Mit dem Hund nach Schweden

Mit dem Hund nach Schweden

Wir sind nun fast 7 Wochen in Schweden und bald – es wird sich wohl nur noch um 1, 2 Tage handeln – reisen wir weiter nach Norwegen. Zeit also, ein Fazit zu unserem Aufenthalt in Schweden zu ziehen.

Grundsätzlich ist Schweden ein absolut hundefreundliches Land. Das hat sich in vielerlei Hinsicht geäußert, vor allem, wenn man wie wir, keinen ganz einfachen Hund hat.

Einreisebestimmungen Hund in Schweden

Die Einreise für den Vierbeiner gestaltet sich eigentlich sehr einfach.

  • Kennzeichnung mit Mikrochip (oder deutlich erkennbare Tätowierung – allerdings nur bei Tätowierung vor dem 3. Juli 2011)
  • Impfung gegen Tollwut
  • Dokumentation in Form eines Haustierpasses, in dem der zuständige Tierarzt alle notwendigen Maßnahmen notiert
  • Der Hund muss beim Zoll angemeldet werden

Der letzte Punkt hat mir zugegebenermaßen am Meisten Bauchschmerzen bereitet. Ich hatte gruselige Zollbeamte im Kopf, die Moe aus dem Wagen holen und unser Wohnmobil auf den Kopf stellen. Aber: So ist es überhaupt nicht passiert.

Mit dem Hund nach Schweden
Die Einreise war ganz leicht.

Das erste, was ich vorab herausgefunden habe: Auf der Website tullverket.se kann der Hund (oder auch die Katze) vor der Einreise beim Zoll angemeldet werden. So entfällt Wartezeit, denn man muss am Zoll nicht durch den roten Bereich fahren (Anmeldung beim Zoll) sondern kann ganz normal den grünen Bereich nutzen (nichts zu verzollen).

Dennoch kann es passieren, dass man am Zoll kontrolliert wird, denn aktuell wird an vielen Grenzen verstärkt kontrolliert.

Wir haben unsere Personalausweis und Moes Impfpass vorgezeigt, sowie die Registrierungsnummer genannt, die wir nach der Anmeldung auf tullverket.se bekommen haben – fertig. Wir konnten direkt weiterfahren.

Übrigens: Die Online-Anmeldung von Moe habe ich 2 Stunden bevor wir in Schweden angekommen sind durchgeführt. Da die Registrierungsnummer ziemlich zeitnah per Mail ankommt, war das kein Problem!

Mit dem Hund nach Schweden
Und dann kann es direkt ans Entdecken gehen.

Leinenpflicht in Schweden

Man könnte sagen: Des einen Freud, des anderen Leid. Ich freue mich darüber, dass es in Schweden eine Leinenpflicht gibt und: Das sich wirklich fast alle daran halten. Anders als in Deutschland, wo wir regelmäßig Probleme mit anderen Hundehaltern haben, da diese ihre Hunde quasi überall frei laufen lassen, ist es hier in Schweden ganz klar geregelt. Der Hund muss an die Leine, Punkt, aus.

Das bedeutet nun aber nicht, dass Moe und andere Hunde grundsätzlich nie ohne Leine anzutreffen wären, aber in Schweden wird sehr darauf geachtet, das der eigene Hund wirklich niemanden belästigt.

Mit dem Hund nach Schweden
Viel „Verkehr“ auf den Straßen.

Es wird immer ein Sicherheitsabstand eingehalten, niemand kommt auf die Idee, auf einen fremden Hund zuzulaufen. Der eigene Hund wird grundsätzlich auf Abstand gehalten, und wenn zum Beispiel an einem See nicht genug Platz ist, kommt man später wieder oder man wartet, bis der andere fertig ist.

Es ist ein ganz anderes Miteinander unter den Hundehaltern. Es wird freundlich gegrüßt, die Hunde werden auf die andere Seite gelenkt und man geht an einander vorbei – sei es in der Stadt, auf dem Campingplatz oder in der freien Natur.

Wir haben in der ganzen Zeit, die wir nun hier sind, nicht eine einzige negative Begegnung gehabt. Selbst beim Tierarzt, auf engem Raum, wurde alles dafür getan, dass sich die Hunde nicht in die Quere kommen. Toll!

Mit dem Hund nach Schweden
Allein in der Natur – herrlich!

Wenn man nun ganz allein an einem Badesee ist, spricht natürlich nichts dagegen, den Hund frei laufen zu lassen. Das machen die Schweden ganz genauso, ebenso auf einer freien Wiese (vorausgesetzt, dort liegt niemand).

Außerdem gibt es in Süd- und Mittelschweden oft ein „Hundbad“ – das sind bestimmte Bereiche am See, wo man sich mit Hund aufhalten kann. Weiter nördlich ist es aber so dünn besiedelt und ruhig, dass man häufig den Bereich komplett allein für sich hat – und kann dann tun und lassen was man möchte (und vernünftig ist. Feuer machen bei Brandgefahr ist NICHT clever.).

In den Nationalparks ist natürlich immer Leinenpflicht und auch in den Wäldern sollte man, wenn der eigene Hund jagt, lieber vorsichtig sein.

Mit dem Hund nach Schweden
Rentierbegegnungen hatten wir viele.

Ich habe das einmal nicht beachtet und Moe ist zwar nicht stiften gegangen – aber als wenige Minuten später ein paar Frischlinge aus dem Unterholz kamen, war ich froh, dass wir mittlerweile wieder im Wohnmobil waren! Die Begegnung wollte ich nun nicht unbedingt persönlich haben.

Restaurant- und Cafébesuche mit Hund in Schweden

Zu 90% ist es in Schweden (ebenso wie in Dänemark) nicht erlaubt, den Hund mit in ein Restaurant oder Café zu nehmen. Dennoch bieten viele die Möglichkeit, sich draußen hinzusetzen – auch mit Hund.

Notfalls einfach kurz nachfragen – so haben wir es auch in Dänemark mit 2 Hunden in einen Imbiss geschafft (vielleicht hat uns der Besitzer auch nicht verstanden und wollte freundlich sein).

Außerdem sind auch viele Shoppingmalls für Hunde in Schweden verboten – was für uns sowieso kein Thema war.

Mit dem Hund nach Schweden
Moe möchte sowieso nicht shoppen.

Camping mit Hund in Schweden

Schweden ist nicht nur grundsätzlich eines der tollsten Länder, um es mit Hund zu bereisen – die Campingplatz-Betreiber sind auch noch meistens sehr hundefreundlich.

Da der Hund in Schweden zur Familie gehört und davon ausgegangen wird, das eigentlich jeder mindestens einen Hund besitzt, muss auf einem Campingplatz in Schweden für den Vierbeiner nichts extra gezahlt werden. Davon können sich deutsche Campingplätze eine fette Scheibe abschneiden bei Tagespreisen von 3-6 € – für den Hund! Ohne jeglichen Service für den Hund!

Mit dem Hund nach Schweden
Campingplatz oder frei stehen – in Schweden geht alles.

Außerdem muss der Hund nicht extra angemeldet werden, er darf (angebunden) auf der Parzelle liegen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. In die Servicegebäude darf er natürlich nicht, was aber auch verständlich sein sollte.

Weiterhin gibt es auch keine Begrenzungen: Egal ob man mit einem, vieren oder zehn Hunden kommt, die Campingplatzbetreiber sind da sehr entspannt (ebenso bei Kindern, wen es interessiert 😉 – auch Schafszäune für die Hunde sind oft geduldet.

Ernährung: Hundefutter in Schweden

Ein weiteres Bauchschmerz-Thema. Für 4 Wochen hatte ich Vorräte mitgenommen, danach hieß es: Hundefutter kaufen! Das ist in Schweden nicht besonders einfach und ich erfuhr später auch, warum.

Im Supermarkt (egal ob Coop oder ICA) bekommt man vor allem die qualitativ schlechteren Marken (Frolic, Pedigree und wie sie alle heißen). Dazu die Eigenmarken. Da hat uns bisher nur ein Nassfutter überzeugt, welches ohne Getreide auskommt und Moe sehr gut verträgt. Dieses gibt es in 2 Sorten, Rind und Truthahn.

Beim Trockenfutter war es schon schwerer. Im Supermarkt wurde ich überhaupt nicht fündig und umso weiter nördlich wir kamen, desto geringer die Chancen auf einen Tierladen.

In Kiruna, kurz vor der norwegischen Grenze, hatte ich Glück: Ich fand einen kleinen Laden, der sich auf die Ernährung und Ausbildung von Schlittenhunden spezialisiert hat. Dort fand ich dann auch 2 Sorten getreidefreies Trockenfutter, bei dem ich hoffe, dass Moe es verträgt (teuer war es jedenfalls: 5 Kilo Trockenfutter für 39 €. Getreidefrei und Spaß dabei.).

Mit dem Hund nach Schweden
Hundeernährung in Schweden – kein Hexenwerk.

Vorher war ich bereits in einem anderen kleinen Laden, in Mittelschweden. Zu dem Zeitpunkt benötigte ich aber nur Nassfutter und fand: Genau einen Anbieter, nämlich Bozita. Ich fragte die Ladenbesitzerin, warum sie denn nur Trockenfutter und eine Sorte Nassfutter hatte.

„Die schwedischen Hunde werden hauptsächlich frisch ernährt. Jeder Ort hat seinen Fleischlieferanten und darüber bekommt auch der Hund sein Fleisch. Maximal Trockenfutter wird zugefüttert, die meisten Hunde bekommen jedoch frisches Fleisch, Gemüse und Obst.“

Ich war ziemlich beeindruckt. Während wir uns in Deutschland so schwer damit tun, den Hund zu ernähren und eine Wissenschaft daraus machen, sind die Schweden deutlich weiter.

Natürlich gibt es dennoch diese Menschen, die nur im Supermarkt einkaufen (wir gehören aktuell leider dazu, aufgrund von einem nicht richtig funktionierendem Kühlschrank, einem Mini-Gefrierfach und anderen Baustellen), aber grundsätzlich werden die meisten Hunde wohl frisch ernährt. Toll!

Die Schweden und die Hunde

Mein Eindruck: Hunde gehören zur Familie dazu, und die Schweden sind sehr entspannt, was den Umgang mit Hunden angeht. Dennoch sind die Menschen sehr respektvoll: Es ist uns nicht einmal passiert, dass jemand ungefragt Moe angefasst hätte -trotz aller Hundeliebe!

Auch ein Mechaniker fragte uns vorher, ob es für Moe in Ordnung wäre, bevor er sich in unser Wohnmobil setzte – nicht, weil er Angst hatte, sondern weil er, wie er sagte, in Moes Zuhause eindringt und Moe sich nicht bedroht fühlen soll. Nach unserem „Ok“ und Moes unmissverständlicher Aufforderung musste der Mechaniker auch erstmal streicheln, bevor er sich um unser Mobil kümmern konnte.

Die Natur ist einfach perfekt, um in Schweden mit dem Hund Urlaub zu machen. Ausgedehnte Wandertouren, gemütliche Abende am See – wer nicht auf Städtetrips und Hektik steht, der bekommt in Schweden Ruhe pur geboten und das alles mit Hund. Vor allem Nordschweden, Lappland, ist wahnsinnig schön und entspannt – hier möchte man eigentlich nur weg, wenn die Moskitos zu sehr nerven. 😉

Mit dem Hund nach Schweden
Mit dem Hund nach Schweden – eine super Idee!

Moe fühlt sich in Schweden total wohl. Er genießt es, in jeden See springen zu dürfen. Auf jeder Wiese herum kullern zu können. Wir sind entspannt, weil wir wissen, dass nicht gleich der nächste Hund auf uns zu rennen wird und wir eine Keilerei vermeiden werden müssen. Moe hatte noch nicht eine Zecke (in 7 Wochen nicht eine!), während er zu Hause so viele hatte. Nur die Mücken, Bremsen und Fliegen nerven auch ihn.

Die Einreise nach Schweden ist absolut unproblematisch und nachdem ich nun weiß, wie das hier mit der Hundeernährung funktioniert, kann ich nur sagen: Daumen hoch für Schweden! Ein Paradies für Hunde und ihre Zweibeiner. Wir waren nicht das letzte Mal hier.

Folge uns bei Pinterest

Kommentieren

10 Gedanken zu „Mit dem Hund nach Schweden“

  1. Toller Bericht, der Lust auf mehr Schweden macht. Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen in Norwegen.

    Durch die Hundesituation in Schweden haben wir mittlerweile auf eine Futtermarke umgestellt, welche schwedisches Fleisch verwendet. Dieses ist einfach viel hochwertiger als das, was in Deutschland teilweise in die Dose kommt.

    Liebe Grüße und ein Knutsch für Baba

  2. Danke für diesen tollen Bericht über Schweden! Ich möchte nächstes Jahr unbedingt nach England, Irland oder eben nach Skandinavien reisen. Da erleichterst du mir die Auswahl ziemlich! 😉 Wie hat sich Moe beim Fahren im Wohnmobil geschlagen?
    Ich freu mich über den Norwegen-Bericht!
    Liebe Grüße aus Österreich,
    Kerstin

    • Liebe Kerstin,

      England und Irland kommen definitiv auch noch, genauso wie Schottland (wenn wir schon mal da sind… 😉 ), aber Schweden ist wirklich ein ganz persönliches Highlight für mich. Wir sind ja nicht das erste Mal hier, aber das erste Mal so lange und mit Wohnmobil.

      Moe liebt unseren BABA und fährt total gerne mit. Für ihn ist das einfach ein rollendes Zuhause, er hat seine Plätze und schläft da ganz ruhig.

      Danke und liebe Grüße!
      Nicole

  3. Ein toller Bericht!!!
    Wir sind derzeit mit Boerne in Großbritannien unterwegs und ich genieße es hier, dass Hunde in 90% aller Restaurants und Cafés gern gesehene Gäste sind. Meist gibts sogar Leckerchen und einen großen Wassernapf für den Hund. Da wir mit dem Auto reisen und nicht campen, sind wir im Urlaub darauf angewiesen, dass Boerne auch mit ins Restaurant darf. Aber mit den tollen Bilder machst du einem richtig Lust auf Schweden! 🙂
    Und es ist gut zu wissen, wie leicht doch die Einreise mit Hund ist.
    Liebe Grüße
    Steffi

  4. Ich finde das hört sich ganz wunderbar an und ich freue mich für Euch, dass sich Eure Erwartungen erfüllt haben. Die Bilder von den Rentieren sind so toll. Passt weiterhin gut auf Euch auf und hoffentlich auf bald….

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

  5. Ich habe den Beitrag regelrecht verschlungen und freue mich das ihr beiden in Schweden so gute Erfahrungen machen konntet. 🙂 Wir wollen im Herbst mit unserem Rudel ebenfalls einen kleinen Trip in Richtung Norden machen und ich bin schon gespannt, ob es uns dort auch so gut gefallen wird. (Mit einem dreier Rudel kann das doch etwas, nennen wir es mal, „anders“ werden. :D) Wir haben aber auch nicht vor mit einem Wohnmobil zu reisen und große Campingplätze anzusteuern. (Wir sind eher die Rucksack und Stiefel typen.) Mit zwei Malinois und einem Elchhund wird man schon des Öfteren an solchen Plätzen skeptisch angesehen.

    Danke dir für die schönen Bilder und Eindrücke. Vor allem die Fotos der Rentiere sind so toll <3

    Liebe Grüße von uns fünf

    • Huhu,

      ach, da mach dir mal keine Gedanken. Wir haben vor ein paar Jahren ja auch eine Wandertour durch Schweden gemacht und wir wurden nie komisch angeschaut. Stattdessen ist es in Schweden (so wie wir es erlebt haben) eher ein „leben und leben lassen“ – das können sich viele in Deutschland noch abschauen.

      Kann man euch fünfen denn irgendwie folgen? Ich liebe Malinois wahnsinning.

      Alles Gute für euch, liebe Grüße!

      Nicole

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*