Straßenhunde in Portugal – vierbeiniger Nachwuchs für uns?

Straßenhunde in Portugal

Portugal ist das Land der Straßenhunde. Zumindest für mich. Ich war in meiner Kindheit so oft hier, habe so viele Hunde auf der Straße gesehen, nichts hat den Eindruck für mich mehr geprägt. Das ist längst nicht mehr so schlimm wie damals, dennoch: Straßenhunde gibt es in Portugal nach wie vor. Nur anders.

Um meine Verbindung zu den Straßenhunden zu erklären, warum es mir ausgerechnet hier schwer fällt, nicht auf jeden Hund zu schauen und warum es fast schon vierbeinigen Nachwuchs seit unserer Zeit hier in Portugal gegeben hätte, dafür muss ich etwas ausholen.

„Mein“ erster Straßenhund.

In dem Dorf, aus dem meine Familie kommt, gab es schon immer Straßenhunde. Sie liefen frei durch das Dorf, manche wurden von den Dorfbewohnern gefüttert, andere, die nicht so gute Erfahrungen mit Menschen gemacht hatten, mussten sich mit den Resten aus dem Mülleimer begnügen.

Und dann gab es da diese eine Hündin, in die ich mich Hals über Kopf verliebte. Sie lief mir durch das Dorf hinterher, ließ sich streicheln und stand abends vor meinem Fenster. Sie wartete darauf, dass ich noch einmal heraus kam um sie zu streicheln. Wie gern hätte ich sie damals mitgenommen!

Straßenhunde in Portugal
Straßenhunde – nicht alle sind gleich.

Ich verstand überhaupt nicht, warum wir das nicht konnten und noch heute denke ich an sie. Der wichtigste Grund, warum wir sie nicht mitgenommen hatten: Sie hatte eine Besitzerin, es wäre also Diebstahl gewesen. Der zweite Grund hat mit Krankheiten und ähnlichem zutun. „Erwachsenengründe“ – nenne ich es einfach mal. Die Hündin blieb also, wo sie war – und ich sah sie nie wieder.

Straßenhunde haben in Portugal einen eher schlechten Ruf. Aussagen wie: Der hat Flöhe und Krankheiten sind noch das Netteste. Nicht selten gibt es mal einen Tritt, um sich den Weg frei zu machen.

Gerade die älteren Menschen halten nicht viel von Hunden, im besten Fall ignorieren sie sie, manchmal haben sie Angst (weil immer irgendjemand eine Geschichte erzählt, wie er gebissen wurde), im schlimmsten Fall halten sie mit ihrem Moped oder Auto voll drauf zu.

Die Zeit wandelt sich hier natürlich auch. In Städten gehört der Straßenhund meist der Vergangenheit an, Tierquälerei steht unter Strafe. Aber: Portugal hat so viele andere Baustellen, Tierschutz steht hier definitiv nicht an erster Stelle.

Portugal und die 4 Arten von (Straßen-)Hunden

Dennoch wäre es einfach falsch, sich den nächstbesten Straßenhund zu packen und ihn mitzunehmen. Denn: Nur weil einer aussieht wie ein potentieller Straßenhund und der innere Tierschützer schon schreit, dass das bessere Zuhause bei einem selbst auf der Couch ist: Vorsicht! Ihr könntet tatsächlich einen Diebstahl begehen.

Und über die möglichen Konsequenzen für den Hund, der unter Umständen gar kein Mitspracherecht hatte (weil ihr euch im Recht fühltet und mit eurer Liebe schon alles gut wird) seid ihr euch gar nicht bewusst.

Im Gegenteil: Vielleicht sorgt ihr gerade dafür, dass ein Hund, der alle Freiheiten der Welt hatte, plötzlich in eine Welt (nämlich eure) gepresst wird, die ihm so gar nicht schmeckt: Mit Leinenzwang, Kotbeutel-Täschchen und sehr viel weniger Freiheiten.

Weil er nämlich gar kein armer Straßenhund war, sondern ein Freigeist. Das glaubt ihr nicht, weil ihr denkt, man müsste alle Hunde der Welt retten? Nun ja. Deswegen gibt es hier eine (grobe) Einteilung der Hunde in Portugal.

Straßenhunde in Portugal
Unterteilung der Hunde in Portugal (Bild: Lauren Kay – Unsplash)

1. Der Freigeist.

Der Freigeist ist einerseits ein Straßenhund – andererseits hat er sehr wohl Familie. Damit meine ich nicht das Hunderudel, in dem er den ganzen Tag herum läuft, sondern tatsächlich Menschen, die sich um ihn kümmern.

Was bei uns in Deutschland nicht mal ansatzweise denkbar wäre (der Hund beschäftigt sich den ganzen Tag selbst, wird nicht auf irgendwelche Turniere geschleift und ja: Läuft frei auf der Straße herum), ist in Portugal eher Alltag als Fantasie.

Diese Freigeister haben nicht immer feste Besitzer, aber: Sie werden versorgt. Ist er krank, wird er zum Tierarzt gebracht. Und wenn er einen Platz zum Schlafen benötigt, kennt der Freigeist diese. Manche dieser Freigeister wissen: Um die und die Zeit muss ich wieder nach Hause, dann gibt es Essen. Andere wissen genau, bei wem sie immer essen bekommen (und genauso sieht die Figur der Hunde auch aus).

„Ein Freigeist hat ein Halsband und einen Besitzer – meist kümmert sich das ganze Dorf.“

Nur: Woran erkenne ich so einen Freigeist? Ganz einfach: Am Halsband. Das Halsband ist der sicherste Indikator, dass der Hund zu jemandem oder zum Dorf/zur Gemeinde gehört und nicht im Stich gelassen wird.

Der Hintergrund ist, dass Hundefänger eine Zeitlang jeden Straßenhund geschasst und in ein Tierheim gebracht haben. Mit einem Halsband kann der Freigeist streunern, ohne dass er im Tierheim landet.

Geht es also allen Freigeistern gut oder sollte man sie retten? Klare Antwort: Nein. Ihr könnt gerne Futter anbieten, sie ein wenig durchkraulen (die meisten lieben das!) und: Wasser anbieten. Vor allem an warmen Tagen freut sich so eine Hundeschnauze darüber sehr.

Ansonsten: Lasst sie in Ruhe, nehmt sie nicht mit (es sei denn, ihr seht einen Hund, dem es wirklich schlecht geht. Dann ab mit ihm zum Tierarzt! Wenn möglich aber mal vorher nachfragen (Supermarkt o. Ä.), wem der Hund gehört und Bescheid geben! Jemand könnte seinen Hund schmerzlich vermissen.

2. Der Kettenhund.

Die ärmste Sau der Welt und meist das bemitleidenswerteste Geschöpf, dass man sich anschauen kann: Der Kettenhund. Leider auch hier in Portugal immer noch Alltag, vor allem in kleinen Dörfern. Es ist schwer, sich die Kettenhunde anzuschauen. Es ist schwer, das zu schlucken. Aber: Was tun?

Aufklärung ist hier wichtig. Mit den Besitzern reden und fragen, ob es eine Möglichkeit gibt, dass der Hund ein bisschen mehr von seinem Leben haben kann. Erwartet aber nicht zu viel! Unter Umständen gibt es erst einmal ein Lockern des Halsbands oder ein paar Meter Kette mehr. Dennoch: Mehr kann man selbst kaum tun.

„Kettenhunde: Reden, überzeugen oder den Tierschutz rufen.“

Ich habe es mehr als einmal erlebt, dass die Kettenhunde durch ihr Dasein und ihre Erlebnisse mit Menschen alles andere als friedlich sind. Drohen, Schnappen – teilweise kann nichtmal der „Besitzer“ sich diesen Hunden nähern. Klar – diese Hunde haben den (zweifelhaften) Job, Menschen vom Grundstück fernzuhalten und wurden entsprechend abgerichtet.

Straßenhunde in Portugal
Kettenhunde – schwer zu ertragen.

Kettenhunde sind für uns Deutsche schwer anzuschauen. Doch auch hier gibt es mittlerweile ein Umdenken. Nicht alle Hunde werden an ganz kurzen Ketten jeden Tag, den ganzen Tag für den Rest ihres Lebens angebunden.

Manche erfüllen tatsächlich einen Job – und haben dann „Feierabend“, sprich, sie dürfen frei herum laufen und bekommen ihre geregelten Mahlzeiten. Nicht alle werden von ihren Besitzern misshandelt, wissen aber dennoch ganz genau, dass kein Eindringling auf das Grundstück kommend darf.

Einen Kettenhund einfach mitnehmen? Geht nicht so einfach, ist illegal und man sollte sich gut überlegen, ob man das Risiko eingehen möchte. Die andere Option zum Reden: Es gibt auch Tierschutzvereine in Portugal, die man bemühen kann. Ob und inwieweit die sich kümmern, kann ich ehrlicherweise nicht sagen, da mir die Erfahrungswerte fehlen.

3. Der echte Straßenhund.

Kommen wir nun zum Straßenhund in seiner reinsten Form: Der Hund, den alle so gern retten würden. Ich bin per se absolut nicht dagegen, Tieren zu helfen – im Gegenteil. Bei mir sitzen ständig Realität und Traum auf der Schulter und diskutieren.

Straßenhunde in Portugal
Definitiv ein Freigeist

Realität sagt: Schau dir den Hund objektiv an, ob er wirklich Hilfe benötigt, ob er mit einem Leben bei euch wirklich glücklicher wäre oder du dir knallhart in die Tasche lügst – und einem Hund dein Leben aufzwingst.

Traum sagt: OH ICH WILL SIE ALLE RETTEN. KOMM ZU MAMA!

Straßenhunde erkennt man an ihrem fehlenden Halsband. Das ist aber nicht der einzige Indikator, denn auch genug Freigeister „verlieren“ mal ihr Halsband und bekommen so schnell kein Neues. Also: Vorsicht!

Straßenhunde versorgen sich selbst, leben meist in größeren Gruppen und haben irgendwo in Büschen, alten, leer stehenden Häusern etc. ihr zu Hause.

Menschen werden oft gemieden, da die selten etwas Gutes bringen. Manche haben zwar sehr gut einschätzen gelernt, ob der Mensch freundlich ist oder nicht, dennoch wird vor allem um Männer einen großen Bogen gemacht.

„Straßenhunde haben oft ein Rudel und sind eher scheu.“

Straßenhunde machen eher einen verwahrlosten Eindruck und sind scheu. Dennoch sollte man schon genau schauen, bevor man handelt: Ist der Hund verletzt und braucht wirklich Hilfe? Dann vorsichtig nähern, Kontakt aufbauen und ab zum Tierarzt oder eine Tierschutzorganisation bemühen.

Bitte, bitte nähert euch wirklich vorsichtig und stellt sicher, dass keine Straße in der Nähe ist, treibt den Hund nicht in die Enge! Wenn der Hund vor Panik vor ein Auto läuft, ist niemandem geholfen.

Ignoriert Straßenhunde nicht, aber bevor ihr den Hund einfach einsteckt: Schaut euch an, wie der Hund lebt. Ob er Kontakt sucht. Reflektiert, ob ihr so einem Hund gerecht werden könntet, überlegt, ob ihr fair seid, wenn ihr den Hund mitnehmt. Passt er in euer Leben? Oder hört sich die Vorstellung einfach nur romantisch an?

Ein unabhängiger Straßenhund braucht in meinen Augen vielleicht kein neues Zuhause, sondern etwas Futter und Wasser. Stattdessen muss die Bevölkerung aufgeklärt werden, damit Straßenhunde nicht mehr, sondern weniger werden – durch Adoption und vor allem: Kastration.

4. Der Familienhund.

Natürlich gibt es in Portugal nicht nur die Unterteilung zwischen „Hund auf der Straße“ und „Hund an der Kette“. Genau wie in jedem anderen europäischen Land auch, gibt es auch in Portugal Familienhunde. Die leben entweder draußen in einem Zwinger, in einer Hütte oder eben im Haus / in der Wohnung.

Genauso wie in Deutschland auch, gibt es hier diverse Vorstellung der Hundehaltung, wobei ich behaupten würde, dass Portugal bezüglich der „Hunde-Erziehung“ und des Hunde-Trainings (vor allem der Bespaßung) nicht so weit ist wie Deutschland (was ich nicht zwingend als negativ empfinden kann). Welchen Wandel Portugal in der Hinsicht gemacht hat und das vor ein paar Jahren noch alles anders war, darüber habe ich hier: Der Hund in Portugal bereits geschrieben.

Unser vierbeiniger Beinahe-Nachwuchs

Ich habe es oben angekündigt und ja: Es ist vielleicht der wichtigste Teil des Artikels. Denn schließlich ist diese Begegnung überhaupt der Auslöser gewesen, um ihn zu schreiben.

Neulich standen wir auf einem Intermarché-Parkplatz, da ich dort Wäsche waschen wollte. Während ich dies tat, hatte ich eine Begegnung. Ein Straßenhund, nennen wir sie Josie (so habe ich sie insgeheim genannt), kam auf uns zu, näherte sich langsam.

Ich war gespannt, ob sie Kontakt aufnehmen würde – und wie sie das tat! Sie ließ sich ordentlich durchkraulen und wartete dann geduldig, was ich tun würde. Ich holte ihr also Moes Napf, gefüllt mit Wasser, aus unserem Wohnmobil. Diesen füllte ich noch 2 weitere Male, da sie offensichtlich sehr durstig war. Außerdem bekam sie Futter und Hühnchen von mir. Moe war in der Zeit im Mobil und das Herrchen filmte. (Mit Klick auf das Bild öffnet sich das Video.)

Klicken zum Abspielen – Die liebe Josie und ihre Kontaktaufnahme

Irgendwann sah ich die Zeit gekommen und wollte sehen, was sie von Moe hielt. Natürlich ganz ohne Hintergedanken… Moe zeigte sich nicht sonderlich beeindruckt von Josie.

Ja, da war eine Hündin – aber die war sogar ziemlich frech! Zwickte Moe in den Hals, zeigte Besitzansprüche, indem sie sich ganz fest an mich drückte. Das konnte ich so natürlich nicht stehen lassen und bewegte mich ein Stück weg von Beiden.

Josie machte Anstalten, ins Mobil zu klettern – neugierig war sie. Und clever. Irgendwie passte Josie zu uns. Und gleichzeitig doch nicht, denn sie war zu temperamentvoll, Moe nur mäßig begeistert. (Mit Klick auf das Bild öffnet sich das Video.)

Straßenhunde in Portugal
Klicken zum Abspielen – Moe und Josie lernen sich kennen

Und noch etwas hielt mich davon ab, Josie aufzunehmen (neben Herrchens eindringlichen „Die kommt hier nicht rein!“-Rufen): Josie hatte ein Halsband. Und war Freigeist durch und durch. Was habe ich für ein Recht, einen Hund zu klauen, der es gewöhnt ist, frei herum zu streunern?

Josie war gepflegt, die Zähne waren super. Sie war sehr gut genährt (der Speck war ordentlich zu tasten auf den fast nicht vorhandenen Rippen) und das Fell war in Ordnung. Nein, Josie brauchte kein Zuhause – was sie mir kurze Zeit auch deutlich zeigte. Wie einem unsichtbaren Ruf folgend, drehte sie sich um und lief weg. Richtung Häuser.

Ich denke, es war Abendessen-Zeit.

Muss jeder Straßenhund gerettet werden?

Diese Frage muss sich wohl jeder selbst stellen. Für mich gibt es als klare Antwort nur ein „Nein“. Nicht jeder Hund muss, sollte, möchte gerettet werden. Einigen geht es sogar sehr, sehr gut und ein Leben in Gefangenschaft (so drastisch und gemein sich das anhört) bei uns in Deutschland wäre einfach nicht fair.

Mir ist bewusst, dass man das durchaus anders sehen kann und ich möchte auf keinen Fall allen Auslands-Vermittlungsstellen damit unterstellen, dass sie einen schlechten Job machen. Dennoch darf und sollte man das Thema nicht verharmlosen und auf die leichte Schulter nehmen.

„Nicht jeder Hund möchte gerettet werden.“

Nicht jeder Hund gehört gerettet. Nicht jeder Hund zieht die bequeme Couch und die tägliche Fütterung, das Knuddeln und die Auslastung dem Leben auf der Straße vor.

Aber es gibt sie ganz genauso auch: Die Hunde, die wirklich Hilfe benötigen. Die einem Leben auf der Straße nicht gewachsen sind, die ein Zuhause brauchen in dem sie sich wirklich entfalten können.

Wenn wir diesen einen Hund treffen – oh ich bin sicher, er würde bei uns einziehen, wenn es für uns alle passt. Und insgeheim warte ich auf diesen einen Hund, der sich für uns entscheidet. Ob das ein Straßenhund sein muss? Nein. Ein Hund, der gerne ein zu Hause hätte und den Moe richtig dufte findet, das wäre es.

Bis dahin halten wir Ausschau nach den Freigeistern, Kettenhunden, Straßenhunden und helfen mit den kleinen Dingen. Ich halte euch auf dem Laufenden.

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8 Gedanken zu „Straßenhunde in Portugal – vierbeiniger Nachwuchs für uns?“

  1. Hi Nicole, ich finde deinen Beitrag nicht nur klasse, sondern auch total wichtig in Sachen Aufklärung. Ich habe im November einen spanischen Streuner bei mir aufgenommen. Er saß im spanischen Tierheim, circa ein Jahr alt. Und auch Cabo war ein spanischer Straßenhund, den ich als Welpe gefunden habe. Bei Cabo war klar, dass ihn niemand haben wollte und ihn auch keine vermisste, er als Welpe aber Hilfe brauchte.

    Javis Vorgeschichte kenne ich nicht. Wie er ins spanische Tierheim kam, weiß ich auch nicht. Er muss aber bei Menschen gelebt haben. Die wiederum haben ihm keine Grenzen gesetzt, ihn nicht erzogen und ihm so gut wie nichts gezeigt. So interpretiere ich jetzt sein Verhalten nach den 8 Wochen, die er bei mir ist. Dass er die Nähe des Menschen braucht, zeigt er mir jedoch deutlich.

    Ich geben dir vollkommen recht, dass nicht jeder Straßenhund gerettet werden möchte bzw. glücklich über seine Rettung ist. Manchmal ist es tatsächlich falsch verstandene Liebe. Wie du es schon geschrieben hast. Und es gibt auch die Hunde, die draußen nur gemobbt werden von anderen Hunden, vertrieben werden von Menschen und nicht wissen wohin. Ich glaube, solche Hunden sollte man helfen. Generell gilt ein kritischer Blick – immer zum Wohle des Hundes.

    Liebe Grüße
    Silvana

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    • Liebe Silvana,

      herzlichen Dank für den Kommentar. Es ist für mich sehr spannend, weil du ja die andere Seite kennst – und ich gebe dir Recht. Gerade in Cabos Fall hätte ich ganz sicher nicht anders gehandelt. Und der kritische Blick hilft nicht nur, wenn man so wie wir und du damals bei Cabo -unterwegs ist, sondern auch ganz sicher bei der Wahl des richtigen Tierschutzvereins, wenn man einem Hund ein neues Zuhause geben möchte. Eben damit man nicht komplett überrascht wird und einen Hund hat, der total unglücklich über sein neues Leben ist. Bei Javi kann ich nur sagen (anhand der Bilder, die ich bei dir gesehen habe): Alles richtig gemacht!

      Liebe Grüße
      Nicole

  2. Das war eine sehr informative Zusammenstellung der verschiedenen Hundearten auf den Straßen Portugals. Ich hatte keine Ahnung und bin durch die Verhältnisse in Deutschland natürlich sehr verwöhnt. Das Video ist der Hammer.

    Ich weiß nicht, ob ich „Josie“ hätte gehen lassen können. Aber natürlich konntet ihr sie nicht mitnehmen, sie trug ein schickes rotes Halsband. Aber sie war eben auch sehr süß…. Das ist wirklich ein sehr, sehr schöner Film… Möge Euch der richtige Hund begegnen. Ich bin sicher, dass Ihr ihn erkennen werdet.

    Viele liebe Grüße und weiterhin ein gute Reise
    Sabine mit Socke

    • Liebe Sabine,

      vielen Dank! Ja die Josie war eine ganz tolle, clevere Hündin. Aber sie hätte eben auch nicht zu uns gepasst, und, wie ich oben schon schrieb – ich glaube, es wäre einfach sehr unfair ihr gegenüber gewesen, ihr unser Leben aufzudrücken. Der oder die Richtige wird schon noch kommen und uns finden – das war bei Moe ja ganz genauso.

      Liebe Grüße
      Nicole

  3. Wow, alle Achtung. Dein Artikel ist super! Das nenne ich mal eine gute Aufklärung. Denn es gibt da nun mal keine schwarz / weiß Schubladen und ich denke auch, unsere Art zu Leben ist für viele Straßenhunde / Freigeister wirklich Stress.
    Ich kann schon verstehen, dass du Josie toll fandest 😉
    liebe Grüße
    Sandra mit Aaron

    • Hi Sandra,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Ja, die Josie war schon eine Tolle. Aber sie hätte eben auch nicht zu uns gepasst. Ich bin mir aber sicher, dass sie ein sehr gutes Leben hat und es auch gar nicht geschätzt hätte, wenn wir ihr unser Leben „aufgezwungen“ hätten.

      Viele Grüße
      Nicole

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  4. Hallo Nicole,

    ein sehr interessanter und informativer Beitrag. Ich finde es immer wichtig zu differenzieren, leider wird viel zu häufig pauschalisiert. Ich habe selbst von Tierschutzvereinen schon Beiträge gelesen, in denen alle Hunde aus dem Ausland über einen Kamm geschoren werden – werden aus ihrem Umfeld gerissen, verlieren ein glückliches Leben in Freiheit, landen nach der Adoption überwiegend in einem deutschen Tierheim da nicht in eine Familie zu integrieren.
    Vielleicht wäre es Mal an der Zeit, dass sich möglichst viele „Hundemenschen“ zusammen mit Organisationen die sich auf die ein oder andere Art mit Hunden beschäftigen, eine gemeinsame und sachliche Information über Straßenhunde auf den Weg bringen.

    Wir haben selbst einen Hund aus dem spanischen Tierschutz, eher „Schrottplatz-“ als Straßenhund. Telmo wurde nämlich auf einem Schrottplatz geboren und hat dort mit und teilweise auch gegen 24 Artgenossen um sein Überleben gekämpft. Da die Hunde nicht versorgt worden waren, hatten nur die überlebt, die bei der Jagd nach Mäusen und anderen Kleintieren erfolgreich genug waren, auf einem abgeschlossenen Areal und bei dieser Anzahl von Hunden nicht gerade einfach. So ganz nebenbei, von Telmo haben wir sehr viel über das Verhalten und die Kommunikation von den sogenannten Sraßenhunden gelernt, fast noch mehr als von unseren Hundetrainerinnen.

    In Spanien ist gerade die Jagdsaison zu Ende gegangen und damit werden wieder mehrere zehntausend Jagdhunde von den Jägern in einem oft erbärmlichen Zustand aussortiert. Ein großer Teil landet auf der Straße und ist von heute auf morgen für sein Überleben selbst verantwortlich ohne es je gelernt zu haben. Einige werden sich sicherlich einem bestehendem Verband anderer Hunde anschließen, sehr wenige dieser Rudel werden ein relativ „normales“ Leben führen können. Für den größten Teil der Hunde beginnt aber ein täglicher Kampf ums Überleben, ob sie dabei glücklich sind?

    Was ich jedem Urlauber empfehle, sollte er in seinem Urlaubsgebiet irgendein Problem mit Straßenhunden bemerken (verletzter oder augenscheinlich erkrankter Hund, Hunde werden misshandelt), bitte an die örtliche Polizei, den zuständigen Bürgermeister oder eine Tierschutzorganisation wenden (Kontakte findet man über das Internet). Aber bitte auf keinen Fall versuchen den Hund einfach so mitzunehmen, Probleme sind dann vorprogrammiert.

    Herzliche Grüße vom Rhein
    Christoph

  5. Hallo Nicole. Ich denke, das ist auch ein Problem in den osteuropäischen Ländern wie Rumänien, Bulgarien und Moldawien. Es ist einfach schrecklich, dass die Leute sie auf den Straßen lassen und in vielen Fällen tun sie nichts dagegen.

    Ich danke Ihnen für Ihren Beitrag und wir schätzen es.

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  1. Mit dem Hund nach Portugal – Moe & Me

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