Schnüffelstunde: Moe & Me goes Hundstage

Hundstage Sylt Schnueffelstunde

„Eine Schnüffelstunde? – Was passiert denn da?“

Wie man häufig bei uns liest, waren wir nie in einer Hundeschule. Zumindest nicht so richtig. Bei den Hundstagen auf Sylt hatten wir nun das Erlebnis, eine richtige Hundetrainerin zu erleben mit einer Stunde, die so ablief, wie ich es mir immer vorgestellt habe. Und das nicht zwingend im positiven Sinne.

Das hier soll kein Hundetrainer-Miesmacher-Post werden, ganz sicher nicht. Und ich werde auch versuchen, das Ganze so diplomatisch zu halten wie mir möglich ist. Auf keinen Fall werde ich irgendwelche Namen nennen, denn das wäre nicht fair (zumindest wenn die Person keine Chance hat, sich zu wehren).

Heute geht es also um unser „Hundeplatz“-Erlebnis, die Schnüffelstunde – und was wir daraus gelernt haben.

Hundstage auf Sylt: Programm für Zwei- und Vierbeiner

Zweimal im Jahr finden sie statt: Die Hundstage auf Sylt. Schon bei unserem letzten Besuch haben wir an einem Kurs teilgenommen, ihr erinnert euch vielleicht. Damals waren wir beim Geocaching mit Hund, das uns wirklich super gefallen hat.

Das Angebot ist immer riesig und man schafft gar nicht alles. Ich hatte einiges, das mich interessiert hätte. Aber entweder hat es zeitlich nicht gepasst oder: Es war mir schlichtweg zu teuer.

Schnüffelstunde für Anfänger
Schnüffelstunde für Anfänger

Ich bin da ganz ehrlich, manchmal bin ich sehr knickerig, was die Bespaßung meines Vierbeins und mir angeht. Vor allem, wenn ich nicht abschätzen kann, ob es wirklich eine gute Erfahrung werden wird.

Die Schnüffelstunde kostete pro Hund 20 €. Das war tatsächlich oberste Schmerzgrenze, aber ich wollte dorthin um noch etwas zu lernen.

Schnüffelstunde: Ist mein Hund tatsächlich hochbegabt? Oder was?

Konditionierung auf den Dummy
Konditionierung auf den Dummy

Die Schnüffelstunde fand auf einem Campingplatz relativ weit draußen statt. Mit dem Bus war es gerade noch so zu erreichen, aber anscheinend setzte man eher auf die Gäste mit Auto/Taxi. Egal, wir sind ja gut zu Fuß und ein Spaziergang hat mich noch nie von etwas abgehalten. 😉

Die Begrüßung der Trainerin war direkt etwas sehr frostig, angemessen der kalten Temperatur draußen. Auf meine Frage, ob mein Freund wohl Fotos machen dürfte, da ich die gerne auf dem Blog verwenden würde, wurde mit den Augen gerollt und gemeint, so lange niemand sonst drauf ist, kann ich tun was ich will.

Erwähnte ich schon, dass ich die 20 € bereits im Vorfeld bezahlt hatte? Das wäre wohl der richtige Zeitpunkt für eine Umkehr gewesen.

Aber manchmal bin ich ja doch stur. Und ich wollte 2 Dinge bei dieser Schnüffelstunde erreichen.

  1. Moe sollte sehen, dass er mit anderen auf einem Haufen stehen und Übungen machen kann, ohne jemanden Fressen zu müssen oder gefressen zu werden.
  2. Ich wollte neuen Input, wie ich Moe und seine Nase auslasten kann.

Wir bekamen alle einen Mini-Dummy, in den Kekse gefüllt werden sollten. Niedliche Idee. Ich hatte zwar etwas Sorge, dass Moe den Dummy samt Inhalt direkt schlucken würde, aber glücklicherweise war er sehr vorsichtig.

Dann sollten wir uns alle in einer Reihe aufstellen, die Dummys wurden in einer Steinmauer versteckt und der Hund sollte suchen.

Die schreckliche Steinmauer
Die schreckliche Steinmauer

Hm. Zum Aufwärmen war das wohl in Ordnung, aber Moe kennt das ja nu. Andere, die in der Richtung noch nie etwas mit ihren Hunden gemacht hatten, waren Feuer und Flamme. Ja, es gibt sie ganz offensichtlich: Hunde, die noch nie ihre Nase einsetzen durften, außer zum Artgenossen abschnüffeln. Echt schade.

Danach ging es weiter im Programm. Intelligenzspielzeuge wurden ausgepackt. Mehrere Plastikdinger von Trixie und Co., außerdem ein Schnüffelteppich.

Wir stellten uns alle in einem Kreis auf, jeder an einem Spielzeug, bzw. einer musste an der Steinmauer bleiben. Und dann wurde munter durchgetauscht.

Moe kannte es noch nicht und hat es auf Anhieb verstanden. Super!
Moe kannte es noch nicht und hat es auf Anhieb verstanden. Super!

Ich sicherte mir direkt ein Spiel von Trixie, das Moe so noch nicht kannte. Dort mussten Schubladen aufgezogen und Klappen geöffnet werden. Ich war mir sicher, er würde das nicht schaffen.

Aber, oh Wunder: Der Hunger war groß genug. Wir bekamen tatsächlich ein Lob! Und ich war mächtig stolz. 🙂

Das „Knochen-Solitär“ war auch keine große Neuheit, Hütchen hochheben kann Moe mittlerweile. Das nächste Spielzeug, auch aus Plastik, war kaputt – das war nicht so cool. Ich beschloss, Moe nicht daran zu lassen, denn ich wollte nicht, dass er sich verletzt. Was ich nicht wusste: Damit zog ich mir so richtig den Unmut der Trainerin zu.

Näher möchte ich darauf jetzt nicht eingehen, aber ich blieb stur. Wir gingen dann freiwillig an die Steinmauer, denn auch den Schnüffelteppich, der uns bereits bekannt ist, haben wir lieber anderen Nasen überlassen.

Da war ich sehr stolz auf Moe!
Da war ich sehr stolz auf Moe!

Nächste Übung: Dummy im Gebüsch ablegen, Hund suchen lassen. *gähn* Ich wartete auf wirklich was Neues. Irgendwas…

Zum Glück kam das noch. Ein Schnüffelbrett aus Holz, bei dem der Hund nicht ans Leckerchen kommt, sondern oberhalb, bei einem kleinen Loch, anzeigen muss, wo genau das Leckerchen liegt. Das war tatsächlich nach meinem Geschmack und ich fand es eine prima Idee.

Das war es aber auch schon. Abschließend ging es nochmal an die Mauer – da war es dann wirklich für mich vorbei. Ohne großen Aufhebens verschwanden wir nach den Schlussworten und vor der großen Verkaufsveranstaltung am Schluss (natürlich konnte man die Dummys erwerben. Wäre ja doof, wenn nicht.).

Mein Fazit

Vielleicht, ja vielleicht bin ich da mit der falschen Einstellung hingegangen. Ich dachte, ich könnte was lernen. Leider war das überhaupt nicht so. Man hätte es wirklich „Schnüffelstunde für Anfänger“ nennen dürfen, dann hätte ich gewusst, was ich erwarten darf und was nicht.

Für mich waren es nur Lektionen, die absolut nicht neu sind und die jeder eigentlich irgendwie kennen sollte, wenn er einen Hund hat. Aber vielleicht sehe ich das auch total falsch.

Für mich war es auf jeden Fall eine weitere Bestätigung, das wir und der Hundeplatz nicht so wirklich zusammen passen. Vielleicht bin ich zu sehr Besserwisser. Und ganz bestimmt komme ich nicht mit jedem Menschen zurecht.

Kennen wir schon zur Genüge…
Kennen wir schon zur Genüge…

Aber wenn ich in einer Stunde viermal zu einer Mauer geschickt werde, um da einen Dummy zu verstecken – wäre Moe nicht so verfressen, hätte er mir wohl einen Vogel gezeigt. Ich merkte auch richtig, wie seine Motivation im Verlauf immer weiter nachließ, denn er hat ja genau gesehen, wo ich den Dummy versteckt hatte! Dafür ist er einfach viel zu erfahren.

Für Anfänger auf dem Gebiet war es bestimmt lehrreich und teilweise war es erschreckend, wie wenig manche Menschen sich mit ihrem Hund beschäftigen. Aber das ist nun wirklich ein anderes Thema.

Wir verabschieden uns nun erstmal in den Dänemark-Urlaub. Aber wir versorgen euch weiter mit Blogartikeln, denn unsere Gastartikel-Reihe zum Thema Silvester mit Hund geht munter weiter. 🙂

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4 Gedanken zu „Schnüffelstunde: Moe & Me goes Hundstage“

  1. Wir wünschen Euch erholsame Tage in Dänemark. in denen ihr diese Stunde vergessen könnt. Das hört sich wirklich nicht gut an. Un Socke wäre nie an Dinge gegenagen, wo andere Hunde vorher… Igitt…..

    Ich war auch schon auf Seminaren, auf denen mit bekannte Dinge präsentiert wurden. Gleichsam habe ich aber auch immer ganz viel über mich und Socke gelernt. Man bekam ein Feedback, neue Idee und Sichtweisen. Daher sind Wiederholungen manchmal auch nicht schlecht….

    Oder liegt es am Alter, dass man öfter mal eine Wiederholung vertragen kann.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




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  2. LOL! Ich konnte so sehr nachvollziehen, wie du dich in der Stunde gefühlt haben musst. Beim Lesen habe ich mich dabei ertappt, wie ich gedacht habe „wie, und das ist jetzt alles für 20 Euro!?“ Da hätte wirklich der Hinweis auf „Anfänger“ irgendwo stehen müssen. Das hat nichts mit Besserwisserei zu tun. Du hast halt schon mehr mit Moe gemacht. Aber es ist immer wieder erstaunlich wie wenig Hundebesitzer über Nasenarbeit wissen. Also dass man ein Leckerli für den Hund versteckt, ist ja nun keine bahnbrechende neue Erkenntnis. 😉

    Wünsche euch einen tollen Urlaub in Dänemark!




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  3. Erst für etwas bezahlen und dann noch angefaucht werden? Nicht gerade die feine, englische Art. Da wäre ich auch echt angefressen gewesen. Und Hundeschule? Wer braucht den so etwas? 😀 Meine war auch nie bei so was und ich kann nicht behaupten, dass ihr das geschadet hat! 😉

    Auf jeden Fall wünschen wir euch einen erholsamen und lustigen Urlaub in Dänemark!

    Cornel, Joy & Keana




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  1. DIY: Mini Dummy selber nähen | Hundeblog Moe and Me

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