Mein Hund, die Baustelle

Under construction
Under construction

So liebevoll lässt es sich auch betiteln, wenn der Hund mal wieder nicht macht was er soll.

Das dieser Artikel überhaupt entstanden ist, habe ich zwei Menschen zu verdanken: Sonja und Sabine. Beide haben mir Mut gemacht, über unsere Probleme mit Moe zu schreiben, euch daran teilhaben zu lassen, das nicht immer alles so Friede, Freude, Eierkuchen in der Hund-Mensch-Beziehung ist.

Fangen wir trotzdem mit etwas Positivem an

Moe ist liebevoll. Ein ganz toller Hund, der mit Menschen aller Art gut umgehen kann. Selbst bei den Kleinsten ist er sehr vorsichtig, lässt sich streicheln und betüddeln. Menschen, die keine Ahnung von Hunden haben, so wie meine Oma, zeigt er, was er haben möchte: gekrault werden, einmal komplett, bitte.

Moe teilt alles was er hat mit uns, nie hat er uns angeknurrt, wenn ihm das Spielzeug oder der Knochen weggenommen wurde. Wenn ihm im Bus jemand versehentlich auf den Schwanz getreten ist, hat er nicht etwa geschnappt, nein, er hat immer so geschaut, als hätte ER etwas falsch gemacht.

Außerdem ist er der genügsamste Hund, den ich kenne. Wenn gerade keine Action passiert, legt er sich hin und schläft. Ganz selten fordert er unsere Aufmerksamkeit ein, und wenn, dann hat das auch sicher einen Grund (Langeweile oder er muss mal).

Was macht Moe zu einer Baustelle?

Mit größter Wahrscheinlichkeit ist nicht Moe die Baustelle, sondern wir. Denn wir als Menschen erwarten von dem Hund ein Verhalten, dass dieser so nicht an den Tag legt, weil es entweder nicht seiner Natur entspricht oder weil er nicht kapiert, was wir von ihm wollen. Ist das dann Moes Schuld? Nein. Trotzdem geht es heute um die „Baustelle Hund“.

Ich bin keine Baustelle!

Randalieren und Vertreiben

Unser größtes Problem ist das Pöbeln, Randalieren und notfalls Schnappen, wenn es um andere Hunde geht. Moe ist so lange friedlich, wie ihm ein gewisser Radius zugestanden wird, in dem sich KEIN anderer Hund bewegt. Das heißt: Können wir abschätzen, dass uns beim Freilauf kein anderer Hund in die Quere kommt, darf er flitzen, spielen, toben. Sobald aber ein Hund zu uns unterwegs ist, muss Moe an die Leine. Er hat nicht gelernt, dass andere Hunde manchmal auch nur Spielen wollen. Ja, wir haben es immer wieder probiert. Wir haben ihn machen lassen, dachten, das Problem legt sich von alleine. Aber wenn dein Hund jedes Mal wieder den anderen wegknurrt, ihn versucht in den Nacken zu beißen, dann kapituliert man. Es ist unheimlich selten geworden, dass Moe einen anderen Hund akzeptiert und mit dem auch mal eine Runde läuft. Wenn das mal passiert, stehe ich mit kleinen Freudentränen am Rand- nur um 2 Minuten später wieder enttäuscht zu werden, weil Moe dann schon wieder genug hat und der andere gekniffen und verjagt wird.

Es macht mich wahnsinnig traurig, das Moe keinen Hundekontakt hat. Nicht in der Hundegruppe spielt und sich mal „hündisch“ verhält. Er hat keinen besten Kumpel, keine beste Freundin, seitdem Acai nicht mehr ist. Das war die einzige Hündin, die wirklich ALLES mit ihm machen durfte, Kontaktliegen, toben, Papprollen zerlegen. Für uns ist auch nicht klar, was der Auslöser für Moes Probleme mit Artgenossen sind. Moe durfte immer frei laufen am Strand oder auf der Wiese, er durfte mit anderen Hunden spielen- aber irgendwann  war das vorbei und seitdem ist es nur noch Stress. Wenn wir auf engen Wengen anderen Hunden begegnen, schlage ich mich ins Gebüsch oder versuche, so weit wie möglich auszuweichen. Ganz schlimm sind die Menschen, die das sehen und ihren Hund TROTZDEM nicht anleinen.

All diesen „Der tut nix“, „Die regeln das untereinander“ und „Übertreiben sie es nicht ein bisschen“ bis zu „Ihr Hund ist ja gefährlich, der braucht einen Maulkorb“ möchte ich gerne so manches Mal einen überbraten. Stattdessen verkneife ich mir die Zornestränen und schlucke die Frustration runter. Mein Hund hat keine Macke. Und er ist auch nicht willentlich böse. Das glaube ich wirklich. Und das diese Leute nicht verstehen wollen, dass nicht jeder Hund beschnuppert werden will, das kann ich denen auch nicht eingeprügelt.

Wir arbeiten daran!
#17931576 chien golden retriever avec un marteau © M.studio – Fotolia

Anschlagen

Zugegeben, das ist nicht die größte Baustelle die wir haben (s.o.). Trotzdem kann es mitunter sehr nerven, wenn Moe immer wieder anschlägt, wenn wir zum Beispiel Gäste haben, der Postmann klingelt, unbekannte Geräusche im Treppenhaus sind oder sich Menschen vor dem geöffneten Fenster laut unterhalten. Es kann nerven. Aber: ich kann oft auch gut damit leben. Ich weiß, das bei uns so schnell keiner einbrechen wird. Dafür bellt unser Hund viel zu laut und zu tief, als das sich irgendjemand mit dem Hund anlegen möchte.

Ich habe auch nichts gegen das Anschlagen an sich, wenn es aber am Tag 12x ist, verliert man doch irgendwann die Geduld. Bei Moe ist es auch nicht damit getan, ihn ins Körbchen zu schicken. Da geht er hin, kein Problem. Aber er bellt von da aus einfach weiter. So lange, bis er die Geräusche nicht mehr hört oder er die Gäste begrüßen kann. Angst habe ich davor, wenn wir erst einmal einen Garten haben. Wenn er dann anfängt, am Gartenzaun zu randalieren, wird definitiv ein (Hunde-) Fachmann zu Rate gezogen, denn ich weiß nicht, wie man das von Anfang an vermeiden kann (Ihr habt Ideen? Immer her damit!! 🙂 ).

Können wir mit den Baustellen leben?

Ja sicher. Natürlich, irgendwie. Es gibt Einschränkungen in dem Zusammenleben. Wir haben es versäumt, uns frühzeitig Hilfe zu holen und ich denke, dass es mittlerweile einfach zu spät ist. Hundereiche Gegenden werden einfach gemieden, wenn es zu Konfrontationen kommt, versuche ich so stark und souverän wie möglich zu sein. Manches hat sich schon durch Üben gebessert, zum Beispiel lässt Moe sich Abrufen, selbst wenn er im Freilauf einen anderen Hund sieht. Er lässt sich an anderen Hunden vorbei führen, wenn der Abstand groß genug ist. Und ab und an lässt er sich beruhigen, bevor er zu unseren Gästen gebracht wird.

Ich weigere mich einfach, meinen Hund negativ zu sehen. Eine negative Sicht würde unserer Beziehung auch eher schaden als ihr förderlich zu sein. Wir arbeiten an unseren Problemen, in kleinen Schritten. Moe wird nie ein Hund sein der in der Hundemeute tobt und sich alles gefallen lässt. Aber er schließt jeden Menschen in sein Herz und das ist mindestens genauso toll.

Folge uns bei Pinterest

Kommentieren

19 Gedanken zu „Mein Hund, die Baustelle“

  1. Ohje, das mit dem Randalieren und Vertreiben ist ähnlich unserer großen Baustelle. Auch bei Genki kam das irgendwann. Früher lies ich ihn immer unbesorgt frei laufen (Außer mir kam ein angeleinter Hund entgegen – Da habe ich Genki schon immer angeleint, wiel ich finde, dass sich das so gehört!) und ich konnte ihn sorgenlos zu jedem anderen frei laufenden Hund lassen. Dann schlug das irgendwann um. Ob das einfach so kam (unsre Hundetrainer meinte, Hunde durchlaufen im Alter vone twa 1,5-3 Jahren nochmal eine zwiete pupertät und ihr Verhalten könne sich nochmal ändern), oder daher, dass er gebissen wurde, weiss ich nicht. Nur leider ist unser Problem da etwas schwerwiegender: Genki pöbelt nicht, er stürzt sich knurrend und bellend auf die Hunde und will ihnen an die Kehle. Das Problem war so schwerwiegend, dass er sogar anfing auszurasten, wenn wir auch nur an einem Hudn vorbei gelaufen sind. Das Problem haben wir, zum Glück, mit unserem Hundetrainer verbessren können. Jetzt darf ich Genki einfach nur nicht zu fremden Hunden lassen. Hundefreunde hat er, zum Glück, trotzdem, wenn auch leider sehr wenige (Ich gebe zu, einer der Gründe, weshalb wir Momo zu uns geholt hatten, war, dass ich das gefühl hatte, mein Hund vereinsamt langsam. Denn wenn er Hunde mag, dann ist er ja geradezu verrückt nach ihnen!) denn sein Hass anderen Hunden gegenüber ist eher ziemlich willkürrlich: Manche sind okay, manche sind ihm egal, manche mag er und manche hasst er. Leider ist es für mich absolut unmöglich rauszufinden, nach welchen Kriterien er das aussucht. Es ist also nicht so einfach wie „Alle großen Rüden“ oder „Alle schwarzen Hunde“. Nein, manchmal sind es kleine, manchmal große, manchmal Rüden, manchmal Hündinnen. Deshalb lasse ich Genki eigentlich auch garnicht mehr zu Hunden, denn ich weiss vorher nie, wie er reagieren wird, wenn ich ihn an die Hunde ran lassen würde. 🙁
    Ich wünschte, ich könnte dir einen Lösungsvorschlag für dieses Problem vorschlagen, weiss aber leider auch keines. 🙁




    0
  2. Liebe Nicole,
    danke für deine offenen Worte. Ich kann deine Gefühle absolut nachvollziehen und auch ich habe schon viele Zornestränen verloren.
    Auch wir haben schon ein paar mal von Milos „Baustellen“ berichtet. Vielleicht ist es nicht so schwerwiegend wie bei Euch, aber auch er hat irgendwann einfach angefangen zu pöbeln – und geht dabei auch vollkommen willkürlich vor, so dass ich einen Grund nicht herauskristallisieren konnte.
    Wir arbeiten hart an dieser Baustelle und gerade heute morgen kommt der Herzmann zurück von einem Spaziergang und berichtet voller Freude, dass Milo ganz brav an einem bellendem Hund vorbei gelaufen ist und lieber Leckerchen kassiert hat als zu stänkern. Natürlich kann das morgen schon wieder anders aussehen, aber für den Moment freuen wir uns mächtig!
    Ich glaube, es ist nie zu spät, mit einem Hund zu trainieren und Verhalten zu formen. Gebt nicht auf, ich bin mir sicher, auch ihr werdet Lichtblicke haben.

    Viele gepunktete Grüße
    Katharina mit Milo




    0
  3. Liebe Nicole, ich finde es gut, dass du das so offen ansprichst. Ich glaube, dass ihr es genau richtig macht, indem ihr Moe so anehmt wie er ist und behutsam an den „Baustellen“ arbeitet. Mit viel Gedult, Liebe und Akzeptanz seid ihr auf dem besten Weg, bessere Voraussetzungen gibt es doch nicht.
    Ganz liebe Grüße von Wilma und mir




    0
  4. Hallo,

    vielleicht solltest du gleich einen Hundetrainer zu rate ziehen. Du kannst dich doch nicht ewig durch die Büsche schlagen nur weil ein anderer Hund kommt. Das ist doch so echt nicht angenehm spazieren zu gehen.

    Ich denke auch nicht das er generell Aggressiv ist, er lässt ja ab und zu mal einen anderen Hund an ihn ran. Überleg es dir wirklich mal mit einem Profi.




    0
  5. Hallo liebe Nicole,
    schön dass du so offen darüber gesprochen hast. Auch wir wurden von Sonja „motiviert“ oder besser gesagt „ermutigt über unser Problem mit Molly zu sprechen. Ich bin nach meinem „outing“ ehrlich gesagt beruhigt und überrascht, dass doch viele mit diesem Problem zu kämpfen haben. Ich weiß nicht ob du es gelesen hast, aber wir haben eigentlich fast das gleiche Problemchen wie ihr. Molly zeigt, vorallem an der Leine, aggression und unsicherheit gegenüber Hunden. Molly`s Verhalten kam nach und nach angeschlichen, das wir Anfangs noch nicht ernst genommen haben. „Molly ist heute halt nicht gut drauf, der Hund war aber auch aufdringlich, der andere Hund hat sich genauso verhalten und so weiter… Wir hatten viele Ausreden parat um das Problem unter den Tisch zu kehren. Ich habe einfach gemerkt, dass wir so keinen Schritt mehr weiter kommen und ich ihr das auch nicht weiter zumuten möchte, es ist nicht nur für mich tagtäglich Stress, sondern am meisten für sie selbst. Wir meiden wie du auch schon unsere alten Gassirunden, wo wir immer viele Hunden getroffen haben. Molly hat zwar ihren Carlos und ihre Luna, aber ich würde mich natürlich auch wieder sehr darüber freuen, wenn sie mit fremden Hunden auskommt. Ich denke – wie du – dass Molly kein Hund ist, der andere Hunde unglaublich freudig begrüßt und mit ihnen immer spielen möchte. Aber so wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben.

    Wir haben uns entschlossen eine Hundetrainerin zu Hilfe zu holen. Da Molly jetzt läufig war und wir gerade Urlaub machen, mussten wir den Termin verschieben, aber nächste Woche ist es soweit. Ich bin sehr gespannt und aufgeregt, aber ich merke auch wie ich jetzt schon erleichtert bin diesen Schritt gewagt zu haben.

    Vielleicht wäre eine Hundetrainerin auch was für euch, glaub mir Nicole mir ist nach dem Telefonat/Terminvereinbarung ein ganzer Felsbrocken vom Herz gefallen! Endlich kann ich mit jemanden offen darüber sprechen und endlich sagt mir jemand was ich machen soll. Ich glaube nicht, dass es bei euch „zu spät“ für Hilfe ist. Kopf Hoch!

    Liebe Grüße Rebecca mit Molly ♥




    0
    • Wahrscheinlich ist es gar nicht mehr so schwer, wenn man es erst einmal getan und sich Hilfe geholt hat, oder? Ich habe vor allem davor Angst, das eine Reaktion kommt wie: Da ist nichts mehr zu machen. Oder irgendwas in der Richtung, dass Moe bestraft werden soll. Ich habe kein Problem mit Konsequenz und meinetwegen dann und wann auch Strenge, aber bestrafen werde ich ihn nicht. Mal sehen, vielleicht werden wir nach dem Umzug unser Problem einmal angehen.
      Liebe Grüße & danke für deinen Kommentar!




      0
  6. Danke für deine ehrlichen Worte. Ich weiß nur zu gut, wie du dich gerade fühlst. Ich war genau an demselben Punkt. Aber ich möchte dir eindringlich sagen: Es ist nie zu spät, sich Hilfe zu holen.

    Charly war genauso ein Rüpel an der Leine. Kaum sah er einen Hund am Horizont explodierte er förmlich. Und mir blieb vor Angst das Herz stehen. Gerade während ich diese Worte schreibe, fängt mein Herz zu rasen an und meine Hände zittern wie Espenlaub. Obwohl wir das Problem längst in den Griff bekommen haben. Aber die Angst steckt tief. Und diese Angst spüren unsere Hunde. Die kleinste Anspannung lässt sie aufhorchen und in Abwehrstellung gehen. Ein Teufelskreis beginnt.

    Ich werde mich in den nächsten Tagen bei dir per E-Mail melden.
    Bis dahin, halte die Ohren steif.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly




    0
  7. Liebe Nicole,

    endlich auch mal jemand, der offen zugibt dass der Hund nicht perfekt ist….
    Aber ich denke, mit viel Mühe, Geduld und einer externen Profi-Hilfe bekommt ihr Euer „Problem“ in den Griff. Klar dass das nicht in 6 Monaten schwupps einfach weg ist aber ich glaube dennoch dass man das „Problem“ abschwächen kann. Ich habe ganz tolle Erfahrung mit der positiven Verstärkung gemacht. Das Klickertraining war mir dabei eine große Hilfe. Ich habe auch einen Hund, mit dem ich seit fast 2 Jahren trainiere dass sie ohne Leine laufen kann. Aber nach wie vor lässt sie sich nicht abrufen! Draussen zumindest nicht. Da bleibe ich der Langweiler hoch 10 für die kleine Maus. Aber das ist tatsächlich ein „Problem“, mit dem ich persönlich gut klar komme. Denn zum Glück gibt es ja Schleppleinen, die lang genug sind! 😉
    Aber wenn Du Dir dann Hilfe holst wirst Du schon die richtige für Euch finden.

    Viel Glück und ganz viel Geduld wünschen Euch

    Steffi mit Ren & Stimpy




    0
  8. Liebe Nicole,

    schön, dass Du hier von Moe und Euren „ Baustellen“ geschrieben hast. Viele Hundehalter wären vielleicht froh, so wenige davon zu haben.

    Auch Socke braucht keine Hundekontakte, hat bei Hundebegegnungen aber keine Probleme, nur halt kein Interesse.

    Ich finde Dein Fazit megaklasse, den Hund nicht negativ zu sehen, weiter an den Problemen zu arbeiten und ihn so anzunehmen und zu lieben, wie er ist.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




    0
  9. Auch ich habe meine „Baustellen“ … aber meine Vi sagt immer, dass ich halt so bin wie ich bin! Eben positiv sehen 😉 macht die Sache einfacher!

    Ich ich bin mir ganz sicher, dass es überhaupt nicht zu spät ist um Hilfe zu holen!

    Schlabbergrüße Bonjo




    0
  10. Euch Zweibeinern wäre doch langweilig, wenn wir euch keine Baustellen bieten würden – und mal ehrlich, wir haben mit euch ja auch genug zu tun, denn eure Macken sind teilweise auch gar nicht so ohne! 😉
    Allerdings kann ich gut verstehen, dass es für euch belastend ist, dass Moe nicht mit anderen Hunden spielen kann, dass ist sicherlich keine Baustelle, über die man schmunzelt. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr die Hilfe findet, die ihr braucht.
    Liebe Grüße
    Lotta




    0
  11. Liebe Nicole,

    ich musste doch sehr schmunzeln, als ich Deinen Text gelesen habe. Ich kann Dir aus meiner ehrlichen Erfahrung sagen – es gibt fast niemanden, der nicht irgendeine Baustelle bei seinem Hund hat 🙂 Nur nicht jeder gesteht es sich ein oder gibt es zu!

    Jeder unserer Hunde hatte/hat seine Probleme – mit allen haben wir daran gearbeitet (bzw. arbeiten daran) … manchmal mit viel Erfolg, manchmal mit weniger! Bei manchen Dingen haben wir im Lauf der Jahre auch gelernt uns anzupassen … bei anderen Dingen haben wir gemerkt, es ist uns einfach nicht mehr wichtig. Z. B. bei uns wird das Kommando „Platz“ eigentlich überhaupt nicht genutzt – denn meistens legen sich die Hunde freiwillig hin und bei Spaziergängen gibt es für mich ganz ehrlich keinen Grund, dies von ihnen einzufordern.
    Ein zuverlässiger Rückruf ist mir aber mehr als wichtig – wenn der nicht funktioniert, dann muss Hund eben an der Leine bleiben. So ging es uns mit Laika. Als Herdenschutzhund hatte sie einen sehr eigenen Kopf und einen ausgesprochenen Hang zu Kühen. Bei Kuhsichtung hat sie einfach alles ignoriert und ist zu der Herde gelaufen. Die Konsequenz daraus war eben, dass sie viel mehr an der Leine bleiben musste als alle unseren anderen Hunde.
    Damon war immer ein sehr verträglicher Rüde – in den letzten Monaten reagiert er oft gereizt auf andere Hunde … auch daran müssen wir jetzt wieder vermehrt arbeiten.
    Du siehst also, Baustellen gibt es auch bei uns ausreichend – und selbst bei älteren, eigentlich gut erzogenen Hunden können neue Baustellen auftauchen!

    Also mach Dich nicht verrückt und lass Dir von niemandem einreden, es gäbe fast nur perfekt erzogene Hunde 🙂

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara




    0
  12. Hallo,

    Ich bin eigentlich mehr aus Zufall hier gelandet und habe bisher nur einige Artikel in zufälliger Reihenfolge durchgeblättert. Deshalb entschuldige, wenn folgende Idee zu der rüpelei von Moe völlig daneben liegt…es kam nur aus der Reihenfolge, wie ich deine Blogeinträge gelesen habe.
    Einer der ersten war über das stalking. Dann einige andere und nun dieser mit dem rüpeln und anschlagen. Nachdem ich weder dich noch deinen Hund oder eure Gesamtsituation kenn muss ich mich jetzt also sehr weit aus dem Fenster lehnen mit der Frage: kann es nicht sein, dass Moe euch beschützen möchte, bzw schlicht und einfach eifersüchtig ist (das kenne ich von meiner alten Dame nur zu gut)?
    Ich denke zwar, dass du diese Wahrscheinlichkeit schon längst in Betracht gezogen hast und weiß, dass nicht alle Verhaltensweisen unserer Vierbeiner eine einfache Erklärung haben müssen – aber manchmal übersieht man die naheliegendsten Dinge ja auch einfach. Speziell weil Hunde ihre Gefühle eben manchmal völlig anders äußern als wir es bis dato von „allen“ anderen Hunden kennen.
    Und der andere Denkansatz, der sich mir in dieser Situation aufdrängen würde, wäre deine Erwähnung, dass Moe besonders in neuer Umgebung fast nicht zur Ruhe kommt. Du hast das nur auf die Wohnung bezogen, aber vielleicht gilt das „nicht zur ruhe kommen“ ja auch für draußen?
    Nimm mir meine Ratschläge nicht übel, es ist durchaus nicht besserwisserisch gemeint, aber wer weiß ob nicht irgend ein kleiner Nebensatz aus einem Gespräch/Kommentar oder Buch dir nicht irgendwann doch noch zu des Rätsels Lösung verhilft.
    Ich wünsch euch viel Glück,
    Antonia




    0
  13. Kann ich alles sehr gut nachvollziehen! Pinki lässt sich auch nicht beschnuppern und andere Hundehalter verstehen das nicht und beschimpfen mich, dass mein Hund nicht sozial sei. Nun ja, da muss ich dann durch! Aber es ist schön auch mal zu lesen, dass es auch andere Hunde gibt, die das nicht gern haben.




    0
  14. Dieses Problem kennen wir aber ich habe immer versucht es zu verdrängen und nachdem ich deinen Artikel gelesen habe, denke ich vielleicht sollten wir es auch lassen mit dem Hundekontakt zu fremden Hunden. Bei uns hat das Problem angefangen als der tapps ein halbes jahr alt war und ich bin manchmal total frustriert wenn ich lauter Hunde sehe die miteinander spielen und ich mir eingestehen muss das der Tapps nie bei ihnen mit machen kann!ich hoffe zwar das es sich noch bessert, aber ich glaube eher nicht so dran. Bei ihm äußert sich das als nackenhaare aufstellen und knurren, aber man weiß bei ihm nie b er jetzt tatsächlich nett ist, es kann auch sein das er seine Haare nicht aufstellt und dann trotzdem zwickt!Ich habe auch immer das Gefühl das ich etwas in der eziehung falsch gemacht habe. Aber es ist schön zu hören das wir nicht die einzigen mit diesem Problem sind!

    Liebe Grüße Elly&Tapps




    0

6 Trackbacks & Pingbacks

  1. Splish Splash- Der Hund in der Dusche | Hundeblog Moe and Me
  2. Hunde verstehen und besser erziehen | Hundeblog Moe and Me
  3. Adaptil Spray: Pheromone für den Hund | Hundeblog Moe and Me
  4. Meine Fehler in der Hundeerziehung | Hundeblog Moe and Me
  5. Liebe unter Hunden | Hundeblog Moe and Me
  6. Vom Glück, einen unverträglichen Hund zu haben | Hundeblog Moe and Me

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*