Selbstständig mit Hund

Das Team von Erdmann & Freunde
Das Team von Erdmann & Freunde

Im März wurde in der Facebookgruppe “DogBlogger” eine Aktion von Ricarda von Dalmatiner Lilly gestartet. Das “Blogbällchen” ist eine Art Kettenbrief und soll die Blogger untereinander mehr vernetzen. Es standen zwei Themen zur Auswahl, „Bürohund“ oder „alleine bleiben“, ich habe mich für das Thema “Bürohund” entschieden. So und nun hat mir Skyla und ihr Frauchen Nina das Bällchen zugeworfen, wir legen mal los! 🙂

Für mich war eines glasklar: Egal wie sehr ich mir einen Hund wünsche, wenn er den ganzen Tag alleine bleiben muss, während ich arbeite, ist die Zeit für einen Hund noch nicht gekommen.

Einen Hundesitter wollte ich nicht beschäftigen. Glücklicherweise habe ich meinen Lebenspartner und Herzensmann Dennis getroffen. Er hat sich damals selbstständig gemacht und ist vom Home Office in ein richtiges Büro umgezogen. Nachdem wir die Anfangszeit der Selbstständigkeit gut überstanden haben, wir einige Zeit zusammen waren und fest stand, dass alles in geregelten Bahnen läuft, konnte ich meinen Wunsch aber nicht mehr unterdrücken.
Dennis hatte bereits Hundeerfahrung, denn er war mit einem West-Highland-Terrier aufgewachsen.

So kann eine Mittagspause auch aussehen!

Genau aus dem Grund hatte er aber die genauesten Vorstellungen, wie unser Hund zu sein hatte: Ein Labrador. Schwarz, denn das passt so gut zu einem selbstständigen Webentwickler. Haaren sollte er wenig, bellen auf keinen Fall. Natürlich sozialverträglich und ruhig im Büro.

Die Suche nach dem perfekten Bürohund begann

Ich fasse es mal kurz und knapp: Dennis vernichtendes Urteil über Moe, als er das erste Bild von ihm sah: „Der schielt, den nehmen wir nicht.“ Kennen lernen wollte ich Moe trotzdem. Und Frauen setzen sich oft durch. 😀 Moe hat Dennis aber auch durch sein einnehmendes, freundliches Wesen beeindruckt und nach einem Probetag, den Moe tatsächlich auch im Büro verbrachte, war klar: Das passt. Moe darf bleiben. Die ganze Geschichte von unserem Kennenlernen findet ihr in lang noch mal hier. Und übrigens: Moe schielt nur ab und zu.

Moes Anfangszeit im Büro

Die erste Zeit war aber dann doch nicht so leicht. Da ich noch studierte, musste Moe wirklich jeden Tag mit ins Büro. Dort hatte er sein Körbchen. Dennis‘ Partner und auch die Angestellten waren unheimlich nett und ich glaube, Moe hat auch viel für das Büroklima beigetragen. Trotzdem: Wenn es klingelt, schlägt Moe an. Das kann auch mal nervig sein, aber man gewöhnt sich auch daran.

Mittlerweile ist Dennis wieder zurück im Home Office, sodass Moe nun jeden Tag zu Hause verbringt. Da ich damals zwar ab und zu auch im Büro  war, aber letztendlich Dennis die meiste Zeit mit Moe verbracht hat, möchte ich ihn gerne selber erzählen lassen. Deswegen habe ich mir 4 Fragen überlegt.

Hand auf’s Herz, Dennis, wie war denn Moes und deine Anfangszeit im Büro wirklich?
Ehrlich gesagt, schwierig. Plötzlich konnte ich nicht mehr frei entscheiden, wann ich meine Pausen mache oder wie ich Kundentermine lege. Einfach mal von morgens bis abends durcharbeiten geht nicht, wenn der Hund seine Gassi-Gänge einfordert. Kundentermine erforderten auch mehr Organisation, denn Moe kann nicht immer mit und muss dann mal eine gewisse Zeit im Büro warten. Das war am Anfang gar nicht so leicht.

Auch Moe musste Lernen, wie man im Büro entspannt. Wenn dort mehrere Leute herumlaufen, telefonieren und ab und zu auch mal Kunden kommen, kann es unruhig werden. Wir brauchten beide unsere Eingewöhnungszeit.
Die haben wir aber gut überstanden. Seit ich wieder von zu Hause aus arbeite, geht es Moe aber wahrscheinlich noch besser. Zwar fehlen ihm die Kollegen und die Abwechslung, dafür hat er hier sein Zuhause und seine Routine.

Zuhause ist es am Schönsten!

Erzähl uns doch mal deine schönste Büro-Geschichte mit Moe.
Wir hatten damals zwei Mitarbeiter, die beide Angst vor Hunden hatten. Sie kamen beide aus anderen Ländern. Dort hat der Hund einfach einen anderen Stellenwert als hier bei uns. Zu Anfang war es also etwas schwierig, der Respekt Moe gegenüber war groß und sie ignorierten ihn hauptsächlich. Moe kann das natürlich nicht gut ertragen und überschüttete sie jeden morgen mit seiner Freundlichkeit. Die herzliche Begrüßung von ihm, das zwischendurch mal Hallo sagen- irgendwann verloren beide Mitarbeiter ihre Angst und Zurückhaltung und Moe hatte 2 neue Spielkameraden gewonnen. Es ging dann soweit, dass beide enttäuscht waren, wenn Moe mal nicht mit ins Büro kam. Es war echt schön zu sehen, wie viele Freude Moe ins Büro bringt.

Drehen wir es mal um: Was ist denn das blödeste Erlebnis im Büroalltag gewesen?
Da muss ich jetzt tatsächlich mal überlegen… Ich glaube, das blödeste Erlebnis, dass wir einmal hatten, war mit einem Kunden. Dieser hatte nicht nur Angst vor Hunden, seine Religion verbot ihm auch, Kontakt zu Hunden zu haben, bevor er in die Moschee geht. Er durfte also keine Hundehaare an der Kleidung haben. Das war eine sehr heikle Situation, denn auch im Büro ist es nicht klinisch rein und bei einem Langhaar-Hund kann es eben mal passieren, dass sich dort irgendwo ein Hundehaar befindet.

Der Bürohund Moe

Wie lautet denn dein persönliches Fazit zum Bürohund?
Moe ist im Grunde wie ein Kind, das nie erwachsen wird. Nehmen wir einmal an, er hat gesundheitliche Probleme, zum Beispiel Durchfall. Das ist eine Ausnahmesituation, die ich aber mittlerweile sehr locker sehen kann. Ich mache mir keinen Stress mehr, wenn ich aus diesem Grund einen Kundentermin absagen muss. Denn wenn der Hund krank ist, ist das wichtiger.

Was wirklich toll ist: Moe zwingt mich dazu, Pausen zu machen. Auf mich zu achten. Bei den gemeinsamen Gassi-Gängen bekomme ich den Kopf frei, ich kann abschalten und mich entspannen. Eine sehr kluge Frau hat mal zu mir gesagt:

„Wer einen Hund hat, muss sich um Stresskrankheiten wie Burn-Out weniger Gedanken machen.“

Das ist irgendwie bei mir hängen geblieben und mittlerweile würde ich ihr Recht geben. Denn wenn ich zwischendurch Moe streichle, kann ich runterkommen. Deswegen war es eine tolle Entscheidung, einen Hund aufzunehmen und ihn zum Bürohund zu machen. Und ich denke, Moe ist auch froh darüber, nicht lange und jeden Tag alleine sein zu müssen.

Baden im Sommer

An den meisten Tagen beneide ich Dennis wirklich sehr. Zuhause zu bleiben, den Hund immer um sich haben zu können- das ist schon ein Luxus. Ich kann Moe leider nicht mitnehmen, mein Chef ist absolut gegen Hunde.
Ich freue mich auch für Moe, denn er hat sein Herrchen immer um sich herum. Und ich weiß mit Sicherheit, dass sich um Moe immer super gekümmert wird.

So und nun werfen wir das Blogbällchen weiter an Rebecca von Les Wauz, sie hat das Thema: „Hund im Büro vs. Hundesitter“. Wir sind gespannt! 🙂

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11 Gedanken zu „Selbstständig mit Hund“

  1. Die Regelung bei Euch hört sich ja sehr gut an 🙂
    Besser kann es ja eigentlich nicht sein….
    Ach, wie gerne würde ich auch 24/7 mit meinen Hunden verbringen!
    Aber leider ist das bei mir auch nicht möglich!
    Das Blögbällchen dazu rollt erst im Mai bei uns vorbei 🙂

    Ganz liebe Grüße von der Couch
    Steffi mit Ren & Stimpy

    • Wir sind gespannt, was ihr berichtet! Ich glaube, jeder Hundehalter wäre gerne 24/7 mit seinem Hund zusammen, aber leider geht das eben nicht immer… Und für manche Hunde ist das ja auch gar nichts. 😉 Die wollen schließlich auch mal ihre Ruhe.

      Liebe Grüße an euch 3!

  2. Super Artikel! Da hat Moe richtig viel Glück 🙂
    Davon träume ich auch… Mein Freund macht gerade seinen Master in Architektur, in einem Jahr hat er also auch einen typischen Bürojob, vllt haben wir auch das Glück das Molly mit ihm zur Arbeit gehen kann.

    Liebe Grüße an euch drei!

  3. Supertoller Artikel. Es freut mich sehr, dass Moe immer jemanden um sich hat. Besser kann eine Lösung kaum sein.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

  4. Luna darf auch manchmal mit zur Arbeit. Das macht richtig Spass, vor allem die Kollegen freuen sich immer – sie ist halt ein kleiner Sonnenschein.

    Dass du Moe mitnehmen durftest, finden wir richtig toll. So ein Hund entspannt auch sehr – nur mit seiner Anwesenheit. Wir würden auch gerne mit Luna 24/7 zusammen sein, das geht aber leider nicht. Aber sie kommt sehr gut damit zurecht!

    LG Jérôme

    PS: Tolle Fotos, besonders dass „Wasserbild“!

  5. Toller Artikel – @ „Dennis“, ich habe zu hundert Prozent die gleichen Erfahrungen gemacht wie Du, ich meine für mich sogar, dass ich mit Hund im Büro entspannter und kreativer bin, als ohne.

    Viele Grüße
    Edgar

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