Rezension: Fellherz St. Pauli

Rezension: Fellherz St. Pauli

Das hier, meine Lieben, wird keine normale Rezension. Erst einmal weiß ich gar nicht, wie man sowas korrekt macht, zum anderen verdient dieses Buch keine schnöde Rezension.

Fellherz St. Pauli* von Simone Buchholz und der Fotografin Debra Bardowicks – wie beschreibt man ein Buch, das so voller Herz steckt?

Die Geschichte beginnt mit einer Mail aus Hamburg, vom Ankerherz Verlag. Kannte ich bis dato nicht. Ich schaute mir die Website an und war direkt fasziniert: Die machen so herrliche Sachen neben den ganzen Büchern!

Rezension Fellherz St. Pauli
Rufus: Eine meiner liebsten Geschichten

Aber: Hamburg. Und das Buch, das ich rezensieren durfte, mit Geschichten aus Hamburg. Zwar mit Hunden, aber hey: Hamburg und ich – nee, das passt doch irgendwie nicht zusammen. Oder doch?

Ich habe ja schon mal erzählt, Hamburg ist nicht meine Stadt. Wir mögen uns nicht so richtig. Trotzdem wollte ich dem Buch eine Chance geben – ein schöner Verriss auf diesem Blog wäre doch auch mal was, oder?

Tja, soweit kommt es nu doch nicht. Und das liegt wirklich am Buch (nicht an Hamburg, tse!)

Fellherz St. Pauli: Hauptsache frei Schnauze!

Das Buch hatte mich schon vor dem Auspacken. Es war sososo liebevoll verpackt! Und das Beste: Das war nicht einfach nur, weil ich ein so bekannter Blogger bin (Ironie aus), sondern weil der Ankerverlag das generell so lieb verpackt. Super!

Ich schnappte mir das Buch, nachdem ich die Verpackung ausreichend bewundert hatte und begann zu lesen. Nur mal eben schnell gucken, was das ist, dachte ich mir, und hatte schwupps die ersten drei Geschichten gelesen.

Kennt ihr diesen Moment, wenn ihr etwas lest und euer Herz lacht und sich so freut? Weil die Geschichten so gut geschrieben sind, authentisch, liebevoll, frei Schnauze? So ging es mir.

In dem Buch geht es um Hunde. Aber nicht nur. Es geht auch um ihre Menschen. Ihren Job, ihre Leidenschaften. Und: Warum der Hund bei ihnen ist.

Diese Geschichten sind alles andere als oberflächlich. Es gibt Geschichten, die sind mir direkt unter die Haut gegangen.

Rezension Fellherz St. Pauli
Moe mag die Geschichten natürlich auch!

Die erste Geschichte erzählt von Nils, Manuela und Bootsmann. Und neben der Haupt-Erzählungen wurden Zitate eingebaut von – na? – Hans Albers. Ach. Da war es schon um mich geschehen. Die Geschichte der Drei? Gut erzählt, aber nicht die Beste.

Meine Lieblingsgeschichte ist die von Rufus. Rufus sieht ein bisschen aus wie Adgi von den WarnowTatzen. Und so ein bisschen passt die Beschreibung auch (ich hoffe, Anika nimmt mir das nicht übel).

„Rufus verhält sich immer noch wie ein Kleinkind, ein bisschen dusselig einfach. Wenn man nicht aufpasst, rennt er ohne zu gucken auf die Straße.“ Fellherz St. Pauli

Die kleine Geschichte ist ein Dialog zwischen Rufus und Papa Paul. Jedes Mal, wenn ich diese Zeilen lese, lache ich mich ömmelig – Rufus ist so herrlich dusselig und so süß dargestellt, zum Knutschen!

Berührt hat mich Aileen und Michael. Die beiden waren in ihrem Leben nur einen Tag getrennt – sonst war Aileen immer dabei. Sein letzter Brief an sie ist kurz, aber die Worte gehen unter die Haut. Man kann nur erahnen, was er verloren hat.

Rezension Fellherz St. Pauli
Die süße Aileen vor ihrem Tresen

Und Petra und Stupsi: Die Beiden sind kernig. Petra ist eigentlich ein Mann, geboren 1944. Irgendwann hat sie mal die Vertretung für eine Kollegin machen müssen und sich als Frau verkleidet. Dabei blieb es.

Sie merkte, dass sie auch eigentlich Männer liebt.  Jemand gab ihr den Namen Petra Dorén – und dabei blieb es bis heute. Stupsi ist schon 14 und ein Chihuahua. Er begleitet Petra, sitzt bei ihren Auftritten in der Garderobe und wartet auf sie. Dieser Blick hinter den Kulissen ist besonders und macht das Buch aus – es ist alles andere als oberflächlich.

„Den Abgrund zwischen zwei Menschen kannst du nie überwinden. Aber du kannst jemanden treffen, der gemeinsam mit dir in den gleichen Abgrund schaut.“ – Fellherz St. Pauli

Die Geschichte von Natascha ist alles, nur nicht gewöhnlich. Gelernt hat sie, was im Geschäft mit Sex geht. Table Dancing, Domina – irgendwann hat sie den Absprung geschafft, ist weg aus Hamburg. Aber auch nicht so ganz.

Natascha hat eine Finca in Spanien, mit ganz vielen Tieren. Hunde, Schafe, Pferde, Ponys und ein Muli. Manchmal hat sie Kunden, die von weit herkommen. Sie hat Gästeappartements und Höhlen und Kerker, für die Männer aus dem Ausland.

Sie sagt, so kann sie keine normale Beziehung führen – verständlich. Und das Zitat oben, das kann ich mehr als gut nachvollziehen.

Das Buch endet mit einem bekannten Hund: Dem Großstadtlöwen Tschikko. Ihr kennt die Bilder sicherlich, die Geschichte hinter den Bildern ist aber eine Besondere.

Denn Tschikko kommt aus Spanien, ein kleiner, abgemagerter Welpe, der sein Frauchen, die Fotografin Julia Marie Werner durch Zufall trifft. Sie nimmt ihn auf – obwohl sie eigentlich keinen Hund will.

Rezension Fellherz St. Pauli
Großstadtlöwe Tschikko

Tschikko und sie haben eine schwierige Anfangszeit. In ihre WG kann sie nicht zurück – die wollen keinen Hund. Also ein Zimmer im Seemannsheim, ein Jahr lang, bevor sie eine neue Wohnung findet. Tschikko hat Angst vor vielem, ist nervös. Eine Hundetrainern empfiehlt ihr, Tschikko Tricks beizubringen – und das hat Erfolg.

Tschikko macht alles freiwillig, Julia hat den Blick für großartige Fotografien. So wird er zum Großstadtlöwen, die Bilder werden ausgestellt. Tschikko ist berühmt – vom Streuner zum Star.

Fazit: Wunderbare Texte, großartige Fotografien

Das Buch ist was für’s Herz – als Geschenk an sich selbst oder für jemand anders. Dabei muss es nicht einmal ein Hundebesitzer sein – Hunde- oder Hamburgfreund reicht aus. 😉

Und mal ganz ehrlich: Wenn ein Buch mit einem Johnny Cash Zitat anfängt – wie kann es dann nicht gut sein?

*Das Buch wurde mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

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