Lass das mal die Mutti machen…

Lass das mal die Mutti machen

Wie, Mutti? Ja, ganz recht: Im Folgenden werde ich mich als Mutti oder Hundemutti bezeichnen. Zum Einen, weil ich das ja irgendwie bin, zum Anderen finde ich den Begriff ziemlich passend.

Was ist denn eine Mutti? Eine Mutti liebt ihre Sprösslinge (zumindest meistens), sie räumt hinterher, kocht, erzieht und hat die Zügel in der Hand – so jedenfalls die grundlegende Interpretation einer Mutti.

MiDoggy und andere haben sich der Frage gestellt, ob sie ein Helikopterfrauchen sind oder nicht – mir stellt sich die Frage nicht. Denn leider weiß ich, wie die Antwort aussieht.

Und nicht nur das: Ich bin auch Hundemutti – durch und durch. Das fängt beim Füttern an, geht über das Streicheln, Erziehen und Gassi hinaus bis abends beim Schlafen gehen zudecken.

Aufgabenverteilung: Lass das mal die Mutti machen (weil sonst macht es ja keiner)

In unserer Zweibein-Beziehung gibt es eine Aufgabenverteilung: Während der Herr des Hauses für den frischen Kaffee zuständig ist, für den Kamin und das tägliche Firmengeschäft, bin ich für den Rest verantwortlich. Und damit auch für Moe.

Das Herrchen weiß: „Wenn ich in den Schrank schaue, stehen da Leckerlie – die sind für Moe.“ Wo diese Leckerlie aber herkommen, welches Moes Lieblingssorten sind und zu welchem Anlass er was bekommt – das weiß Herrchen nicht.

Herrchen weiß auch nicht, wo der Bademantel von Moe steckt. Oder wie er mit Moe tricksen soll. Oder warum der Zoom Groom nun so viel besser ist als der Furminator. Und warum zur Hölle müssen da Öle und Kräuter auf das Fleisch im Napf?!

Herrchen denkt, ein einstündiger Spaziergang, drei Mal am Tag, reicht aus, um Moe auszulasten. Er denkt, Kopfarbeit ist Schnüffeln. Manchmal denkt Herrchen auch, einmal über den Kopf streicheln sollte für den Tag ausreichen.

Herrchen liebt Moe über alles. Er ist ein Hundemensch durch und durch. Er wäre untröstlich, wenn Moe nicht mehr wäre. Aber Herrchen ist eben kein Papi.

Frauchen übertreibt.
Frauchen übertreibt.

Frauchen / Mutti übertreibt es.

Ganz eventuell neige ich zu einem ziemlich bescheuerten Verhalten, was Moe angeht. Moe steht nämlich so ziemlich über allem, er ist quasi das Marzipan in der Torte. Ohne geht es nicht.

Moe ist mein Begleiter, mein Beschützer, meine kleine Fressbacke. Nein: Ich lese ihm nicht jeden Wunsch von den Augen ab, es gibt auch durchaus mal harte Worte oder eine richtige Ansage, wenn er Mist gebaut hat.

Genauso lasse ich ihn Hund sein. Aber genauso verwöhne ich ihn manchmal nach Strich und Faden.

In vielen Dingen will ich das 1.000% Beste für ihn – in anderen Dingen kann ich komplett Fünfe gerade lassen. Zum Beispiel beim Thema Spielzeug: Moe zerfleddert gerne mal Plüschies.

Wenn diese komplett durchgenudelt sind, kommen sie in den Müll – und werden weder geflickt, noch wird etwas Neues als Ersatz gekauft, nur weil das Hundi traurig sein könnte.

Oder bei seinen Decken und Kissen im Körbchen: Auch wenn es Schönes auf dem Markt gibt, Moe hat immer noch mein Mainzelmännchen Kissen im Korb liegen, selbst wenn das nach modernen Ikea- und weiß ich nicht was Standards ja so gar nicht geht.

Moe wird einmal die Woche gebürstet – wenn ich es zeitlich schaffe und mich aufraffen kann. Sonst wird er halt gestreichelt, dabei fallen auch viele Haare raus.

Beim Futter bin ich auch entspannter: Morgens Trockenfutter, abends rohes Fleisch. Und nur das, was Moe am Liebsten mag: Pansen, Huhn-Matsche, Euter, manchmal Fisch. Dazu etwas Öl. Kein Gemüse, kein Obst. Obst und Gemüse gibt es morgens manchmal, wenn ich mir sowieso meinen Smoothie zubereite. Das muss reichen.

Ein anderes Thema sorgt hier immer für Unmut, denn da bin ich penibel: Moe bekommt immer wieder frisches Wasser in seinen Napf, mehrfach am Tag, selbst wenn er noch nicht getrunken hat. Abgestandenes Wasser ist doch eklig.

Moe darf sehr wohl Hund sein (wenn er nicht gerade modelt)
Moe darf sehr wohl Hund sein (wenn er nicht gerade modelt)

Sieht Moe genauso, ich habe ihn in der Richtung schön verzogen. Bei Herrchen ist das anders, da wird erst einmal der Napf leer gemacht. Kein Wunder, dass Moe dann wenig trinkt…

Moe bekommt immer seinen Platz im Bett. Egal, wie zusammen gekrümmt ich schlafe: Moe darf selig schlummern. Moe bekommt oft seinen Willen. Außer, er bettelt um Futter.

Als Mutti hat man es nicht leicht – als Herrchen aber auch nicht.

Eine Zeitlang haben wir uns gestritten, das Herrchen und ich. Wie der Hund am Besten erzogen wird, was er fressen sollte. Das ich mir nicht so viele Sorgen machen soll, wenn Moe mal nicht dabei ist. Dass der Hund nicht stirbt, wenn er mal auf dem Boden schlafen soll.

Ich kann erfolgreich vermelden: In den meisten Dingen habe ich mich durch gesetzt. Und wundere mich jetzt, warum ich allein für Moe verantwortlich bin…

Herrchen kann meine Standards, die ich für Moe setze, nicht halten. Das geht gar nicht, denn dann müsste er sich zusätzlich noch um Hundefutter, Spielzeug, Auslastung und Ähnliches kümmern.

Vielleicht würde er es am Ende auch noch besser machen als ich – und das geht auf keinen Fall.

I love Mom.
I love Mom.*

Fotolia: Funny cartoon of a young man showing his ‚I love Mom‘ tattoo on his arm #102205404 | blackpencil

Folge uns bei Pinterest

Kommentieren

7 Gedanken zu „Lass das mal die Mutti machen…“

  1. Haha, das ist also ein Helikopter-Frauchen?
    Aber das ist doch völlig normal, oder?
    Als wenn Herrchen das könnte…
    Meine bleiben bei mir im Wohnzimmer sitzen, wenn Herrchen schon mit den Näpfen in der Küche klappert und schauen mich mit großen Augen an, ungläubig, das dieser Zweibeiner in der Lage sein soll, die Näpfe zu füllen. 😉
    Herzliche Grüße
    Stephie mit Enki und Luna




    0
  2. Same here 😀
    Ich würde es aber auch gar nicht anders haben wollen. Bei meinen Tieren lebe ich ganz nach dem Motto: „Ich schick meinen besten Mann.Ich komme selbst!“ 😉




    0
  3. Haha, ja so ähnlich sieht das auch bei uns aus. Aber ganz ehrlich? Herrchen und Frauchen ergänzen sich perfekt im Alltag. Auch im Bezug auf unsere Hunde. Und ja, irgendwie sind wir „HelikopterFrauchenundHerrchen“. Und stolz drauf unsere Hunde besser im Griff zu haben als so manche Eltern ihre Bälger 😀




    0
  4. Ich könnte nahezu jedes Wort hier unterschreiben. Auch ich versorge Socke nahezu alleine. Der Socke-nHalter wüsste auch nicht, wie er das Futter machen müsste, was Socke so braucht. Aber ich mache es gerne und ich wollte Socke ja auch haben. Insoweit alles gut und schon gar nicht übertrieben…..

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




    0

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*