Vom Glück, einen unverträglichen Hund zu haben

Vom Glück, einen unverträglichen Hund zu haben

Zugegeben: Keiner wünscht sich das. Niemand geht los mit der Absicht, einen Artgenossen-unverträglichen Hund zu kaufen. Oder?

Das Idealbild eines Hundes ist doch viel eher: Immer lieb, immer freundlich, souverän, geduldig, muckt nicht auf, hält sich im Hintergrund, wenn gespielt wird, darf er ein bisschen wilder sein. Aber bitte nicht zu wild, kein Zerstörer, schon gar kein Kläffer.

Bellen sollte die Ausnahme sein, er sollte kein Fell verlieren. Keine Schwächen haben, alle glücklich machen und schon gar keine Krankheiten oder ein Handicap haben.

Die Liste ist sicherlich nicht vollständig. Fakt ist: Wer so einen Hund sucht, der sollte sich eingehender mit der Auswahl im Spielzeug-Geschäft seines Vertrauens auseinander setzen.

Ein unverträglicher Hund: So sieht er aus.
Ein unverträglicher Hund: So sieht er aus.

Mir war von vornherein klar, dass ich keinen Spielzeug-Hund wollte, sondern ein echtes, lebendes Wesen mit seinen ganzen Schwächen, Macken, liebenswürdigen Eigenheiten. Und trotzdem war ich alles andere als vorbereitet.

Ich habe bereits häufig darüber geschrieben, deswegen möchte ich darauf nun gar nicht mehr genau eingehen. Nur eines, für alle neuen Leser: Moe und Artgenossen, das funktioniert nicht. Gerne könnt ihr hier nachlesen: Mein Hund, die Baustelle.

Mit Moe umgehen lernenWichtiger war für mich rückblickend die Erfahrung, mit den Gegebenheiten und Situationen umgehen zu lernen. Moe ist, wie er ist. Und er hat ein Recht darauf, so zu sein. Er muss nicht in Situationen gebracht werden, die ihm kreuzunangenehm sind, nur weil ich das gerne so möchte – schon gar nicht, wenn es sich dabei um nichts Lebensnotwendiges handelt.

Ja, ein Hund sollte zu einem gewissen Teil gesellschaftsfähig sein und man sollte ihm die Chance geben, Dinge zu erlernen. Denn Hunde können das wunderbar.

Trotzdem kennen wir es ja von uns selber auch: Während der eine die Aufmerksamkeit von anderen genießt, andere Menschen um sich herum braucht und nicht gut alleine sein kann, ist der andere eher ein Einzelgänger, der die Ruhe sucht und dem viele andere Menschen die Energie absaugen.

So geht es mir. Und auch wenn ich es lange nicht wahr haben wollte: Ich denke, Moe geht es genauso. Vielleicht liegt es an der Gewöhnung. Vielleicht ist es aber auch sein Charakter. Viele Hunde, viele Menschen – gar nicht gut. Moe kann anderen Hunden wunderbar aus dem Weg gehen – wenn er die Chance hat.

Wunderschöner Sonnenaufgang
Wunderschöner Sonnenaufgang

Das ist ein ganz großer Lernerfolg und ich bin unheimlich dankbar, dass wir genau an diesem Punkt angekommen sind: Kein Pöbeln an der Leine, ruhiges Vorbei gehen und Ignorieren. Ganz ehrlich: Da brauche ich nicht auf Biegen und Brechen versuchen, Moe zu sozialisieren. Mir reicht es genauso, wie es jetzt ist.

Und weil ich so glücklich darüber bin, dass wir mittlerweile entspannt an fremden Hunden vorbei gehen können, möchte ich gerne einmal darüber berichten, was es für Vorteile haben kann, einen unverträglichen Hund zu haben.

1. Man lernt, seinen Hund zu lesen.

Eine ganz wichtige und elementare Sache, die Moe und mir unheimlich weiter geholfen hat. Die eigentlich ganz leicht ist und doch schwer. Ich habe damit begonnen, Moe sehr genau zu beobachten. Die kleinste Mimik, ein Zucken der Ohren, die vergrößerten Augen: Moe lesen zu lernen, war das Wichtigste, was ich in unserer Mensch-Hund Beziehung für ihn und für mich tun konnte.

Aufmerksam und jagdbereit
Aufmerksam und jagdbereit

Ich weiß, wann es gefährlich wird. Wann Moe im nächsten Moment jagen, bellen, sich aus Unsicherheit über die Schnauze lecken wird. Ich weiß, was er mir sagen möchte, wenn er mich anstupst. Wie er am liebsten liegt, wo er am liebsten liegt und sogar, welches seine bevorzugten Pipi- und Kacka-Stellen sind.

Es ist das eine, neben seinem Hund zu laufen und es ist das andere, ihn dabei zu beobachten. Was er spannend findet. Was nicht.

Ob gerade ein Artgenosse entlang gelaufen ist, wohlmöglich sogar einer, den Moe nicht mag (aufgestellte Nackenhaare beim Schnüffeln). Ob eine läufige Hündin in der Nachbarschaft unterwegs war (gut zu erkennen am Zähneklappern beim Schnüffeln) oder ob es vielleicht eher ein Kaninchen, eine Ratte gewesen ist, die dort ihren Geruch verteilt hat (Ausschau halten, Vorstehhaltung).

So, wie Moe mich versteht, so kann nun auch ich ihn verstehen. Und mich besser, für ihn nachvollziehbarer, verhalten.

2. Die Welt gehört uns.

Wenn man einen unverträglichen Hund hat, hat man diverse Möglichkeiten. Man kann daran arbeiten, versuchen, „das Problem“ in den Griff zu bekommen.

Man kann sich aber auch darauf einstellen, so wie wir es mittlerweile tun. Und das bedeutet, wir gehen Wege, die entweder kaum jemand nutzt, oder aber, wir sind so früh oder spät unterwegs, dass noch keiner wach, bzw. es zu dunkel ist.

Ausblick
Ausblick

Hätte ich keinen Hund, würde ich morgens um 6 sicherlich etwas Besseres zu tun haben, als an den Strand zu gehen. Dank Moe und seines Charakters erlebe ich nun Sonnenaufgänge, die wahnsinnig schön und spektakulär sind. Und auch Sonnenuntergänge.

Moe zeigt mir die Natur zu Zeiten, wo ich normalerweise schlafen würde. Hätte ich also einen unkomplizierten Hund, wäre ich mit anderen Leuten am Strand. Zu einer normalen Zeit. Und würde nie meinen Hund sehen, der von der aufgehenden Sonne angestrahlt wird.

3. Kreativitätsförderung

Böse gesagt, fördert ein unverträglicher Hund auch die eigene Kreativität. In unserer Anfangszeit, als ich merkte, dass irgendwas nicht ganz richtig läuft, überlegte ich mir bereits, wie ich Konfrontationen am Besten aus dem Weg gehen kann. Ich suchte Ausweichmöglichkeiten auf Wegen, um Moe dort absitzen lassen zu können.

Nun, man kann sich vorstellen, dass solche Ausweichmöglichkeiten manchmal begrenzt sind und meine Versuche, uns unsichtbar zu machen, nicht immer von Erfolg gekrönt waren.

Außerdem gehörte ich zu den Hundebesitzern, die ihren Hund nicht einfach laufen lassen können wie andere. Da wird ein paar Mal die Woche auf den städtischen Hundeauslauf gegangen oder an den Hundestrand und dann: Attacke! Andere Hunde umrempeln, zanken, mobben, Spielzeug klauen.

Moe fördert die Kreativität
Moe fördert die Kreativität

Natürlich sind die Hunde danach KO. Kam für uns aber auch deswegen nicht in Frage, weil Moe mit anderen Hunden nicht kann (mal davon abgesehen, dass ich bei solchen Aktionen generell einen Hals bekomme).

Moe muss anders beschäftigt werden, weil er ja nur mich oder das Herrchen hat. Während Herrchen meist für die stumpfe Auslastung zuständig ist (Apportieren), bin ich für den Erhalt der geistigen Gesundheit und der Motorik zuständig. Und das haben wir uns alles erarbeitet.

Moe würde eingehen, würde er diese Ansprache nicht bekommen. Da bin ich sicher. Denn dann wäre Langeweile vorprogrammiert, den ganzen Tag nur Schlafen – ach nö.

Ein Hund ohne Charakter? Wie langweilig.

Natürlich, ich gebe es zu: Ich hätte nichts dagegen, wäre Moe ein bisschen mehr wie die zwei Golden Retriever neulich am Strand. Die perfekt hörten, Stress aus dem Weg gingen und einfach nur unglaublich lieb waren. Aber Moe eintauschen gegen mehr Bequemlichkeit? Niemals.

Ich habe mich entschieden – für Moe.
Ich habe mich entschieden – für Moe.

Ich habe mich entschieden. Und obwohl es nicht immer einfach war und ist, ist es genau richtig so. Ich habe viel gelernt, auch über mich selbst. Ich lerne Orte kennen, die ich sonst wohl nicht gesehen hätte. Und, wie heißt es so schön: Es könnte immer viel, viel schlimmer sein.

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21 Gedanken zu „Vom Glück, einen unverträglichen Hund zu haben“

  1. Wuff, Moe und Nicol,
    wir habe eben laufend mit meinem Kopf genickt als wir euren Bericht gelesen habe. Ich Ayka bin zwar ein „sog. Pflegeleichter Hund“, doch all die Dinge die du da schreibst finde ich auch für mich passend und du Moe hast Glück solche Menschen gefunden zu haben.
    Machts weiter so gut
    Ayka mit Erika




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  2. Ach Nicole,

    ich finde Moe ist ein wunderbarer Hund. Er ist wie mein Monsterchen und trotzdem einer der tollsten Hunde der Welt. Er hat seinen eigenen Charakter, ihr beide geht euren eigenen Weg und seid glücklich. Braucht es mehr?
    Mir geht es wie dir. Shiva kann nicht mit jedem und allem. Sie ist und bleibt das Monsterchen, aber trotzdem ist sie der Hund, den ich gebraucht habe. Bestimmt nicht der, den ich wollte. Nein, ich hatte davor zwei sehr pflegeleichte und sozialkompatible Hunde. Aber ein bisschen anstrengen muss man sich ja schon. 😉 Du hast Recht, man wird sehr kreativ.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva




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  3. Da bendeide ich dich – Ich habe der Unverträglichkeit von Genki bisher leider noch immer nichts Positives abverlangen können. Auch dabei ihn besser zu lesen hilft es mir nicht. Sieht er einen Hund, ist seine erste Reaktion immer erst angespannt zu versteifen – Darüber wie er dann tatsächlich auf den Hund reagiert, wenn er vor der Nase steht, gibt mir das leider auch keine Auskunft. Und egal wann ich hier laufe, 6 Uhr morgens, 22 Uhr Abends – Ich treffe immer andere Hunde. Erst seit wir ein Auto haben und irgendwo in die Papa fahren können, sind für mich überhaupt Spaziergänge, die mir auch Spaß machen möglich und selbst da bin ich leider auf meinen Mann angewiesen, weil ich keinen Führerschein habe. Auf meiner „Was würde ich an Genki ändern, wenn ich könnte“- Wunschliste steht die Unverträglichkeit eindeutig an erster Stelle. Mit allem anderen kann ich gut leben, aber das ist und bleibt ein Riesenproblem für mich.




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  4. Huhu,
    Für jemand mit einem gut sozialisierten Hund sind solche Beiträge immer recht interessant. Generell versuche ich den Kontakt mit fremden Hunden unterwegs zu vermeiden. Auch wenn ich einen Hund habe der bei Hundebegegnungen immer nett ist, aber meistes desinteressiert vorbei marschiert, vor allem wenn die anderen nicht so „nett“ wirken, ist mir das einfach zu gefährlich. Denn viele Besitzer sind ja oft nicht in der Lage ihren Hund überhaupt zu halten. Was bringt es den netten zu haben, wenn man dann der ist der zum TA rennen muss…Ich bin mir nie ganz sicher, was ich von Aussagen, „wie Menschen mögen ja auch nicht jeden“ halten soll. Das ist sicher richtig, aber deswegen fange ich ja auch nicht an schon auf der anderen Straßenseite zu randalieren nur weil ich Jemanden nicht mag…Ich denke, dass das viel zu oft als Ausrede genommen wird. Kann sein das der Hund andere Hunde doof findet, soll er ja auch ruhig, aber für die Anderen ist sowas halt auch nervig, wenn sie nicht einmal durch den Park gehen könenn ohne ständig angegangen zu werden und immer aufpassen zu müssen. Es gibt Tage da sind Parkrunden voll der Spießrouten lauf…Ja, auch für die mit den sozialisierten Hunden an der Leine.

    Über deine Punkte musste ich schmunzeln, dass sind alles Dinge, die man auch „können“ sollte, wenn man einen sozialverträglichen Hund hat. Wenn ich die Leute beobachte deren Hunde an der Leine total „durchdrehen“ und nicht einmal in Ruhe an anderen vorbei laufen können, bin ich oft der Meinung, dass diese ihren Hund überhaupt nicht lesen können – meistens hängen sie beim spazieren auch dauernd auf ihrem Smartphone und es ist eher ein nebeneinander trotten als ein miteinander gehen.

    Ein Hund bedeutet einfach viel Arbeit. Man muss an sich arbeiten und mit ihm. Man muss ihm gerecht werden. Das unterschätzen viele auch einfach. Abgesehen davon ist es halt auch alles eine Sache des Miteinanders. Ich fand, die Idee mit den gelben Schleifen total gut…hattest du bestimmt auch von gehört…dann weiß jeder direkt was Sache ist und gut ist.
    LG Denise




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    • Hallo Denise,
      ich habe so eine Hündin, die an der Leine rebelliert. Vielleicht inzwischen nur noch bei jedem siebten Hund. Einen Hund, den man durch viel Behang nicht gut lesen kann. Einen Hund, der verdammt beschissene erste 2,5 Lebensjahre hatte. Aber auch einen Hund, der ein Therapiebegleithund ist, eben weil sie so großartig im Umgang mit Menschen ist.
      Und ich bin ein Mensch ohne Smartphone beim Spaziergang. Wir können gerne mal für einen Tag tauschen, dann hättest du ein Bild davon wie engagiert ich bin und auch, dass der Unterschied zwischen einem gut sozialisierten/verträglichen und in der Hinsicht komplizierten Hund riesig ist. Sie ist mein erster Hund und seit über einem Jahr bei mir. Wenn ich es könnte, dann würde ich es abstellen, aber stattdessen geben wir unser Bestes und sind auch von Stimmung(sübertragung) geplagt 😉




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      • Es ist und bleibt ein Kampf. Ich hatte davor zwei total sozialverträgliche Hunde und war entsetzt über jeden randalierenden Hund. Nun hab ich selber so ein Exemplar an der Leine… ich könnte mir regelmäßig mein Loch buddeln und mich versenken, wenn sie sich aufführt wie ein Monster.
        Es wird, es ist ein Kampf. 9 von 10 Hunden kommen ungestreift vorbei. Manchmal auch 50 und den 51. will sie fressen. Der hat dann aber garantiert auch einen Vollpfosten an der Leine, der noch blöde Sprüche reisst bzw. seinen Hund überhaupt nicht anleint und ich darf mich dann damit auseinandersetzen.
        Ich gebe Denise aber Recht in dem Punkt, dass man es einfach nicht kennt. Man kann es sich nicht vorstellen. Der eigene Hund ist so lieb und desinteressiert, das muss doch auch bei den anderen gehen. Nein! Geht es nicht. Mit viel viel Training erreicht man schon etwas, aber es gibt wirklich Hunde mit Vergangenheit, die das einfach nicht können.
        Bleib fleißig dran, Vanessa!

        Flauschige Grüße
        Sandra & Shiva




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      • Sehe es wie Vanessa.
        Leider gibt es Hunde die ein traumatisches Erlebnis hatten und dadurch geprägt sind. Unser Golden Retriever wurde als Welpe förmlich aus dem „Hinterhalt“ von einem Rhodesian Ridgeback angegriffen. Seitdem sind große Hunde mit dunklen Gesichtern ein absolutes NoGo.
        Und dennoch ist er ein gut sozialisiert er Hund.
        Ich habe in der Hinsicht auch immernoch Unverständnis für die Leute, die uns seit Jahren kennen und dennoch jedes Mal Sprüche ablassen wie „falsche Hundeschule/schlecht sozialisiert er, aggressiver Hund“ und null Verständnis haben, wenn wir ihn nicht in jedermanns Beisein ableinen oder bestimmten Hunden aus dem Weg gehen. Noch besser sind dann jene, die ihre Hunde unangeleint auf andere zulaufen lassen und sagen „der tut nichts“.

        Einfach ein wenig mehr Verständnis und Respekt füreinander.

        Manchmal kann man sich noch so viel Mühe geben, aber es ist nicht zu ändern.




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    • Ich möchte hier auch Mal anmerken, dass es auch durchaus Hunde gibt, die keine traumatisierende Kinderstube haben, die pöbeln, aber das dennoch nicht an der fehlenden Arbeit mit dem Hund liegt. Ich gehe sicherlich nicht mit dem Smarthphone spazieren, das bleibt bei mir Zuhause, meine ganze Aufmerksamkeit gilt meinen Hunden. Wir haben viel an unseren Problemen gearbeitet, 3 Hundetrainer habe ich durch, Einzelstunden, Gruppenstunden mit artgenosseninkopatiblen Hunden, auch fehlende Sozialisierungsbemühungen im Welpenalter kann man mir beim besten Willen nicht vorwerfen. Und dennoch haben wir unsere Probleme und ja, manchmal hängen meine Hunde kreischend an der Leine, wenn ein anderer Hund vorbeikommt, entspannt an anderen Hunden vorbei laufen tun sie absolut nie. Und ich bin die kritischen und teils urteilenden Blicke anderer Hundebesitzer leid. Es ist wirklich einfach zu urteilen, wenn man das Glück hat einen wunderbar verträglichen Hund zu haben. Aber das gehört auch dazu – Glück, denn es ist nicht alles nur harte Arbeit, die wir Besitzer unverträglicher Hunde nicht geleistet haben, die zu einem verträglichen Hund führen. Ich muss hart für Dinge arbeiten, die für andere Hundebesitzer selbstverständlich sind. Andres herum gibt es Dinge, wie zum Beispiel das Alleine sein, die wir nie üben mussten, während andere Hundebesitzer wochenlang hart trainieren müssen, damit ihre Hunde nicht die Bude auseinander nehmen oder die Nachbarschaft zusammenbellen. Und auch in dieser Situation rolle ich nicht die Augen und denke „Na, dem Hund haben sie das Alleine bleiben aber nicht gut genug antrainiert“, wenn sich im Nachbarhaus ein Hund die Seele aus dem Leib bellt – Weil ich weder urteilen kann, wie viel Arbeit die Besitzer in dieses Problem womöglich investieren kann, noch selbst jemals an diesem Problem arbeiten musste.




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  5. Auch wenn ich Aoki jetzt nicht unbedingt als unverträglich bezeichnen würde, ist er durch seine Vorgeschichte mit anderen Hunden doch oft sehr schwierig und hat alleine deutlich mehr Spaß/ weniger Stress als bei der Interaktion mit anderen Artgenossen.
    Anfangs war es zugegeben noch etwas schwer für mich, das zu akzeptieren (legt man doch irgendwie wert drauf, dass der eigene Hund „gut mit anderen kann“) doch mittlerweile sehe ich die ganze Sache schon viel entspannter und bin eigentlich ganz froh, dass wir beim Spazierengehen einfach „für uns“ sein können.




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  6. Ein wirklich schöner Text! Ich habe als Erst-Hunde-Besitzerin auch direkt den Joker gezogen und habe eine unverträgliche Zaubermaus erwischt. Aber sie ist toll so wie sie ist. Nur je nach Laune ist es für sie unmöglich an anderen Hunden vorbei zu gehen ohne sie anzukläffen. Darf ich fragen wie ihr das lösen konntet?

    Ganz liebe Grüße
    Rike & Lotte




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    • Das hat auch einige Zeit gedauert, wobei Moe kein Kläffer ist. Er hat sich immer aufgespielt, hat geknurrt und drohfixiert. Bei uns hat das Bogen laufen und mit leiser Stimme loben Wunder gewirkt. Mit der Zeit wurden die Bögen kleiner. Mittlerweile können wir an lockerer Leine an anderen Hunden vorbei laufen – so lange der andere sich für Moe nachvollziehbar verhält, ruhig bleibt & nicht fixiert.

      Liebe Grüße
      Nicole




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      • Deinen Beitrag und auch deinen letzten Kommentar kann ich voll unterschreiben. Aaron ist zwar im Hundefreilauf super sozial, so dass wir dort zu Zeiten hingehen, wenn wenige und vor allem eher nette Hunde da sind (den großen Rudeln wo die Leute nicht auf ihre Hunde achten weichen wir aus), aber an der Leine kann er sich mal so richtig daneben benehmen. Ist auch nicht immer der Fall. Aber da ist es gerade wichtig, dass ich ihn lese, aber auch mir die Körpersprache des Gegenüber anschauen. Da kommt dein letzter Satz ins Spiel: „so lange der andere sich für Moe nachvollziehbar verhält, ruhig bleibt & nicht fixiert“…genau dann kann Aaron sich auch super benehmen. Aber hat der Gegenüber nur Drohgebärden, Dominanz und Herausfordernung auf der Stirn stehen, ist es für Aaron ein rotes Tuch. Ich genieße es auch meistens zu Zeiten spazieren zu gehen, wo einem die Küste oder der Wald alleine gehören. Aber das liegt einfach viel an den Hundeleuten, deren Hunde immer frei laufen dürfen (und nun mal auf meinen Hund zu stürmen und es nicht verboten bekommen). Also ja ich meide doofe Situationen wenn ich kann und wenn nicht ist es etwas zum Üben.
        liebe Grüße
        Sandra und Aaron




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  7. Ich habe das Glück einen verträglichen Hund zu haben. Ja, und für mich ist das Glück, denn es war von Anfang an mit Socke sehr unproblematisch. Socke hat mit kaum einem anderen Hund Probleme, was ich sehr angenehm finde. Wäre es anders, würde ich sie aber sicher genauso lieben. Denn einen Hund macht viel mehr aus, als derartige Verhaltensweisen. Und ich bin sicher, dass ich mit einem unverträglichen Hund auch meinen Weg finden würde und sicher auch mein Glück. Auf welchem Wege, wie und wie lange das dauern würde, das würde man sehen.

    Deine Überschrift des Beitrags finde ich allerdings etwas verwirrend. Du hast einen Weg gefunden, wie Du mit Moe glücklich leben kannst, aber Du wärest doch auch sicher froh, wenn Moe diesen Stress nicht hätte. Es wäre doch fein, wenn Ihr alle Eure Erfahrungen und Lernschritte hättet nicht gebraucht. Im Übrigen bedeutet ein sozialverträglicher Hund, dass man mit allen Hunden Kontakt aufnehmen muss und ein Hundetreffen nach dem anderen absolvieren muss.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




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  8. Bei uns ist es ein auf und ab….aber ich versteh meinen Hund oft. Ich bin auch gern EInzelgänger und gern mal Menschenhasser…puh so im Bus, beim Autofahren, beim einkaufen…..eigentlich oft. Aber wie ist das gleich und gleich gesellt sich gut 🙂
    lg Becki




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  9. Auch meine blonde Lady und ich hatten schon immer mit ihrer Unverträglichkeit zu kämpfen. Sobald sie nämlich immer auf einen Hund trifft der genauso wie sie an der Leine hängt, dann beginnt gleich das völlige Chaos. Aber das ist noch gar nichts, verglichen mit dem, welche Schwierigkeiten sie während ihrer Pubertät gemacht hatte oder wo auch ich versagt habe.

    Sie war als Junghund nämlich auch unverträglich gegenüber Menschen, Fahrräder, Roller, Rollstühle, oder Mopeds, was einfach nur ein Horror gewesen ist. Was das jedoch angeht, konnte ich diese Art von Unverträglichkeit glücklicherweise mit vielen Tipps aus Hundeliteratur, viel Übung, großem Durchhaltevermögen und vor allem mit einer großen Menge an eigenem Selbstvertrauen verdrängen, welche ich davor in diesem Maße noch nicht gehabt hatte. Und das ganz ohne Hilfe von irgendwelchen Hundetrainer oder Hundeschulen, worauf ich besonders stolz bin. Denn meine Süße war niemals in der Schule, weil diese schon bei unserer älteren Hündin versagt hatte.

    Und seit nun 5 Jahren kann ich meine Lady jetzt auch ohne Ärger von der Leine lassen und kann mit ihr in die Stadt gehen wann immer ich will, ohne das es irgendwelche Schwierigkeiten gibt. Das einzige was mein Mädchen bloß noch immer nicht mag, ist in Umgebungen zu gehen, wo sie Menschen auf engstem Raum trifft. Da ist sie dann immer die Erste, welche bei erster Gelegenheit die Flucht ergreift 😀

    Damit habe ich aber keinerlei Probleme. Den dann werden solche Momente eben soweit es geht vermieden und außerdem, wie heißt es so schön: Nobody is perfect. 🙂

    Vielleicht war es aber auch gut, dass ich mit meinem Mädchen am Anfang solche Schwierigkeiten gehabt habe. Denn ich bin mir sicher, dass uns das noch viel mehr zu einem super Team zusammengeschweißt hat, worauf ich richtig stolz bin! 🙂

    Wir wünschen euch allen noch einen schönen Abend,
    Cornel, Joy & Keana




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  10. Unsere Hunde sind auch etwas spezieller. Einer mag keine Menschen der andere keine Hunde was einen super Antisozialen Cocktail ergibt D; Durch Training der Situationen hat sich das im Laufe der Zeit natürlich stark gebessert aber letztendlich sind Sie nunmal wie Sie sind. Schöne Grüße Victor




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  11. So viele, die doch ähnliche Probleme haben! Dabei habe ich oft das Gefühl, ich wäre die einzige, die in den Augen mancher die größte Hundeversagerin auf diesem Planeten ist. Dabei hat mein Hund eigentlich sogar ein ganz gutes Sozialverhalten. Nur an der Leine kann er es irgendwie nicht zeigen. Bei ihm ist es der Frust, weswegen er ausflippt. Natürlich kann man nicht immer alles auf die „schwere Kindheit“ schieben, teilweise liegt es bei ihm aber schon darin begründet. Und natürlich habe auch ich den ein oder anderen Fehler gemacht. Solange ich aber mit seinem Verhalten andere nicht belästige – das Bellen müssen sie halt mal aushalten- werde ich mich aber sicherlich nicht mehr gegenüber anderen Hundehaltern rechtfertigen. Gerade anfangs habe ich das noch ständig gemacht.
    Danke, Nicole, für diesen Artikel! Ich hoffe natürlich, dass unsere Spaziergänge noch entspannter werden, aber es ist total wichtig, immer das Positive im Vordergrund zu sehen.
    Liebe Grüße
    Carolin




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  12. So kann man die Welt auch sehen! Noch nie habe ich einen so liebevollen Blogbeitrag über einen „schwierigen“ Hund gelesen. Moe hätte es nicht besser treffen können als zu Dir zu kommen.




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  13. Toller und ehrlicher Artikel! Besonders wiedergefunden habe ich mich bei den Naturerlebnissen. Das sind auch für Bobby und mich die schönsten und intensivsten Momente. Lange Zeit habe ich allerdings daran herum geknabbert, dass ich nicht im Einklang mit anderen Hundehalter unseren fröhlich spielenden Hunden zuschauen kann – mit Bobby unmöglich, viel zu viel Stress. Und eigentlich macht mir das auch keinen Spaß. Bin selbst nicht so der Typ, der Menschenansammlungen mag. So ist jeder Hund – und auch Mensch 😉 anders. Und seitdem ich nicht mehr versuche, mich für meinen Hund zu rechtfertigen, sondern mit meinen Focus bei Bobbys und meinen Bedürfnissen bleibe, klappt vieles besser.

    Liebe Grüße von Andrea




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  1. Vom Glück, einen unverträglichen Hund zu haben — Moe & Me – Emma und ich

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