Kooperationen gone wrong oder: Manchmal spukt es gewaltig.

Kooperationen gone wrong

Dieser Hundeblog war schon immer offen für viele Arten der Kooperation. Ich weiß, manche finden das doof, andere finden es interessant. Mir persönlich machen viele Kooperationen einfach richtig Spaß: Ich lerne neue Menschen und Unternehmen kennen, neue Produkte dürfen Moe und ich testen, die sonst vielleicht gar nicht bei uns gelandet wären und manches Mal machen wir sogar Urlaub (Sylt und Mirow) – alles im Rahmen von Kooperationen.

Von den schönen Kooperationen berichte ich hier immer brav, ihr könnt nachlesen, was wir so testen, was wir erleben, wen wir kennen gelernt haben.

Worüber aber meistens keiner berichtet, sind die Kooperationen, die einfach grundlegend schief gelaufen sind. Weil vielleicht das Produkt einfach Grütze war. Weil vielleicht schon die Anfrage so bekloppt ist, dass man sie nur halb liest und sich nicht einmal die Mühe macht, darauf zu antworten. Oder weil am Ende doch alles anders sein soll als vorher besprochen.

Seit Langem überlege ich, ob ich dazu einfach mal etwas schreibe. Ich kann mir nämlich vorstellen, dass ich damit längst nicht alleine bin, mit meinen Erlebnissen. Aber was möchte ich damit bezwecken? Zweierlei.

Einerseits möchte ich damit die anderen Blogger erreichen, mich austauschen. Ja, ganz ehrlich: Mich interessiert, was ihr schon so erlebt habt! Andererseits hoffe ich aber auch, dass das ein oder andere Unternehmen diesen Text zum Anlass nimmt, und sich Gedanken macht, was man besser machen könnte.

Kooperationen gone wrong: Merkwürdige Anfragen und Zerstörungswut

Bei manchen Kooperationsanfragen denkt man sich: War das jetzt tatsächlich an mich gerichtet? Teilweise sind die Anfragen so gar nicht passend (neulich wurden viele von uns Hundebloggern angeschrieben, ob wir irgendeine Meisenstange oder so testen wollen. Geht’s noch?!), teilweise nur unverschämt.

Ich hatte bereits hier einmal darüber geschrieben, wie man mit Kooperationsanfragen umgehen kann, welche Arten der Kooperation es gibt, etc: Kooperationen bei Bloggern.

Was ich wirklich erschreckend finde, ist, wenn solche Anfragen von mir abgelehnt werden und dann im 3-Monats-Takt immer wieder kommen. Da machen manche Leute in den Marketingabteilungen ganz offensichtlich nicht ihre Hausaufgaben – und das nervt.

Und was da nicht alles kommt! Ich zähle nur mal ein paar Beispiele auf: Verlinkung zu einem E-Book zum Thema Werkzeuge, Kleidung für Französische Bulldoggen (ich hätte Moe eigentlich zu gerne darin gesehen!), besagtes Vogelfutter, Versicherungsvergleich-Infografiken, Hundeketten, Werbung für einen Garten-Kalender…

Was bitte soll ich testen?
Was bitte soll ich testen?

Längst nicht alle Anfragen sind so, klar. Sonst würde hier wohl nichts mehr zum Thema Hund statt finden. 😉 Nein, im Gegenteil – es gibt mittlerweile viele Agenturen oder Einzelunternehmen, die sich sehr genau mit dem Blog auseinander setzen und sogar auf eine persönliche Anrede in der Mail Wert legen!

Manchmal enttäuscht aber leider auch das Produkt. Zum Glück ist uns das bisher erst zwei Mal passiert und ganz ehrlich: Das ist so ziemlich das Schlimmste, was passieren kann. Auch hier denke ich: Es ist alles kein Drama – wenn man offen damit umgeht. Denn ich entscheide zusammen mit meinem Kooperationspartner, wie wir damit verfahren.

Schlimmer fand ich da den einen Fall, als wir von einem Unternehmen (und das war noch sehr am Anfang meines Blogs) Bälle zum Testen zugeschickt bekommen haben.

Wir haben diese Bälle tatsächlich getestet. Das muss ich hier noch mal ganz klar dazu schreiben! Wir haben sie nicht in Luftpolsterfolie eingeschlagen, sondern ganz ehrlich unter normalen Alltagsbedingungen im Einsatz gehabt – mit der Folge, dass die Bälle einer nach dem anderen innerhalb sehr, sehr kurzer Zeit kaputt waren.

Ohne, dass Moe diese als Kauspielzeug genutzt hätte – wie gesagt, er hat sie apportiert. Ja, Moe gnatscht darauf mal herum, wenn er die Bälle zurück bringt. Trotzdem bin ich der Meinung: Sowas muss ein Ball aushalten!

Das Unternehmen war anderer Meinung. Und unterstellte mir und Moe, wir hätten es darauf angelegt, die Bälle zu zerstören. Es wäre nie eine Reklamation gekommen, und das kann gar nicht sein.

Tja, super Reaktion! Beleidigend zu werden, wenn man so einen Mist verkauft – das habe ich ja gerne. Kurzerhand habe ich die Bälle, so wie sie waren, zurück geschickt. Und nicht darüber berichtet, denn: Negative Werbung ist ja irgendwie auch Werbung. Einige Zeit später sind die Bälle dann auch vom Markt verschwunden.

Das war aber so abgesprochen!

In Zeiten von E-Mail ist es eigentlich gar nicht so leicht, sich aus Vereinbarungen zu lösen, bzw. diese im Nachhinein anders darzustellen. Trotzdem scheint es Leute zu geben, die es versuchen. So bei einer unserer Kooperationen, bei der ich kurz davor stand, das Ganze noch vor Beginn zu beenden.

Das war aber so abgesprochen!
Das war aber so abgesprochen!

Normalerweise läuft es so: Beide Seiten machen sich Gedanken, wie eine Kooperation laufen soll, zu welchen Rahmenbedingungen, etc. Meine Grundlagen sind unter anderem, dass es keine „normalen Verlinkungen“ gibt, bei Produkttest gibt es nur „nofollow“. Ebenso bestehe ich darauf, meine eigenen Texte zu schreiben, meine eigene Meinung und auch zu vermerken, dass die Produkte gesponsored wurden.

Dies wird alles schriftlich festgehalten und wenn beide Seiten einig sind, kann es losgehen. Nicht in diesem Fall. Die Rahmenbedingungen waren eigentlich klar, die Produkte bereits angekommen. Und dann ging es los: Mir wurde ein 4-seitiges PDF zugeschickt, zu welchen Bedingungen ich bitte was zu tun habe und was nicht.

Ich war stinkwütend. Ehrlich. Am liebsten hätte ich den ganzen Kram genommen und zurück geschickt. Ich dachte aber noch, es wäre vielleicht ein Irrtum, man hätte sich in der Mailadresse vertan. Kann bei einer Agentur vielleicht mal vorkommen.

Dem war aber nicht so! Man meinte das sehr wohl ernst, andere Blogger würden das doch auch so machen und überhaupt: Man verstehe die Aufregung nicht.

Ein klärendes Telefonat später (denn manchmal muss man einfach zum Hörer greifen, auch wenn ich das echt ungern mache) blieb es dann bei den vorher festgelegten Bedingungen. Aber ganz ehrlich: Sollte mir das noch einmal passieren, würde ich nicht mehr mitmachen und an der Stelle wäre der Drops gelutscht.

Mein Fazit daraus: Wenn ich auch nur ein winziges bisschen ungutes Bauchgefühl habe, was gegen eine Kooperation sprechen könnte, mache ich es nicht mehr. Selbst wenn mich die Produkte wahnsinnig reizen. Aber den Ärger, den mag ich nicht noch mal haben.

Unterstellungen und Nachmacher

Was ich persönlich echt erschreckend fand und mich richtig getroffen hat, war der Vorwurf, ich würde jemanden unterstützen, der Dinge nachmacht und sie als seine eigene Erfindung ausgibt, um auf den Trend-Zug aufzuspringen. Man hätte das beobachtet und wäre der Meinung, dass es für mich als Blogger rufschädigend wäre. Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, würde man gerichtlich gegen das andere Unternehmen vorgehen und ich könnte dann sehen, was ich davon habe.

Ich liebe unterschwellige Drohungen. Vor allem, wenn sie so ausgesprochen werden. In dem Fall ist es für mich so, dass ich mir beide Seiten angehört habe, und nachdem nur die Seite, die angeblich nachmachen würde, gesprächsbereit war, war das Thema für mich durch.

Ich weiß, dass der Hundemarkt in einigen Bereichen hart umkämpft ist und das eine Idee gegebenenfalls kopiert wird (wenn auch in abgewandelter Form) und das jeder Kleinunternehmer für sein Geld arbeiten muss. Und es mag die geben, die stumpf kopieren, keine Ideen haben. Das mag alles sein. Aber: Der Blogger hat meiner Meinung nach damit GAR NICHTS ZU SCHAFFEN. Ebenso wenig der zahlende Kunde.

Liebe (Klein-) Unternehmer, wenn ihr untereinander ein Problem habt, dann klärt das UNTEREINANDER. Ihr seid alle erwachsen. Anderer Leute Kunden anzuschreiben und ein Unternehmen hinterrücks zu beschuldigen, ohne den A**** in der Hose zu haben, das persönlich zu regeln, ist armselig.

Fazit: Drum prüfe, wer sich ewig bindet…

In über 6 Jahren Bloggen lernt man so einiges. Vieles kann man sich anlesen, aber wie es letztendlich bei einem selber läuft, das weiß keiner. Ich habe lange gebraucht, bis ich meine Grundsätze alle so weit zusammen hatte, dass ich genau weiß, was ich für Moe & Me möchte und was nicht. Trotzdem passiert es auch mir, dass Situationen auftreten, mit denen ich nicht gerechnet hätte.

Verleidet mir das den Spaß? Bisher noch nicht. Ja, über manche Dinge ärgere ich mich, andere, wie die merkwürdigen Anfragen, sind einfach nur noch egal.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet…
Drum prüfe, wer sich ewig bindet…

Und jetzt seid ihr gefragt, ihr lieben Blogger: Wie ist das bei euch? Ist alles immer TippiToppi, so, wie ihr euch das vorgestellt habt – oder hattet ihr auch schon dieser Erlebnisse der dritten Art?

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