Beleidigte Leberwurst: Warum auch Hunde schmollen

Hunde können beleidigt sein
Hunde können beleidigt sein

Können Hunde beleidigt sein? Ich sage ja. Und möchte euch heute eine kleine Geschichte erzählen, wie die beleidigte Leberwurst zu Moe passt und das Moe die Königsdisziplin des Schmollens ganz hervorragend beherrscht.

Es war irgendwann um 1992 herum, vielleicht auch 1993, als ich auf den Nachbarsjungen traf und wir sofort Freunde wurden. Er stellte mir seine heulende und verrotzte Schwester vor, die „beleidigte Leberwurst“. Dieser Begriff wurde fortan zu einem geflügelten Wort, immer wenn ich jemanden sah, der wegen irgendetwas weinte, war er eine beleidigte Leberwurst.

Warum ausgerechnet die Leberwurst beleidigt sein soll, erschloss sich mir nicht. War aber auch nicht wichtig. Dass Hunde beleidigt sein könnten, konnte ich mir nicht vorstellen.

Beleidigter Hund für einen Tag

Dann zog Moe ein und nach ein paar Wochen war ihm sein Trockenfutter nicht mehr genehm. Also bekam er immer wieder ein paar Leckereien drunter gemischt, wenn der erste Napf nicht gut genug war, gab es den zweiten mit Hüttenkäse und so weiter. Irgendwann habe ich mir dann einen Futtermäkler heran gezogen, der nicht den erstbesten Napf leer gefuttert hat, sondern auf den zweiten oder dritten „Besseren“ wartete. Literatur musste her und das Internet. Ich lernte: Manchmal muss man Dinge aussitzen. So schwer es fällt.

Und da erlebte ich es das erste Mal: Moe war schwer beleidigt! Und wie! Ich wurde nicht mehr angeschaut, dieser Hund wollte nichts mehr mit mir zu tun haben und legte sich tödlich beleidigt in sein Körbchen. Zwischendurch schnaufte er sein Seelenleid heraus, aber mehr war mit diesem Hund an dem Tag nicht mehr zu machen.

Am Abend war alles wieder in Ordnung, Moe kann nicht allzu lange beleidigt sein. Als dann das gleiche Futter vom Vormittag wieder im Napf landete, war alles wieder gut und es wurde anstandslos gefressen. Der Hunger treibt’s rein, der Geiz behält’s drin.

Die beleidigte Leberwurst passt gerade heute wieder wie die Faust auf’s Auge, denn: Es gab Hühnchenleber. Roh und ohne Apfel, Joghurt oder irgendwas. Und ratet mal, zu wem Moe geworden ist? Genau, zu unserer beleidigten Leberwurst – passend zum vollen Napf.

Tödlich beleidigt Vol. 2

Nachdem wir das Futterthema und das Mäkelig sein irgendwann so weit durch hatten, war das Thema „Beleidigte Leberwurst“ noch lange nicht durch. Immer wieder gab es Situationen, nach denen Moe beleidigt war. Das geflügelte Wort „Beleidigte Leberwurst“ wurde zu lang und es gab einen neuen Spitznamen: Schmolli.

Schmolli erlebten wir das erste Mal, als wir ihn von seiner Hundesitterin abholten. Kein freudiges Schwanzwedeln, kein Anstupsen mit der Nase. Kopf hoch, Schwanz hoch, mit Imponiergehabe ab ins Auto und nach Hause. Dort wurde sich direkt ins Körbchen gelegt und mit jeder Faser seines Seins zeigte Schmolli, was er für uns empfand: Ihr habt mich alleine gelassen. Ich kann euch nicht mehr leiden.

Was für ein Glück, dass auch diese Phase nicht lange anhielt. Manchmal ist eine Mütze Schlaf das Beste, um aus Schmolli wieder Moe zu machen. 🙂

Du kannst mich mal
Du kannst mich mal

Der Umgang mit Schmolli

Was wir dagegen tun, wenn unsere Leberwurst beleidigt ist und den Schmolli raushängen lässt? Genau. Aussitzen. Früher oder später ist er wieder der Alte und lässt sich streicheln.

Auch wenn es schwer fällt, ich weiß ja, dass Moe nicht zu Schaden kommt, wenn er mal einen Tag auf Futter verzichtet. Oder mal einen Tag nichts mit uns zu tun haben möchte. Auch wir haben schlechte Tage, an denen wir lieber alleine sind und Gesellschaft von anderen eher lästig ist.

Kommen wir aber mal zu der Eingangsfrage:

Können Hunde tatsächlich beleidigt sein?

Meine Meinung dazu kennt ihr ja. Die Wissenschaft ist der Auffassung, dass es so etwas wie beleidigt oder eingeschnappt sein bei Hunden nicht gibt, sondern es eher ein Beschwichtigungssignal ist, wenn der Hund sich weg dreht und sich der Situation entzieht.

Mich würde interessieren, wie das bei euren Hunden ist: Habt ihr eine beleidigte Leberwurst zu Hause und aus welchem Grund? 🙂

Schmolli in Bestform
Schmolli in Bestform

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15 Gedanken zu „Beleidigte Leberwurst: Warum auch Hunde schmollen“

  1. Aber hallo!!!! Ich würde es auch SOFORT unterschreiben dass Hunde beleidigt sein können!
    Ich habe hier auch so ein wunderbares Exemplar einer beleidigten Leberwurst zu Hause wenn es darum geht dass Ren alleine bleiben muss…
    Das morgendliche Alleinsein ist mittlerweile nicht mehr so schlimm aber wehe, ich wage es ihn nachmittags, ausser der Reihe noch mal alleine zu lassen….. uiuiuiuiui!
    Schwanz runter, Ohren und Kopf runter und dann aber ganz schnell ab hinter den Fernseher! Will ich dann noch mal zu ihm, dreht er sich weg und sucht sich einen neuen Platz! von dort kommt dann das schwere Atmen und ein Blick, der einen erstarren lässt…..
    Zum Glück ist das alles dann wieder vergessen wenn ich wieder zurück bin 😉

    Dann streichel der Leberwurst mal über den Kopf 😉

    Ganz liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy




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  2. sowas von! Meine Madame heißt nicht umsonst so – und wird von mir auch liebevoll als Diva betitelt. Sie schmollt eher wenn sie früh aufstehen muss, wenn nicht das richtige Leckerlie gereicht wird (nachdem wir auf einen Porzellan-Napf und auf ein „genehmeres Futter“ umgestellt haben, wird beim Futter so gut wie gar nicht mehr geschmollt im Gegensatz zu früher) dann regnet es wie heute und sie findet es kacke wenn sie nass wird, sie mag ihr Geschirr nicht tragen, sie will abends nicht noch mal raus weil sie sich gerade so gemütlich bei meinem Freund eingekuschelt hat „und ich mache wieder alles kaputt“.. du siehst, ich könnte darüber auch direkt nen kompletten Artikel schreiben. Hunde schmollen definitiv genauso wie Hunde Launen haben. Ob es dann ein Schmolli ist oder ne Diva – die Grundlage ist dieselbe. 😉 Liebe Grüße Rebecca und Madame Pixie




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  3. So richtiges Schmollen haben wir hier selten – früher dann schon eher mal 🙂 Dingo konnte immer richtig schmollen, wenn ich nach längeren Aufenthalten wieder heim kam. Auch wenn er mit Herrchen eine tolle Zeit hatte – an meinem ersten Tag wieder daheim war ich Luft für den Hund. Erst am nächsten Morgen freute er sich, mich zu sehen.
    Bei Damon bemerke ich manchmal Ansätze zum Schmollen … aber keine so konsequenten. Er lässt uns nur merken, dass er nicht rundherum glücklich ist – er schnauft hörbar und macht alles viel langsamer als sonst! Aber da er ein kleiner Clown ist, ist das auch schon nach wenigen Minuten vorbei.
    Bei Cara haben wir so etwas noch nie bemerkt – sie genießt alles viel zu sehr um sich mit irgendwelchen Sachen zu beschäftigten, die sie nicht ändern kann 😉

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara




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  4. Ohhhh ja, … Hund können beleidigt sein. Und wie!!! Genau wie bei Moe, findet Charly sein Futter nicht immer berauschend. Schmollend zieht er sich dann in sein Körbchen zurück und wirft uns beleidigte Blicke zu. Eigentlich müssten wir da auf der Stelle tot umfallen. *lach*

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly




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  5. Auch wir haben mit Luri einen echten Schmollmops. Her je, wenn ich mal eine Nacht nicht da bin freut er sich zwar total, dass ich wieder komme, springt wie letztens glatt ins Auto auf meinen Schoß, aber wehe wir sitzen dann oben endlich in Ruhe auf der Couch – er dreht sich förmlich von mir weg, wo er sonst direkt sich auf mich drauf legen und so nah wie möglich bei mir sein würde…alles hilft nichts. Er will kein Leckerli, kein Ball – Nichts! Er bestraft mich weil ich ihn allein gelassen habe. Dieser traurige vorwurfsvolle Blick…wie gemein 🙁
    Naja aber auch wir sitzen das aus.
    Mit dem Futter haben wir uns auch so eine Mäkelwurst ran gezogen…prima. Da aber unser lieber Luri leider schnell im Magen übersäuert und wir gern das tägliche Brechen umgehen gibt es eben dann zur Not wenigstens ein Leckerli…ich weiß auch blöd.
    Ein Glück reicht ein Nickerchen aus bis die Welt wieder in Ordnung ist. Mein Herz blutet doch so sehr, wenn er mich ignoriert :/




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  6. Beleidigte Leberwurst, wie süß ist das denn. Bei Socke ist dieses Schmollen nicht so stark ausgeprägt, glaube ich….
    Wenn wir abends das Dottispiel beenden und sie kommt immer wieder mit dem Dotti an, wir aber keine Lust oder Zeit mehr haben, dann kann es sein, dass Socke erst das Dotti auf den Boden wirft und sich dann darauf ebenfalls mit einem ordentlichen Rumps auf den Boden fallen lässt. Aber sie scheint nicht lange zu schmollen oder gar nachtragend zu sein. Denn sobald jemand aufsteht oder Socke anspricht ist sie sofort freudig mit dabei….

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




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  7. Schmolli – haha, das ist ja der Hammer! Ich muss das auch mal ausprobieren. Bisher habe ich mich noch nicht getraut zu schmollen. Erschien mir sicherer Frau Zweibein immer im Auge zu behalten, falls sie doch mal irgendwo ein Stück Käse locker macht. 😉
    Liebe Grüße
    Lotta




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  8. Ich wollte es ja aussitzen und das Futter nicht fressen… bäh das war aber auch ein frass… aber nachdem es mir das dritte mal serviert wurde … ja ich hatte dann hunger. Aber alles hab ich nicht gegessen! Da musste ein Rest bleiben, ich konnte ja nicht einfach mein beleidigt sein aufgeben!

    Schlabbergrüße Bonjo




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  9. Uhm… also.. ich glaub wirklich beleidigt war ich noch nie?!

    Nein… auch nach längerem nachdenken nicht.. Aber die Mama meint, es wäre lustig das mal bei mir zu sehen.

    Liebe Grüße
    Abby




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  10. Oooooh ja! Shiva, die Diva kann auch ganz schön schmollen… Mein lieber Scholli. Wenn sie beleidigt ist, dann guckt sie mich mit ihrem hübschen Hintern nicht mehr an. Das Schmollen beherrscht sie auch in Perfektion. Mal passt ihr das Futter nicht, dann hab ich sie allein gelassen, dann hab ich sie gezwungen mit zum Gassi zu gehen, obwohl sie lieber schlafen wollte… Das ist das schlimmste, da tapert sie hinter mir her und lässt die Ohren und den Schwanz hängen… Aber lange hält das zum Glück nicht an. Mal drüber schlafen und schon ist Madame mit der Welt versöhnt.

    Grüßle
    Sandra




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  11. hihi das kenne ich nur von unseren Westi. Wenn der beleidigt ist oder am Schmollen dann ignoriert er alles und jeden. Selbst mit leckerlies können wir in nicht mehr bestechen.

    Hunde sind doch alle gleich 🙂




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  12. Ohhh, wie ich diese Szenen kenne! Sowohl von unseren Schäferhunden als auch von Wilma. Wilma gehört auch zur Kategorie: „Sofort, jetzt und bitte vom Feinsten“. Ist natürlich auch auf meine Erziehung zur Mäkelliese zurückzuführen. Manchmal kann ich aber auch hart sein (mein Freund würde jetzt verneinen) und versuche es auch mit Aussitzen und das Geschmolle ertragen. Ich bin mir auch sicher: Hunde können genauso zur beleidigten Leberwurst mutieren wie Menschen. Ganz klar. Bedarf keiner Wissenschaft ;-)))
    Ganz liebe Grüße vom Wilma-Tier und mir (ui, das reimt sich sogar ;-))))




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  13. Natürlich bin ich, der Herr Bohne, beleidigt, wenn es hier nur dieses nach nichts riechende und nach nichts schmeckende Hundetrockenfutter gibt und das so sehr beim Kauen staubt, dass es kaum den Herrn Bohne Hals herunterrutschen kann . Aber so was von beleidigt, „jawoll-ja-ja“. Wenn ich keine Leberwurst bekomme, dann bleib ich eine beleidigte…




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