Puppy Swap – Ein Hund auf Zeit

Ein Hund auf Zeit
Ein Hund auf Zeit

Man stelle sich vor: die junge Familie mit Kind möchte gerne einen Hund bei sich aufnehmen. Ein Welpe soll es sein. Ein Spielkamerad für das Kind, mit dem es sich beschäftigen kann. Der Welpe wird per Mausklick ausgesucht und nach ein paar Tagen frei Haus geliefert. Dafür gibt es im Internet eine Plattform, Puppy Swap. Wenn aus dem Welpen ein pubertierender, anstrengender Junghund wird, kann man ihn abgeben- selbstverständlich wird er von der Organisation wieder abgeholt. Auf der Plattform kann auch die beliebteste Hunderasse durch „liken“ im Ranking steigen, man kann sich mit anderen vernetzen, die auch einen Welpen im Haus haben. Alles interaktiv und falls man es bei der Erziehung mit dem einen Hund verbockt hat, macht nichts, der nächste ist schon unterwegs.

Fakt oder Fiktion?

Seid ihr nun auch so geschockt und gleichzeitig erleichtert wie ich?

Als ich das Video zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich nur: „DAS KANN NICHT EUER ERNST SEIN!“

Zum Glück ruft das Video dazu auf, Hunde zu adoptieren, da es auch in Kanada viel zu viele Hunde im Tierheim gibt. Die ganze Seite folgt einem Schema: Provokation. Und ich behaupte, dass das wirkt. Die ganze Strategie ist so wunderbar entwickelt, so durchdacht, dass es schon ein bisschen Angst macht. Denn:

Ist diese Fiktion nicht doch ein Stück näher gerückt?

Gerade kurz vor den nächsten Ferien könnte man das im Tierheim denken. Denn wie oft wird kurz vor den Feiertagen noch ein Tier angeschafft, dass spätestens im Sommerurlaub lästig wird?

Der Trend geht zum Leasing-Hund

Ein Miethund ist, zumindest in den USA, kein Novum mehr. Bei dem Geschäftsmodell: „Rent a dog“ können Menschen einen Hund für eine bestimmte Zeit mieten. Dabei bleibt der Hund Unternehmenseigentum und es gibt eine Art „Leasingvertrag“.

Auch in Deutschland existiert mittlerweile so ein Geschäftsmodell: für eine Gebühr bekommt man einen Leihhund, der, laut Internetseite, zwar auf Lebenszeit bei seinem neuen Menschen sein soll, aber dennoch nicht dem Menschen gehört. Das Eigentumsrecht bleibt bei der Organisation, die mit Sicherheit auch kräftig an der Einsamkeit anderer Menschen verdienen.

Nun kann man argumentieren, dass das Konzept gerade für ältere Menschen sinnvoll ist, die sich keinen Hund mehr anschaffen möchten aber trotzdem gerne mal für eine Zeit Ablenkung hätten. Damit diese auch die Sicherheit haben, dass es dem Hund gut geht, wenn sie nicht mehr können.

Ich teile da eher die Meinung, dass es mehr Organisationen geben sollte, wie die, die Beagle Tibi in ihrem Blog vorstellt. Dort kann man eine Art Versicherung abschließen, wenn man sich nicht mehr um seinen Hund kümmern kann, aus Alters- oder Krankheitsgründen, aber auch wenn man verstirbt, wird für den Hund gesorgt. Dazu wird monatlich ein festgelegter Betrag eingezahlt und die Organisation vermittelt den Hund in ein neues Zuhause. Hier geht es zu dem Interview über die Initiative der HGFK.

Alternativ bietet zum Beispiel das Kieler Tierheim die Möglichkeit, mit Hunden Gassi zu gehen oder Katzen zu streicheln.

Hundesitting als Alternative

Aber ein Hund auf Zeit? Nur als Hundesitting. Ich gebe meinen Hund auch gerne an jemanden ab, der sich selber nicht um einen eigenen Hund kümmern kann, dafür aber zwischendurch mehr Zeit für Moe hat. Beispielsweise bei längeren Ausflügen, bei denen er nicht mitkommen kann, oder aber bei unserem nächsten Urlaub Anfang Februar. Moe soll schon ein „festes Rudel“ haben, in das er immer wieder zurück kommt. Denn Stabilität ist für den Hund genauso wichtig wie für den Menschen. Und bei dem Konzept „Hund auf Zeit“ wird meines Erachtens nur einer der zwei Parteien glücklich gemacht: Der Mensch.

Was haltet ihr von der Geschichte? Ist ein Hund auf Zeit ein Zukunftsmodell?

 

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4 Gedanken zu „Puppy Swap – Ein Hund auf Zeit“

  1. Hallo liebe Nicole,

    ich hab kürzlich auch über das Modell gelesen, wo Hunde verliehen werden. Erst war ich auch etwas erstaunt, dann fand ich es gar nicht so schlecht. Ich habe es so verstanden, dass es um Hunde geht, die kein Zuhause haben, also Hunde aus dem Tierschutz. Diese ziehen zwar bei dem „Mieter“ ein, bleiben aber Eigentum der Organisation. Interessenten sind vorrangig Menschen, die eigentlich schon „zu alt“ sind, noch mal ein Haustier zu übernehmen, auf diesem Weg jedoch die Sicherheit haben, dass ihr Hund bei Krankheit oder Ableben versorgt ist. Mein Gedankengang war, da dieser Hund sonst im Tierheim sitzen würde, ist es doch vielleicht eine bessere Alternative. Generell finde ich aber natürlich, dass ein Zuhause ein Zuhause sein sollte. Meiner Meinung nach müsste es auch so sein, wie bei Menschen. Dass ein Hund adoptiert wird, nicht gekauft, wie eine Sache.

    Der Film ist jedenfalls ziemlich gut gemacht 😀 …

    Liebe Grüße
    Anke




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    • Hallo Anke,
      das Problem, dass ich mit dieser Organisation habe, ist vor allem, dass sie Geld nehmen, und wohl auch nicht zu knapp. Das ist also nicht wirklich etwas Uneigennütziges. Von daher finde ich Hundesitting eben Gassi gehen für die älteren Herrschaften besser als so ein Miethund, der, im schlimmsten Fall, zwei, drei Mal weiter gereicht wird. Und das ist sicher der Fall, wenn die Besitzer irgendwann überfordert sind.

      Für mich geht das Konzept nicht auf, aber ich kann deinen Gedankengang gut nachvollziehen. Natürlich ist es eine bessere Alternative als ein Tierheim, aber ich habe das Gefühl, dass es so eher zu Lasten der Hunde geht.

      Viele Grüße,
      Nicole




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  2. Liebe Nicole, ich schließe mich deiner Meinung an. Ich find es sehr bedenklich, wenn man sich nach Lust und Laune einen Hund *mieten* kann. Da stellt sich mir die Frage, ob der Hund nur als Objekt gesehen wird. Unsere Vierbeiner bauen eine enge Beziehung zu uns auf und sollten nicht einfach, bei plötzlich auftetenden Problemen, zurückgegeben werden.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly




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  3. Selbst wenn es nur ein Fake ist, hat es etwas Erschreckendes. Die heile Familie, die wir tagtäglich vorgesetzt bekommen, die als normal gilt und deren Leben als erstrebenswert verkauft wird. Ich habe Angst, dass dies vielleicht irgendwann in irgendeiner Form so kommt. Denn irgendjemand könnte damit doch auch Geld verdienen….
    Der kleine Junge hat noch nicht einmal seinem Hund nachgeweint.

    Schrecklich…

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




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