Mein Hund spricht mit mir!

Sogenannte Hundeflüsterer sollen wieder richten, was der Mensch bei der Hundeerziehung verbockt hat. Da gibt es die schwerwiegenden Fälle, aber auch ein simpler Fall kann verkompliziert werden, wenn man die Hundesprache nicht lesen kann und jeden Tag in den Augen des Hundes falsch handelt und das Problem verstärkt.

Bevor Moe bei uns eingezogen ist, habe ich ohne Ende Ratgeber gelesen. Auch in der Zeit als Moe neu bei uns war, habe ich versucht mich 100% an das zu halten, was ich gelesen hatte.

Nun ja, ich bin leider nicht immer konsequent und bei manchen Dingen hat es sich auch ausgezahlt, einmal fünfe gerade sein zu lassen.

Da wäre zum Beispiel Moes erste Nacht bei uns. In dem einen Ratgeber las ich, dass es gut ist, den Hund mit im Schlafzimmer schlafen zu lassen, in einem Korb in der Nähe von uns. In einem anderen las ich, dass man sich damit einen kontrollsüchtigen Hund heranzieht, der nie alleine bleiben würde. Und auch Dennis war der Meinung, dass ein Hund nicht ins Schlafzimmer gehört (das er nachher derjenige war, warum der Hund sowohl aufs Sofa als auch ins Bett durfte, lassen wir hier mal unerwähnt. 😉 ).

So verbrachten wir dann eine Nacht in der kaum geschlafen wurde, da unser kleiner Moe permanent vor der verschlossenen Tür fiepte und aus lauter Trotz auch noch ein Häufchen ins Wohnzimmer setzte.

Danach durfte er selbstverständlich ins Schlafzimmer.

Nun fällt mir jeden Tag auf’s Neue auf, wie differenziert Moe in der Lage ist, mit uns zu kommunizieren.

Wenn er nachts raus muss, weil er Bauchweh hat, fiept er und macht auf sich aufmerksam, rennt zum Beispiel schon mal vor zu Tür.
Wenn er denkt dass es Zeit ist, zu Fressen, stellt er sich mit hängendem Kopf neben seinen Napf. Schaue ich ihn dann an, schaut er erst zu seiner Box mit Trockenfutter, dann in seinen Napf und dann mich an, so als wollte er sagen: Das da bitte da rein, jetzt!
Wenn ihm etwas nicht geheuer ist, geht er lieber ein paar Schritte zurück.
In der Nachbarschaft lebt ein großer weißer Hund, von dem Moe schon ein paar Mal am Zaun heftig angebellt wurde. Nun können wir nicht mehr an diesem Haus vorbeigehen, sondern müssen auf die andere Straßenseite wechseln. Moe bleibt sonst einfach in einem Sicherheitsabstand stehen und geht nicht mehr weiter.

Er zeigt mir auch sehr viel mit seinen Blicken, zum Beispiel sein Spielzeug. Oder er legt seinen Kopf mit einem tiefen Seufzer aufs Sofa, wenn er drauf möchte und schaut aus traurigen Augen zu uns hoch. Wenn ihm etwas nicht passt, zum Beispiel, wenn etwas an-oder ausgepustet wird (Kerzen vor allem),  jault, jammert oder bellt er.

Auch im Bekanntenkreis gibt es Hunde, die interessant und teilweise auch auf sehr lustige Art kommunizieren. So werde ich mich demnächst um Jette kümmern, eine Airedale-Terrier-Hündin, die ihrem Herrchen die Wohnung präsentiert wenn er heimkommt um ihm zu zeigen dass sie nichts angestellt hat. Falls sie doch mal was gemacht hat, zeigt sie ihm auch das und erwartet dann, ein bisschen ausgeschimpft und ins Körbchen geschickt zu werden. Natürlich nicht für lange.

Bei Moe ist es in diesem Fall so, dass er sich gleich unsichtbar macht. Wenn er mal wieder eine Packung Taschentücher gefunden oder auch meine Handtasche ausgeräumt hat, verkriecht er sich direkt in eine dunkle Ecke oder ins Körbchen- ohne das ich irgendwas entdeckt oder gesagt hätte.

Hundesprache ist unheimlich faszinierend und ich kann nur jedem Hundebesitzer raten sich mit seinem Tier zu beschäftigen. Dann wird der Besuch beim Hundeflüsterer sicher unnötig!

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