„Warum macht ihr das?“ – Offener Brief eines Hundes an die Menschen.

Liebe Menschen da draußen,

Ich weiß ja, es kommt selten vor, das wir Hunde mal in die Tasten hauen. Mein Frauchen hat mir gesagt, dass sie das auch nur äußerst ungern für mich übernimmt.

Sie sagt, eigentlich will das keiner lesen, was ich ihr hier diktiere. Aber, da das nicht so häufig vorkommt, habe ich mich durchgesetzt. Ich habe nämlich etwas Wichtiges zu vermelden.

In der letzten Zeit kommt es oft vor, dass ich mich frage:

Menschen – Warum macht ihr das?

Wir Vierbeiner, wir lassen euch vieles durchgehen. Himmeln euch an. Machen aus schlechter Laune gute Laune. Machen aus guter Luft schlechte Luft. Und noch so viel mehr.

Und wie dankt ihr es uns? Indem ihr uns schlecht behandelt, uns vergiftet, beleidigt, anschreit, aussperrt und verprügelt.

Offener Brief eines Hundes
Wie könnt ihr nur?

Liebe Menschen, wir müssen reden. So geht das nämlich nicht.

Wir Hunde, wir sind großartig. Seelentröster. Clowns. Lebensretter. Und ihr?

Einige von uns haben es gut. Andere weniger. Einige von uns hatten es gut, bis ihr kamt – ihr Menschen.

Wie viele von uns Vierbeinern haben im letzten Jahr ihr Leben gelassen, weil einer von euch leckeres Essen ausgelegt hatte – das dann aber gar nicht gut für uns war?

Wie viele von uns Vierbeinern wurden zum Spaß gefoltert? Wie viele von uns habt ihr erschreckt, weil ihr es lustig fandet? Wie viele von uns wurden fälschlich beschuldigt, aggressiv zu sein, nur weil wir uns gewehrt haben?

Liebe Menschen, ich bin nur ein Hund. Ich weiß nicht so viel von der Welt. Aber das, was ich verstehe, ist dies: Behandle andere mit Respekt, dann kannst du das auch für dich erwarten.

Ich habe bisher nur wenig schlimme Erfahrungen gemacht. Trotzdem hat das Frauchen regelmäßig Angst um mich.

Offener Brief eines Hundes
Maulkorb – auch gegen Giftköder.

Neulich zum Beispiel. Da habe ich ein leckeres Stück Wurst gefunden. Frauchen war nicht schnell genug und ich habe es ganz schnell geschluckt.

Danach war sie komplett durch den Wind. Ich habe ihre Sorge 5 Meter gegen den Wind gerochen und wusste gar nicht, wieso. Es war doch nur Wurst?! Seitdem übt das Frauchen wieder ganz streng mit mir.

Sie sagt, das ist notwendig. Ich darf nicht mehr alles fressen, was auf dem Boden liegt. Ich verstehe das. Frauchen kann dann Nachts nämlich nicht mehr schlafen, weil sie die ganze Zeit schaut, ob es mir gut geht.

Schuld seid ihr Menschen! Ihr macht meinem Frauchen Angst – und damit auch mir.

Offener Brief eines Hundes
Offener Brief eines Hundes

Frauchen lässt mich auch nicht mehr vor einem Geschäft auf sie warten. Ihr denkt jetzt vielleicht, dass das gut ist. Und eigentlich hättet ihr damit auch Recht – allerdings bekomme ich jetzt auch keine Naschis mehr fürs Warten!

Damals habe ich manchmal kurz vor dem Bäcker gewartet. Damit ist jetzt Schluss. Kein Brötchen mehr für mich, nichts.

Und glaubt mir – mein Einsatz war dabei ganz klein. Frauchen ist nur schnell rein und wieder raus. Das hat sich erledigt.

Wer ist daran Schuld, dass ich nun keine Brötchen mehr bekomme? Genau. Ihr Menschen.

Frauchen hat mir erzählt, das ganz häufig Hunde einfach geklaut werden. Die werden einfach mitgenommen! Könnt ihr euch vorstellen, wie schlimm das sein muss?

Einfach weg, von einer Minute auf die andere! Dabei möchte ich keine Sekunde ohne mein Frauchen sein!

Und ihr macht noch so viel mehr. Unaussprechliches. Manchmal sehe ich mein Frauchen weinen, weil sie wieder eine schlimme Geschichte gelesen hat. Dann kuschele ich mich ganz dicht an sie und versuche, sie zu trösten.

Sie hat Angst um mich. Sie versteht nicht, wie Menschen so grausam sein können. Und ich auch nicht. Warum macht ihr meinem Frauchen Angst?

Offener Brief eines Hundes
Bitte, lasst uns in Frieden. Danke.

Liebe Menschen, ich weiß ja, dass nicht jeder von euch uns Hunde gut findet. Manche haben ihre Gründe, die weder ich, noch das Frauchen nachvollziehen können.

Aber ich habe einen Vorschlag, wie wir miteinander auskommen könnten: Wir gehen uns einfach aus dem Weg.

Ich habe gelernt, nicht jeden Menschen zu begrüßen, weil das nicht jeder gut findet – obwohl ich euch Menschen doch so sehr mag.

Frauchen sagt, wir müssen versuchen, möglichst niemanden zu belästigen, nicht aufzufallen. Damit uns nichts Schlimmes passiert.

Wie wäre es, wenn ihr Menschen mal nachdenkt, bevor ihr handelt?

Danke. Euer Moe.♥

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7 Gedanken zu „„Warum macht ihr das?“ – Offener Brief eines Hundes an die Menschen.“

  1. Oh Moe du hast ja so Recht.
    Viele Menschen sind so grausam. Auch hier gibt es einige Einschränkungen für die beiden Wauzis weil ich Angst habe. Vor einem Geschäft anbinden gibt es hier auch nicht. Auch nicht mal eben kurz. Antigiftködertraining steht hier regelmäßig auf dem Tagesplan und auch sonst sind wir gern dort wo keine Menschen sind. Menschen können schrecklich sein. Wir jedenfalls haben beschlossen, dass es uns am Besten geht wenn wir unter uns sind…
    Und wenn ich wieder irgednwelche Videos oder Geschichte im Internet sehe, ja davon möchte ich gar nicht anfangen…




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  2. Lieber Moe! Dein offener Brief trifft genau ins Schwarze. Meine Lady muss auch mit einigen Dingen klar kommen, nur weil es „böse“ Menschen gibt. Sie wurde z.B. noch nie vor einem Geschäft angebunden oder alleine im Auto gelassen. Ein Antigiftködertraining machen wir seit ca. 1/2 Jahr, da sie alles vom Boden fressen möchte was sie nur findet. Für euch Hunde ist es oft nicht leicht, aber sei froh das Du so ein tolles Frauli hast, was sich so toll um Dich kümmert und Dich beschützt. LG Claudia




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  3. Lieber Moe,
    du sprichst mir aus der Seele. Auch ich habe Angst um meine Hunde, weil es so viele Volltrottel gibt. Ich habe noch nie meine Hunde vor einem Geschäft angebunden. Ich könnte es nicht ertragen, wenn sie gestohlen werden. Wenn ich die beiden von der Leine lasse, beobachte ich sie mit Argusaugen und achte peinlichst darauf, dass kein Hund hinter einem Gebüsch verschwindet. Es könnte dort ja ein Giftköder lauern.
    Tja, so weit ist es gekommen. Traurig, aber leider Realität. 🙁
    LG Bettina mit Rica und Bobby




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  4. Deine Absichten sind ehrenwert, lieber Moe. Ich befürchte nur, dass die Menschen, die Du erreichen willst, Deinen Brief nicht lesen, ihn nicht verstehen oder sich dadurch animiert fühlen, weiter zu machen.
    Keine Angst zu haben, selbstbewusst und stark sei, ist hier der richtige, wenn auch nicht der leichteste Weg.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




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  5. „Nicht auffallen, damit uns nichts Schlimmes passiert.“
    Damit hast du mich gerade ernsthaft zum Weinen gebracht.
    Wo leben wir eigentlich?
    Wir sollten aufrecht gehen und uns diese Welt zurück erobern. Mit oder ohne Hund.
    Das ist unsere Welt, in der wir leben. Ich will das so nicht mehr!
    Danke dir und Moe, dass ihr gerade mit diesem Artikel auffallt.
    Herzliche Grüße
    Stephie




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  6. Ich bin sprachlos… und das kommt selten vor. Wenn mein Jack schreiben würde- wären es sehr ähnliche Worte.danke für deinen Mut Moe und hoffentlich lesen es die richtigen Menschen und fangen an über Ihr Handeln nachzudenken… das wünsche ich mir sehr!




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  7. Lieber Moe,
    vielen Dank für diese offenen und ehrlichen Worte! Ich hoffe, dass du viele Menschen erreichen kannst, die sich diese zu Herzen nehmen werden! Alles Liebe und viele Grüße!




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