Über das Allein-bleiben

Moe kam in meinen Semesterferien zu uns, damit er sich gut eingewöhnen konnte, bevor es für ihn regelmäßig ins Büro gehen sollte. Doch nach ein paar Tagen gab es dann das erste „Problem“: unsere Vorräte im Kühlschrank waren auf ein Minimum geschrumpft – kurz gesagt, ich musste dringend einkaufen. Aber was sollte ich in der Zeit mit Moe machen?

Seine Vorbesitzerin hatte uns informiert, das er das alleine-bleiben absolut gewöhnt sei. Allerdings war er da auch noch mit einem anderen Hund zusammen gewesen, was ich ihm hier nicht bieten konnte. Ich gebe zu, ich war das Problem. Denn Moe hatte, wie sich nachher herausstellte, absolut kein Problem damit, mal 20 Minuten allein zu bleiben. Ich dafür umso mehr. Den ersten Einkauf erledigte ich mit Moe zusammen, er durfte draußen vor dem Supermarkt warten. Später überzeugte mich mein Freund davon, das wir es einmal ausprobieren und ganz alleine gehen sollten. Ich glaube, so schnell habe ich noch nie eingekauft.. Als mein Freund mit dem Pfandbon zurückkam, hatte ich so gut wie alles, was wir brauchten, in den Wagen geworfen und wollte so schnell wie möglich zur Kasse. Ich war einem Nervenzusammenbruch ziemlich nahe.

Ein paar Wochen später wartete dann die ganz große Prüfung auf mich: Mein Freund wollte beim Hosen-Einkauf beraten werden-natürlich sollte Moe zuhause bleiben! Da ich mein gluckenhaftes Verhalten aber nicht so schnell abstellen konnte, überlegte ich mir, das Netbook mit der Webcam als „Überwachungskamera“ umzufunktionieren. So konnte ich zumindest im Nachhinein sehen, was Moe so treibt und ob er mich nicht doch vermisst.  Aber auch nach 2-stündiger Abwesenheit war nichts passiert. Die Wohnung sah aus wie immer, und auf dem Video konnte man sehen, das er fast die ganze Zeit geschlafen hatte.

Mittlerweile kann ich entspannt einkaufen gehen, allerdings traue ich mir immer noch nicht zu, ihn länger als eine Stunde allein zu lassen. Irgendwann werde ich vielleicht mal das Wagnis eingehen, mit meinem Freund ins Kino zu gehen, aber ich denke, da habe ich noch einen langen Weg vor mir.

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