Gastbeitrag: Silvester mit Hund – Teil 8

Es geht nun ganz stark auf Weihnachten und Silvester zu – und damit auch auf das Ende unserer Reihe Silvester mit Hund. Aber keine Sorge: Noch haben wir ein paar Beiträge und Erfahrungsberichte für euch! 🙂 Heute berichtet euch Axinja von ihrem Silvester mit Pinki. Viel Spaß!

„Unser Hundemädchen Pinki haben wir vor vier Jahren aus dem Tierheim zu uns geholt und schnell gemerkt, dass sie ein Angsthund ist: laute Trecker erwecken in ihr panischen Fluchttrieb, umfallende Gegenstände erschrecken sie unheimlich und  auch Feuerwerk und Gewitter stressen sie ungemein.

Das Feuerwerk für uns mal eine große Herausforderung sein wird, haben wir an dem ersten Silvester, das sie bei uns verbracht hat, nicht geahnt und wir waren zugegeben auch nicht darauf vorbereitet. Wir waren mit den Vorbereitungen für die Feierlichkeiten beschäftigt und haben natürlich an alles gedacht, was uns ein schönes Silvester mit Freunden beschert – leckeres Essen, schöne Silvesterdekoration, Silvesterspiele, etc. Doch mit Pinkis Reaktion auf das Feuerwerk haben wir nicht gerechnet.

Kaum waren die ersten Knaller zu hören, hat unsere Pinki aufgehorcht, ist aufgesprungen, ist panisch hin und her gelaufen, hat ihre Rute zwischen ihre Hinterbeinchen geklemmt, ihr Fell im Nacken stand borstig zu Berge und ihr ganzer Körper zitterte heftig. Sie war auf Flucht aus und wir brachten sie in einen ruhigen Raum, in dem sie sich direkt in der hintersten Ecke zu verstecken versuchte. Sie begann zu hecheln und reagierte auf keinen Zuspruch.

Silvester mit PinkiDie Panik in ihren Augen und die blanke Angst in ihrer Körpersprache, war für uns beunruhigend und furchtbar mit anzusehen, da wir es nicht schafften ihr die Angst zu nehmen und ihr zu zeigen, dass alles ok war. Und so haben wir schnell festgestellt, dass wir etwas tun müssen, um ihr die Angst zu nehmen, um ihr Vertrauen zu uns zu wecken und um ihr ein friedliches und stressfreies Leben zu ermöglichen.

In der hiesigen Hundeschule haben wir uns Rat geholt und unseren Bedürfnissen nach angepasst, da wir nicht nur an der Feuerwerksfront kämpfen müssen, sondern auch mit anderen lauten Geräuschen.

Und seitdem ist unser Silvester organisatorisch durchgeplant:

1.     Unserer Pinki geht es am besten, wenn alles seinem gewohnten Gang nachgeht und daher versuchen wir den Silvestertag so normal wie möglich zu gestalten. Das heißt, dass wir keine Hektik verbreiten, ihr den gewohnten Alltag bieten, sie zu einer großen Spaziergehrunde ausführen und sie auch eine gemütliche Kuschelphase auf der Couch bekommt (das gefällt nicht nur ihr, sondern auch Herrchen und Frauchen J ).

2.     Der Ort der Silvesterfeier spielt natürlich eine große Rolle und ermöglicht zwei Optionen: feiert man zu Hause oder auswärts.

2.1 Wird Silvester bei uns zu Hause gefeiert…

–        … werden schon mittags die Rollos heruntergelassen (einige zünden ja doch schon mal verfrüht einen Böller), sodass der Geräuschpegel wenigstens etwas minimiert wird.

–        … dann richten wir ihr einen schönen Rückzugsort ein, sodass sie selbst entscheiden kann, ob sie alleine oder bei uns und den Gästen sein möchte. Entscheidet sie sich für das Alleine sein, dann findet sie an ihrem Rückzugsort folgendes vor: ein Näpfchen mit Wasser, ihre liebsten Kuschelgefährten (Wölkchen, ein kuscheliges Schaf, und Bärchen, ihr treuer Bärenfreund) und ihre Travelbox.

Die Travelbox, dient bei uns nicht nur zum Reisen, sondern kommt überall hin mit wo sich Pinki unwohl fühlen könnte und ein bisschen „Schutz“ braucht – so auch an Silvester.

Pinki mit Spielzeug

2.2  Wird Silvester auswärts gefeiert…

–        …  verbringt Pinki Silvester bei meinen Eltern, die sich liebevoll um sie kümmern.

–        Auch dort wird ihr ein Rückzugsort eingerichtet.

–        Allerdings planen wir es ein, dass wir ab halb 12 nach Hause kommen und kehren erst zur Feier zurück, wenn das Gröbste überstanden ist.

3.     Vor Mitternacht…

–        … bringen wir sie nochmal raus, da das Feuergewerkel oftmals bis morgens um 5 Uhr anhält.

–        … stellen wir Musik an (Musik mag Pinki nämlich) und es mindert das Wahrnehmen der Feuerwerksgeräusche.

4.     Um Mitternacht…

–        … verbringen wir mit ihr die Zeit und stoßen natürlich in aller Ruhe an.

–        … (wenn sie sich nicht in ihrer Box versteckt) massieren wir sie leicht und wollen dadurch verhindern, dass sie sich zu sehr verkrampft und in ihre Angst hineinsteigert.

–        … unterhalten wir uns normal und versuchen ihr dadurch zu vermitteln, dass alles gut ist – würden wir uns aufgeregt unterhalten, würde sie die Aufregung in uns spüren und ihre Angst würde verstärkt werden.

Wir haben auch zwei zusätzliche Tipps der Hundetrainerin bekommen, die bei anderen Hunden vielleicht nützlich sind, bei unserer Pinki jedoch nichts gebracht haben:

5.     Da meine Eltern ebenfalls eine Hundedame haben, der Silvester absolut nichts ausmacht, wurde uns empfohlen, dass sie mit dazukommt, damit Pinki ihre ruhige Ausstrahlung wahrnimmt (sie ist auch sonst im Alltag oft auf sie fixiert), aber in solchen Stresssituationen achtet Pinki nicht auf den Hund meiner Eltern.

6.     Auch haben wir den Tipp erhalten eine CD zu kaufen, auf der Feuerwerksgeräusche abgespielt werden – erst leise und dann immer lauter werdend – und während des Abspielens (natürlich soll das schon Monate vorher trainiert werden) soll der Hund beim Zuhören positiv beeinflusst werden (z. B. durch Spiel und positives Training von Kommandos). Leider hat das bei uns nicht geholfen, denn sie hat auf die Geräusche der CD gar nicht reagiert und kann sehr wohl echtes von falschem Feuerwerk unterscheiden.

Entspannung in der Box

Sicherlich wird man etwas aus dem mitternächtlichen Silvesterspektakel herausgerissen, aber für unsere Pinki machen wir das gerne, da sie uns das ganze Jahr mit Freude erfüllt und für uns da ist, wenn wir sie brauchen. Und wenn man aus dem hektischen Neujahrstrubel heraustritt um in aller Ruhe das Jahr zu begrüßen, dann hat das auch etwas beruhigendes und magisches zugleich. 😉

Diese Vorbereitungen und der organisatorische Ablauf hat ihre Angst im Gegensatz zu den ersten Jahren etwas gemindert und hat geholfen, dass sie sich nicht zu sehr aufregt und sich nicht zu sehr in ihre Angst rein steigert. Leider ist sie nicht komplett angstfrei, aber wir bemühen uns sehr die kleinen Angstbaustellen abzubauen und ihr Sicherheit, Schutz und Vertrauen zu schenken.

Eure Axinja“

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3 Gedanken zu „Gastbeitrag: Silvester mit Hund – Teil 8“

  1. Die Reihe ist total spannend und ich habe schon viele gute Ideen sammeln können. Silvester war für uns nie ein Problem, bis letztes Jahr. Da wurde plötzlich geschossen und Suki hat sich extrem erschrocken. Danach war sie nicht mehr ansprechbar, wir hoffen dieses Jahr wird es wieder anders. Schließlich orientiert sie sich stark an Jussi und dem macht es nichts.

    Liebe Grüße Lily mit Suki und Jussi:)




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  2. Ja,Silvester wird bei uns auch rund um den Hund geplant.Letztes Jahr sind wir in die Faldmark rausgefahren. Wir konnten von da das Feuerwerk in der Ferne sehen und für die Fellnase war es schön ruhig.Seit wir mit Hund sind, waren wir Silvester immer mit ihm zusammen.
    Liebe Grüße und euch allen einen entspannten Jahreswechsel.




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  3. Eine ganz tolle Reihe und einen super coolen Blog habt ihr auf die Beine gestellt! 🙂 Ich finde es immer super schön zu sehen, wie sehr sich die Menschen um ihre Vierbeine kümmern, da geht mir immer das Herz auf! Danke für diese wertvollen Tipps. Ich habe zufällig zum gleichen Thema einen Blogpost veröffentlicht, falls ihr noch mehr zu diesem Thema lesen wollt.
    Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen euch Kiki und Nala von coach dich wuff 🙂




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