Snifflen für Dummies – wir lernen es wohl nicht.

Snifflen lernen

Heute ist eigentlich so ein Tag, da könnte ich ein Selbstgespräch führen: „Nicole, mach den Laptop zu. Geh‘ nicht über Los, schreib keinen Artikel.“ Denn diese ewige Beschwerden nerven und wie wir doch in letzter Zeit gelernt haben, ist es viel besser, einen Schönwetter-Blog zu haben.

Ich möchte aber davon erzählen. Und ja: Es ist November, alles ist grau, doof und sowieso. Deswegen habe ich versucht, dem November etwas Positives abzugewinnen. Ich denke an Weihnachten. Mache Geschenkelisten. Bereite mich mental auf unseren Ausstieg vor. Bringe Moe neue Tricks bei. HAAAAAALT STOP.

So jedenfalls der Plan: Der liebste aller Vierbeiner sollte mal wieder was Neues lernen. Ihr kennt das von uns. Frauchen ist 1.000 % motiviert, Hund auch, nichts klappt. Mööp.

Was war es denn dieses Mal?

Genau genommen gar kein richtiger Trick. Moe liebt es, seine Nase zu benutzen – also wollte ich ihm das Snifflen näher bringen.

Moe liebt Nasenarbeit.
Moe liebt Nasenarbeit.

Zur Erklärung: Beim Snifflen soll der Hund aus diversen Geruchs- „Proben“ die eine anzeigen, auf die er konditioniert wurde. Das kann alles Mögliche sein – wir haben mit Pfefferminztee angefangen (eine ausführliche Erklärung, was das Snifflen ist, woher es kommt, was man dafür kaufen kann etc. findet ihr hier: SniffleDog), aber selbstverständlich kann man es auch sinnvoller nutzen. Beispielsweise um Krebszellen zu erschnüffeln, Drogen, bestimmte Zusätze in Lebensmitteln (praktisch bei einer Nussallergie!).

Man braucht dafür ein Behältnis (möglichst undurchsichtig, sonst konzentriert sich der Hund nicht auf seine Nase), einen Geruchsgegenstand (zum Beispiel eine bestimmte Sorte Tee), einen Clicker, Leckerlies, Zeit und Geduld.

Die kleine Box (oder was auch immer ihr nutzen möchtet) wird mit kleinen Luftlöchern versehen, damit der Hund auch wirklich guuuut riechen kann. Selbstverständlich gibt es auch all‘ das bereits fertig zu kaufen, wenn man es nicht selber machen möchte.

Dann wird der Hund langsam an den Behälter herangeführt und, sobald er sich dafür interessiert, Click und Keks. Die Abstände werden immer länger, irgendwann wird nur dann belohnt, wenn Hund zuverlässig sein Schnuti auf dem Behältnis ablegt und „anzeigt“. So weit, so gut. Wir sind nach diesem Video vorgegangen:

Moe ist in diesen Dingen wunderbar zauberhaft. Er lässt sich schnell begeistern. So schnell, dass mir mit einem Schwung der Behälter (übrigens selbstkonstruiert) aus der Hand geschlagen wurde. Ja, das ging gut los!

Wir, bzw. ich, gaben nicht auf. Nächste Runde, neues Glück. Da! Die Nase nähert sich der kleinen, blauen Box. Ein tiefer Atemzug, der Blick zum Leckerchen. Yeay! Er hat es verstanden! Mein Hund ist hochbegabt!

Die Ernüchterung kam schnell. Nämlich dann, als bei den nächsten Versuchen immer wieder versucht wurde, in die Box zu beißen. Wieso denn nur? Ich hatte doch an der richtigen Stelle geclickert?! Wie kommt Moe jetzt auf den Gedanken, er müsste knabbern?

So sieht ein hochbegabter Hund aus. Nicht.
So sieht ein hochbegabter Hund aus. Nicht.

Wir haben es immer wieder versucht. Immer wieder fing es relativ gut an, beim dritten oder spätestens vierten Versuch hat Moe in die Box gebissen. Nach dem Motto: Jetzt mach‘ das Ding endlich auf – sonst übernehme ich das!

Wir sind jetzt bei Tag 8. Ob es einen Tag 9 geben wird – ich habe keine Ahnung. Hochtrabend waren meine Hoffnungen schon. Ich überlegte, wie ich Herrn Moe ein Sniffle Brett selber bauen könnte, sodass es nach Möglichkeit transportabel wäre. Ich sinnierte darüber, welche Gerüche ich ihm noch beibringen könnte. Überlegte, ob ich ihn zum Goldspürhund ausbilden könnte.

Ich und meine Träume. Wir sind schmerzhaft in die Realität geplumpst und in dieser heißt es: In der blauen Box müssen Leckerlies sein!

Halt mal – der Fehler liegt woanders!

Finde den Fehler!
Finde den Fehler!

Es könnte natürlich an der Box liegen. Wie ich eingangs schrieb, ist mein Hund hochbegabt. Und deswegen erinnert er sich daran, dass wir diese Box 2 Mal beim Mantrailing dabei hatten – aus dieser kleinen Box gab es den Jackpot – lecker Fleischwurst!

Sind wir also gar nicht zu dumm zum Snifflen – liegt es wohl tatsächlich am Equipment? Schade. Dann habe ich wohl ganz umsonst eine Box gelöchert.

Wie es übrigens richtig geht, zeigen euch Deco und Pippa – die haben es, im Gegensatz zu uns – richtig drauf!

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