Target Training mit Moe

Target Training
Target Training

Mittlerweile ist das Training für Moe relativ eintönig geworden. Alle Tricks, die ich ihm mal beigebracht habe, sind in (fast) jeder Situation abrufbar, aber man merkt: Moe spult seine Tricks und Aufgaben ab, ohne, dass er sich großartig Gedanken machen muss.

Spaß macht es ihm insofern noch, dass ich mir schon dann und wann etwas neues ausdenke, eine kleine Abwandlung. Zum Beispiel Männchen auf einem dicken Baumstamm. Und für ein Spiel mit dem Ball oder einem anschließendes Keks macht Herr Hund gerne mit.Dann kam unser Trixie Dog Activity Memory Trainer, der Moe endlich wieder herausgefordert hat. Da merkte ich, wie es in seinem Kopf plötzlich ratterte und ihm die Lösungsfindung Spaß machte. Na klar, auch davon hatte er etwas: ein bisschen laufen, Kekse, ein Geräusch, das Suchen des Auslösers- das macht schon Laune.

Der Memory Trainer ist ein nützliches Utensil, aber ich wollte Moe auch noch auf andere Weise fordern, etwas mit ihm gemeinsam machen und Tricks erarbeiten. Ganz zu Anfang habe ich es mal mit Clicker-Training versucht, daran sind wir aber gescheitert: Zu wenig Zeit zum Üben, kein richtiger Antrieb auf beiden Seiten und viele Tricks klappten auch ohne den Clicker. Also wurde der wieder vergessen.

Was ist denn nun los?Nun merke ich aber, dass es Dinge gibt, die ich Moe gerne beibringen würde, bei denen es gut wäre, wenn ich ihn auch ohne sofortige Leckerchen-Gabe zeigen könnte, dass er auf dem richtigen Weg ist, wenn man Teilschritte einbauen und er sich seine Übungen erarbeiten könnte. Ich würde das Training gerne komplexer gestalten und nicht nur die Standardsachen abfordern.

Also erinnerte ich mich an das Target-Training, das ich in diesem Buch* erstmals gesehen hatte. Dort sind manche Übungen darauf aufgebaut und ich fand die Idee schon damals spannend. Aus dem Buch kam auch meine Übung mit der Fliegenklatsche (weiter unten). Diesmal fackelte ich nicht lange, bestellte einen Target-Stab mit integriertem Clicker* und das Training konnte starten.

Was genau ist Target-Training?

Targettraining ist eine Methode zur Konditionierung von Verhalten bei Tieren. Dabei dient ein Target (englisch Target = Ziel) als Hilfsmittel (Wikipedia).

Durch die Konditionierung mit einem Clicker auf den Gegenstand, den Targetstick, wird der Hund dazu veranlasst, die Spitze zu berühren (in unserem Fall mit der Nase) und auch bei Bewegung Kontakt zu halten. So kann der Hund auch schwierige Kommandos schrittweise erlernen.

Der Targetstab kann dazu benutzt werden, den Hund auf einen Ort oder Gegenstand hinzuweisen, welches dann den Hund zu einer gewünschten Reaktion veranlasst (z. B. auf etwas springen, durch etwas durchzugehen).

Unser Target-Stick

Unsere ersten Schritte

Zugegeben, es war etwas mühsam. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, dass Moe lernen sollte, dem Targetstick mit der Nase zu folgen. Ich habe allerdings unterschätzt, dass Moe ein absoluter „Pfotenhund“ ist, bedeutet: Er versuchte, den Stab mit der Pfote umzuhauen. Als das nicht klappte, waren meine Arme, Hände und Beine dran. Nach ein paar Kratzern mehr hatte er aber die Lösung heraus gefunden. Wir sind nun bei Tag 3, und ich denke, dass Ergebnis bisher ist ganz in Ordnung (für täglich ca. 10 Minuten üben).

Wenn wir nun sicherer sind, ich auch mal die Höhe des Stabs ändern kann und Moe zuverlässig dem Stick folgt, soll es an den ersten Trick gehen: Slalom durch die Beine. Das kann Moe zwar schon halbwegs, aber eben nur mit Leckerchen und zeigen. Jetzt soll mal ein Durchgang ohne sofortige Keksbelohnung folgen.

Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich vor ca. 2 Jahren mal eine Fliegenklatsche als Target „missbraucht“ hatte, dabei wollte ich ihm beibringen, seine Pfote flach auf einem Gegenstand zu positionieren. Das hat ganz gut funktioniert, zumindest, solange die Fliegenklatsche auf dem Gegenstand lag. Als es dann um die „Abgewöhnung“ der Fliegenklatsche ging, kam zeitlich irgendwas dazwischen und wir haben nicht mehr weiter trainiert.

Der Targetstick ist gerade ein schönes Training für uns. Bisher denke ich aber leider, dass Moe noch nicht so richtig die Begeisterung entwickelt hat. Beim Memory Trainer oder anderen Dingen ist er immer völlig aus dem Häuschen, wenn ich den Target Stick in der Hand habe, ist die Motivation eher so naja. Mal sehen, ob ich ihn da noch überzeugt bekomme. Ich selber muss noch etwas an meinem Timing arbeiten, denn Moe soll den schwarzen Knubbel am Ende mit der Nase berühren. Oft versucht er aber nur reinzubeißen oder er macht es so halbherzig, wie ihr in dem Video sehen könnt. Ab und zu bewege ich den Target-Stick auch, um die Aufmerksamkeit von Moe auf die Spitze zu lenken.

So ganz präzise sind wir noch nicht, aber wir arbeiten daran. Und wenn es dann wieder einen kleinen Schritt nach vorne gegangen ist, gibt es vielleicht wieder ein Video, mal sehen, vielleicht wird aus Moe doch noch ein Trick-Dog?

Wir bleiben auf jeden Fall dran und berichten euch bald wieder von unseren Erfolgen (hoffentlich!).

Arbeitet ihr mit auch mit dem Target-Stick und wenn ja, in welcher Form?

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