Mit dem Hund nach Portugal

Mit dem Hund nach Portugal

Unsere Zeit in Portugal nähert sich dem Ende. Es stehen noch 2, 3 Orte an, inklusive Familienbesuch und dann geht es langsam über Spanien und Frankreich zurück nach Deutschland. 11 Wochen waren wir dann in Portugal unterwegs, in meinem persönlichen Herzensland.

Das bedeutet aber nicht das Ende unserer Reise, sondern wir müssen uns um ein paar private Dinge und den Ausbau unseres Wohnmobils kümmern. Ende Mai geht es weiter für uns. Die erste Fährfahrt für Moe steht an und wir fahren hinüber nach Tallinn, schauen uns Estland, Lettland, Litauen und Polen an. Ich kann euch gar nicht sagen, wie gespannt ich darauf bin!

Nun ist es aber Zeit, ein Fazit zu Portugal zu ziehen. Wie leicht ist es denn hier, mit dem Hund unterwegs zu sein? Gibt es Einschränkungen? Was sind unsere persönlichen Hot Spots? Und was geht gar nicht?

Mit dem Hund nach Portugal
Reisen mit dem Hund nach Portugal

Einreisebestimmungen Hund in Portugal

Die Einreise mit Hund ist in Portugal ganz genauso einfach wie auch nach Spanien oder Frankreich:

  • Kennzeichnung mit Mikrochip (oder deutlich erkennbare Tätowierung – allerdings nur bei Tätowierung vor dem 3. Juli 2011)
  • Impfung gegen Tollwut
  • Dokumentation in Form eines Haustierpasses, in dem der zuständige Tierarzt alle notwendigen Maßnahmen notiert

Und das war es auch schon! An der Grenze wurden wir nicht kontrolliert (dafür aber fast an der Grenze Frankreich-Spanien. Aber das ist eine andere Geschichte) und konnten problemlos einreisen. Auch hier im Land selbst wurde nie ein Dokument für Moe verlangt.

Leinenpflicht in Portugal

Wenn ich es ganz böse formulieren wollte, würde ich schreiben – Häh, was? Natürlich kennen Portugiesen die Leine. Sie nutzen sie halt nur nicht gern. Auf Dörfern und kleineren Städten rennen die Hunde grundsätzlich frei herum und genießen ihr Leben. Einen Artikel zu vermeintlichen Straßenhunden habe ich hier geschrieben: Straßenhunde in Portugal.

In größeren Städten sind auch die Hunde an der Leine unterwegs, es gibt Kotbeutel-Spender und es sieht teilweise sehr „deutsch“ aus. Begegnungen unter Hunden wird hier aus dem Weg gegangen.

Hier wird die Leine als solche respektiert und wir hatten mit Portugiesen und deren Hunden tatsächlich nie ein Problem. Wenn, waren es andere Nationalitäten, die ihre Flexileine voll ausfahren ließen, „weil der Hund doch mal Hallo sagen wollte“.

Mit dem Hund nach Portugal
Leinenpflicht gibt es eigentlich kaum

Es gibt Parks, in denen der Hund gestattet ist, wenn er an der Leine ist (zum Beispiel der Stadtpark in Évora. Hier sind auch entsprechend viele Hundehalter unterwegs und alle halten sich an das Leinengebot!). Und es gibt Attraktionen, wie zum Beispiel die Festung in Sagres, die auch nur mit Hund an der Leine erlaubt ist. Für uns sowieso kein Thema, wir haben uns vor allem gefreut, dass Moe mit hinein durfte!

Restaurant- und Cafébesuche mit Hund in Portugal

In Kaufhäusern oder Malls sind Hunde eher nicht gestattet. Ebenso wenig in Restaurants und Cafés, wenn man hinein gehen möchte. Wenn man sowieso plant, draußen zu sitzen, ist der Hund hier kein Thema. Egal wie groß, egal wie viele – wir haben nie erlebt, dass jemand mit Hund weggeschickt wurde.

Grundsätzlich haben wir die Portugiesen als hundefreundlich bis zumindest hundetolerant wahrgenommen. Vor Moe haben doch einige Menschen Angst, vor allem in eher ländlichen Gebieten.

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Warten auf Herrchen in Nazaré

Als wir in Nazaré am Leuchtturm auf Herrchen gewartet haben (dort waren Hunde nämlich nicht gestattet), war Moe aber DIE Attraktion und wurde mehr als einmal ungefragt angetatscht und gestreichelt. Da war ich auch sehr froh, einen so gelassenen Hund zu haben. 😉

Camping mit Hund in Portugal

Bis auf eine einzige Einschränkung ist Camping in Portugal mit Hund einfach perfekt. Wir hatten keinen Campingplatz, der uns wegen Moe abgewiesen hätte oder wo wir für Moe hätten extra zahlen müssen. Im Gegenteil: Ich hatte eher das Gefühl, dass die Camper OHNE Hund komplett in der Minderheit waren. Selbst auf dem städtischen Campingplatz in Péniche, auf dem viele Portugiesen standen, hatten alle mindestens einen Hund dabei.

Außerdem muss der Hund nicht extra angemeldet werden, er darf (angebunden) auf der Parzelle liegen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. In die Servicegebäude darf er natürlich nicht, was aber auch verständlich sein sollte.

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Frei am Strand unterwegs

Daher gibt es auch keine Begrenzungen: Egal ob man mit einem, drei oder zehn Hunden kommt, die Campingplatzbetreiber sind da sehr entspannt, gerade auch was das gelegentliche Bellen angeht.

Camping in Portugal: Vorsicht Pinien-Prozessionsspinner-Raupen!

Was die Einschränkung angeht: Leider gibt es in Portugal die Pinien-Prozessionsspinner-Raupen, die mindestens genauso eklig und fies ist wie die bekannteren „Brüderchen“, die Eichen-Prozessionsspinner-Raupen. Leider haben wir auf einem Campingplatz in der Nähe von Setúbal genau diese Viecher entdeckt und, obwohl Herrchen sehr angetan war und gerne Fotos gemacht hätte, einen riesigen Bogen gemacht.

Wer beide Arten nicht kennt und weiß, warum diese so gefährlich sind: Die Pinien-Prozessionsspinner-Raupen sind von vielen Brennhaaren überzogen, die leicht abbrechen und allergische Reaktionen auslösen können. Sprich: Hund berührt so eine Raupe und zack – passiert.

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Achtung: Pinien-Prozessionsspinner Raupen!

Neben heftigem Juckreiz kann der Kontakt mit den Härchen zu Nesselsucht und in Einzelfällen sogar zu einem allergischen Schock führen. Beim Einatmen herumfliegender Härchen drohen zudem Atembeschwerden wie Bronchitis – was vor allem uns Menschen betrifft.

Hunde, die besonders neugierig sind und ihre Nase gerne überall hineinstecken, werden von den Prozessionsspinner Raupen mit starken Schwellungen im Kopfbereich oder, beim Ablecken der Raupen, mit schweren Verätzungen der Hundezunge belohnt.

Das kann sogar, wenn nichts unternommen wird, zum Absterben der betroffenen Areale an der Zunge führen. Wie ich schon sagte: Richtig fiese Tierchen, also haltet lieber die Augen offen!

Ernährung: Hundefutter in Portugal

Auf das Thema Futter und Hundeernährung möchte ich gar nicht großartig eingehen, da ich dazu einen eigenen Artikel geschrieben habe: Was frisst der Hund auf Reisen? Grundsätzlich ist in Portugal hochwertiges Hundefutter schwer zu bekommen, vor allem, wenn man sich eher nicht in der Nähe von Großstädten aufhält.

Nass- und Trockenfutter gibt es aber dennoch, Hundeleckerlies sind ganz schön teuer.

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Péniche – menschenleerer Strand

Wer lieber roh und frisch füttert, findet hier aber eine große Auswahl – Fisch und Fleisch, teilweise schon vorportioniert, sowie extrem leckeres Gemüse und Obst.

Unsere Hot Spots mit Hund in Portugal

Es gab ein paar Orte, die mir ganz besonders in Erinnerung bleiben werden. Zum Einen, weil wir Zweibeiner uns dort extrem wohlgefühlt haben, zum Anderen, weil auch Moe dort ein riesiges Fest hatte.

1. Torres Vedras – Casal do Seixo – Sandwüste an Klippen

Mein ultimativer Ort zum Übernachten und zur Ruhe kommen. Es gibt in der Nähe von Torres Vedras eine Steilklippe und vorgelagert eine riesige Düne, die zum Wandern einlädt. Hier kommen auch immer mal wieder einige Radfahrer lang, da es ein offizieller Wander- und Radweg ist – mit atemberaubender Aussicht.

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Die Sandwüste war fantastisch – findest du Moe?

Aber die Aussicht war gar nicht mein Highlight. Mein Highlight war die Nacht. Moe und ich waren hier auf der letzten Gassirunde unterwegs. Sternenklarer Himmel, man sah wirklich alles. Der weiße Sand reflektierte, es war totenstill – bis auf das Meer, das unten an die Klippen schlug.

Es war einfach ein magischer Moment, der mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird. Kennst du das, wenn plötzlich alles zur Ruhe kommt, sich der Herzschlag verlangsamt und du dir einfach selbst bewusst wirst?

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Moe hätte stundenlang buddeln können.

Moe und ich haben uns dort in den Sand plumpsen lassen und Sterne geschaut. Es war einfach traumhaft schön und der beste Ort, den wir auf unserer Reise durch Portugal gefunden haben.

2. Hippiestrand in der Nähe von Faro – Praia da Lagoa

Wenn ich unser Wohnmobil irgendwo abstellen müsste für eine sehr, sehr lange Zeit (mir aber immer jemand Wasser bringen und die Toilette entleeren würde 😉 ), dann wäre das hier. An diesem Hippiestrand haben wir unsere Freisteh-Zeit in Portugal begonnen. Ach, was war der schön!

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Am Hippie Strand

Wir standen direkt an der Steilküste, mit Blick auf das Meer, auf die fantastischen Sonnenuntergänge. Es war genug Platz, um die Hängematte aufzuhängen. Teilweise waren die Leute schon 3, 4 Wochen dort. Mit dem Fahrrad kam man bequem zum Supermarkt, dennoch ist der Strand so weit draußen, dass man hier niemanden stört.

Die Hunde liefen die meiste Zeit frei und jeder konnte quasi machen, was er wollte – ohne natürlich seinen Nachbarn zu stören.

Man stellte sich vor, entweder man kam gut miteinander aus, dann quatschte man länger – oder eben nicht. Dann akzeptierte man sich aber und war höflich. Hier wäre ich gern ein paar Wochen geblieben, ganz ehrlich. Da wir aber leider nur begrenzt Zeit hatten, mussten wir weiter.

3. Praia da Almagreira – Péniche

Péniche selbst hat mir ehrlicherweise nicht so gefallen, wie ich das erwartet hatte. Unbedingt wollte ich in dieses Surferparadies, dass seinen Platz neben Nazaré beansprucht. Der Strand war auch großartig, aber die Stadt hat mir nicht wirklich gefallen. Zu groß, zu touristisch, zu laut. Wir mussten dort weg.

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SO ein Sonnenaufgang. Fantastisch!

Also fuhren wir ein Stück außerhalb, an die Praia da Almagreira. Ein beliebter Ort für Surfer, dennoch standen wir dort in der Nacht fast allein (2 weitere Camper verteilten sich an der riesigen Steilküste).

Am nächsten Morgen hatten wir den wundervollsten Sonnenaufgang seit Langem und der Strand war den Tag über fast menschenleer. Ein absoluter Traum!

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Es war fantastisch dort.

Leider stürmt es auf den Klippen gerne mal und da Moe wirklich Angst vor dem Wind hatte, blieben wir nur eine Nacht. Hier würde ich aber jederzeit wieder hinkommen (bevorzugt zum Sonnenauf- oder Untergang!).

4. Costa da Caparica – Traumhafter Sandstrand

Die Costa da Caparica war auch so ein absolutes „Must-See“ für Portugal. Meine Mama war hier und war begeistert – also musste ich mir das anschauen. Ja. Die Costa da Caparica ist absolut fantastisch, vor allem im Winter. Kaum eine Menschenseele, ein paar Surfer, tolle Wellen, ein fantastischer Sonnenuntergang und: Hunde überall am Strand erlaubt. SO fühlt sich das Paradies an.

Leider konnten wir nur einen einzigen Tag bleiben, sodass es nicht mal für ein Foto gereicht hat. Uns sind die Gasvorräte komplett ausgegangen, aber ich bin sicher: Hier kommen wir noch mal hin!

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Nicht die Costa da Caparica, sondern Hippiestrand.

Hot-Spots in Portugal mit Hund: Nur Strand?

Du hast es vielleicht bemerkt: Meine, unsere Hot Spots sind nur am Strand gelegen. Natürlich waren wir auch im Inland unterwegs und auch hier gibt es tolle Ecken (Stauseen, Wälder…).

Aber nirgendwo gefällt es uns so gut wie am Strand. Da können wir einfach nicht aus unserer Haut. 🙂 Übrigens: Auf unserem Reiseblog Wundertrips haben wir all‘ unsere Freisteh- und Campingplätze zum Nachlesen und Nachreisen eingetragen, falls dich das Reisefieber packt: Route Wundertrips

Fazit: Mit Hund in Portugal

Wir sind nun noch ungefähr eine Woche in Portugal unterwegs und ich weiß jetzt schon, dass der Abschied nicht ganz leicht fallen wird. Portugal ist einfach wunderbar zum Überwintern, vor allem auch mit Hund.

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In der Nähe von Péniche

Moe wird nun noch das Dorf meiner Familie kennen lernen und sich dort mit den Straßenhunden auseinander setzen dürfen. Außerdem wollen wir den Strand meiner Kindheit ansteuern und einen Abstecher in die großartige Stadt Porto machen.

Ich freue mich auf die letzten Tage hier und habe schon ein wenig Herzschmerz, weil es dann wieder zurück geht. Aber es warten neue Abenteuer auf uns!

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3 Gedanken zu „Mit dem Hund nach Portugal“

  1. Liebe Nicole,

    was für wunderschöne Bilder! Da kommt man ja echt ins Träumen… Ich hätte auch richtig Lust nach Portugal zu fahren mit meiner Fellnase, aber ich fürchte, der Weg ist für Luna zu weit (12 Jahre, und wir haben nur ein Auto). Aber vielleicht irgendwann mal. Toll sieht es echt aus!

    Liebe Grüße
    Mel und Luna

  2. Hei!

    Ja das mit dem BHundefutter kenne ich, wir waren lange in Spanien unterwegs und da mussten wir auch erstmal überlegen wie wir damit umgehen. Wir haben irgendwann auch nur frisch gekocht und vor allem Fisch. Leonard liebt Fisch, wir auch und haben dann öfters gegrillt.

    Viele Grüße aus NRW
    Pina

  3. Die Bilder sind wirklich ein absoluter Hammer… Hier hagelt und gewittert es den ganzen Tag, da sehnt man sich nach diesen Orten.

    Am besten an diesem Beitrag ist die Tatsache, dass Ihr nach Deutschland kommt… Sorry, aber ich freue mich sehr darüber. Du weißt warum…..

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