach gehalten werden können, die Prostata sich nicht vergrößert. Das wollte ich nicht.

Fand ich das gut? Habe ich mir die Entscheidung leicht gemacht? Sicher nicht! Ich ahnte, mit welchen Konsequenzen wir würden leben müssen (ein kastrierter Hund riecht ja noch mal attraktiver als Moe unkastriert) und es würde Moe schlagartig zum Senior machen.

Und trotzdem: Ich, wir, entschieden zusammen mit dem Tierarzt. Für eine Kastration. Damit lebe ich. Und eigentlich auch sehr gut, denn seitdem hatte Moe nie wieder Probleme mit der Prostata.

Nun gab es, und wie gesagt, das ist nur ein Beispiel, folgenden Kommentar:

„Ganz ehrlich, bei mir währt Ihr an erster Stelle unter den Top 3 der unmöglichsten Hundehalter. Den Hund zu kastrieren und sich dann zu wundern, dass er nicht nur durch die Folgen psychisch krank wird und andere Hunde sich auch nicht mehr zurück halten können, weil er jetzt am Hinterteil eine andere Note von sich gibt… da schüttelt es einen.

Auch ein Hund hat ein Recht auf körperliche Unversehrtheit und man kann in all diesen Stories zwar herauslesen, dass ihr euren Hund liebt, aber keinen Hinweis, warum ihr ihm so eine Kastration angetan habt.

Andere Halter mögen zwar ihre Hund nicht immer so unter Kontrolle haben, wie sich andere das wünschen, aber solange die Hunde nicht bissig sind oder Schäden verursachen, ist hier ein Vertrauensvorschuss gegenüber dem Hund ganz allein Angelegenheit ihrer Halter.

Sein eigenes schräges Verhalten oder die eigene Angst als Maß aller Dinge zu machen ist schon etwas fragwürdig.

Man kann nur hoffen, dass die Halter von Moe mal schlau werden und ihm eine Hündin zur Seite stellen, die nach kürzester Zeit lernen würde, andere Hunde von ihrem „Freund“ abzuhalten – ohne dass es zu Beißereien kommt. Das geht nämlich und sorgt auch, dass die Angst des Rüden sich allmählich verringert.“ (nachzulesen hier.)

Wie geht man damit um?

Im ersten Moment war ich richtig sauer. Das bin ich immer, wenn ich das Gefühl habe: Ich werde ungerecht behandelt, dieser Mensch kennt mich nicht, hat nur diesen einen Artikel von mir gelesen und erlaubt sich dann so einen Kommentar. Und eigentlich heißt es ja: Don’t feed the troll. Also: Lesen, ärgern, löschen. Trotzdem habe ich geantwortet und den Kommentar stehen lassen, worauf hin ein weiterer Kommentar kam. Nun ja: Moe ist eben ein armer Hund. Sehr arm.

Moe ist arm dran. Und psychisch krank.
Moe ist arm dran. Und psychisch krank.

Häufig lösche ich Kommentare, bzw. gebe sie gar nicht erst frei, wenn sie in meinen Augen beleidigend sind. In diesem Fall habe ich es stehen lassen und weiß nun, dank des Kommentators: Moe ist psychisch krank und ich bin schräg, außerdem habe ich dafür gesorgt, dass Moes Hoden abgerissen wurden.

Seit dem Kommentar ist etwas Zeit ins Land gegangen. Das hat nichts an den Worten an sich geändert, aber ich ärgere mich nicht mehr darüber.

Es wird immer Leute geben, die das, was ich hier mache, nicht gut finden. Die meine Art, mit Moe zu leben, nicht gut finden. Ob sie ihren geistigen Dünnsinn dann wirklich hier verbreiten müssen – ja, ganz offensichtlich.

Also, lesen, lachen, löschen? Ich weiß es ehrlicherweise nicht. Wer neu hier im Blog kommentiert, muss erst frei geschaltet werden. So habe ich zumindest etwas die Kontrolle. Wenn ein Kommentar nur Beleidigungen enthält, werde ich ihn weiterhin nicht posten. Und sonst haben vielleicht andere ein bisschen was zum Lachen, wenn mir schon nicht danach ist.

Zu dem Thema fand ich auch diesen Spruch sehr passend:

„Ärgere dich nicht über Kritik. Wenn sie unwahr ist, beachte sie nicht. Wenn sie unfair ist, lass dich nicht irritieren. Wenn sie dumm ist, lächle. Wenn sie berechtigt ist, lerne von ihr.“

Somit wird hier weiterhin ausgesiebt: Wenn ich keine Lust auf dumme Kommentare habe, werden sie gelöscht. Und wenn doch, dann füttere ich den Troll. Und: Wenn berechtigte Kritik geäußert und vernünftig vorgebracht wird, lerne ich dazu.

Fotolia: trolls norvegese Datei: #69784049, Daniele Depascale
Unicorn Datei: #90085422, irinastrel123

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