Strandhotel Sylt in Westerland: Zu Hause fühlen mit Hund im Hotel

Strandhotel Sylt in Westerland

Zu den Hundstagen waren wir wieder im Strandhotel Sylt in Westerland einquartiert. Das Hotel ist wirklich klasse für einen Urlaub mit Hund, das hatte ich euch bereits im Frühjahr gezeigt.

Dieses Mal wollte ich unseren Aufenthalt dafür nutzen, die Hoteldirektion kennen zu lernen. Mich interessierte, welche Erfahrungen so ein Hotel mit Hunden und ihren Besitzern macht, was das beworbene Hundetreatment ist und nicht zuletzt: Welche Orte auf der Insel als Hundebesitzer wirklich interessant sind.

Ich freue mich, euch heute das Interview mit Frau Meyer-Efland vorstellen zu dürfen.

Mehr Lebensqualität auf der Insel
Mehr Lebensqualität auf der Insel

Frau Meyer-Efland ist ein Hundemensch und, so wirkt sie auf mich, eine freundliche, durchsetzungsstarke Powerfrau. Sie führt das Strandhotel Sylt in Westerland bereits im 11. Jahr, vorher hat sie ein großes Hotel in Düsseldorf geführt, direkt am Rhein.

Nach 8 Jahren in Düsseldorf, die zwar sehr spannend, aber auch kräftezehrend waren, entschied sie sich etwas zu ändern – und wurde Hoteldirektorin im Strandhotel Sylt. „Nur“ 52 Zimmer und eine Küche statt 3 Küchen und Veranstaltungsräume für 250 Gäste. Aber eine bewusste Entscheidung: Etwas weniger Arbeit, dafür mehr Lebensqualität.

Im Interview: Hoteldirektorin Frau Meyer-Efland vom Strandhotel Sylt in Westerland
Im Interview: Hoteldirektorin Frau Meyer-Efland vom Strandhotel Sylt in Westerland

Frau Meyer-Efland, vielen Dank für Ihre Zeit. Dann legen wir doch direkt einmal los. Was wünschen Sie sich von Gästen, die ihren Hund mitbringen?

Ich wünsche mir, dass sie respektieren, dass Sie Gäste und nicht zu Hause sind. Das bedeutet, der Gast soll sich wohlfühlen, die Hotelatmosphäre soll aber auch in einem guten Gleichgewicht bleiben.

Deshalb liegt in den Zimmern der Hundebesitzer auch eine Broschüre. Dort steht unter anderem drin, dass der Vierbeiner im Hotel an der Leine bleiben muss.

Das möchte ich gerne. Es gibt Hunde, bei denen merkt man nicht, dass sie nicht angeleint sind. Die sind brav, bleiben beim Besitzer – kurz, sie fallen nicht auf.

Es gibt aber auch Hunde, die hier durch die Gegend fegen und rutschen und nicht an der Leine sind. Das geht natürlich nicht. Diese Hundebesitzer werden auch von uns angesprochen und darauf hingewiesen. Denn die anderen Gäste möchten sich hier auch wohlfühlen – Hundebesitzer sollten bedenken, dass vielleicht nicht jeder Gast ein Hundefreund ist.

Gab es denn auch schon einmal eine wirklich schlimme Erfahrung mit Hundebesitzern?

Oh ja, die gab es. Mehrere sogar. Es gab einmal die Situation, dass ein Hund wohl viel zu lange allein auf dem Zimmer bleiben musste und Langeweile hatte. Dieser Hund hat dann angefangen, an der Teppichkante zu knabbern – und hat so schnell nicht aufgehört.

Letztendlich sollte das kein Problem sein: Jeder Hundebesitzer ist haftpflichtversichert, das hätte man klären können. Schlimm wurde es, weil der Besitzer den Schaden vor der Abreise nicht bei uns angezeigt hatte – und dann wurde es zu einem Problem.

Nicht nur der Teppich musste erneuert werden, sondern wir hatten auch Ausfallzeiten – es konnte ja nicht vermietet werden! Und so gab es leider auch das ein oder andere böse Wort.

Es ist aber auch schon passiert, dass ich in der Tiefgarage, auf dem Weg nach Hause, einen Hund im Auto weinen hörte. Gäste hatten ihren Hund wohl über Stunden, wenn nicht sogar die ganze Nacht, im Auto „geparkt“. Ich weiß nicht mehr, ob es Sommer oder Winter war, es waren sicher keine Minusgrade – aber trotzdem, so ein Verhalten geht absolut nicht.

In der Broschüre findet der Hundebesitzer alles Wissenswerte
In der Broschüre findet der Hundebesitzer alles Wissenswerte

Diese Gäste konnten wir ausfindig machen, haben sie aufgefordert, ihren Hund aus dem Auto zu holen. Diese waren allerdings alles andere als freundlich, daher haben wir sie im nächsten Jahr, als eine erneute Buchung kam, abgelehnt. So geht es nicht.

Aber grundsätzlich: Die Hunde, die bei uns jedes Jahr kommen, kennen sich mittlerweile sehr gut aus. Wenn die Pendeltür zu unserem Büro offen steht, dann kommen sie rein, sie wissen genau, wo die Leckerlies liegen, gehen zu den Frühstücksdamen, denn dort ist auch eine Schublade mit Leckerlies. Die Hunde kennen sich sehr gut aus, für die ist das hier ein größeres Zuhause.

Das macht mir wirklich Spaß. Es ist ein schönes Gefühl, die Hunde teilweise über Jahre mit ihren Besitzern zu begleiten, diese immer wieder zu sehen. Traurig ist es natürlich dann, wenn der Besitzer plötzlich alleine oder mit einem anderen Hund kommt, dann weiß man genau, was passiert ist. Auch diese Geschichten hören wir uns an, weil wir die Menschen gut kennen. Aber es ist auch für uns nicht immer einfach.

Gibt es bei Ihnen eine Obergrenze für Hunde?

Nein. Aber interessanterweise geht wirklich jeder Hund, der durch die Drehtür aus dem Hotel heraus geht, auf diese kleine Rasenfläche. [zeigt vor das Hotel] Die muss so gut riechen, da geht wirklich jeder hin. [Lacht.] Im Sommer ist wirklich jeder Tisch im Foyer mit Hund besetzt.

Hundetreatment: Leckerlies
Hundetreatment: Leckerlies und Näpfe

Sie beschreiben auf Ihrer Website das sogenannte Hundetreatment. Was kann ich mir darunter vorstellen?

Das Hundetreatment ist eine Aufmerksamkeit des Hauses. Es handelt sich dabei um ein Hundebettchen, 2 Näpfe und Leckerlies. Jemand, der keine Lust hat, sein Hundekörbchen von zu Hause mitzubringen, bekommt bei uns ein Bettchen gestellt. Gerade bei großen Hunden finde ich das sinnvoll.

Wie sieht es mit ihren Mitarbeitern aus, sind die alle hundefreundlich? Ist das vielleicht sogar ein Einstellungskriterium? 

Nein, das ist es nicht. Aber unsere Mitarbeiter kennen meist 10-12 Namen der Hunde, die wir hier zu Gast haben. Das vermittelt auch eine Wohlfühlatmosphäre – da kann vielleicht irgendetwas anderes nicht genau passen, aber dieses Gefühl, die Geborgenheit, wird übermittelt. Als Hundebesitzer ist das ja leider nicht überall gegeben!

Der Kopf so eines Hauses muss also schon eine Affinität zu Hunden haben. Ich bin zum Beispiel kein Reptilienfreund – nicht, dass das besonders häufig vorkommen würde, aber wenn jetzt so etwas angefragt werden würde und eine Person zum Beispiel eine Schlange mitbringen wollen würde – wir würden die Anfrage ablehnen.

Und ein Körbchen gehört auch zum Hundetreatment
Und ein Körbchen gehört auch zum Hundetreatment

Es ist einfacher, wenn man selber eine Affinität zu Hunden hat – so lässt sich das Gefühl auch besser an die Mitarbeiter weitergeben.

Sind Sie selber Hundebesitzerin?

Ja, bin ich. Beziehungsweise, war ich. Leider. Ich gehöre auch zu denen, die nach 17 Jahren dieses Jahr keinen mehr haben. Das merkt man mir auch sehr schnell an, wenn ich darüber rede. [schluckt] Aber es wird irgendwann wieder einen geben…

Was ist eigentlich ihr Lieblingsort auf der Insel?

Das kann ich sofort beantworten, ohne zu zögern. Das war es schon immer und ist es immer noch und ich kann es jedem Hundebesitzer nur empfehlen: Die Südspitze und damit die Odde, Hörnum. Für Hunde und ihre Menschen ist das der perfekte Ort auf der Insel.

Wohlfühlen wird groß geschrieben
Wohlfühlen wird groß geschrieben

Der Ellenbogen kann es auch sein, aber ich persönlich liebe die Südspitze. Man kann dort einmal herum laufen, man hat ein Anfang und ein Ende. Und auf der Halbzeit hat man eine Belohnung – eine Fischbude am Hafen, ein Café… Dort dürfen die Hunde auch frei laufen. Das muss auch so sein. Es muss Plätze geben, wo die Hunde ohne ihre Leine laufen dürfen.

Vielen Dank für das Interview!
Vielen Dank für das Interview!

Und noch eine abschließende Frage: Wo verbringen Sie ihren Urlaub – auch im Hotel?

Ich mache sehr gerne Urlaub im Hotel, wenn es nicht so ein Klotz ist. Ich habe wenig Lust, im Urlaub einen Haushalt zu führen. Ich genieße Dienstleistungen, mag es aber auch nicht unpersönlich irgendwo in der 7. Etage.

Ich kann aber auch mit einem Wohnmobil durch die Gegend fahren und kein Hotel um mich herum haben. Aber am Liebsten bin ich in Hotels. [Lacht.]

Liebe Frau Meyer-Efland, ich danke Ihnen herzlich für Ihre Zeit und Ihre Antworten. Ich kann bestätigen, dass die Hunde allesamt freundlich aufgenommen werden und sich wohlfühlen – für Moe war es wie Nach-Hause kommen, er hat sich im bereit gestellten Körbchen hingelegt und tief geschlummert. Und als er sich später noch einen Keks erbetteln durfte, war er vollends glücklich.

Ich wünsche Ihnen weiterhin vor allem nette und respektvolle Hundebesitzer und natürlich auch, dass bald wieder ein kleiner Vierbeiner in Ihrem Leben herum tapsen darf.

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2 Gedanken zu „Strandhotel Sylt in Westerland: Zu Hause fühlen mit Hund im Hotel“

  1. Hach… das macht richtig Lust auf Urlaub. Schade, dass Shiva so ein Monster ist. Da trau ich mich nicht in Hotels und schon gar nicht mit vielen anderen Hunden. *schnief* Sie kann so ein Traumhund sein, aber manchmal trau ich ihr einfach nicht über den Weg.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva „bin kein Monster“




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  2. Oh, ja Sylt würde ich auch gerne mal besuchen und Hotels liebe ich auch. Zum Glück, dass Socke so hoteltauglich ist… Mal sehen, ob ein Besuch auf Sylt mal möglich ist…

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke, die sich so sehr über Deine schönen Bilder von Dir gefreut hat. Du siehst so lieb und nett aus. Man möchte Dich wirklich gleich umarmen.




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