Mantrailing: Unser erstes Mal

Mantrailing mit Moe
Mantrailing mit Moe

Letzten Samstag war es endlich so weit: Ich habe mich überwunden und Moe und mich zum Mantrailing angemeldet.

Überwindung hat es mich deshalb gekostet, weil ich bisher nur eher schlechte Erlebnisse mit Hundeschulen und deren Personal gemacht habe: Die eine Hundeschule war mal bei einem Hundetag in Kiel vertreten. Dort sind Moe und ich durch einen Agility-Parcours gegangen und haben uns einmal ausprobiert.

Eine Trainerin kam auf uns zu und meinte: „Du machst das total falsch. Wenn dein Hund nicht über ein Hindernis drüber will, dann musst du ihn halt mal ein bisschen überreden.“ Sprachs und zog Moe am Halsband über eine am Boden liegende Stange. Tut mir Leid, aber wenn am Halsband gezogen wird, reagiere ich empfindlich. Damit war diese Hundeschule durch.

Die zweite Hundeschule, bei der wir am „Sozialisierungstraining“ teilnehmen wollten, sagte uns einen Termin zu. Wir erschienen – jedoch kein anderer. Die Stunde war ausgefallen, aber niemand hatte es für nötig befunden, uns abzusagen, obwohl sowohl Mobiltelefon-Nummer sowie Festnetz und E-Mail vorhanden war.

Mit entsprechend gemischten Gefühlen machte ich mich mit Moe auf den Weg zum Mantrailing.

Was ist Mantrailing?

Nase in den Wind strecken
Nase in den Wind stecken

Mantrailing (engl. man „Mensch“ und trail „verfolgen“) ist die Suche einer Person mit Hilfe des Hundes. Diese Hunde werden Mantrailer oder Personenspürhunde genannt. Bei dieser Suche nutzt man den Geruchssinn des Hundes aus, der aber vorher entsprechend trainiert werden muss.

Der Unterschied zwischen einem Mantrailer und anderen Suchhunden besteht darin, dass der Mantrailer bei der Suche verschiedene menschliche Gerüche voneinander unterscheiden kann und sich trotz vieler Verleitungen ausschließlich an den Geruchsmerkmalen der gesuchten Person orientiert. (Quelle: Wikipedia)

Anders als bei der Fährtenarbeit wird sich nicht nach Bodenverletzungen, sondern nach der Duftspur der VP (vermisste Person) orientiert.

Wie ist der Ablauf beim Mantrailing?

Dazu muss ich sagen: Wir haben es erst einmal gemacht und können bisher nur davon berichten, wie wir gestartet sind und welche Ziele als Nächstes anstehen.

Unser Mantrailing-Kurs bestand aus 2 weiteren Personen: Unserer Kursleiterin und einer anderen Frau, die die vermisste Person geben würde.

Die Beiden versteckten sich also vor Moe und mir, wir warteten währenddessen beim Auto. Da weder Moe noch ich uns auf dem Gebiet auskannten, hatten wir nicht einmal eine Idee, wo sie sich hätten aufhalten können.

Nach ein paar Minuten wurden Moe und ich abgeholt und gingen gemeinsam mit der Kursleiterin zu dem Anfang der Spur. Dort wechselte ich die Leine vom Halsband in das Geschirr und führte Moe an sein erstes „Schnüffelobjekt“. Erfahrene Mantrailer bekommen keine Spur mit Socken gelegt, wie wir sie nun bekommen haben. Dort wird dem Hund ein Objekt, dass vorher von der VP getragen oder angefasst wurde, unter die Nase gehalten und dann kann die Suche auch schon losgehen.

Anders bei uns Anfängern: Wir hatten für den Anfang eine Spur aus 3 Socken und hinter einer Häuserecke wartete unsere VP mit einer Box voller Leckereien für Moe (Fleischwurst). Ich führte also Moe zu Socke Nummer 1 und intuitiv wusste dieser Hund: Da schnüffel ich jetzt dran.

Und genauso intuitiv ging er zu Socke Nr. 2 und Socke Nr. 3 – als hätte er sein Leben lang nichts anderes gemacht!

Nicht so tolles Wetter beim ersten Mantrailing
Nicht so tolles Wetter beim ersten Mantrailing

Sofort fand er den Weg zu unserer vermissten Person, bekam seine Fleischwurst und ich war baff. Vergas in der Aufregung, Moe zu loben und konnte es absolut nicht glauben!

Die Kursleiterin war auch total begeistert. Es folgte gleich der zweite Versuch, auch der lief einfach perfekt.

Danach war unsere vermisste Person mit ihrem Hund dran, während Moe im Auto wartete und ich die vermisste Person gab. Ihr Hund war ein richtiger Profi: Einmal schnüffeln an dem Taschentuch, das ich vorher in der Hand gehalten hatte und los ging es. Nach ca. 10 Minuten hatte er mich gefunden und ich war echt begeistert! Sowas soll Moe auch bald können! 🙂

Unser dritter Durchgang war schon um einiges länger und führte auch um eine Häuserecke herum. Moe hatte trotzdem keinerlei Probleme und fand die VP auf Anhieb – superklasse!

Dabei war unser Start alles andere als ideal: Regen und Wind, teilweise Sturmböen, es war echt eine Herausforderung für Mensch und Tier. Ich bin wahnsinnig gespannt, wie Moe sich das nächste Mal anstellt, denn dann soll direkt auf die Socken verzichtet werden. Stattdessen wird die VP nur einmal den Boden mit der Hand berühren, dies wird den Startpunkt markieren. Alles weitere bleibt dann Moe überlassen.

Was ich alles Lernen muss: Moe vertrauen, ihm hinterher laufen können, ihm die Entscheidung überlassen. Nicht so leicht. Außerdem korrektes Leinenhandling, ich vertüddel mich da ganz schön. Und sicherlich: Viel mehr Loben. Bestimmt gibt es das nächste Mal gleich noch ein paar Aufgaben mehr für mich dazu. 🙂

Unser Equipment beim Mantrailing

Equipment Mantrailing
Equipment Mantrailing

Zum Glück hält sich das Mantrailing beim Equipment preislich im Rahmen. Wir brauchten ein Geschirr, dass ausschließlich dafür verwendet wird (so erkennt der Hund: Die Arbeit geht los), wir brauchten eine Schleppleine und ein paar kleine Dosen für das besondere Leckerlie, Wasser und einen Napf.

Moe wird mit Geflügelfleischwurst belohnt, da er die sonst nicht bekommt und das somit das superduper Leckerlie darstellt. Ich weiß aber, dass andere auch mit bspw. Katzenfutter belohnen. Das wäre auch mal eine Überlegung wert. 🙂

Unser Geschirr ist das Safety Hundegeschirr von Zero DC, dieses hat uns Diana von Hundekind Abby mehr oder weniger in ihrem Artikel über das Caniwandern empfohlen (zum Artikel geht es hier).

Unsere blaue Schleppleine aus Biothane ist von Glückshund, die Dosen sind aus einem 1 € – Laden (und waren günstiger als 1 € *höhö*).

Damit sind wir bestens gerüstet. Das Einzige, was ich das nächste Mal noch mitnehmen würde, wären ein paar Handschuhe, denn die Leine hat doch etwas gebrannt, als Moe richtig losgelegt hat.

Fazit: Wir machen weiter!

Kann es losgehen?
Kann es losgehen?

Ich glaube, wir haben genau die richtige Trainerin, genau die richtige Hundeschule und genau den richtigen Sport für uns gefunden. Moe war nach dem Mantrailing total platt aber auch richtig glücklich. Ich war megastolz auf Moe, denn er hat das echt super gemacht. Ich hatte ja wirklich Sorge, dass wir uns komplett dämlich anstellen würden…

Ihr werdet also sicherlich noch das ein oder andere zum Thema Mantrailing von uns hören, vor allem, wenn wir Fortschritte gemacht haben. 🙂

Habt ihr noch ein paar Tipps für uns Anfänger, Dinge, die wir unbedingt beherzigen sollten?

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