Das große Thema: Kooperationen bei Bloggern

Kooperationen bei Bloggern
Kooperationen bei Bloggern

Die liebe Sabine vom Blog Einfach Socke hat das Thema angeschubst und so richtig hat es mich nicht in Ruhe gelassen: Das Thema Kooperationen, wie sowohl Agenturen auf den Blogger zugehen, wie der Blogger reagiert.

Ein an sich spannendes Thema, zu dem es aus meiner Sicht wirklich viel zu schreiben und sagen gibt. Vorab: Ich respektiere hier jede Einstellung, dieser Text gibt einzig und allein meine eigene Meinung und Erfahrung wieder. Ich möchte niemanden persönlich angreifen und das Wichtigste: Macht mit eurem Blog was ihr wollt und seid damit glücklich. Denn das ist das Wichtigste und nur so seid ihr überzeugend.

Kooperationsanfragen: Wie reagiert man auf so etwas?

Wie viele andere Blogger auch, bekomme ich unter der Woche einige Kooperationsanfragen. Einige lehne ich bewusst ab, weil sie nicht zu meinem Blog passen, wie z.B. Futtertest für das neueste, beste Trockenfutter (siehe Sabines Mail, die haben viele andere Blogger und auch ich genau so, mit dem gleichen Wortlaut erhalten) oder von Marken, die ich generell nicht unterstütze.

Besonders schön finde ich, wenn sich nicht einmal richtig die Mühe gemacht wird und nur eine Massenmail, ohne persönliche Anrede und mit Unterstellungen hier ankommt („…in Ihrem Blog haben wir gelesen, dass sie viel Wandern. Daher könnten unsere neuen Pfotenschuhe perfekt zu Ihnen und Ihrem Liebling passen.“ – Ich wandere überhaupt nicht. Gar nicht. Ich bin total faul!)

Meistens lebe ich dort nach dem Grundsatz „L-L-L“ – Lesen, Lachen, Löschen. Weil mir meine Zeit zu wertvoll ist. Manchmal, wenn ich richtig kiebig bin, gibt es eine passende Antwort. Falls ihr mal eine schöne Auflistung von ziemlich peinlichen Kooperationsanfragen lesen wollt, könnt ihr mal bei nachgestern ist vormorgen vorbeischauen: Sie hat die schlimmsten Kooperationsfragen verbloggt und es gibt sogar noch ein Blogger-Relations-Bullshit Bingo. 🙂

Es gibt aber zum Glück nicht nur schlechte Beispiele, im Gegenteil. Viele Unternehmen machen sich extrem viel Mühe, packen auch viele Informationen in die Mail, nutzen die persönliche Ansprache (ja, auch das ist nicht immer der Fall. „Sehr geehrte Damen und Herren“ oder „Lieber Blogger“ ist doch so viel einfacher geschrieben.).

Da ist es eine persönliche Entscheidung: Möchte ich das Produkt vorstellen, passt es zu Moe und zu mir? Bei vielen Dingen sage ich von vornherein ab. Bei manchen Dingen kann ich aber auch nicht widerstehen und freue mich dann einfach sehr, sehr dolle, dass ich die Möglichkeit bekomme, das Produkt zu testen oder den Gastartikel zu veröffentlichen.

Ja, in dem Fall bin ich ein kleines Mädchen. Nein, mein Hund braucht nicht das 12 Halsband. Aber ich! Und ich finde es klasse, dass es mir angeboten wird! Davon kann jetzt jeder halten, was er möchte. Und nein: Mein Blog ist längst nicht mehr nur Tagebuch, sondern auch eine Möglichkeit, sich Informationen zu holen. Wenn die Mailanfrage toll formuliert ist, sich die Person mit meinem Blog auseinander gesetzt hat und das Thema zu uns passt, bin ich gerne dabei.

Ob ich denke, dass es meine Leser interessiert, dass ich das 12 Halsband vorstelle? Nun, höchstwahrscheinlich nicht jeden. Aber diejenigen, die interessiert sind, lasse ich gerne an meiner Freude teilhaben. 🙂 Außerdem denke ich, dass auf meinem Blog für jeden etwas dabei ist.

Nie würde ich jeden Tag einen Testartikel bringen, es wird auch immer unsere persönlichen Geschichten und Erlebnisse geben. Und vor allem: Alle Dinge, die ich vorstelle, mag ich, finde ich toll und kann sie empfehlen. Sonst hätten sie hier keinen Platz.

Was gibt es für Kooperationen und welche passt zu mir?

Welche Kooperation passt zu mir?
Welche Kooperation passt zu mir?

Es gibt verschiedene Arten der Kooperationen und ich möchte euch ein paar vorstellen. Welche Form letztendlich zu euch und eurem Blog passt, und ob ihr überhaupt Kooperationen eingehen wollt, solltet ihr euch überlegen und entscheiden. Ebenso, und das ist ist wichtig: Schaut, ob ihr euch mit der Marke identifizieren könnt, klärt Fragen vorab und schreibt den Ablauf der Kooperation nieder. Nützlich ist auch hier ein Media Kit, in dem nicht nur eure Zahlen stehen und bisherige Kooperationen, sondern auch eure Grundsätze. Hier gibt es ein Media Kit zum Download (kostenlos).

Fasst eure Grundvoraussetzungen, eure Ansprüche in Worte, beispielsweise: Wie kennzeichnest du eine Kooperation? Gibt es bei dir nur no-follow-Links (was ich euch übrigens empfehlen würde, damit ihr nicht abgemahnt werdet)? Welche anderen Ansprüche hast du, beispielsweise an einen Gastartikel? Umso präziser du deine „Regeln“ formulierst, umso mehr Fragen du stellst, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kooperation nicht so gut abläuft wie gewünscht.

Was mich dazu bringt, was für Arten der Kooperation es eigentlich gibt:

Gastartikel

Einige Unternehmen möchten nicht nur mit einem Produkt, sondern auch mit Fachwissen und Inhalt punkten. Gastartikel sind eine schöne Möglichkeit, rund um ein Thema zu berichten, dass deine Leser unter Umständen sehr interessiert und worüber du vielleicht gar nicht berichten würdest, weil dir das Fachwissen fehlt.

Meine bisher liebsten Gastartikel, die von Unternehmen geschrieben wurden, sind Orthesen beim Hund und Detox für Hunde. Über beide Themen hätte ich wahrscheinlich nicht berichtet, vor allem, weil mich ersteres zum Glück nicht betrifft. Trotzdem denke ich, dass es sehr spannend und für einige auch hilfreich ist, solche Artikel lesen zu können.Ich lasse aber nicht nur Unternehmen schreiben, sondern finde es auch immer spannend, was Bloggerkollegen oder auch andere, die mit dem Bloggen nichts am Hut haben, umtreibt. So zum Beispiel Isabelle, die bei mir zwei Artikel veröffentlicht hat, der letzte zum Thema Begleithunde-Prüfung.

Infografiken, Presse-Mitteilungen

Manche Blogger bringen bei sich gerne mal eine Infografik eines Unternehmens unter oder schreiben etwas zu einem Thema, zu dass sie eine PR-Mitteilung erhalten haben. Das ist ja auch persönlicher Geschmack. Als ich beispielsweise gefragt wurde, eine Infografik zum Thema „Leipzig ist die hundefreundlichste Stadt“ im Blog zu posten, habe ich dankend abgelehnt (insgesamt 3 Mal, weil da wohl vergessen wurde, dass man mich angeschrieben hat.).

Mich betrifft Leipzig so gar nicht, ich konnte die Infografik überhaupt nicht nachvollziehen und fand sie auch echt platt. Daher war das nicht so nach meinem Geschmack. Presse-Mitteilungen übernehme ich generell nicht, weil sie nicht zu uns passen.

Gewinnspiele und Verlosungen 

Komm, wer liebt sie nicht? Ich mag jedenfalls Gewinnspiele. Teilnehmen tue ich selber eher weniger, aber ich liebe es, Dinge zu verlosen und Menschen damit glücklich zu machen. Manche finden es doof, andere finden es noch viel, viel schlimmer, vor allem, wenn die Produkte für ein Gewinnspiel auch noch gesponsored wurden (OMG! Furchtbar!).

Auch hier gilt: Jeder, wie er mag. Als Ricarda von Und dann kam Lilly… um die Weihnachtszeit einen Adventskalender mit ganz vielen, tollen Geschenken gemacht hat, fand ich das einfach nur super. Punkt. Wer mitmachen möchte, fein. Wer nicht, auch gut. 😉

Produkttests

Ja, die gibt es bei uns. Ich habe sogar einen eigenen Bereich dafür! 🙂 Wie oben schon geschrieben, liebe ich es, Dinge zu testen. Dafür habe ich aber relativ strenge Regeln. Bei uns kommt nichts ins Haus, was ich absolut nicht unterstütze. Das war eine Zeitlang anders, das kann ich guten Gewissens zugeben, denn ich habe Moe durch einige Futtertests „gequält“.

Wobei, so ganz stimmt das dann doch nicht: Auch die Trockenfutter, die wir zum Testen hatten, waren in einer guten Qualität. Und wenn es Moe nicht geschmeckt hat, wie beispielsweise das nutricanis-Futter, dann habe ich auch das geschrieben.Futtertests würde ich nun so nicht mehr machen, es sei denn, es wäre eine Premium-Nassfutter-Marke, die vergleichbar mit BARF wäre bzw. die wir auch guten Gewissens empfehlen könnten. Und da kämen im Moment wirklich nur die 2 in Frage, die wir gerade nutzen.

Bei allen anderen Dingen gilt: Passt es zu uns und zu unseren Kriterien? Könnte es meine Leser interessieren? Passt der menschliche Kontakt, ist das Unternehmen gut zu erreichen, antworten sie auf Fragen? Wenn das alles mit „Ja“ beantwortet werden kann, ist eine Kooperation sehr wahrscheinlich.

Was passiert eigentlich mit den ganzen Testprodukten?

Das ist wahrscheinlich eine Frage, die viele interessiert: Wenn man beispielsweise mehrere Hundebetten getestet hat, was passiert dann mit ihnen? Behält man sie alle? Dazu kann ich sagen, dass es auf das Produkt ankommt. Bisher haben wir noch alle Halsbänder und Leinen, die wir mal geschenkt bekommen haben und je nach Jahreszeit ist auch noch alles in Gebrauch.

Ein Hundekörbchen haben wir an das Tierheim abgegeben, weil es im Langzeittest für uns zu viele Haare angezogen hat und ich mehr mit dem Reinigen beschäftigt war als das ich Spaß daran gehabt hätte. Deswegen haben wir uns für das Kunstlederkörbchen und gegen das andere entschieden. Einiges von dem getesteten Spielzeug ist auch im Tierheim gelandet – nicht, weil wir es nicht mehr toll fanden, sondern einfach, weil wir zu viel davon hatten.

Der ehemalige Staubsauger, den wir durch den neuen, kürzlich getesteten, ersetzt haben, steht in der Ferienwohnung und wird von unseren Gästen genutzt.

Langzeittests

Ich merke, dass ich da in letzter Zeit etwas schludrig geworden bin, denn bei einigen Dingen hatte ich einen Langzeittest versprochen. Diese kommen jetzt nach und nach, versprochen! Wie gesagt: Die meisten Produkte haben wir alle behalten und nutzen sie immer noch.

Was macht man, wenn das Produkt überhaupt nicht das ist, was man erwartet hat?

Diesen Fall hatte ich erst ein einziges Mal, dass ich von einem Produkt komplett enttäuscht gewesen bin bzw. es sogar während der Testzeit kaputt gegangen ist. Ich habe den Hersteller kontaktiert und Bescheid gegeben. Wir sind so verblieben, dass ich nicht darüber berichte, ich habe den Artikel zurück geschickt.

Sicherlich hätte ich darüber berichten können, aber auch in solchen Fällen finde ich, sollte man fair bleiben. Die Person war ein Kleinunternehmer, der gerade erst gestartet war und sich noch in der Testphase befand. Das tat mir irgendwie Leid. Wäre es ein großer Hersteller gewesen, hätte ich mich anders verhalten und in jedem Fall darüber berichtet, aber auch hier gilt: Fair sein!

Generell sind offene und ehrliche Testberichte auch das, was ich und auch andere lesen wollen. Aber: Nur weil ein Produkt für uns, für Moe, gut geeignet ist, muss es das natürlich nicht für andere sein. Darüber sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden und ich finde, dass kann man am besten bei einem ehrlichen Produkttest. Deswegen ist es mir wichtig, auch die Kontra-Argumente für ein Produkt zu nennen.

Wie ich Kooperationen und Produkttests sehe

Blogger Kooperationen und wie man damit umgeht

Ich teste Produkte nicht, weil ich sie mir sonst nicht leisten kann oder weil ich zu geizig bin, das Geld dafür zu zahlen. Ich gehe Kooperationen nicht ein, damit mir Ruhm und Ehre zuteil wird. Ich mache das, weil es mir unglaublich Spaß macht, oder weil ich es, zB. bei Gastartikeln, für sinnvoll halte und mich das Thema selber interessiert.

Hier auf dem Blog gibt es immer nur einen kleinen Einblick in ein Testprodukt. Meist habe ich einen Zeitraum von 2-3 Wochen einzuhalten, der ausreicht, um gewisse Dinge zu überprüfen (Wie reißfest ist das Material, kann man es waschen, wie sieht es danach aus, funktioniert noch alles?), aber es reicht natürlich nicht, um zu beurteilen, wie es nach einem Jahr aussieht. Dafür wird es wieder die Langzeittests aber auch Wunderdogs geben.

Was mich richtig böse macht

Ich bin eigentlich ein sehr friedliebender Mensch, der seine eigene Meinung sagt. Ich gehe zwar nicht jeder Konfrontation aus dem Weg, aber meistens mag ich mich nicht mit Menschen anlegen und halte mich daher bei Diskussionen oder Ähnlichem zurück. Nun musste ich auch leider wieder „auf die harte Tour“ lernen, warum ich das eigentlich so mache.

Wie viele mitbekommen haben, gibt es bei Facebook eine Gruppe, in der viele Hundeblogger vertreten sind. Diese Gruppe ist für mich sehr wertvoll, da man sich dort austauschen kann, es viele Tipps gibt und man sich gegenseitig unterstützt.

Kooperationen sind jedoch auch da ein Thema, dass manchmal zu Diskussionen führt, so auch in meinem Fall. Eine Person hatte etwas gepostet, was ich zum Anlass nahm, um mal meine Meinung dazu zu schreiben – in meinen Augen sachlich. Es ging um das Thema, dass jemand meinte, junge Blogger würden sich ausnutzen lassen und sich unter Wert verkaufen. Dabei ging es unter anderem auch um Produkttests, die sich Blogger nicht bezahlen lassen würden.

Bei so etwas werde ich ehrlicherweise etwas stinkig, weil jeder Blogger sich verdammt noch mal für sich selber überlegen kann, 1. ob er die Koop macht, 2. ob er dafür etwas nimmt und 3. wie diese Koop abläuft. Niemand, und ich betone nochmal, NIEMAND, hat das Recht, irgendjemandem irgendetwas vorzuschreiben, egal in welcher Hinsicht. Ratschläge, wenn diese gewünscht sind, sind toll. Aber dieses ständige „madig machen“ geht mir richtig auf den Keks.

Es scheint schwierig geworden zu sein, anderen Menschen etwas zu gönnen. Und es scheint bei manchen tatsächlich ein merkwürdiges Denken eingesetzt zu haben, dass ich mir nur mit Neid erklären kann.

Spannenderweise wurde, nachdem ich meinen Kommentar gepostet hatte und auch andere mir zugestimmt hatten, der gesamte Beitrag gelöscht. Leider habe ich davon kein Foto gemacht, denn im Nachhinein wurde ich genau wegen dieses Kommentars auch auf dem eigenen Blog der Person angegangen, mir wurde unterstellt, ich würde auf die „Bloggergemeinschaft scheißen“ – mit Nennung des Namens, damit es auch ja keine Verwechslung gibt. Spannend, was so hinter den Kulissen abgeht, oder?

Meine Stellungnahme dazu lautet: Ich scheiße ganz sicher nicht auf die Bloggergemeinschaft, die im Übrigen für mich aus anderen Dingen als Geld besteht. Nämlich aus dem gegenseitigen Kommentieren, Fragen stellen, für Fragen da zu sein und, unglaublicherweise, sich für andere freuen.

Die Bloggergemeinschaft besteht für mich NICHT daraus, wer das meiste Geld verdient, die besten Kooperationen hat oder die coolsten Fotos macht.

Zum Glück gibt es nur eine so denkende Person in der Gruppe, was mich sehr beruhigt. Ihr seht also: Wir Hundeblogger sind eigentlich sehr friedliebend und gehen, so mein Eindruck, äußerst fair miteinander um. 🙂

Deswegen mein Ratschlag an die Neublogger und an die, die es hören möchten:

Lasst euch nicht beeinflussen, macht euer Ding, vernetzt euch – wenn ihr es möchtet. Vertraut auf euer Bauchgefühl und: Habt Spaß am Bloggen. Ihr seid kein Glas Nutella, ihr könnt nicht alle glücklich machen. Dafür aber euch selber.

Habt Spaß am Bloggen!
Habt Spaß am Bloggen!

**Fotolia: Stressed businesswoman in the office Datei: #91263257 | Urheber: kite_rin
**Fotolia: Funny puppy with glasses in front of a laptop Datei: #99529156 | Urheber: Rita Kochmarjova
**Fotolia: female hands with pen writing on notebook with morning coffee an Datei: #85619082 | Urheber: Ivan Kruk

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