Mit dem Hund nach Norwegen

Und zack – sind wir nicht mehr in Schweden. Genau genommen sind wir gerade nicht mal mehr in Norwegen – sondern befinden uns schon in Finnland. Ja, da staunt ihr bestimmt! 🙂

Tatsächlich war unser Norwegenaufenthalt nur von kurzer Dauer. Das hatte einige Gründe, auf die ich auch im Verlauf noch weiter eingehen werde. Der wichtigste Grund war aber: Wir konnten nicht richtig arbeiten.

Mit dem Hund nach Norwegen
In Norwegen waren wir nicht so lange

Das lag nicht an der fantastischen Landschaft, die uns abgelenkt hat (ok, hat sie – aber das war nicht der Grund), sondern das Internet hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Wir haben einfach für das Arbeiten so viel Internet benötigt, dass Norwegen damit finanziell nicht tragbar war – wir haben an 4 Tagen unser gesamtes Guthaben verbraucht.

Mit dem Hund nach Norwegen
Wir waren sogar am Nordkapp!

Dennoch haben wir 2 Wochen in Norwegen verbracht, Land und Leute kennen gelernt – und geschaut, wie es sich mit Hund in Norwegen aushalten lässt.

Ob wir mit Moe nochmal nach Norwegen reisen würden, was es zu beachten gibt und an welchen Orten wir uns super wohl gefühlt haben, lest ihr im Folgenden.

Einreisebestimmungen Hund in Norwegen

Norwegen macht die Einreise mit Hund nicht ganz so leicht wie Schweden.

  • Kennzeichnung mit Mikrochip (oder deutlich erkennbare Tätowierung – allerdings nur bei Tätowierung vor dem 3. Juli 2011)
  • Impfung gegen Tollwut
  • Dokumentation in Form eines Haustierpasses, in dem der zuständige Tierarzt alle notwendigen Maßnahmen notiert
  • Behandlung gegen Bandwurmbefall (Echinokokkose, Echinococcus multilocularis) mindestens 24 Stunden, maximal 120 Stunden vor Einreise*
  • Der Hund muss beim Zoll angemeldet werden

*Alternative: Die 28 Tage Regelung:
Dafür muss der Vierbeiner 2 Mal innerhalb 28 Tagen vor der Einreise nach Norwegen behandelt werden. Danach kann der Hund nach Norwegen einreisen und muss erst wieder am 28. Tag behandelt werden. Sinnvoll ist diese Regelung, wenn man zB. zwischen Schweden, Norwegen und/oder Finnland pendelt und dafür nicht jedes Mal wieder zum Arzt möchte.

Mit dem Hund nach Norwegen
Die Einreise nach Norwegen ist einfach.

Wir waren also an unseren letzten Tagen in Schweden beim Tierarzt (in Kiruna, in einer tollen Praxis). Dort bekam Moe 2 Tabletten, die unter Aufsicht der Ärztin von Moe eingenommen wurden. Daraufhin wurde die Uhrzeit und das Datum im Impfpass vermerkt. Nun mussten wir noch mindestens 24 Stunden warten, bevor wir die Grenze hätten überqueren können.

Wir sind 3 Tage später über Abisko (und damit über die E10) nach Norwegen eingereist. Vorher hatte ich gelesen, dass man den Hund unbedingt beim Zoll anmelden muss – also nicht über die grüne Spur einreisen, sondern über die rote (Waren zu verzollen), dann in das Zollgebäude gehen muss. Hier soll ein Ticket gezogen werden (Lebende Tiere), damit man schneller an der Reihe ist.

Mit dem Hund nach Norwegen
Å i Lofoten

Nun – unser Zollhäuschen hatte Platz für maximal 4 Leute. Es war genau ein Zollbeamter da, dem es eigentlich schnurzpiep war, was wir da wollten – er schaute ganz kurz mit einem Auge auf den Impfpass und sagte uns dann, das wir einfach weiter fahren sollen. 🙂 Nichts mit großer Anmeldung, Nummer ziehen oder Hund persönlich vorstellen.

Leinenpflicht in Norwegen

Ebenso wie in Schweden herrscht auch in Norwegen Leinenpflicht. Allerdings ist es auch hier Auslegungssache, wie strikt das Ganze gesehen wird.

Ich hatte es ja schon im „Mit dem Hund nach Schweden“ Artikel geschrieben: Wir sind ein absoluter Leinen-Verfechter und Moe ist lieber einmal mehr an der Leine unterwegs. Das das auch in Norwegen eine gute Entscheidung ist, sahen wir spätestens in Hammerfest: Hier waren so viele Rentiere unterwegs, das es für einen halben Jagdhund wie Moe einfach nicht tragbar gewesen wäre.

Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen: An unserem Lieblingsstrand in Flakstad durfte Moe ohne Leine flitzen und überhaupt an Seen oder Stellen, die gut einsehbar waren. In Städten gehört der Hund an die Leine – so wie in Deutschland auch.

Restaurant- und Cafébesuche mit Hund in Norwegen

Auch hier: Fehlanzeige. Wenn es eine Möglichkeit gibt, sich mit Hund nach draußen zu setzen, ist es kein Problem. So konnten wir in Henningsvær auf den Lofoten beispielsweise in Ruhe unseren Kaffee trinken und auch in Å i Lofoten hatten wir damit keine Probleme.

In Supermärkte oder größere Shoppingmalls darf der Hund allerdings auch in Norwegen nicht mit. Grundsätzlich haben wir die Norweger als hundefreundlich wahrgenommen, wenn auch nicht so sehr wie die Schweden.

Camping mit Hund in Norwegen

Ebenso wie in Schweden darf der Hund mit auf den Campingplatz. Auch in Norwegen muss der Hund nicht extra angemeldet werden, er darf (angebunden) auf der Parzelle liegen.

Schafszäune, wie oft bei mehreren Hunden üblich, habe ich in Norwegen auf den Campingplätzen allerdings nicht gesehen und bin nicht sicher, ob diese geduldet werden. Im Zweifel einfach mal nachfragen.

Mit dem Hund nach Norwegen
Das war in Flakstad, bei Skagen Camping

In die Servicegebäude darf der Hund natürlich nicht, was aber auch verständlich sein sollte. Leider ist das Campen in Norwegen auf dem Campingplatz allerdings sehr teuer und für jede weitere Leistung wird Geld verlangt – Duschen, Waschen, Trocknen, Waschmittel, WLAN… sind alles extra Leistungen, die aber nichts mit dem Hund grundsätzlich zu tun haben. Denn der Hund ist inklusive und wird nicht extra berechnet.

Ernährung: Hundefutter in Norwegen

Ebenso wie in Schweden ist die Hundeernährung in Norwegen kein Hexenwerk. Allerdings fand ich es in Ermangelung größerer Städte im Norden doch nicht ganz so einfach, spezielle Tiergeschäfte zu finden. In Senja hatte ich dann tatsächlich Glück: Ich fand einen kleineren Laden, der zu einer Kette gehört (buddy.no).

Dort wollte ich Omega 3 Öl kaufen, da Moe zu dem Zeitpunkt etwas schuppiges Fell hatte und so ein bisschen Öl immer ganz gut tut. Auf der Website stand, dass sie dieses verkaufen – leider war ich wohl zu spät und alles war ausverkauft…

Mit dem Hund nach Norwegen
Norwegen ist einfach wunderschön…

So konnte ich aber immerhin etwas stöbern. Die Auswahl an Hundefutter ist eher klein, die Auswahl an Snacks noch kleiner, zudem sehr teuer (Fleisch in Norwegen ist eben deutlich teurer als in Deutschland).

Mit ein bisschen Planung ist es aber kein Problem, den Hund in Norwegen zu ernähren – im Zweifel auch hier eher frisch als mit Trockenfutter (wobei es die üblichen Verdächtigen auch immer im Supermarkt gibt).

Norwegen-Fazit: Kommen wir wieder?

Ehrlicherweise weiß ich das zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Denn: Die Landschaft war fantastisch schön. Ganz ehrlich. Es war beeindruckend und teilweise hatte ich eine Gänsehaut und konnte gar nicht glauben, was ich da sah. Hammerfest und der ganze Bereich drum herum war toll, die vielen Rentiere. Die Lofoten haben uns umgehauen mit ihrer Schönheit.

Mit dem Hund nach Norwegen
Henningsvaer auf den Lofoten

Es hatte aber auch seine Schattenseite. Denn menschlich habe ich mich in Norwegen leider überhaupt nicht wohl gefühlt. Die Menschen waren längst nicht so offen wie zum Beispiel die Schweden oder Finnen. Wir sind eher auf Ablehnung gestoßen, bis auf die eine Begegnung mit sehr, sehr netten, hilfsbereiten Norwegern.

Wir hatten eher das Gefühl, zu stören und das die Norweger einfach genug von den Touristen haben (was ich sehr gut nachvollziehen kann!). Allein für das Lebensgefühl würde ich nach Norwegen nicht zurück kehren.

Mit dem Hund nach Norwegen
Ob wir wohl wieder kommen?

Die Landschaft ist absolut fantastisch und einmal im Leben sollte man sich das wohl angeschaut haben. Vor allem sollte man einmal im Leben am Nordkapp stehen und sich die Haare vom Kopf pusten lassen. 🙂  Norwegen mit Hund klappt sehr gut – aber Schweden als mein liebstes Reiseland löst es definitiv nicht ab.

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3 Gedanken zu „Mit dem Hund nach Norwegen“

  1. Ich muss zugeben, ich habe erstmal nur die Bilder angschaut … und ert danach wieder nach oben gescrolt undden Text gelesen 😉 Aber es sind auch wirklch fantastische ufnahmen dabei.
    Ich finde es schade, dass Du Dich in Norwegen nicht so richtig wohl gefühlt hast … aber ich glaube, dass muss auch nicht immer so sein. Ihr habt wundervolle Dinge gesehen und werdet sicher noch viel sehen auf eurer Reise. Da wird es sicher immer mal wieder besondere Regionen geben und eben auch die anderen 😉
    Jetzt freue ich mich auf den nächsten Teil und sende liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

  2. Ich freue mich soooooo sehr von Dir zu lesen und Deine so tarumhaften Bilder zu sehen. Es ist unglaublich, was Du uns da zeigst. Da wir nicht beabsichtigen die skandinavischen Länder mit Socke zu bereisen, war der Text zweitrangig, wobei ich die Unterschiede in den Ländern bezüglich der Menschen und der Haltung zu Tieren spannend.

    Passt gut auf Euch auf und weiterhin eine gute Reise.

    Hoffentlich auf bald. Alle guten Wünsche und herzliche Grüße
    Sabine mit Socke

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