Konkurrenz unter Bloggern

Mein Schuh, dein Schuh: Konkurrenz unter Bloggern
Mein Schuh, dein Schuh: Konkurrenz unter Bloggern

Am Mittwoch war ich beim Tag des Online Marketings (kurz: TOM). Ich finde solche Veranstaltungen meistens ganz spannend, denn man erhält neue Anregungen, lernt neue Menschen kennen und erweitert seinen Horizont.

So war es nun auch beim TOM. Ein paar interessante Vorträge und Workshops zu sehr unterschiedlichen Themen. Und dann kam ein Vortrag, der für meine Arbeit bei Erdmann & Freunde wichtig war, sich gleichzeitig aber auch auf das Bloggen für Moe & Me übertragen lässt:

Konkurrenz-Monitoring – was treibt mein Mitbewerber?

Zunächst einmal mag ich das Wort „Konkurrenz“ überhaupt nicht. Für mich gibt es wenn überhaupt Mitbewerber. Beim Bloggen gibt es eine Blogger-Gemeinschaft. DIE BLOGGER. DIE HUNDEBLOGGER. Und nicht „Die Konkurrenz“. Einer der Gründe, warum ich aus meinem alten Unternehmen raus bin, war der typische Sprech: „Schlachten müssen geschlagen werden. Wir müssen besser sein als die Konkurrenz.“ Urgs. Sorry, aber bei sowas wird mir echt übel.

Trotzdem finde ich es generell interessant, zu sehen, was die anderen Hundeblogger machen. Nicht aus Konkurrenzgründen. Sondern weil es mich interessiert, was sie für Erfahrungen machen. Was sie erleben. Welche Dinge sie bewegen. Und um dann zu überlegen: Inwiefern betrifft mich das Thema selber? Oder betrifft es mich gar nicht?

Denn aus solchen Denkanstößen können einige gute Blogartikel werden. Eines ist nämlich sicher: Keiner ist so kreativ, sich immer Themen auszudenken, die noch nie da gewesen sind.

Das Rad kann nicht neu erfunden werden. Aber: mich interessiert doch der Mensch hinter dem Blog, die eigene Meinung. Ob ich das Thema nun schon 3 Mal bei anderen gelesen habe, ist doch nicht relevant, SOLANGE es neue Ansatzpunkte gibt. Neue Ideen zu dem Thema.

Wer wohl schneller am Ziel ist?
Wer wohl schneller am Ziel ist?**

Aber ich schweife ab. Der Gedanke des Vortrags war: Wie kann ich also meine Mitbewerber überwachen und besser einschätzen, gegebenenfalls eine Idee vor ihm haben und so vor ihm an der Spitze stehen? Außerdem war eine der Aussagen, man wäre als Unternehmer ziemlich naiv, wenn man glauben würde, man hätte keine Konkurrenz. Und müsste sich dann nicht wundern, wenn man am Ende der Verlierer wäre.

„Jeder hat Konkurrenz, man muss sie nur im Griff haben.“

Das kann so sein, bei großen Unternehmen. Aber mir liegt so ein Gedanke fern – Herzlichen Dank an meine Naivität. Ich habe keine Konkurrenzgedanken. Weder bei Wunderdogs, noch bei Moe & Me.

Noch kann man bei Wunderdogs auch wahrlich nicht von einem Unternehmen sprechen. Im Gegenteil, ich stehe ganz am Anfang und arbeite daran. Moe & Me ist mein Hobby, da liegt es noch weiter weg, von Konkurrenz zu sprechen.

Ich erlebe aber immer häufiger, dass es auch unter Bloggern welche gibt, die diesen Konkurrenzgedanken ganz offen zugeben, die ein Problem damit haben, wenn wieder jemand „an ihnen vorbei zieht“.

Und ich frage mich: Wie lebt ihr damit? Wie lebt ihr mit diesem Druck, ständig die Zahlen checken zu müssen, enttäuscht zu sein, wenn ein anderer Blogger wieder eine Kooperation bekommen hat, die man selber gerne gehabt hätte? Wenn einem vielleicht gerade die zündende Idee fehlt und der andere den besten Blogartikel aller Zeiten schreibt? Wie könnt ihr Nachts schlafen, wenn ihr euch solche Gedanken macht?

Was für mich persönlich wichtiger ist als „Schlachten zu schlagen“, die Konkurrenz vom Markt zu drängen oder überhaupt darüber nachzudenken, was andere planen könnten, ist etwas mit Herzblut und Begeisterung zu machen.

Und damit fahre ich sehr gut, vor allem GEHT es mir gut. Wenn man den Druck heraus nimmt und erst einmal nur daran denkt, was man selber von sich erwartet, woran man Spaß hat, sind Zahlen und Positionen egal.

So gesehen wird es immer Mitbewerber geben. Man muss nur sehen, was man daraus macht und wie sehr man sich davon beeinflussen lässt – sowohl privat als auch beruflich.

Ich denke, es gibt nur eines, das bei kleinen Unternehmen den Unterschied macht. Ob es erfolgreich ist oder nicht. Und genau das ist das wirkliche USP (Alleinstellungsmerkmal, ein Hoch auf Marketing–Sprech): Da ist jemand mit Feuereifer bei der Sache, er brennt für das, was er tut und er kann andere für sein Thema begeistern.

Und genau so sollte man auch bloggen. Egal ob als Hundeblogger, Lifestyle- oder was auch immer -Blogger: Mit Herz für die Sache und ohne Ellenbogen. Ich bin überzeugt davon, dass man ohne Konkurrenzgedanken wesentlich leichter und stressfreier durch das Leben kommt. Man erspart sich so vieles, wenn man nicht auf Biegen und Brechen etwas erreichen will, sondern auch mal rechts und links schaut, sich entspannt, sich Leute mit ins Boot holt, statt GEGEN sie zu arbeiten.

Ich glaube daran, dass es miteinander statt gegeneinander wunderbar klappt. Und freue mich auf immer neue (Hunde-) Blogger, die die Gruppe aufmischen und neuen Wind bringen.

Konkurrenzgedanken finden wir doof.
Konkurrenzgedanken finden wir doof.

Wie denkt ihr darüber: Interessiert es euch, was andere Blogger machen, lasst ihr euch davon beeinflussen?

*Fotolia: #77788034 – Rottweiler puppies playing with a sneaker © Rita Kochmarjova
**Fotolia: #76417919 – Two funny beagle dogs running © ksuksa

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