Autsch – Das tut weh. Über die Verletzlichkeit des Bloggers

Über die Verletzlichkeit des Bloggers

Wir Blogger sind schon ein lustiges Völkchen. Einige von uns bereiten ihr Leben im Internet aus, schreiben so, als wäre der Blog ihr Tagebuch, notieren kleine Gedanken, Ideen, Erlebtes.

Und im nächsten Moment sind sie erstaunt, denken: Warum mag mich denn jemand nicht? Warum greift mich diese fremde Person an?

Das Bloggen: Balancieren auf dünnem Seil

Wenn man mich fragt, was ich auf anderen Blogs lesen will: Persönliches. Nichts Oberflächliches.

Ich will den Menschen dahinter zum Greifen nahe haben – egal, ob mir seine Einstellung gefällt oder nicht. Und dann will ich mir meine Meinung dazu bilden.

Persönlich? Oder doch oberflächlich?
Persönlich? Oder doch oberflächlich?

Ich habe bisher einen Schön-Wetter Blog. Gewisse Themen versuche ich zu umschiffen. Ich will gar nicht polarisieren – weil ich mich dafür besser auskennen müsste.

Das bedeutet aber nicht, das ich keine Meinung hätte. Im Gegenteil. Und trotzdem ist meine Meinung kein Gesetz. Deswegen gibt es hier wenig zum Thema Hundeerziehung, wenig zum Thema Ernährung – vor allem, wenn es nicht uns betrifft. Natürlich erzähle ich, was ich Moe füttere. Ich gebe meine Gedanken preis.

Die Verletzlichkeit des Bloggers
Die Verletzlichkeit des Bloggers

Aber ich versuche ganz sicher niemanden zu erziehen oder jemandem meine Meinung auf’s Auge zu drücken. Manche finden das oberflächlich und konfliktvermeidend. Für mich ist es ganz klar eine Lebenseinstellung.

Und trotz aller Konfliktvermeidungs-Strategien, trotz aller Gedanken, die ich mir zu und über meine Texte mache, kommt es immer mal wieder zu bösen Worten. Sicherlich weniger als bei anderen, aber es passiert. Darüber hatte ich auch schon einmal geschrieben: Vom Umgang mit Hatern.

Das Bloggen ist wie Balancieren auf einem dünnen Seil
Das Bloggen ist wie Balancieren auf einem dünnen Seil

Das Bloggen ist wie Balancieren auf einem dünnen Seil: Den Mittelweg zu finden zwischen persönlich und oberflächlich, zwischen belehrend und inspirierend, zwischen Angriff und Verteidigung, fällt mir immer schwerer. Zumindest ersteres.

Ich bin nicht so strukturiert wie manch anderer. Ich habe hier einen Zettelwust auf dem Schreibtisch liegen mit vielen, neuen Blogideen. Die meisten aufgeschriebenen Dinge sind persönlich. Und genau aus diesem Grund zögere ich immer wieder, die Texte überhaupt zu schreiben.

Warum eigentlich nicht mal persönlich?

Denn ich habe Angst. Einerseits lebt ein Blog genau von den persönlichen Geschichten (zumindest ist das meine Meinung), andererseits weiß man nie, was beim Leser, bei dir, hängen bleibt – und was du daraus machst.

Die Summe der Worte und dem, was du daraus machst.
Die Summe der Worte und dem, was du daraus machst.

Wenn ich schreibe, dass ich morgens maulig bin – denkst du dann, ich bin eine absolute Zicke? Was ist, wenn ich zugebe, dass ich Moe gegenüber diverse Male schon laut geworden bin – bin ich dann inkompetent und ein Tierquäler? Und was, wenn ich dir ehrlich sage, das mein Hund mir vor allem anderen kommt – bin ich dann gestört?

Mein Freund, der mein Ratgeber in all’ diesen Dingen ist und dem ich von meinem Zwiespalt erzählte, sagte nur: „Ist der Ruf erst ruiniert…“ – und ich solle mir keine Gedanken machen. Jeder bildet sich ein Urteil und für die meisten von euch, meinen Lesern, ist das Urteil längst gefallen.

Aber was ist mit denen, die neu dazu kommen? Dank der Impressumspflicht sitzt man wie auf einem Präsentierteller und man weiß nie, was anderen so in den Kopf schießt.

Bin ich, um bei dem Beispiel von dem Drahtseil zu bleiben, längst auf einer Seite herunter geplumpst und liegen geblieben? Vielleicht. Wenn ich mir meine Blogartikel von vor 2 Jahren anschaue, kann ich nur sagen: Definitiv. Aber dennoch bin ich im Rahmen geblieben.

Wohin führt der Weg?
Wohin führt der Weg?

Auf Moe & Me ging es immer nicht nur um Moe. Ja, dies ist ein Hundeblog und wird es auch immer bleiben. Und dennoch kann ich nicht anders. Ich trotze der Verletzbarkeit, mache mich nackig und erzähle euch, wer wir wirklich sind.

Dabei hoffe ich, dass es gut ausgeht. Aber Bloggen ohne euch wirklich etwas zu erzählen, das würde mir keinen Spaß machen.

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