Gastbeitrag: Silvester mit Hund – Teil 6

Silvester mit Hund

Heute sind wir schon beim 6. Teil unserer Gastbeitragsreihe zum Thema Silvester mit Hund. Viele Tipps haben wir bereits bekommen und einige Geschichten gelesen, wie andere mit Hund Silvester überstehen. Nun kommen wir zu Edgar und seinem Blog Dackelalarm. Edgar ist auch hier aus Kiel und verrät euch, wie Silvester mit einem Dackel aussehen kann. 🙂 

Silvester mit Dackel Paul

Als ich auf Facebook las, dass Nicole eine Gastbeitragsreihe zum Thema Sylvester machen möchte, habe ich nicht lange gezögert und mich sofort bei ihr gemeldet.

Ich finde Sylvester mit Hund jedes Jahr aufs Neue extrem gruselig. Dabei habe ich bei meinen Hunden das Glück gehabt, das denen die Knallerei entweder ziemlich „schnurzpiepegal“ war oder im Falle von Dackel Paul das eher ein „Partysignal“ war. Jagddackel eben: „Wenn es knallt wird geschossen, und wenn geschossen wird, könnte ja vielleicht ein Vogel vom Himmel fallen, den Dackel apportieren könnte“. Das war jedenfalls der Eindruck den er immer auf uns machte.

Wenn ich das im Kreise der Hundehalter erzähle, ernte ich meist neidische Kommentare von anderen „Hundlern“, die eher das Problem haben, mit den Panikattacken ihres eigenen Hundes umzugehen.

Zugegeben, ich habe lieber einen aufgedrehten Hund als einen verängstigten. Nervig ist es trotzdem.

Los ging es meist direkt am 27, Dezember, wenn die ersten vereinzelten Knaller zu hören sind. Dackel spitzte die Ohren, wurde unruhig und wollte raus, „nachgucken“, was da los ist – und zwar genau so, als wäre die Hündin in Haus nebenan  läufig gewesen.

Eine wirkliche Lösung habe ich für dieses Problem nie gefunden. Da wir mitten in Kiel wohnen können wir der Knallerei in keiner Weise ausweichen. Was (zumindest bis zum 31. Dezember immer ein bisschen geholfen hat, waren „Arbeiten“ und anspruchsvolle Spiele, die Dackelchen richtig gefordert und müde gemacht haben.

Draußen tauschten wir die Flexi in dieser Zeit immer gegen die kurze Leine. Paul hatte nämlich immer die Angewohnheit die Böller zu beschnüffeln und ich glaube nicht, dass das die Teile gesundheitsfördernd sind. Also Schnüffelverbot…

Ganz nebenbei war auch ich mit Hund draußen angespannter als sonst. Während es mir sonst völlig gleich war, wer uns auf unseren Abendrunden begegnete, schaute ich mir die Leute jetzt ziemlich genau an, „Die könnten ja mit Knallern um sich werfen.“ Meine größte Sorge dabei war immer, dass uns ein Knaller, direkt vor die Füße fallen könnte, der dann genau in dem Moment explodierte, in dem Paul da reinbiss.

Während meine Freundin und ich uns das Gassigehen über Jahr verteilt aufteilten, hieß es für mich außerdem, dass in der „Knallzeit“ fast nur ich mit dem Hund draußen unterwegs war, weil Kathi die Knallerei eher weniger mag.

Tipps für ein stressfreies Silvester mit Hund

Der  typischer Sylvesterablauf: Die Gassizeiten werden vorverlegt und es wird früher gefüttert, damit die letzte Hunderunde, die zudem sehr kurz ist, gegen 20 Uhr stattfinden kann. Letzter Griff in die Manteltasche, ob die Taschenlampe dabei ist?

Mit der Taschenlampe leuchte ich den Weg ab, der Sylvester immer voller Glasscherben ist.  Warnweste übergestreift. Dackelweihnachtbaumbeleuchtung (Leuchthalsband plus reflektierender Dackeldecke, die nur zu Sylvester gebraucht wird) einschalten und los geht’s. Auch kurz nach acht ist auf der Runde schon mächtig was los.

Da gibt es nämlich die Familienfeuerwerke, wo die Papas und Mamas ihren Nachwuchs schon mal auf die nächsten Jahre anleiten. Für mich hat das immer was von Spießrutenlaufen, Leute beobachten, evtl. auch erst mal stehenbleiben, wenn die Steppkes schon selber knallen dürfen und das Zeugs durch die Gegend schmeißen. Ich bin mir auch nie sicher, ob die Großen nicht schon zu zugedröhnt sind, um das selber noch kontrolliert hinzubekommen.

Uff die kleine Runde, die sonst 20 Minuten dauert, ist in 40 Minuten gemeistert. „Aufatmen“ Sylvester ist überstanden.

Neujahr geht’s dann weiter. Morgens die erste Runde gegen 8 Uhr. Draußen ist es noch dunkel und die Taschenlampe kommt wieder zum Einsatz. Ganz Kiel scheint mit den Überresten des Feuerwerks zugemüllt zu sein. Auf den Gehwegen liegen überall, kaputte Flaschen (Raketenstartrampen?).

Und jedes Jahr stelle ich mir wieder dieselbe Frage. Nämlich, warum ich das ganze Jahr, wie es ja auch selbstverständlich sein sollte, „unsere“ Hundehäufchen von den Gehwegen entferne, wenn mir diese Leute, für die ich das ja auch mache, die Wege mehr zumüllen, als es ein Dackel in einem ganzen Jahr mit seinen Hinterlassenschaften hinbekäme.

Den nachmittäglichen Neujahrsspaziergang nutzen wir dann dazu uns einen Weg für die Abendrunde auszugucken, wo wir halbwegs bequem laufen können.

Prosit Neujahr 😉

Dackel Paul ist übrigens inzwischen im Hundehimmel und schaut sich das ganze Spektakel von oben an. Die Nachfolge ist inzwischen geregelt und bald kommt wieder so ein kleines Häufchen Dackel zu uns – Wann? Natürlich erst im Januar, damit die Kleine und wir nicht in den ersten Tagen bei uns durch den Sylvesterstress müssen.

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1 Gedanke zu „Gastbeitrag: Silvester mit Hund – Teil 6“

  1. So viel wird in Kiel geböllert? Da bin ich ja froh ein Kleinstadthund zu sein – bei uns hält sich das Ganze in Grenzen und lässt mich weitestgehend kalt.
    Liebe Grüße
    Lotta




    0

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