Nachtgeschichten.

Nachtgeschichten

HA! Gib es zu: Du hast erst einmal Nacktgeschichten gelesen und dich schon gefreut. Nee, so nicht. Hier gibt es NACHTGESCHICHTEN. Den anderen Schweinkram gibt es hier nicht!

Zurück zum Thema. Alleine mit Moes Macken könnte ich mittlerweile Bücher füllen. Diese Flauschkartoffel ist manchmal so einzigartig, so besonders (für mich) – es macht richtig Spaß.

Seine neueste Macke auch. Also: Einzigartig ist sie (vielleicht). Spaß macht sie eher weniger.

Rituale, Verlässlichkeiten.

Eine sehr lange Zeit war Moe sehr präzise, sehr ritualisiert in seinen Abläufen. Morgenrunde, dann Frühstück. Nicht anders herum, weil sonst gildet das Frühstück ja nicht und man muss es wiederholen.

Napfbefüllung bitte um 8 Uhr, Naschiversorgung Nummer 1 um 11 Uhr, Mittagsrunde zwischen 12:30 Uhr und 13 Uhr (gerne auch früher und gerne auch deutlich länger), direkt danach wieder Naschiversorgung. Schlafen bis um 16 Uhr (KAFFEEZEIT!), dann wieder Naschi und spielen.

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Ritualisiert – auch beim Schlafen

Was ich damit sagen will: Wir sind sehr ritualisiert und selbst auf unseren Reisen haben wir es Moe damit leicht gemacht, sich zu akklimatisieren. Kein Grund zur Aufregung, läuft alles wie zu Hause.

Der wichtigste Punkt aber: Moe hat nachts meist durchgeschlafen. Klar, ein paar Platzwechsel hin und wieder aber im Großen und Ganzen: Wenn er nichts Falsches gegessen hat, kein Problem.

Oh, wie vermisse ich diese Zeit.

Mittlerweile ist es so, dass wir pro Woche ca. 1 – 2  Nächte haben, in denen Moe hinaus möchte. Man könnte nun denken: Oh, etwas medizinisches. Alte Herren müssen ja nu auch Nachts mal aufs Pöttchen – ganz normal.

Denkst du.

Moe hat Langeweile. Richtig, richtig dolle. Und einen ausgeprägten Sturkopf noch dazu.

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Tagsüber schlafen, Nachts wach.

Ich habe da mal ein Anliegen.

Beim ersten Mal konnte ich das noch nicht glauben. Er weckte mich um kurz nach eins, in der Nacht von Sonntag auf Montag.

Er lag auf mir, schmatzend, schwer atmend und ich dachte: Oh je. Ein Notfall! Jacke an, Schuhe, Schlüssel – ab und raus.

Nee. Kein Durchfall. Kein dringendes Pipi. Stattdessen: Eine Suche.

Am Abend waren die Hafentage in Laboe zu Ende gegangen. Auf unserer Abendrunde gingen wir dort entlang und Moe war schon etwas enttäuscht, das er von dem Fest nicht wirklich was mitbekommen hatte – schließlich ist er ja der Kirmes-Hund.

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Nachts ist es hier auch dunkel. Und kalt.

Ich versprach ihm: Wenn du eine Wurst findest, mir diese vorher anzeigst – dann darfst du sie haben (ich wusste ja, dass die Möwen längst durchgefegt hatten und sich wohl kein Zipfelchen mehr irgendwo finden lassen würde). Aber Moe suchte. Und fand: Nichts.

Ihn ließ das aber wohl nicht ruhig schlafen. Ständig muss diese Wurst in seinem Hirn herum gespukt haben – und statt das ich in Ruhe schlafen durfte, befand ich mich 2 Stunden später wieder am Hafen. Wieder auf der Suche nach der unsichtbaren Wurst.

Ich habe aus meinen Fehlern gelernt. Ich verspreche nun keine herumliegenden Würste mehr. Das bedeutet aber nicht, dass die Nächte dadurch entspannter werden würden.

Entschuldigen Sie? Das ist mein Platz.

Stattdessen gibt es Nächte, in denen Moe Theater macht. Wenn ich mich dann berapple, mich „ausgehfein“ mache, legt sich der Hund einfach ins Bett. Macht sich breit und pennt ein.

Und das macht er nicht einmal, sondern häufiger mal. Aber was soll ich tun? Ihn ignorieren? Nein! Denn es könnte ja schließlich wirklich mal nötig sein, das wir rausgehen.

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Mein Platz. Nicht deiner.

Verdächtige Geräusche und ein Fisch.

Natürlich haben wir auch die „Zwischenfälle“. Moe trinkt vor dem Schlafen gehen nochmal so viel, dass er einfach raus muss. In Ordnung. Da stehe ich auf, das ist ok. Oder er hatte Durchfall vor lauter Aufregung, weil wir in Gifhorn waren und er spät Abends noch gespielt hat. Auch ok.

Die letzten 2 Male waren es aber wieder andere Beweggründe, die Moe nächtens aus dem Bett geholt haben.

Der erste Grund: Verdächtige Geräusche aus dem Hundebauch. Es blubberte und gluckerte. Jede Hundemama weiß genau, was das bedeutet: Mindestens Durchfall Stufe 2, Houston, wir haben gleich ein Problem! Also, raus mit dem Hund.

In Ermangelung eines Gartens oder anderen Luxuriösigkeiten heißt das bei uns: Den langen Flur mit Teppich, sowie die Fliesentreppe aus dem ersten Stock runter überstehen und: Zusammen kneifen! Nicht, dass da noch was daneben geht.

„Lola rennt“ ist nix gegen Hundemami und Hund mit Durchfall.

Wenn sich die verdächtigen Geräusche im Hundemagen aber nur als sehr, sehr laute Blähungen entpuppen und sonst wirklich nichts, GAR NICHTS, an Flüssig- oder Feststoffen aus dem Hund kommt, dann ist man: Enttäuscht. Mindestens.

Vielleicht aber auch ein wenig wütend, warum Herr Hund es nicht dem Herrchen gleichtun kann. Wenigstens in dieser einen Sache.

Der zweite Grund: Ein Fisch. Anfang der Woche machte Moe auf seiner Abendrunde Bekanntschaft mit einem Fisch. Dieser wurde wohl von einem Angler vergessen/liegen gelassen und lag (leider schon sehr tot) auf dem Trocknen. Moe bestupste ihn und leistete Erste Hilfe – vergebens.

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Ist er tot?

Wir gingen weiter unseres Weges. In der Nacht, wir schliefen natürlich längst, plagte Moe wohl sein schlechtes Gewissen. Also: Anziehen, wieder raus. Ein ganzer Fisch lag dort nicht mehr, er sah eher ein bisschen „The Walking Dead“- mäßig aus – sprich, er hatte Bekanntschaft mit Autoreifen gemacht.

Moe sah wohl auch, dass seine Zweite Hilfe Künste hier nicht ausreichen würden und schloss damit ab – und Herrchen, frierend in der Kälte, war bestimmt froh darüber.

Nachts aufstehen – nix für Weicheier.

Ehrlich, ich brauche meinen Schlaf. Ich hasse kaum etwas mehr, als Nachts nochmal hoch zu müssen. Natürlich kann ich das in einem Notfall, aber Moe treibt es aktuell echt auf die Spitze.

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Höhö – VERARSCHT!

Wir haben sein Ausdauer-Köpfchen Programm nun ein bisschen intensiviert, in der Hoffnung, dass die Flauschkartoffel jetzt einfach durchschläft. Drückt uns die Daumen.

Dennoch warte ich quasi schon darauf, was er sich als Nächstes ausdenkt. Rosa Elefanten vielleicht?

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3 Gedanken zu „Nachtgeschichten.“

  1. Ich kann Dich so gut verstehen … ich habe auch gerne ein paar Stunden Schlaf am Stück 🙂 Wir hatten ja letztes Jahr durch die Krankheit von Damon und dann den Einzug von Shadow (und der Welpenblase) einige Monate die von wenig zusammenhängenden Schlafphasen geprägt waren. Aber natürlich steht man auf und geht raus, weil man nie ganz sicher sein kann was nun genau los ist.
    Ich wünsche euch, dass etwas mehr Auslastung wieder für ein ausgeschlafenes Frauchen sorgt.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

  2. Nun, ich musste beim Lesen doch sehr schmunzeln, obwohl ich weil, wie anstrengend die nächtliche Unterbrechung tatsächlich ist. Es ist aber wieder herrlich geschrieben…. Seit zwei Jahren füttern wir Socke nachts gegen 01:00 Uhr und wenn ich um 04:00 Uhr aufstehen muss, um zu Arbeit zu fahren, kannst Du Dir sicher vorstellen, wie anstrengend das ist. Und es gibt keine Ausnahme. Jede Nacht gegen 01:00 Uhr klingelt bei uns der Wecker und meine Blase hat sich schon daran gewöhnt. ;o) Aber man tut es, ja sogar auch gerne….

    Daher so schlimm es für Dich ist, denke daran. Schlimmer geht immer…..

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

  3. Herrlich… ja, ich muss sagen, ich hab mich amüsiert. Shiva hat nämlich auch solche Phasen. Da schmeißt sie mich alle 2 Stunden raus, um dann im Garten rumzustromern. Wo ist der Igel? War da nicht vorher ein Duft einer Katze? Damit ich nicht stinkig werde, wird schnell gepieselt und dann wieder rauf ins Bett… jepp, 2 Stunden später finden wir uns wieder im Garten. *seufz* Aber das hat sie zum Glück nicht oft. Wenn sie mich sonst rausschmeißt, dann hat sie ein dringendes Bedürfnis (braunes Gewitter) und wir müssen uns sputen, da wir ja erst 2 Stockwerke runter müssen. Puh.

    Ich hoffe, die Kopfauslastung hilft euch für Moes Nachtschlaf.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva (die gar nicht weiß, was sie schon wieder angestellt haben soll)

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