Tipps zur Wohnungssuche mit Hund

Tipps Wohnungssuche mit Hund

Man könnte uns mittlerweile fast als Profis bezeichnen. 3 Mal sind wir mit Moe umgezogen. 3 Mal waren wir mit Moe auf Wohnungssuche.

Zugegeben: Hier in Norddeutschland ist man meist hundefreundlich. Anders als in Großstädten wie München und Hamburg ist die Wohnungssuche noch relativ entspannt.

Aber auch wir kamen an unsere Grenzen und haben manchmal kleine Tricks angewendet, um die Wohnungssuche erfolgreich zu gestalten.

Heute möchte ich euch einmal zeigen, wie wir die Wohnungssuche ganz generell angegangen sind, warum wir keinen Makler brauchten, Moe manches Mal kleiner geschummelt haben – und was eine Bewerbungsmappe bei der Wohnungssuche mit Hund für einen Unterschied machen kann.

Man kann eben nicht immer am Strand schlafen.
Man kann eben nicht immer am Strand schlafen.

Wohnungssuche mit Hund

Der ideale Mieter ist wohl für die meisten Vermieter: Ein Paar Mitte / Ende 40, Nichtraucher, mit festem Job, am besten Beamte, keine Hunde oder andere Tiere, keine Kinder.

Das das auf die meisten nicht zutrifft, ist auch klar. Bei der Wohnungssuche kommt es ein bisschen darauf an, sich selber zu vermarkten – ähnlich wie bei einem Bewerbungsgespräch.

Vor allem in sehr begehrten Wohnlagen kann es unter Umständen von Vorteil sein, sich gut vorzubereiten, sympathisch aufzutreten und: sich über den Gegenüber schlau zu machen.

Wir sind als Paar nie die erste Wahl gewesen: Ich war entweder Studentin, Auszubildende oder bei meinem Freund angestellt. Dieser war schon immer selbstständig.

Wir sind nicht verheiratet, bei unserer ersten Wohnungssuche waren wir zudem sehr jung (22 und 25) und hatten später auch noch einen Hund. Trotzdem hat es nie einen Bürgen gebraucht und wir haben immer relativ schnell eine Wohnung gefunden.

Unsere aktuelle Wohnung ist in Laboe
Unsere aktuelle Wohnung ist in Laboe

Bei der letzten Wohnungssuche haben wir beide Seiten kennen gelernt. Wir haben selber eine Wohnung gesucht, gleichzeitig haben wir einen Nachmieter für unser Haus gesucht – bzw. genau genommen sogar 2, denn für die Ferienwohnung oben in dem Haus suchten wir einen festen Mieter.

Es gibt 2 gute Möglichkeiten, (kostenlos) nach einer Wohnung zu suchen: Immobilienscout24 und ebay Kleinanzeigen.

Ja, tatsächlich: Letzteres hatte ich selber überhaupt nicht auf dem Schirm, aber es entpuppte sich als sehr gut, auch dort die Anzeigen im Auge zu behalten.

Kommen wir also mal zu den gesammelten Tipps.

Tipps zur Wohnungssuche mit Hund

1. Die perfekte Wohnung mit Hund suchen: Über Immobilienscout kann ein Suchagent eingerichtet werden, sodass man nach Wunsch per Mail zu gewissen Zeiten ODER immer, wenn etwas Neues, vielleicht Passendes, herein kommt, benachrichtigt wird.

Hier gilt: Wer zuerst kommt… Zwar nicht immer, aber doch sehr häufig. Deshalb: Schaut euch die Anzeige sehr gut an – wenn eine Telefonnummer vorhanden ist, ruft sofort dort an!

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Mails erst als Letztes beantwortet werden und die gewünschte Wohnung dann unter Umständen schon weg ist.

2. Kommunikation ist alles! Falls die passende Anzeige da ist, aber keine Telefonnummer vorhanden, schreibt bitte nicht einfach nur: „Hallo, ich habe Interesse. Wann kann ich mir die Wohnung anschauen?

Letztendlich sitzt auf der anderen Seite auch ein Mensch, der möchte vielleicht ein bisschen mehr wissen.

So 2-3 Sätze zur Person, der Grund des Umzugs (falls es einen gibt) und eventuelle Fragen sind schon aufschlussreich und etwas netter für die gesamte Kommunikation.

3. Sucht nach Perlen! Sowohl unser Haus als auch die Wohnung, in die wir jetzt gezogen sind, hatten keine Bilder in der Anzeige! Das wirkt auf den ersten Blick nicht vertrauenserweckend, vor allem, wenn auch nur wenig bis gar kein Beschreibungstext vorhanden ist, aber: Vielleicht ist der Vermieter nicht technikaffin!

Genauso war es bei unserem ersten Vermieter: Er wusste einfach nicht, wie er die Bilder in die Anzeige bekommt und das Schreiben liegt ihm nicht so. Er hat einfach keine Lust, sich damit zu beschäftigen – gut für uns, die sich das Haus trotzdem anschauten!

Oder bei unserer jetzigen Wohnung: Diese war vorher an das Amt vermietet und die Vermieterin wohnt relativ weit weg – hatte also nicht die Zeit, Fotos von der Wohnung zu machen und hatte diese ohne Fotos eingestellt.

Wir waren dafür sensibilisiert und das war wirklich Glück!

Schaut also gezielt nach solchen Perlen und lasst euch von dem ersten Eindruck der Anzeige nicht abschrecken. Das Gegenteil kann nämlich auch passieren: Tolle Fotos, aber in Wahrheit war die Wohnung einfach total rott und dreckig – die Fotos waren bei der Renovierung vor ein paar Jahren entstanden und so sah sie leider einfach nicht mehr aus.

4. Spielt mit offenen Karten! Wenn es die Anzeige nicht her gibt, fragt von vornherein, ob Hundehaltung gestattet ist. Generell kann ein

Spielt mit offenen Karten!
Spielt mit offenen Karten!

Vermieter dies zwar nur begründet ablehnen, aber: Wer möchte schon einen Vermieter haben, der Hunde furchtbar findet?

5. Geht zum ersten Besichtigungstermin nach Möglichkeit OHNE Hund. Es sei denn, ihr könnt aus einem vorherigen Telefonat bereits abschätzen, dass der Vierbeiner richtig gut ankommen wird. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Vermieter/Makler im feinen Zwirn es alles andere als lustig finden, wenn da ein Hund herum läuft.

Für uns war es immer besser, die ersten Besichtigungstermine ohne Moe zu machen – wir haben von ihm erzählt, wenn nachgefragt wurde, haben seine positiven Eigenschaften hervor gehoben. Aber er musste da nicht auch noch herum wuseln. Gerade bei Sammelterminen gibt es IMMER jemanden, der Angst vor Hunden hat – das ist Stress, für alle Seiten.

6. Wenn ihr einen großen Hund habt: Macht ihn etwas kleiner. Wir wurden oft gefragt, wie groß Moe denn ist. Bei der Frage habe ich immer Kniehöhe bei mir angegeben – was nicht gelogen ist.

Das wäre schließlich Schulterhöhe und nicht Kopfhöhe. 😉 Oder wir sagten: Labradorgröße – was auch ungefähr stimmt. Labradore werden zudem meist als positiv bewertet. 🙂

Außerdem haben wir bei der Frage nach der Rasse immer wahrheitsgemäß mit „Mischling“ geantwortet. Wurde spezieller nachgefragt, WAS für ein Mischling, antworteten wir auch hier wahrheitsgetreu mit „Deutsch-Drahthaar-Mischling“.

Den Rottweiler und Schäferhund ließen wir außen vor – gerade bei Nicht-Hundemenschen ist es ja mit dem Rottweiler immer etwas schwierig. Leider.

Hätte ich einen Rottweiler oder ähnlich in der Gesellschaft eher negativ behafteten Hund, würde ich das übrigens klar kommunizieren und mir im Zweifel einen Makler zur Unterstützung suchen.

Es gibt Vermieter, die absolut kein Problem mit der Rasse oder Größe des Hundes haben (unser letzter Vermieter war so einer, der war einfach wahnsinnig tierlieb und hätte auch mit Eseln, Ziegen, Schafen, etc. absolut kein Problem gehabt), aber diese müssen erst einmal gefunden werden. Da ist es hilfreich, offen mit einem Makler zu sprechen – auch wenn es dadurch teurer wird.

7. Nehmt euren Hund beim 2. Mal mit! Wenn ihr einen zweiten Besichtigungstermin haben solltet und euren neuen Vermieter ODER den Vermittler mittlerweile besser einschätzen könnt, also wisst, ob derjenige Hunde nicht nur toleriert, sondern auch gut findet – nehmt euren Vierbeiner mit und stellt ihn vor. Das kann wirklich hilfreich sein.

8. Macht eine Bewerbungsmappe mit einem gemeinsamen Foto von euch & eurem Hund. Das war unsere letzte Strategie, die super geklappt hat: Eine simple Mappe, mit einem kleinen Lebenslauf, dazu ein Foto von uns Dreien.

Weiterhin ein kleiner Text, warum die Wohnung super zu uns passen würde – schon hatten wir 2 Zusagen und konnten uns frei entscheiden.

Wir würden nie wieder ohne Mappe losziehen. Der kleine Text kann schließlich schnell angepasst werden und meist sucht man ja sowieso in einer Region, sodass der Text quasi universell ist. 😉

9. Googlet die Person, mit der ihr es zu tun habt! Ich weiß, das klingt im ersten Moment spooky und nicht sehr nett – aber das Internet verrät einem häufig viel, was die Person tut, wofür sie brennt und was sie nicht mag.

Den ersten Eindruck gewinnt man sehr schnell über Facebook oder Xing und kann dann gezielt im Gespräch darauf eingehen. Im besten Fall hat man so direkt einen Anknüpfungspunkt, weil man bestimmte Interessen teilt.

10. Schaut euch bei eurer Wohnungssuche mit Hund UNBEDINGT die Nachbarschaft an! Ihr wollt nicht in ein Mehrparteien-Haus ziehen, wo es nur Menschen gibt, die Hunde furchtbar finden. Im besten Fall gibt es bereits einen Hundehalter im Haus oder es ist generell erst mal ein tierfreundliches Umfeld.

Ich gebe zu, das ist manchmal schwer zu beurteilen – aber hier hilft auch nachfragen! Erst beim Vermieter / Makler, dann auch bei den Nachbarn selber. Einfach mal klingeln und fragen.

Tipps zur Wohnungssuche mit Hund
Tipps zur Wohnungssuche mit Hund

In unserer ersten und zweiten Wohnung waren wir auch die einzigen Hundehalter – Moe wurde aber zum Glück richtig geliebt und geschätzt – schließlich wussten sie, dass es ein Einbrecher schwer haben würde mit Moe im Haus. 😉 Tatsächlich hatten wir bisher immer Glück, dass Moe alle um seine Pfote wickeln konnte. 🙂

Fazit: Tricksen, Sympathie-Punkte sammeln, gut vorbereitet sein.

Kurz zusammengefasst geht es also darum, sympathisch zu sein, freundlich – auch in der Kommunikation vorab, offen zu sein, ehrlich – aber auch nicht zu sehr, und gut vorbereitet.

Was wohl grundsätzlich leider nicht ausbleibt: Man muss häufig viel Zeit investieren und durchaus auch Kompromisse machen, wenn es darum geht, die perfekte Wohnung für Hund und Mensch zu finden.

Sei es, weil die Nachbarschaft sonst nicht passt, weil gewisse Wohnbaugesellschaften Hunde grundsätzlich ablehnen oder befürchtet wird, dass ein Hund bei einem gerade renovierten Haus alles wieder zerstören würde.

Es gibt aber dank den unterschiedlichen Portalen und nicht zuletzt auch Maklern Möglichkeiten, die perfekte Wohnung zu finden. Und jetzt wünsche ich allen Hundebesitzern auf Wohnungssuche da draußen ganz viel Erfolg bei der Suche!

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5 Gedanken zu „Tipps zur Wohnungssuche mit Hund“

  1. Inuki ist auch immer ein Schnauzer Mischling gewesen. Zum Glück kennen die meisten nur die mittleren pfefferfarbenden Schnauzer 😀 Ansonsten finde ich deinen Guide super, ich wüsste nicht, was ich noch hinzufügen würde.

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi




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  2. Seit der ersten Wohnungssuche mit Jimi machen wir auch solche Bewerbungsmappe und ich kann deinem Text nichts hinzufügen.

    Liebe Grüße Julia und Jimi




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  3. Sehr schöne Tips, brauche ich aktuell zum Glück aber noch nicht. Ich muss sagen, hier bei uns im Randgebiet der Großstadt ist es mit Hunde doch noch einfach. DIe großen Gesellschaften haben alle nichts gegen Tiere. Bei Privatvermietern siehts anders aus. Und wenn wir oft Richtung Niederrhein nach MIetshäusern gucken sind da oft Bauernhofartige bei wo Tiere verboten sind. Das ist doch irgendwie verrückt.
    Wenns so weit sein sollte bei uns werd ich hier nochmal reinschauen und gucken ob ich alles beherzige.
    lg BEcki




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  4. Ich bin froh und dankbar, dass wir auf dem Land leben und habe gerade erst bei Freunden wieder erlebt, wie sehr so eine Wohnungssuche mit Hund und in diesem Falle noch Kind (Schreck lass nach) zur echten Zerreißprobe werden kann. Dank dir für die tollen Tipps.




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  5. Danke für die nützlichen Tipps bezüglich der Wohnungssuche mit einem Vierbeiner. Unser Vierbeiner ist etwas größer und macht vielen sicherlich auch Angst. Ein sogenannter „Listenhund“. Doch ein ganz lieber und zurückhaltender Hund, stubenrein und gut erzogen. Leider haben wir in der Vergangenheit das eine oder andere mal gemerkt, wie schwer die Wohnungssuche sein kann. Wäre ich nur mal früher auf Ihre Tipps gestoßen, wäre mir sicher viel Ärger&Stress erspart geblieben. Doch für die Zukunft gehe ich direkt so vor, wie Sie beschrieben habe. Vielen Dank




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