Kreativität beim Bloggen

Kreativität beim Bloggen
Kreativität beim Bloggen

Ganz oft lese ich in letzter Zeit Dinge wie: „Das Bloggen stresst mich nur noch, ich glaube, ich höre auf.“ oder „Mir fällt nichts mehr Sinnvolles ein, meine Leser erwarten immer einen Text mit Mehrwert – aber so langsam ist alles gesagt.“. Ist das tatsächlich so? Wollen Hundeblog-Leser wirklich immer Texte mit Mehrwert? Wenn ja, was machen dann andere Blogs, werden die überhaupt gelesen?

Mehrwert vs. The real life

Moe und ich gehen so langsam aber zielsicher in unser sechstes Jahr als Blogger. Sicher, es gibt andere, die sind länger dabei als wir. Trotzdem: wie bleibt man am Ball, wie schreibt man noch nach 6 Jahren Texte und: Liest das eigentlich irgendwer?

Was für den Mehrwert beim Bloggen spricht: Texte, die nicht nur einfach ein paar nette Fotos zeigen, sondern ein spannendes Thema behandeln und am Ende noch für einen „Aha-Effekt“ beim Leser sorgen, sind erfolgreich. Sie sind gut für die Suchmaschine und, am Ende, auch für den geneigten Leser, der vielleicht über jene Suchmaschine auf eurem Blog landet, ihn lesenswert findet und regelmäßig wiederkommt.

Mehrwert kann schnarchlangweilig sein. Klar, ich kann das zehnte Mal etwas über Leinenführigkeit schreiben, weil ich es halt doch ganz anderes mache als jemand anders. Ich kann es aber auch lassen. Das ist die persönliche Entscheidung, die jeder für sich treffen muss.

Mehrwert kann aber auch spannend sein, nämlich, wenn der Blogger ganz neue Aspekte liefert, etwas anders darstellt als alle anderen und wenn der Leser am Ende tatsächlich etwas mitnehmen kann.

Liefern wir Mehrwert?
Liefern wir Mehrwert?

Liefert Moe & Me Mehrwert? Ich weiß von einigen Artikeln, dass sie immer und immer wieder gelesen werden, wie zum Beispiel unser Artikel zum Thema „Hundekekse selber backen“ oder die persönlichen, manchmal peinlichen, Erziehungsgeschichten. Aber warum ausgerechnet die? Liefern diese Artikel einen Mehrwert? Der Hundekeks-Artikel sicherlich, denn der beantwortet eine zuvor bei Google eingegebene Frage: „Rezept Hundekekse“. Oder „einfaches Rezept Hundekekse“. Und dann landen diese Menschen bei mir.

Aber so ein Erziehungsartikel, der eigentlich vor allem den Anspruch hat zu unterhalten, der kann doch nicht erfolgreich sein, oder?

Kann er wohl. Und da kommen wir genau zu dem Punkt: The real life. Ja, ihr könnt in eurem Blog höchstwissenschaftliche Artikel abhandeln. Ihr könnt aber auch, Überraschung, Leser gewinnen, indem ihr das NICHT tut. Sondern, indem ihr in eurem Stil von eurem Leben schreibt. Klingt langweilig? Ist es aber kein Stück.

Ich habe einige Lieblingsblogs, die keinen Anspruch darauf erheben, jeden Tag den best recherchiertesten, coolsten, suchmaschinenoptimiertesten Bestseller-Artikel hinzulegen. Und trotzdem lese ich diese Blogs gerne, weil sie mich unterhalten, weil sie mich mitnehmen. Weil sie mir das Gefühl geben, die Person und den Hund nach einiger Zeit gut zu kennen. Weil ich Anteil haben darf an ihrem Leben. Ein bisschen wie „Big Brother“, aber auf einem intelligenten, unterhaltsamen Level.

Wie war das jetzt mit der Kreativität?

Was ich eigentlich sagen möchte, ist, dass ihr die Stimme eures Blogs seid. Verstellt euch nicht und macht das, worauf ihr Lust habt. Wenn ihr heute keinen Bock habt zu schreiben, lasst es. Und wenn ihr erst in einem Monat wieder Lust habt, euch mit eurem Blog auseinander zu setzen, dann tut das.

Kreativität kommt nicht immer über Nacht, manchmal fordert das Leben auch seinen Preis. Das bedeutet: Wenn ich einen Job habe, der mich 40 Stunden die Woche (über-)fordert, wie kann ich dann ernsthaft immer und zu jeder Zeit vor Kreativität sprühen? Das klappt leider nicht.

Wenn ihr euch gerne in Themen reinkniet und wirklich Mehrwert liefern wollt: Legt los. Es gibt Blogger, die können das wahnsinnig gut und ihre Recherchen finde ich immer wieder grandios. Ein gutes Beispiel dafür ist Rebecca von Les Wauz, die immer Knaller-Artikel liefert. Ich selber bin für so etwas einfach zu faul. Aber an ihrem Beispiel sieht man, dass gute Recherche eben nicht bedeutet, jeden Tag einen Artikel heraus zu hauen, sondern, dass man sich auch mal Zeit für etwas richtig Gutes nimmt.

Kreativität liegt manchmal draußen
Kreativität liegt manchmal draußen, in der Natur

Und sonst: Bloggt über das, was euch in den Sinn kommt. Über die guten Zeiten mit eurem Vierbeiner. Über die traurigen Zeiten. Postet Fotos, schreibt eure Stimmung nieder, macht was ihr wollt mit eurem Blog. Lasst euch auf Spaziergängen den Kopf frei pusten, holt euch die Inspiration aus eurem Leben mit eurem Vierbeiner. Fiffibene kann euch auch so einige Tipps geben, wie man den Blog-Überdruss vermeidet. Lasst uns als Leser an eurem Leben teilhaben und versucht nicht auf Krampf, uns zu unterhalten.

Unsere, meine, guten Ideen kommen manchmal beim Schreiben selber, wenn ich einfach vor mich hinblödele. Oder sie kommen im Gespräch mit meiner besseren Hälfte. Zu 90% aber kommen mir die Ideen, wenn ich dusche. Keine Ahnung warum, vielleicht liegt das am Wasser, dass mir auf den Kopf trommelt. 😉

Ich habe auch Zeiten, in denen ich besser schreiben kann als zu anderen Zeiten. Am liebsten zwischen 10 und 12 Uhr oder spät abends gegen 22 Uhr.

Probiert aus, was für euch passt. Und wenn es doch nur die zehnte Gassirunde ist, über die ihr berichtet: Es ist nicht schlimm. Denn es gibt immer jemanden (mich, zum Beispiel), den das trotzdem interessiert.

Erzählt doch mal: Woher nehmt ihr eure Ideen?

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13 Gedanken zu „Kreativität beim Bloggen“

  1. Sehr schöner Text!
    Meine Ideen kommen ganz häufig, wenn ich mich mit jemanden unterhalte oder mir fragen (vorrangig bei instagram) gestellt werden. Dadurch sind schon mehrere Blogbeiträge entstanden ☺️.
    Sehr häufig sind es aber auch meine eigenen Spaziergänge oder Fotos, die ich mit anderen teilen möchte und so erstehen ebenfalls neue Blogbeiträge.
    Aber du hast recht: real live Storys – lese ich auch sehr gern.

    Lg
    Jasmin




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  2. Liebe Nicole,

    du sprichst mir aus der Seele.
    Manchmal denke ich mir: Hey, schreib mal was total schlaues!
    Und dann kommt meist was dazwischen, was sich Leben nennt.

    Ich mag Artikel lesen, die ehrlich sind, dass der Hund das Kissen zerfressen hat, ein Reh gejagt oder in die Wohnung gespuckt hat.
    Je authentischer der Artikel, desto länger bleibe ich kleben.

    Liebe Grüße

    Anika




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  3. Ich muss gestehen, ich liebe es auch, wenn ich beim Lesen eines Blogs immer mehr das Gefühl bekomme Hund und Halter kennenzulernen – Mehrwert ab und an ist okay für mich, aber keine Bedingung 😉
    Zuviel an „Mehrwert“ kann auf mich dann schon eher abschreckend wirken … je nachdem, wer schreibt.

    Für mich ist auch besonders wichtig, dass ich das Gefühl habe, der Blogger steht hinter dem was er schreibt.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara




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  4. Liebe Nicole,

    wieder einmal ein Beitrag von dir, den ich mit großer Freude und großem Interesse gelesen habe. Denn ich bin genauso eine, die sich total unter Druck setzt beim Bloggen. Das war früher mal anders, als ich mit meinem Kalte Schnauze Blog angefangen habe. Wahrscheinlich habe ich mir diesen Druck durch meinen Beruf als freie Journalistin und Texterin aufgebaut. Ich meine immer, etwas ganz Tolles auf die Beine stellen zu müssen, was dem Leser einen Mehrwert bietet. Denn so arbeite ich für Zeitungen und meine Kunden auch. Auf meinen Blog bezogen ist das aber falsch und war früher auch ganz anders. Authentizität ist das Stichwort, was ich früher mehr hatte als jetzt. So ist zumindest mein Eindruck. Das Bloggen über Cabo hat mir damals immer Spaß gemacht, weil es so anders war, als das, was ich im Auftrag schreiben muss. Nun wird mein Blog auch immer mehr zu einem Muss, was ich unbedingt ändern will.

    Zu deiner Frage, woher ich meine Ideen nehme: Manchmal bekomme ich Tipps aus meinem Freundeskreis und greife diese auf, wenn sie mir gefallen. Die meisten Ideen entwickle ich aber während meiner Gassis mit Cabo. Dann brauche ich nur noch Zeit und Muße, sie umzusetzen.

    LG Silvana




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  5. Liebe Nicole wie immer maximal aufbauend! Du hast wirklich recht – man sollte sich nicht selbst stressen. Bloggen ist ein Hobby. Nicht dass man im schlimmsten Fall noch zum Sklaven seines Blogs wird…




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  6. Liebe Nicole,

    wieder einmal triffst du genau den Kern und ich komme mir vor wie der Wackeldackel, der halt zustimmend nickt. Es gibt Beiträge, für die recherchiere ich lange und mache mir auch viele Gedanken, aber meistens habe ich einen Einfall und notiere mir den, dann drehen sich meine Gedanken darum und mir fällt überhaupt nichts dazu ein oder so viel, dass ich gar nicht weiß, wo anfangen. Egal, wie es ist. Entweder zieh ich mit der Kamera los und mache passende Fotos oder ich habe bereits die passenden Fotos und dazu den Einfall. Dann suche ich die entsprechenden Bilder raus und bearbeite sie. Während dem Bearbeiten fällt mir immer mehr für meinen Text dazu ein und das schreibe ich wirr in meinen Beitrag, der im Hintergrund geöffnet ist. Ja, dann kommt der Moment, in dem ich alles ins Reine schreibe oder meine Gedanken sortiere. Nun noch eine Prise Shiva mit rein und dann gibt das mein übliches Chaos, weder strukturiert noch planvoll, aber voller Leidenschaft, Gedanken und Leben und eben Shiva und ich. Ideen hab ich besonders oft beim Autofahren. Ich rufe mich ganz oft selber an und quatsche mir meine Einfälle auf den Anrufbeantworter. Aber auch beim Gassi, wenn Shiva wieder was anstellt oder eben besonders witzig ist.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva




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  7. Wieder ein wundervoller Artikel zum Nachdenken. Meine Einfälle kommen meistens, wenn ich die Fotos bearbeite. Charly kann unheimlich gut mit seinen Augen und seiner Mimik kommunizieren. Leider stresse ich mich in letzter Zeit ein wenig mit dem Bloggen. Entweder es kommt die Familie zu kurz, oder ich komme nicht zum kommentieren, obwohl ich es sooo gerne möchte. Aber ich werde einen Weg finden …

    Liebe Grüße
    Sonjau und Charly




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  8. Ein toller Artikel. Wir stehen auch manchmal vor dieser Frage… was poste ich denn heute? Die meisten Ideen kommen beim Anschauen unser Fotos, die wir täglich machen. Dann kann es auch mal nur ein Foto sein mit einem Satz dazu… manchmal Mehrwert genug, finden wir 🙂




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  9. Da schreibst Du was… Wie viele ambitionierte Blogs in der Hundewelt hat es gegeben und wie viele gibt es nicht mehr…

    Ich teile Deine Meinung, dass man authentisch bleiben sollte, ehrlich und keine blogfremden Ziele ansteuern sollte. Das ist nämlich anstrengend und ich glaube die Leser durchschauen das auch.

    Am Anfang war ich auch viel kreativer und meine Texte abwechslungsreicher. Doch ich musste mich entscheiden wie ich meinen Blog als reines Hobby gestalten möchte. Entweder schreibe ich ein Tagebuch über Dinge, die mich bewegen und die wir erleben oder ich schreiben nur gelegentlich, aber dann ausgearbeitete Texte. Nun, meine Entscheidung kennst Du. Zum einen fällt es mir so schwer nach einer auch noch so kurzen Pause wieder in den Schreibrhythmus zu kommen und zudem stelle ich fest, dass ich es liebe alte Beiträge zu lesen. Die Erinnerung ist sofort da und selbst die Gefühle kommen zurück. Das ist mein Glück, das ist mein Ziel und daher werden wir erst einmal dabei bleiben. Wie lange, das wird die Zeit mit sich bringen..

    Ich liebe Deinen Blog, weil er ein bunte Mischung von allem ist und weil Du so herrlich Themen wie dieses hier ansprichst. Du und viele andere Blogger bringen mich auch auf Ideen und inspirieren mich. Das sollte niemals aufhören….

    Viele zustimmende und liebe Grüße
    Sabine mit Socke




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  10. Hallo Nicole, ich habe gerade durch deinen Blog gestöbert und was du in diesem Artikel schreibst, gefällt mir total gut. Genau das sind die Blogs, an denen man hängen bleibt. Mein „Mehrwert“ bei Blogs ist genau diese persönliche Sicht auf die Dinge und die liebenswürdigen „Pannen“ des Lebens, in denen man sich gerne wiederfindet. Das gelingt dir richtig gut! Ich versuche auf meinen Reisen und Wanderungen mit meinem Hund Bobby die Dinge „zwischen“ den Zeilen zu entdecken und schreibe dann über mein Erstaunen, was die Welt alles zu bieten hat. Bobby hilft mir dabei, da ich mit ihm oft an ganz unspektakulären Orten unterwegs bin und eigentlich immer irgendetwas spektakuläres passiert: das ganz normale Leben… mach weiter so! Liebe Grüße von Andrea




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  11. Hey ihr zwei,

    Pfoten hoch für diesen Artikel.
    Frauchen hat diesen Artikel genau zum richtigen Zeitpunkt gelesen. Wir – Mines Duo – sind ganz neu in dieser “ Blogger Welt“ , naja gut , unser Blog wurde mittlerweile in Auftrag gegeben – Frauchen hat es nicht so mit Technik, psst……. Nix verraten. Von uns wisst ihr nix. ABER in Facebook sind wir schon. Der Anfang ist gemacht.
    Aber worauf wir hinaus wollen………. Vor Ca 45 min haben wir ein Telefonat belauscht. Frauchen mit einer Freundin………..Mine ( Frauchen ) meinte sie hat keine Geduld bzw zweifelt unsere Seite ist zu langweilig, weil wir erst 32 linkes haben. Also naja wir sind ja erst drei Wochen oder so online, aber gut……… Diese Sache mit der Geduld.
    Auf jeden Fall folgen wir Euch schon sehr lange und ihr setzt die Messlatte verdammt hoch . Dies haben wir live belauscht !!!! Wir glauben unsere Mine setzt sich zu sehr unter Druck . Frauchen hat nicht die Zeit täglich einen spannenden Artikel zu posten und das ist der Grund weshalb sie jetzt zweifelt ob wir überhaupt mit unserem Blog starten sollen.
    Ihre Freundin meinte auch sie soll es so aufbauen und bloggen wie sie es zeitlich packt das posten auf was sie gerade Lust und Laune hat – Das muss ja nicht schlecht sein. Und daß ihr beide jetzt diesen Artikel gepostet hat freut uns um so mehr und wir hoffen das ihr unsere Mine dadurch wieder gestärkt habt. Denn es wäre schade um all die Zeit und Ideen die sie im Kopf hat und schon investiert hat.
    In diesem Sinne nochmal ein kräftiges Wau Wau Dankeschön für diesen Link. Ihr seid spitze . Liebe Grüße KEKS und LUI – MINES DUO




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  12. Ui, da werde ich ja ganz verlegen. Danke für das liebe Kompliment! Ich finde deine Mischung aus recherchierten und „schlau machenden“-Artikeln und „dem echten Leben“ aber auch sowas von cool. 🙂 Gutes Thema auf jeden Fall und das zeichnet dich ebenfalls aus, dass du über Themen schreibst, die nicht immer unbedingt mit Hunden zu tun haben aber absolut auf einen Hundeblog passen. Ist auch sehr inspirierend.
    Ganz liebe Grüße Rebecca




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