Schöne Zeiten.

Schöne Zeiten.

Ja, ich weiß. Es ist eigentlich nicht üblich, mal das Schöne zu betonen. Viel mehr Klicks und Aufmerksamkeit bekommt man ja bekanntlich mit den mega Schlagzeilen, mit den Horrorgeschichten, mit den negativen Beiträgen. Darauf habe ich heute aber keine Lust.

Es ist gibt viel zu viel Negatives, dem man begegnet. Heute soll hier Platz sein für das Schöne. Und damit meine ich nicht nur visuell.

Glücklich sein.

Neulich habe ich ein Foto bei Instagram gepostet. Es ist ein Schnappschuss, nichts Professionelles oder Aufwendiges. Es ist ein Foto von Moes Pfote auf meinem Bein, wie er mich festhält. Und dann habe ich noch einen Schnappschuss gepostet. Auf diesem Foto ist Moe zu sehen, wie er seinen Kopf auf meinem Schoß ablegt.

Klingt erst einmal nicht spannend, das weiß ich. Und wie gesagt: Von außen betrachtet, sind das Fotos wie jede anderen. Für mich sind sie aber besonders.

Moe mochte eine lange Zeit nicht bekuschelt werden und hat von sich aus nur selten wirklich Körperkontakt gesucht (ich habe darüber mal geschrieben: Wie viel Nähe braucht ein Hund?). Daher sind solche Momente, in denen er freiwillig meine Nähe sucht, sich auf mich legt, an mich kuschelt, pures Gold für mich.

Und ja: Die Fotos sind unprofessionell, unscharf und nichts Besonderes. Für mich bedeuten sie so viel.

Ausgelassen sein.

3 Wochen. 3 Wochen an der Leine, 2 Wochen mit Verband, 3 Wochen ohne Toben, ohne Springen, ohne Wettlauf. Und dann dieser Tag in dieser Woche, als Moe endlich wieder den Turbo einschalten durfte – zwar noch kontrolliert und nicht so lange wie vorher, aber immerhin.

Ausgelassen sein.
Ausgelassen sein.

Dieser Moment, als die Leine „Klick“ machte und ich sagte: „Komm Moe. Los geht’s!“ – und er mit einem lauten Bellen lossprang und -lief. Herrlich. Den Moment gesehen, genossen und direkt für schlechte Zeiten eingespeichert. Ich liebe diesen Hund.

Dankbar sein.

Dankbar. Für so unglaublich viele, liebe Worte, die mich jeden Tag erreichen. Als Kommentar, per Mail, per Instagram, Facebook. Für Postkarten, für Bücher, für „Ich habe an dich gedacht, vielleicht ist das was für dich.“.

Das genau mir sowas passiert, ich hätte es im Leben nicht gedacht. Da schreibt man einfach nur einen Blog, macht ein paar Fotos und nimmt doch einige Leute mit auf diese Reise, auf dieses Abenteuer von Moes Leben.

Dankbar sein.
Dankbar sein.

Und nicht nur das. Ich bin sehr dankbar für mein Leben. Das wir alle gesund sind. Das wir Pläne schmieden können. Das ich jeden Tag so verbringen kann, wie ich es möchte.

Selbstbestimmt und nicht mehr fremdbestimmt. Das ich morgens wieder aufstehen kann, das ich die Kraft habe, das Leben zu meistern. Das für mich damals wichtige Menschen mich nicht mehr aus der Bahn werfen.

Paddelig sein.

Ich wurde erzogen in dem Glauben, dass Fehler Schwäche sind. Und Schwäche zeigt man nicht. Verpeilt sein oder auch: Paddelig sein, ist eine Schwäche. Denn wenn man etwas nicht richtig macht, stolpert, hektisch ist, zeigt man Schwäche.

Ich habe lange gebraucht, um zu merken, dass nicht ich schwach bin. Ich bin nicht schwach, weil ich mich manchmal zum Volltrottel mache, weil ich die eine bin, die im vollen Supermarkt ausrutscht. Schwach ist der, der nicht mitlacht, sondern sich für den anderen schämt.

Paddelig sein.
Paddelig sein.

Nein, ich verhalte mich nicht bewusst „idiotisch“, ich bin so. Glücklicherweise nimmt mir Moe das nicht übel. Vielleicht haben wir deswegen zu einander gefunden.

Was ich daraus gelernt habe: Benimm dich fürchterlich daneben. Der Mensch, der dann an deiner Seite ist und mit dir lacht, ist genau der Richtige. Einer jedenfalls hat das bisher geschafft und der ist seit mittlerweile 9 Jahren an meiner Seite (so schlimm kann es also nicht sein).

Hoffnungen und Träume

Was ich noch gelernt habe: Es ist so wichtig, Hoffnungen und Träume zu haben. Ich hoffe, dass Moe mich noch lange begleitet. Das er gesund bleibt. Das seine HD sich weiterhin nicht schmerzhaft äußert. Und ich habe Träume. Für mich. Für uns. Und hoffe so sehr, dass sie wahr werden.

„Ich bin dieses verrückte Kind, das losrennt, um das Leben zu umarmen. Das hinfällt, wieder aufsteht und mit zerschlagenen Knien weiterläuft. Dieses verrückte Kind, das Hoffnung heißt und an die Liebe glaubt.“

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