Schlingfresser Moe: Wie leere ich meinen Napf in 30 Sekunden?

Schlingfresser Moe
Schlingfresser Moe

Moe ist ein richtiger Fresssack. Alles Essbare, was irgendwie herum liegt, wird gnadenlos aufgefuttert. Man sollte denken, dieser Hund wäre irgendwann einmal satt – aber das ist natürlich nicht der Fall.

Hunde haben kein Sättigungsgefühl wie wir Menschen. Das kommt wohl noch vom Wolf, der fressen musste, wenn es etwas gab – um vorzusorgen, wenn mal kein Karnickel vorbei kam.

Moe hat das auch zu 100 % in sich drin, und leider nicht nur das. Moe ist ein sogenannter Schlingfresser.

Der Schlingfresser: 30 Sekunden sind zu unterbieten!

Nur 30 Sekunden!
Nur 30 Sekunden!

Genau das könnte man denken, wenn man Moe Futter gibt. 30 Sekunden sind wirklich seine Bestzeit. Egal wie groß die Stückchen Fleisch sind, sie werden einfach hinunter gewürgt – notfalls mit Gewalt, gefolgt von kurzzeitiger Atemnot, Husten, Würgen und schlussendlich zufriedenem Schmatzen. Als ob er sich selber gratulieren würde: „Gut gemacht. Kann dir keiner mehr wegfuttern.“

Was sich lustig anhört, sieht kein Stück lustig aus und kann auch gefährlich werden.

Natur vs. gemäßigtes Fresstempo

Das Schlingen hat der Hund vom Wolf. Dieser muss in der freien Natur, um Konkurrenzkämpfen zu entgehen und sich das beste Stück zu sichern, schnell seine Beute fressen. Ist ja auch alles in Ordnung. Moe hat aber keinen Konkurrenzkampf, weder mit einem anderen Hund, noch mit mir (Bäh).

Ich habe es auch nie als wirklich schlimm betrachtet, dass Moe so schlingt – im Gegenteil. Ein bisschen haben wir dafür auch gesorgt. Um keinen Futtermäkler zu haben, hat Moe so manches Mal hungern müssen, gerade damals, als er noch Trockenfutter bekam und das nicht so wirklich mochte.

Aber auch heute kann es vorkommen, dass er mal hungern muss, vor allem, wenn es gebratene Hühnchenleber gibt. Dann wird mein lieber Moe zum Schmolli und am Abend zum Schlinger.

Warum mir das Schlingen jetzt Sorge bereitet

Das schmeckt so gut!
Das schmeckt so gut!

Sorgen mache ich mir erst, seitdem Moe immer mal wieder nach dem Fressen Schluckauf hat. Zudem habe ich das Gefühl, dass die Draußen-Fütterung ihn noch mehr antreibt, schneller zu fressen. Ich habe Angst, dass er durch das Schlingen irgendwann eine Magendrehung hat oder sich so extrem verschluckt, dass er keine Luft mehr bekommt.

„Das ist nur eine Frage der Erziehung!“

Das musste ich mir bereits anhören. Angeblich kann man jedem Hund beibringen, sich beim Fressen zu mäßigen, sodass er es tatsächlich „genießt“. Ich denke zwar nicht, dass ein Hund in unserem menschlichen Sinne sein Futter wirklich genießt. Klar unterscheidet Moe in

  • Schmackofatziglecker
  • Sehr lecker
  • lecker
  • fressbar
  • der Hunger treibt’s rein, der Geiz behält’s drin
  • (fast) ungenießbar, aber irgendwie geht’s
  • ungenießbar

aber ich würde nicht so weit gehen, zu sagen, dass er sich Leckereien auf seiner Gourmetzunge zergehen lässt.

Einen Hund kannte ich, der konnte das: Mottka, die Golden-Retriever Hündin aus Berlin. Mottka hat den Käse ganz vorsichtig und langsam aus der Hand ihres Herrchens gefuttert. Ganz zart abgebissen und langsam gekaut. Der Blick des Herrchens, als Moe die Käsescheibe einfach aus der Hand inhalierte, war genial. 🙂

Moe kann nicht genießen und ich bin sicher, dass ich ihm das auch nicht beibringen kann. Aber gegen das Schlingen an sich, dagegen kann man etwas tun.

Futter mal anders

Wir hatten eine sehr lange Zeit die Northmate Green* für Moe im Einsatz. Seitdem wir barfen, finde ich es allerdings etwas eklig, das Fleisch und das Gemüse dort hinein zu schieben, gerade weil Moe auch extrem rummatscht. Wenn man jedoch Trockenfutter füttert, ist die Northmate super (Wir haben diese damals einmal vorgestellt, zum Artikel geht es hier).

Der Hund wird beim Fressen ausgebremst und sein Gehirn ein bisschen anstrengen, um an die Bröckchen zu kommen. Vor allem dann eine tolle Idee, wenn man entweder keinen Garten zur Verfügung hat oder schlechtes Wetter ist.

Füttern aus der Hand: Nette Sache, vor allem weil die Bindung gestärkt wird, man selber das Futter einteilt und so langsam und portionsweise gefüttert wird. Mit Gummihandschuhen klappt es dann auch bei matschigem Fleisch. 😉

Unser heiß geliebter Kong wird oft und gerne genutzt, da man das Fleisch dort wunderbar einfüllen kann. Leider ist er in der Größe L trotzdem noch zu klein, um die ganze Portion dort einzufüllen. Trotzdem kommt er zum Einsatz, die Restportion wird dann im Garten verteilt (bei schönem Wetter) oder eben doch aus dem Napf gegeben – sozusagen als Nachtisch.

Schnell weg damit!
Schnell weg damit!

Dummytraining – auch eine tolle Sache, um die Futterportionen einzuteilen. Leider auch nicht immer praktikabel: Wer schon mal zermatschen Pansen im Dummy hatte, weiß, wovon ich spreche. Es stinkt, es ist wirklich eklig und durch den Hundesabber hat man es selber überall. Zum Glück ist der Dummy waschbar, aber für jeden Tag ist das trotzdem nichts.

Die günstigste Alternative ist wohl das Futter im Garten verteilen, also ein kleines Suchspiel. Dabei kann man nur hoffen, dass man

  1. nicht vom Nachbarn gesehen wird
  2. der Hund nicht irgendeine Stelle vergisst

Fleisch im Garten ist nicht so lecker, vor allem, wenn man im Sommer barfuß hinein latscht (alles schon passiert). Trotzdem ist es die günstigste Alternative und der Hund ist beschäftigt.

Außerdem gibt es diverse Anti-Schlingnäpfe im Handel, die ich aber auch nicht für kaufenswert erachte. Ein guter Trick, den ich noch gefunden habe, wäre, sich selber so einen Anti-Schlingnapf zu bauen. Das würde wohl leicht gehen, indem man einen Ball oder einen großen Stein in den Napf legt und der Hund drum herum fressen muss.

Also, ich rate mal ins Blaue hinein: der Ball wäre bei Moe in Sekundenschnelle aus dem Napf, dann würde das Futter aufgefressen – auch in Turbogeschwindigkeit, aber immer mit einem Auge auf dem Ball, nicht das der wegkommt – und dann würde mit dem Ball durch den Garten getobt. Hallo, Magendrehung.

Fazit

Bei uns gibt es Futter immer häufiger aus „Hilfsmitteln“ statt aus dem normalen Napf. Das heißt, draußen verteilt im Garten (im Baum, verbuddelt, im hohen Gras), im Kong oder im Dummy (wenn es Fleischbrocken sind). Trotzdem aus Faulheit immer mal wieder aus dem Napf – dann aber in anderer Konsistenz.

Sobald die Ration flüssiger ist, braucht Moe länger, um den Napf leer zu bekommen. Er kann das Fleisch nicht einfach mit der Zunge in den Rachen schaufeln, sondern muss sich wesentlich mehr bemühen. Der zusätzliche Vorteil ist die vermehrte Flüssigkeitsaufnahme.

Um die Ration flüssiger zu machen, braucht es auch nur etwas Wasser oder Kopfsalat oder eben Salatgurke. Diese frisst Moe sowieso unheimlich gerne auch pur, sodass sie im pürierten Zustand jedes Menü aufwertet. 😉 Mit dieser Taktik fahren wir derzeit sehr gut und der Schluckauf hat abgenommen.

Nach dem Essen sollst du ruh'n...
Nach dem Essen sollst du ruh’n…

Habt ihr auch solche Schlinger zu Hause oder haben eure Hunde bessere Tischmanieren?

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