Kann dein Hund reden?

Kann dein Hund reden?
Kann dein Hund reden?

Neulich passierte mir folgende Geschichte vor dem Nahkauf:

Ich war kurz reingehüpft, um meine Brötchenbestellung für den nächsten Tag beim Bäcker abzugeben. Moe hat in der Zwischenzeit draußen gewartet, was bei uns kein Problem ist – bei ca. 1.100 Einwohnern… Als ich heraus kam, hatte ich nicht wie sonst einen Belohnungskeks für Moe dabei. Ich war schließlich nur 2 Minuten weg. Moe ist das Keks-nach-dem-Warten mittlerweile aber gewohnt und so schaute er mich mit großen Augen an. Ich sagte also: „Nee, es gibt nichts. Komm mit.“

Daraufhin tapste ein kleines, blondes Mädchen mit Zöpfen zu mir heran und fragte: „Kann der Hund reden?“ Ich war erstmal perplex und musste dann ziemlich lachen, denn die Kleine hatte Recht: Moe kann weder reden noch kann er mein gesprochenes Wort verstehen. Warum quatschte ich ihn also voll?

Ihr seht, das kleine Mädchen hat mich zum Nachdenken angeregt. Warum rede ich mit Moe, warum sage ich ihm, das es nichts gibt – obwohl das Zeigen meiner leeren Hände oder einfach das Weggehen völlig ausgereicht hätte?

Kommunikation Hund – Mensch

Wenn wir Menschen miteinander kommunizieren, dann häufig über die Stimme. An ihr können wir ablesen, ob jemand schlecht gelaunt ist, ob er gestresst oder wütend ist oder glücklich. Natürlich kommt auch immer die individuelle Körpersprache dazu, wir Menschen sehen untereinander als Gesamtpaket.

Wie ist das aber bei Hunden? Hunde untereinander kommunizieren zwar auch über Laute, diese sind jedoch begrenzt. Sie lesen die Körpersprache des Gegenüber, die feinen Bewegungen, die nur dem geschulten, menschlichen Auge auffallen.

Zum Glück sind unsere Hunde superschlau: In all‘ den Jahren Evolution haben sie uns Menschen so sehr kennengelernt, dass sie es uns nicht übel nehmen, wenn wir uns auch stimmlich mit ihnen verständigen.

Und sie sind gar nicht so schlecht darin, auch Worte zu unterscheiden und sie zuzuordnen. Das kennt sicherlich auch jeder Hundehalter, dass der Hund seine Spielzeuge mit Namen erkennt und gegebenenfalls apportiert.

Ich verstehe mehr, als du denkst!
Ich verstehe mehr, als du denkst!

Kennt Moe seine Vokabeln?

Mich hat jetzt einfach mal interessiert: Kann ich bestimmte Worte neutral sagen und versteht Moe sie trotzdem?

Ich habe also eine Liste mit den täglichen Sprüchen und Worten angelegt und sie Moe (natürlich nicht hintereinander weg, ich will ihn ja nicht komplett kirre machen) vorgesagt.

Das waren meine Worte:

  • Frühstück
  • Rausgehen
  • Ball
  • Naschi
  • Abendessen
  • Dottie
  • Wo ist die Katze?
  • Vogel
  • Decke
  • Hopp
  • Wo ist Herrchen?

Die Schwierigkeit lag nicht nur an dem neutralen Ton, den ich erst einmal üben musste (Liebe Nachbarn, wenn ihr euch gewundert habt, warum ich merkwürdige Sachen im Bad von mir gebe – jetzt wisst ihr es!) sondern auch an der neutralen Haltung. Ich wollte ja nicht, dass mein cleverer Bursche an meiner Körperhaltung ablesen kann, was ich meine. Aus diesem Grund habe ich die meisten Worte im Liegen von mir gegeben – sicher ist sicher. (Hab ich schon erwähnt, dass ich solche Selbstexperimente echt witzig finde? 🙂 )

Und, was denkt ihr, wie Moe sich geschlagen hat?

  • Frühstück 
    • Keine Reaktion. Lag vielleicht an der Tageszeit, ich sollte mal den Test machen, ob Moe die Uhr lesen kann. 😉
  • Rausgehen
    • Die Ohren waren gespitzt, aber ich glaube, das zählt nicht so ganz. Ich kann da meinen Enthusiasmus selber nur schwer unterdrücken.
  • Ball
    • Ball versteht Moe IMMER. Wahrscheinlich auch in jeder Fremdsprache, die es gibt. „Onde está a bola?“
  • Naschi
    • Kurzes Gucken, weiter nichts. Ich denke, der Bauch war voll.
  • Abendessen
    • Nö, nichts.
  • Dottie
    • Kurzes Zögern in der Atmung oder war das Einbildung? Nee, ich denke, das war nichts.
  • Wo ist die Katze?
    • HalloWach, da standen die Ohren und Augen. Katzen? Hier? Hinterher. 
  • Vogel
    • Nö, ist ja keine Katze und den Baum konnte er auch überblicken – da war nichts.
  • Decke
    • „Bist du bekloppt, Frauchen? Ich lieg hier mit dir auf dem Sofa, was soll ich auf der Decke?“ – Ähm, ja. Nichts.
  • Hopp
    • Nö. Warum auch.
  • Wo ist Herrchen?
    • Sorry Herrchen, du bist leider nicht interessant genug… Wenigstens hat er dich nicht mehr mit seinem Bärchen verwechselt. 

Fazit: Moe ist ritualisiert

Ich denke, damit ist klar: Moe kann nur ganz wenige Worte verstehen, wenn sie wirklich neutral und ohne Körpersprache in keinem zeitlichen oder sonstwie Zusammenhang stehen.

Natürlich ist Moe so clever und würde mit Sicherheit anders reagieren, wenn ich direkt im Bett nach dem Aufwachen „Rausgehen“ sagen würde – einfach, weil er es gewohnt ist, vor dem Frühstück rauszugehen. Genauso, wie es nach dem Gassi morgens Frühstück gibt. So weit ritualisiert ist Moe dann doch. Aber Worte verstehen, so weit sind wir einfach nicht.

Liebes kleines Mädchen, wenn ich dich noch mal wieder sehe, werde ich dir danken, dass du mich zu diesem Blogpost inspiriert hast. Moe kann leider nicht reden, zumindest nicht so, wie ich es mir manchmal wünschen würde. Und ich kann leider auch nicht die Sprache der Hunde, obwohl ich mir auch das sehr wünschen würde. Trotzdem quatsche ich ihn manchmal voll – und er erträgt es. Das nennt man dann wohl Liebe. 😉

Das war übrigens eine Hund – Kind Begegnung, wie man sie sich wünscht: wahrscheinlich weil das Mädchen gelernt hat, wie man mit Hunden umgeht. Die Kleine hat Moe nicht angefasst und sie hat erst einmal mich angesprochen, bevor sie mit dem Hund in Kontakt getreten ist und erst nach Absprache mit mir, ob es in Ordnung wäre. Jerôme von homepets.de hat genau zu dem Thema einen schönen Beitrag geschrieben, schaut mal vorbei.

Anja & Chico haben den Test gemacht, schaut mal bei den beiden vorbei!

Kann euer Vierbeiner seine Vokabeln?

Und wo bleibt jetzt mein Keks?
Und wo bleibt jetzt mein Keks?

Noch etwas in eigener Sache: Wir haben gestern „fremdgebloggt“. Unseren Gastbeitrag zum Thema: Leinenwirrwarr – wie habe ich meinem Hund das An-der-Leine-gehen beigebracht findet ihr hier.

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