Peinlich, peinlich – mein Leben als Frauchen

Peinlich mein Leben als Hundefrauchen

Bevor es losgeht und ihr etwas anderes denkt: Ich liebe meinen Hund und bin gerne ein Hundefrauchen. Trotzdem passieren einem dabei Dinge, die ohne Hund definitiv niemals passiert wären. Manchmal sind die Geschichten unterhaltsam, auf manche hätte ich auch besser verzichten können.

Missgeschicke zu Hause / bei anderen

1. Wenn du bei uns Gast bist, musst du einiges aushalten

Leider ist das Zusammenleben mit einem Hund nicht immer rosa Wattewolken. Das haben bei uns auch die unterschiedlichsten Gäste schon spüren müssen. Wenn morgens vor dem Frühstück gewürgt und sich übergeben wird, vielleicht auch vor der Schlafzimmertür des Gastes – herrlicher Moment, aber noch zu erklären.

Wenn Moe unter dem Esstisch liegt und ein kleiner Pups ordentlicher Furz entfleucht, kann das auch unangenehm werden – vor allem für uns als Gastgeber. Natürlich könnte man sagen, mit Gelächter schafft man sowas aus der Welt und es ist natürlich.

Aber bei manchen Gästen wünscht man sich einfach, dass es halbwegs perfekt ist. Zum Beispiel, wenn eben nicht die Familie oder engsten Freunde zu Besuch sind, sondern, wie bei uns, Feriengäste. Und man weiß ganz genau, dass man sehr gründlich gesaugt hat – trotzdem hat die Couch wieder Haare bekommen und nicht zu knapp.

Was leider ab und zu passiert und scheinbar nicht unter Kontrolle zu bekommen ist (vor allem für Moe), ist das  „Ich-stecke-meine-Schnute-zwischen-deine-Beine-hmm-lecker“. Das passiert wirklich nicht bei jedem Gast und ist eher selten, aber wenn es passiert, ist Moe auch nur durch Anleinen davon abzubringen.

Und mal ehrlich: Das ist richtig unangenehm. Vor allem die Erklärungsnot, beispielsweise gegenüber dem Vermieter/Geschäftspartner/Versicherungsvertreter:

„Sorry, das hat er ja noch nie gemacht! Aber sie riechen da wohl sehr gut.“

Ich kann es mir richtig vorstellen, wie da die Begeisterung von Moe auf den Besucher überschwappt, dieser sich kaum halten kann und sagt: „Na komm, mein Junge! Schnüffel weiter!“ Urgs. Peinlich.

Peinlich sind die anderen, ganz sicher nicht ich.
Peinlich sind die anderen, ganz sicher nicht ich.

2. Wenn wir bei dir zu Gast sind, musst du einiges aushalten

Du hast eine Katze und das Katzenfutter steht herum? Keine Sorge, nach unserem Besuch ist dieser leer und du musst du den Napf nicht mehr sauber machen. Wahrscheinlich traut sich deine Katze sowieso erst nach einer Stunde beleidigt aus ihrem Versteck, weil Moe sich garantiert überall breit macht.

Du hast unbeobachtet Kinder- oder anderes Hundespielzeug herum liegen? Fein. Moe freut sich über so eine Aufmerksamkeit. Aber nicht nur das: Sollte dir mal versehentlich ein Ball unter die Couch / unter das Bett gerollt sein, Moe findet ihn. 🙂

Eine unserer Betreuerinnen für Moe sagten wir vorab: Wenn Moe unbeobachtet ist, wird er den Mülleimer ausräumen und Essen finden, das herum liegt. Also, wenn möglich, packe alles hoch genug oder schließe die Türen, damit er nicht alles ausräumt.

Wenn du was zu Essen vor mir versteckt, finde ich es trotzdem!
Wenn du was zu Essen vor mir versteckst, finde ich es trotzdem!

Hat sie nicht geglaubt, beziehungsweise dachte sie, dass Moe keine Schokolade mögen würde und aus diesem Grund diese schon mal gar nicht vom Tisch holen würde. Falsch gedacht. War ihre Lieblingsschokolade und Moe hat sie anscheinend sehr geschmeckt. Sorry.

Deine Couch oder alternativ auch das Ehebett könnten für Moe der Platz der Wahl sein. Das finde ich auch unangenehm, wenn Moe es wo anders macht und mir das im Nachhinein erzählt wird. Dummerweise ist er es von zu Hause eben gewohnt und sucht sich dann Nachts zum Schlafen das bequemste Plätzchen…

Missgeschicke draußen / unterwegs

1. Ein Leben mit Hund ist wunderbar

Wirklich. Es sei denn, er hat irgendetwas gefressen, was nur sehr schlecht bis gar nicht verdaut werden konnte. Nichts ist schöner, als im Park dem Hund einen langen Grashalm oder ein Stück Seil mit einem Taschentuch aus dem Hintern zu ziehen.

Mein Gesicht knallrot vor Scham, Moe genervt, warum das denn so lange dauert und NATÜRLICH IST ZU DEM ZEITPUNKT EINE KINDERGARTENGRUPPE UNTERWEGS!

„Frau K., warum hat die Frau die Hände am Popo vom Hund?“

Ähm, ja. Ein Spaziergang mit dem Hund kann bisweilen schon mal aufregend bis unangenehm sein. Ist es euch beim Aufsammeln des Häufchens auch schon einmal passiert, das in der Tüte ein Loch war und ihr habt es erst bemerkt, als es zu spät war?

Oder wart ihr schon mal so überfordert mit Hund, Leine und Kamera und habt euren Schal beim Aufsammeln im Geschäft gehabt?

Wo wir gerade bei den richtig unangenehmen Themen sind: Hat euer Hund auch schon einmal gegen den Wind und dabei sich selber und euch angepinkelt? Nein? Solltet ihr mal probieren. Erweitert die Liste der Peinlichkeiten um einen Punkt mehr. 😉

Mir ist nichts peinlich.
Mir ist nichts peinlich.

2. Einkaufen gehen mit Hundi

Einkaufen gehen mit Moe klappt super. In Tierfachhandlungen sind die Menschen meist sowieso recht hundefreundlich, dort ist es auch kein Problem, wenn Moe alles anschnüffelt.

Unser einzig peinliches Erlebnis dort war mal eine ältere Dame, die die Verkäuferin sehr gut kannte. Beide waren absolut vernarrt in Moe, er wurde durchgekrault und genoss die Aufmerksamkeit sehr.

Die beiden Damen fragten mich, ob Moe denn einen Keks dürfte, und ich tönte: „Aber klar, der ist total verfressen und liebt Kekse.

Was ich nicht ahnte: Auch Moe mag manches nicht. Dieser Keks landete jedenfalls im hohen Bogen auf dem cremeweißen Schuh der Dame, empört ausgespuckt von meinem Gourmet-Hund.

Danke, Moe. Zum Glück nahm die Dame es mit Humor und der matschige Keks war schnell vergessen. 😉

„Alle elementare Komik gründet sich darauf, dass der Mensch in einer lächerlichen und peinlichen Lage handeln muss.“ (Charlie Chaplin)

Was ich jedoch nicht mehr so schnell machen werde, ist das Einkaufen gehen mit Moe in Bekleidungsgeschäften. Wenn mein Freund und ich zusammen unterwegs sind, kein Problem. In dem Fall war es jedoch so, dass ich alleine unterwegs war. Moe sollte kurz in der Kabine warten, während ich mir das Oberteil schnell in einer anderen Größe besorgen wollte.

Ich wollte nur mal sehen, was die da machen! Ehrlich!
Ich wollte nur mal sehen, was die da machen! Ehrlich!

Nur hielt Moe überhaupt nichts vom Warten und schaute mal schnell nach, was denn in den Nachbarkabinen so los ist – ein Schäferhund-Mischling mit Rottweileranteil und Deutsch-Drahthaar-Qualitäten sollte auf jeden Fall sein Revier kennen!

Es tat mir im Nachhinein so wahnsinnig Leid, denn die Dame hat sich sicherlich ordentlich erschreckt, als da so eine Hundenase in ihrer Kabine auftauchte… Sehr unangenehm für mich. Deshalb gehe ich entweder nur noch mit beiden Männern shoppen oder eben alleine. 🙂

Ohne Hund wäre das alles nicht passiert

Das stimmt. Und ich wäre um einige Geschichten ärmer. Diese Geschichten, die ich heute mit euch geteilt habe, sind alle so passiert und manche werden sich wiederholen. Andere werden mit Sicherheit dazu kommen.

Aber wisst ihr was? Ich bin unheimlich froh, dass ich genau das alles mit Moe erleben kann. Ich möchte diese Geschichten nicht missen, egal wie unangenehm manches für mich war.

Ohne Hund ist alles doof. Wirklich.
Ohne Hund ist alles doof. Wirklich.

Für Menschen, die noch überlegen, sich einen Hund anzuschaffen, könnten diese Geschichten ein Grund sein, sich gegen einen Hund zu entscheiden. TUT ES NICHT! Ja, es ist manchmal peinlich, aber: Ohne Hund ist alles doof. Wirklich.

Welche peinlichen Geschichten mit Hund sind euch passiert (ich frage gar nicht erst, OB euch peinliche Geschichten passiert sind, denn ich bin sicher, dass jeder von euch dazu etwas zu erzählen hat! 🙂 )?

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