Mein Hund und sein Identitätsproblem.

Es ist wichtig, dass ihr es als Erste erfahrt. Ich weiß – es ist nicht sonderlich populär und wird gerne tot geschwiegen. Aber vielleicht leidet euer Hund auch darunter. Daher möchte ich gerne aufklären und euch Mut machen: Stellt euch dem Thema!

Moe hat ein Geschlechtsproblem. Identitätsprobleme. Und wir fragen uns: Ist er jetzt ein Mädchen oder ein Junge?

Seit jeher kämpfe und diskutiere ich mit allen, die der Meinung sind: Das ist Mädchen-/Jungenkram. Ein Mädchen/Junge trägt/macht so was nicht.

Aber nun trifft es Moes Seele. Ihr wisst: Diese ist klein und zerbrechlich. Moe hat auch Gefühle. Wir möchten wissen: Was ist er denn nun – innerlich gefühlt? Weiblich oder männlich?

Und: Woran erkennt man das? Wie äußert sich Moe, woran kann ich erkennen, was er mehr ist – und warum kann meine Umwelt das besser als ich?

Ist das ein Määäädchen?

Nein. Moe ist kein Mädchen. Definitiv nicht – zumindest nicht im biologischen Sinn. Er ist auch keine Hündin.

Identitätsprobleme.
Identitätsprobleme.

Was sein Geschlecht angeht, kann ich zweifelsfrei feststellen, dass er absolut und 100 % männlich ist – auch wenn er es nicht raushängen lässt. Seit der Kastration noch viel weniger.

Moe ist lieb. Und kein Macho. Und interessiert sich nicht für läufige Hündinnen. Ist das schon ein Anzeichen dafür, dass er eher weiblich ist?

Denn:

„Der hat ja ein rotes Halsband um!“

Ach Mist. Verdammt. Ich habe es gewagt und meinem RÜDEN ein ROTES Halsband mit Leine umgemacht. Und habe damit alle denken lassen, Moe wäre weiblich. Und nu?

Schlimm finde ich, dass solche Fragen meist nicht von Kindern kommen, sondern von erwachsenen Menschen. Meist ältere Damen, denen es scheinbar so gar nicht in den Kram passt, dass rot nun auch männlich sein soll.

Ein ROTES Halsband. Rot.
Ein ROTES Halsband. Rot.

Oder ist es das etwa gar nicht? Gibt es so etwas wie eine Farbenpolizei? Und wenn ja – wann wird das rote Set konfisziert?

Oder schmerzt es meinen Hund seelisch, weil ich ihm als männlichen Hund dermaßen beleidige, er sich aber nicht wehren kann? Was macht das mit ihm?

Ist er verwirrt? Zieht er sich heimlich vor dem Spiegel männlicher an? Macht Macho-Posen? Und bei mir darf er nicht das sein, was er ist?

MACHE ICH MEINEN HUND ZU EINEM MÄÄÄÄDCHEN?

Wie heißt der Hund?

Auch Moes Name macht regelmäßig Probleme. Denn – falls ihr es noch nicht wusstet:

Moe ist die Abkürzung von Monika.

Hörte ich neulich und hatte kurzzeitig einen Lachflash, der bis heute anhält. Moenika. Ich liebe es.

Ich muss aber auch fairerweise zugeben, dass wir schon gefragt wurden, warum wir ihn Moor genannt haben. Oder Mau. Ich denke, ich muss an meiner Aussprache arbeiten.

Geschlecht? Ist mir Wurst.

Oh je – gebt es zu, ihr habt es gewusst. Moe ist ein richtig armer Hund. Weder weiblich noch männlich, und das Frauchen hilft ihm auch nicht gerade bei seinem Identitätskonflikt.

Ehrlich. Mir ist es total gleich, ob Moe nun weiblich oder männlich ist. Ja, ich wollte damals einen Rüden, mittlerweile ist es mir aber egal. Hat Moe weibliche Attribute? Ja, vielleicht.

Seit der Kastration ist es sowieso total wumpe. Er hebt sein Bein zum Pieschern, aber er kann sich nicht mehr fortpflanzen. Außerdem findet er andere Hunde sowieso doof – egal, ob weiblich oder männlich. Ende der Geschichte.

Und selbst wenn Moe eher weiblich als männlich WÄRE, weil er gerne kuschelt. Wenn er gerne in Mädchenkleidung herum laufen möchte, soll er das tun. Ich teile auch gerne meinen Nagellack mit ihm.

Wie – das ist zu menschlich gedacht?

Ich finde, wenn man sich Gedanken darüber macht, ob ein Hund im roten Halsband wirklich ein Rüde sein darf, dann darf Moe sich sehr wohl überlegen, ob er nicht seine weibliche Seite stärker ausleben will. Das ist doch nur fair.

Bis dahin überdenke ich mal meinen Kleidungsstil. Schwarz und blau trägt man nicht als Määäädchen!

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