Vom Traum zur Umsetzung: In kleinen Schritten zum Minimalisten

In kleinen Schritten zum Minimalisten

Wir sind einen kleinen Schritt weiter in unserer Umsetzung. Wie ihr wisst, wollen wir unser Hab und Gut aufgeben und ab Ende 2017 mit dem Wohnmobil auf Europareise gehen.

Da ich partout niemanden überreden kann, meine ganzen Dinge, die ich eventuell und vielleicht noch mal brauche, bei sich aufzubewahren, stand und steht seit August das Ausmisten auf dem Plan: Verkaufen, Verschenken, Wegschmeißen. Ich verrate wohl kein Geheimnis, wenn ich sage, dass dieser Schritt so ziemlich der Härteste ist.

Um das mal in Relation zu setzen: Ich wohne nun 10 Jahre in Kiel. 10 Jahre also, in denen ich allerhand Kram angehäuft habe. Und dieser Kram soll jetzt weg. Dafür habe ich noch bis ca. Mai Zeit, denn da ziehen wir in eine kleine Wohnung um.

Manche Dinge brauchen wir auch noch bis zu unserem Auszug. Den Rasenmäher, zum Beispiel. Oder andere Gartengeräte. Auch unsere Großfamilien-Couch soll uns natürlich so lange wie möglich erhalten bleiben. Andere Dinge wird man gerade jetzt und in der nächsten Zeit am Besten los: Weihnachtsdeko.

Ich liebe Weihnachten. Und Weihnachtsdeko.
Ich liebe Weihnachten. Und Weihnachtsdeko.

Ich. Habe. Einfach. So. Viel. Weihnachtsdeko. Einen großen Umzugskarton voll, zuzüglich mehrerer kleinerer Kartons, Laternen, Lichterkerzen. Alles was leuchtet, glitzert, entfernt nach Weihnachten aussieht, habe ich mal gesammelt. Also nicht bewusst, so wie andere Menschen es tun. Es war eher ein: „Weihnachtsdeko! Hab‘ ich noch nicht, will ich haben!“.

Jetzt soll das Ganze weg. Vor Weihnachten auch noch! Ich weiß gar nicht, wie ein Haus aussieht, dass nicht zu Weihnachten dekoriert wird. Wahrscheinlich stehen irgendwann irgendwelche Nachbarn mit Mistgabeln vor der Tür und fordern den Frosty auf dem Dach ein und den Weihnachtsmann im Vorgarten (wer den Film nicht kennt, sollte sich unbedingt mal „Verrückte Weihnachten“ mit Tim Allen anschauen. Ein Klassiker!).

Jedenfalls stecken wir mittendrin in dem Ausmist-Chaos. Und vieles dauert einfach so lange!! Ich habe einen Karton mit allerlei Krimskrams. Allein den auszusortieren, hat mich einen Nachmittag gedauert! Denn darin befanden sich so viele Teile, an die ich Erinnerungen habe – und diese kamen dann alle hoch. Sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen, zu entscheiden, was in Zukunft noch wichtig ist und wovon man sich definitiv trennen sollte, ist wahnsinnig schwer.

Mein Modegeschmack damals: Etwas grenzwertig.
Mein Modegeschmack damals: Etwas grenzwertig.

Diese Kiste hatte viele Erinnerungsstücke. Über einiges musste ich sehr lachen, zum Beispiel über mein Verständnis von Mode. Eine mintgrüne, vollkommen abgeranzte Baby-G Uhr fand sich da, diverse klimpernde Armreifen, eine Lederkette mit furchtbar hässlichem Anhänger (ein Schwert – ich muss dazu sagen, ich fand damals den Film „Merlin“ großartig), mehrere Glocken in verschiedenen Größen, die ich damals an den Schnürbändern meiner Turnschuhe hatte, wahnsinnig viele Pins von meinen Lieblingsbands (Tomte, Placebo, Kettcar…), ich fand einen Anhänger einer verflossenen Liebe und die Mundharmonika meines Opas, der nicht mehr lebt.

Ich fand die Blockflöte meines Lieblingsonkels und eine weitere Blockflöte, die ich irgendwann einmal gekauft hatte, um es mir selber bei zu bringen. Ich fand einen tatsächlich noch funktionierenden Discman, mehrere Kabel, meine alten Handys (Nokia, Motorola und Siemens), einen Winnie Puh Wecker, Notizheftchen und vieles mehr.

Ausmisten dauert. Manches geht schnell, zum Beispiel das sich Trennen von DVDs, CDs und alten Schulordnern. Manches dauert und tut weh, wie das sich reduzieren auf die Bücher, die man noch nicht gelesen hat.

Meine Bücherregale sind leer. Ich habe alle Bücher weggebracht, bis auf die Stephen King Bücher und die ungelesenen. Alle anderen sind als Spende zum Werkforum Kiel gekommen.

Dort wird das Ziel verfolgt, psychisch erkrankte Menschen wieder in das Berufsleben zu integrieren, in dem sie unter anderem Bücherspenden katalogisieren und bei Amazon einstellen. Wenn dort ein Buch verkauft wird, sind die Mitarbeiter auch dafür verantwortlich, das Buch zu verpacken und es zu versenden.

Ich habe vorher versucht, meine Bücher über einen selbstveranstalteten Flohmarkt zu verkaufen und so ein paar Euro für unsere Reise zusammen zu bekommen – ohne Erfolg. Wir haben 2 Tage vorbereitet, am Ende kamen 20 € zusammen (in 6 Stunden).

Keiner wollte unseren Kram. Dabei ist es doch so hübsch! ;-)
Keiner wollte unseren Kram. Dabei ist es doch so hübsch! 😉

Wir haben nicht mehr viel von Wert, was wir nun noch verkaufen könnten. Das Meiste wird nach und nach gespendet oder über ebay Kleinanzeigen verschenkt. Leider ist es aber so, dass die wenigsten bereit sind, sich die Dinge dann auch abzuholen. Und so wird wohl am Ende vieles auf dem Sperrmüll landen oder im Müll, was mich tatsächlich traurig macht.

Das letzte Wochenende haben wir dafür genutzt, Bettwäsche auszusortieren, aber auch Handtücher und Badetücher. Hier ist in den letzten Jahren einiges zusammen gekommen.

Auch Moe musste „Federn lassen“: Einige seiner geliebten Fleecedecken sind nun auch in den Spende-Wäschekorb gekommen. All‘ das wandert demnächst in unser Tierheim, die diese Dinge immer gut gebrauchen können, gerade jetzt im Winter.

Keine Sorge: Der Eisbär ist geblieben. Noch.
Keine Sorge: Der Eisbär ist geblieben. Noch.

Wenn ich nun diesen ganzen Text durchlese, kommt es mir schon sehr negativ vor. Und ich will auch gar nicht lügen: Es ist schwer. Aber es ist ja selbstgewählt, also hilft kein Jammern.

Wirklich hilfreich ist das Ausmisten ja dennoch: Was wir alles wieder gefunden haben, was verloren geglaubt war! Endlich haben wir unsere Fernbedingung für das Lichtspiel am Teich gefunden! (Nützt uns jetzt im Winter aber mal so gar nichts. 😉 ).

Und wenn einem das Ausmisten doch zu viel wird, kann man sich zwischendurch ablenken. Wir haben uns auf youtube ein paar Dokus von anderen Aussteigern angeschaut und auch ein Pärchen gefunden, das ebenso wie wir mit Hund unterwegs sind. Allerdings haben die ein wesentlich cooleres Reisemobil, als wir haben werden. Schaut mal hier: Herman unterwegs.

Und so wird es bis Mai weiter gehen: Jeden Tag ein bisschen mehr, jeden Tag verkleinern wir uns. Aber die Aufregung steigt auch immer mehr, das Gefühl des „Endlich los wollens“. Häufig haben wir dann einfach den Punkt, an dem wir denken: Vielleicht geht es doch schon etwas früher los. Leider wird das aber nichts, denn die Verträge und unser „altes“ Auto hindern uns daran.

Muss auch weg: Der ganze Deko-Kram
Muss auch weg: Der ganze Deko-Kram

Ich halte euch auf jeden Fall gerne auf dem Laufenden, wenn ihr das möchtet. Selbst wenn es heute mal nicht ganz so viel um Moe ging: Vielleicht fand es doch der ein oder andere interessant. 😉

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13 Gedanken zu „Vom Traum zur Umsetzung: In kleinen Schritten zum Minimalisten“

  1. Auch wenn es heute mal nicht so viel um Moe ging, fand ich es trotzdem interessant. Das du uns auf dem Laufenden hältst was eure Fortschritte angeht ist wirklich toll.
    Und das man so einiges wieder findet glaube ich dir gern. Und das lenkt bestimmt ab 😀
    Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass Moe mit dem minimalistischen Leben klar kommt. Er hat ja euch, und das ist am Wichtigsten 🙂

    Mh, wie ein Haus so ganz ohne Weihnachtsdeko aussieht? Naja, so wie Rest des Jahres auch 😀 Aber du kannst doch eine Mini-Notfallreserve behalten? Immerhin ist ja dann auch im Wohnmobil mal Weihnachten… 😉
    Bei mir ist das einzige weihnachtliche in unserem Haus das Geschenkpapier. Noch habe ich nicht mal Ausstecher, dabei will ich für die Fellnase doch unbedingt backen 😀

    Wie gesagt, es ist schön zu lesen, dass du uns an deinen Fortschritten teilhaben lässt. Bestimmt ist es nicht einfach, aber die guten Dinge werden zum Schluss überwiegen.

    Liebe Grüße,
    Nadine mit Motte




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  2. Ich finde das verrückt. Und mutig. Und toll. Und bewundernswert.

    Ich weiß nicht, ob ich mich von all meinem Kram trennen könnte. Zumindest meine Bücher und meine Lieblingsfroschfigur würden bei meinen Eltern Obdach finden, aber alles andere? Alles andere einfach weg geben, hinfort, auf nimmer Wiedersehen? Gut, Kram von Exfreunden kann weg. Aber meine Disney-DVDs? Fününü!

    Nein, ich könnte das wirklich nicht. Also ziehe ich meinen (imaginären) Hut vor dir.




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  3. Oh je, das klingt echt schwer! Ich weiß nicht, ob ich das könnte! Respekt!!!

    Ein kleiner Weihnachts-Tip am Rande: wir schmücken unseren kleinen Weihnachtsbaum immer mit Schokokringeln und bunten Gelee-Sternen… Die kann man hinterher aufessen und das Thema ist erledigt! 😉

    LG




    0
  4. Finde ich toll! Wir haben uns letztes Jahr auch von möglichst vieleml getrennt, weil wir gemerkt haben das wir all den ganzen Kram , der sich über die letzten Jahren so angesammelt hat gar nicht brauchen. Für uns war das ein sehr befreiendes Gefühl, auch wenn wir mittlerweile wohl schon wieder viel aussortieren könnten. Bislang haben wir aber von dem was wir alles weg gegeben und weggeschmissen haben nichts vermisst. 🙂

    LG Lily, mit Suki und Jussi




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  5. Ich kann da gut mitfühlen, vor zwei Jahren habe ich beschlossen unseren ganzen Kram komplett auszumisten. Anfangs wars wirklich schnwer mich von all den Dingen zu trennen aber mit der Zeit ging es leichter. Und ich bin kein Mensch der viele Sachen hortet, Postkarten oder Souvenirs werden nach kurzer Zeit sofort entsorgt. Viel mehr Mühe habe ich mit Dingen die mal „nützlich“ sein könnten. Einen Dörrautomaten, Entsafter, Mixer, Multihaushaltsmaschine, 3 Kartoffelschäler und Popcorn Maschine braucht ja wirklich jeder zuhause 😉




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  6. Ach ja, der süße Herman. Ich bin ja ganz verliebt in ihn.
    Ich saß jetzt in einem Kurt, auch ein hübscher Kerl. Aber riesig und da hätte man viel zu viel Arbeit reinstecken müssen. Und für Dexter und mich auch viel zu groß.
    Mich von Sachen trennen kann ich gut. Manchmal schmerzt es kurz, aber es ist auch schnell wieder vergessen. Schließlich braucht man es nicht.
    Nur die Hundesachen vermehren sich gerade.
    Was wollt ihr denn für ein Wohnmobil?




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  7. Ach ja auch ich gehöre zu den Leuten die gerne mal ausmisten möchten es aber nicht schaffen…. ich bewundere dich. Ähh ich könnte ja meine Kartons zu dir bringen…. so ein paar mehr fallen doch gar nicht auf 🙂

    Liebe Grüße Vicky




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  8. Ich bewundere dich… ich gehöre zur Gattung der Sammler… ich kann nichts weggeben und mich nicht trennen. Ich bin so fest verwurzelt, dass man meine ganze Heimat mitnehmen müsste, um mich zu verpflanzen. Aber ich finde dein Abenteuer großartig. Dein Traum bringt einen zum Träumen. Klar, lande ich hinterher wieder in der Realität, aber trotzdem! Ich lechze nach neuen Berichten.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva




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  9. Haha, na komm…Baby-G war mega cool. Ich hät da auch ein Problem mit mit dem ausmisten. Aaaaber es sind keine alten Sachen hier. Sondern wenige gewählte Erinnerungen, Weihnachtsdeko usw. Es ist nicht viel. Aber zuviel wenn ich etwas vorhätte wie ihr. Ich hab nach wie vor heiden Respekt und bin gespannt wie es bei euch weitergeht.
    lg




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  10. Uff, das ist wirklich hart. Ich könnte mich nicht von meinen Sachen trennen. Vor allem nicht von Büchern 🙂
    Aber ich bin auch nicht so der Reise-Typ. Mal kurz weg ok, aber mein Zuhause ist mein Zuhause. Ich bin sehr ortsgebunden vom Gefühl her und liebe meinen Wohnort und die Gegend. Ohne die Seeluft und die Landschaft hier würde mir akut was fehlen.
    Bitte berichte weiter. Es ist wirklich interessant.
    liebe Grüße
    Sandra und Aaron




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  11. Ich liebe das Ausmisten und hätte gerne – wie geplant die zweite Runde im September gestartet. Nun muss ich es verschieben, aber sobald es wieder geht fange ich wieder an.

    Natürlich ist Eure Intension eine ganz andere, aber ich liebe das Ausmisten, denn es befreit ungemein….

    Ich wünsche Euch bei Eurem Vorhaben und den Vorbereitungen ganz viel Erfolg. Ich bin sooo gespannt…

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




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  12. Bei den Büchern muss ich dir zustimmen, da würde es auch mir im Herzen wehtun, wenn ich meine kleine, aber feine Bibliothek aufgeben müsste. Aber ich bin mir ganz sicher, dass es das alles wert ist für eure geplante Europa-Reise! 🙂 Denn die wird bestimmt richtig interessant und aufregend sein und wir freuen uns schon riesig darauf euch dabei virtuell begleiten zu dürfen! 🙂

    LG aus Österreich,
    Cornel, Joy & Keana




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  13. Wir ziehen ja auch bald um – dann geht das Ausmisten auch bei uns los. Nur, das wir zukünftig nicht unterwegs sind sondern ein Haus haben. Wehmütig wird man schon bei den ganzen kleinen Krimskrams wo eben auch Erinnerungen dran hängen. Aber nun. Was muss das muss. Ich wünsche euch noch eine schöne Vorbereitungszeit 😀

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi




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