Hundenachwuchs?

Hundenachwuchs?

Das Thema brennt mir schon länger unter den Nägeln, bisher habe ich aber noch keinen Weg gefunden, den Text so zu schreiben, wie er es erfordert. Ihr wisst ja, das dieser Blog hier durchaus persönlich ist und ich nicht nur oberflächlich schreiben mag.

Das bedeutet, dass ich mich manchmal auch mit Themen auseinander setze, die mich beschäftigen und nicht, weil sie zwangsläufig für euch als Leser relevant sind. Nichts mit Mehrwert und so.

Also: Falls ihr heute Mehrwert erwartet, muss ich euch leider enttäuschen. Heute geht es um meine Gedanken zum Thema: Zweithund, bzw. Was passiert, wenn Moe nicht mehr ist?!

„Ersatz“ für Moe

So richtig angeschubst hat das Thema nun noch einmal Sabine von Einfach Socke. Sie beschäftigte sich neulich mit dem Thema, ob sie wohl immer bei der gleichen Hunderasse bleiben würde  – und ob es nach Socke überhaupt noch einen Hund geben soll.

Für mich ist das Thema auch einigermaßen schwierig. Dazu muss man eines wissen: Seit ich denken kann, wollte ich einen Hund an meiner Seite. Durch verschiedene, aber sehr, sehr wichtige Gründe kam es dazu erst relativ spät. Beispielsweise sind sowohl meine Mutter, als auch meine Schwester und damals auch ich schwer krank gewesen.

Wir leiden alle unter allergischem Asthma, das sehr belastend ist, Kraft kostet und viele Medikamente erfordert. Mittlerweile bin ich so gut wie beschwerdefrei, dank einer Hyposensibiliserung (darüber habe ich hier geschrieben: Vom Tierhaar-Allergiker zum Hundebesitzer). Meine Mutter ist aber immer noch schwer krank und kann mit Moe nur zeitweise umgehen.

Darüber hinaus gab es bei uns immer wieder familiäre Probleme, auf die ich nicht weiter eingehen möchte. Fakt ist: Damals wäre ein Hund einfach zu viel gewesen, wir wären ihm nicht gerecht geworden und wahrscheinlich wäre er bei uns wirklich arm dran gewesen.

Ohne Moe ist alles doof
Ohne Moe ist alles doof

Ein paar Jahre nach meinem Auszug, als alles in geregelten Bahnen lief, durfte Moe einziehen. Aber nicht irgendwie und ohne Planung. Nein, ein Jahr habe ich mir Gedanken gemacht. Gerechnet, geplant, mich testen lassen, Dennis und mich vorbereitet.

Denn ich wusste, dass ein Hund mehr braucht als ein Körbchen. Hundehaltung ist nicht immer easy. Manchmal ist es anstrengend (ok, häufiger als manchmal!), es erfordert Zeit, Geld, Geduld, Kraft. Jeder, der etwas anderes erzählt, lügt.

Ich musste sichergehen, dass meine Krankheit mich einen Hund halten lässt. Zum Glück klappt das bis heute. Ich bin immer noch krank, das merke ich in verschiedenen Situationen. Aber ich reagiere nicht allergisch auf Moe.

Ihr seht: Schon bevor Moe eingezogen ist, habe ich mich viel mit der Situation beschäftigt. Dieser Hund bedeutet mir mehr als vieles andere. Ich würde alles aufgeben, um ihn zu halten, ihn glücklich zu machen, ihm das zu geben, was er braucht.

Wenn es finanziell knapp war, haben nur wir zurück gesteckt. Niemals Moe. Und das ist eine der größten Verantwortungen (neben einem eigenen Kind), die man eingeht. Es ist so wichtig, dass man das weiß.

Und genau das ist der Knackpunkt, auf den ich hinaus möchte: Ich glaube nicht, dass ich mich dieser Verantwortung noch einmal stellen kann.

Moe kostet Kraft. Ich bin kein Mensch, der Nachts gut aufstehen kann, wenn etwas los ist. Wenn Moe sich beispielsweise übergeben muss, wenn er mal raus muss, belastet mich das sehr. Ich kann danach lange nicht einschlafen, mache mir Sorgen, liege wach.

Moe kostet Geld. Nein, mir ist das Finanzielle nicht so wichtig und ich habe keine hohen Ansprüche an meine Kleidung oder an mein Äußeres. Das habe ich lange über Board geworfen. Aber ich habe einen Anspruch, dass es Moe immer gut geht.

Ich setze nicht auf teures Equipment für ihn, ich kaufe keine Leine für 130 €. Aber ich kaufe hochwertiges Futter, Snacks, ab und zu ein Spielzeug (und da auch nicht das Billigste), lese Bücher um mich fortzubilden, bezahle den Tierarzt.

Ich weiß, dass Moe immer älter wird. Nächstes Jahr feiert er seinen 8. Geburtstag. Mittlerweile merkt man ihm das Alter an, er wird weiß um die Schnauze, er wird ruhiger. Ich möchte, dass er lange schmerzfrei leben kann und werde alles dafür tun.

Moe kostet Zeit. Jeder Hund braucht Aufmerksamkeit. Ich kann Moe nicht den ganzen Tag alleine lassen, kann ihn nicht ignorieren. Er braucht Ansprache, will gefordert und gefördert werden. Ich möchte nicht, dass er verkümmert. Und das braucht Zeit.

Ich habe mich bewusst gegen ein Kind entschieden. Nun kann man sagen, dass ich mit 29 vielleicht noch jung bin und sich meine Meinung ändern kann. Ich denke nicht, dass das passieren wird. Eben auch aus oben genannten Gründen. Und wahrscheinlich werde ich mich auch nicht wieder für einen Hund entscheiden, nach Moe.

Versteht mich nicht falsch: Alles, was wir tun, tun wir gerne. Und ich bereue es kein Stück, dass Moe Teil unseres Lebens ist. Diese Zeit war und ist für mich ein großes Abenteuer, dass ich auch genieße und gerne lebe! Aber ich denke nicht, dass ich das noch einmal mit einem anderen Hund teilen kann.

Der Trend geht zum Zweithund

Ich sehe es mittlerweile so häufig, dass sich viele zu ihrem ersten Hund noch einen Zweiten ins Haus holen. Ich kann das sehr gut verstehen. Zwei Hunde können sich miteinander beschäftigen, das gute Gefühl, dass man mit einem Hund hat, verstärkt sich vielleicht sogar noch mit zweien. Die beiden bilden ein Rudel, es ist niedlich, es ist toll. Wenn man zu einem alten Hund einen jungen dazu holt, erlebt der alte vielleicht die Welt neu, hat Spaß, kümmert sich gerne.

Vielleicht passiert aber auch alles das nicht. Und das findet man dann aber eher selten, zumindest habe ich bisher kaum so eine Geschichte gefunden. Vielleicht, weil für die Hunde wirklich alles in Ordnung ist? Vielleicht möchte man sich aber auch nicht eingestehen, dass es doch nicht passt.

Moe ist so ein Hund, der als Zweithund angeschafft wurde. Und er wurde abgegeben, weil es doch zu viel wurde. Er hat Eigenheiten an den Tag gelegt, die nicht zu dem Ersthund passten. Dem Ersthund ging es nicht gut mit Moe und anders herum auch nicht.

Moe hat angefangen, sich Eigenheiten abzuschauen, wie z.B. Männer generell doof zu finden und anzuknurren. Es wäre natürlich fatal, wenn Moe dort geblieben wäre. Moe wiederum hat dem anderen das Futter streitig gemacht und ihn nicht mehr fressen lassen.

Zweithund?
Zweithund?

Wie würde also Moe reagieren, wenn hier dauerhaft ein zweiter Hund wäre?

Wir standen neulich vor so einer Entscheidung. Ja, ihr lest richtig. Wir wollten helfen. Ein Hund musste aus besonderen Umständen noch am selben Tag abgegeben werden. Bei uns aus der Umgebung. 13 Jahre alt, eine Hündin. Und in meinem Kopf begann es zu rattern. Eine Pflege- oder Endstelle wurde schnellstens gesucht. Ich wollte uns als Pflegestelle anbieten, damit die Hündin erst einmal unterkäme.

Aber hätte ich damit wirklich alles richtig gemacht? Wäre das gut gelaufen? Oder wäre diese Entscheidung so absolut nicht in Moes Sinn gewesen, hätte ich hier nur Unruhe hinein gebracht?

Glücklicherweise musste ich mir die Gedanken nicht mehr machen, bzw. musste ich es nicht austesten. Die Hündin hat nun eine Endstelle bekommen und darf (hoffentlich) für den Rest ihres Lebens in einer Familie leben.

Damals habe ich eine Zeitlang auf Hunde aufgepasst und dort mehrfach die einzigartige Acai zu Besuch gehabt (zu Acai habe ich mal etwas geschrieben: Liebe unter Hunden). Auch über einen Zeitraum von einer Woche.

Für Moe war das zeitweise problematisch: Essen teilt er nicht mit anderen Hunden, er schnappt dann um sich. So mussten wir immer getrennt füttern, und zwar nicht nur die Hauptmahlzeiten, sondern auch Snacks. Spielzeug wird auch äußerst ungern geteilt. Also gab es das nicht.

Acai durfte in Moes Körbchen schlafen, durfte (wenn auch nur maßvoll) von Dennis und mir bekuschelt werden, aber er ist schon generell sehr eifersüchtig auf andere Hunde. Und das ist sicherlich in der letzten Zeit eher gewachsen, als das es sich verringert hätte.

Acai und Moe haben miteinander gespielt und wie ich schon einmal schrieb, war Acai die einzige, richtige Freundin von Moe. Bei ihr wäre ich sicher gewesen: Wir hätten sie jederzeit adoptiert. Trotz der Schwierigkeiten, die man aber vielleicht hinbekommen hätte.

Aber noch einen Versuch wagen? Ich rechne fest damit, dass ich einen zweiten Hund immer mit Moe vergleichen würde, egal ob der zweite Hund noch zu Lebzeiten von Moe käme oder danach. Wäre das gerecht? Habe ich so viel Platz in meinem Herzen für einen zweiten Hund?

Kein zweiter Hund für uns.

Mittlerweile bin ich sicher. Es wird keinen Zweithund geben. Moe ist einzigartig, und er ist glücklich ohne Artgenossen. Warum soll ich ihm das auf’s Auge drücken, nur damit ich vielleicht kurzzeitig ein Bedürfnis befriedige, dass bei genauerer Betrachtung gar kein Bedürfnis ist? Das wäre mehr als unfair.

Zu unserer Lebensplanung passt kein zweiter Hund. Aber es passt auch kein Hund nach Moe. Jedenfalls gerade jetzt nicht. Moe ist so besonders in seiner Art, er ist der liebste, tollste, tollpatschigste, flauschigste Vierbeiner, der mir je untergekommen ist.

Seelenhund
Seelenhund

Moe ist mein Seelenhund. Wie soll da jemals Platz sein für einen anderen?

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24 Gedanken zu „Hundenachwuchs?“

  1. Danke für Deine Gedanken!!!! Ich kann Dich so gut verstehen!
    Diese 2.Hund-Geschichte war ja auch für mich vor 3,5 Jahren ein großes Thema und ich habe mich dazu entschlossen dass ein 2. Hund einzieht! Tja, was soll ich sagen! Das ist alles andere als harmonisch und ein „Wir haben uns alle lieb“!!!!! Stimpy ist die Oberzicke vor dem Herrn und fordert mich JEDEN Tag auf’s Neue! Ren und Stimpy zusammen in einem Körbchen? NEVER EVER! Draussen akzeptieren sie sich aber im Haus gehen sie sich aus dem Weg!
    Ich würde sie zwar nie wieder hergeben, würde man Ren fragen wäre er vermutlich der erste, der „SOFORT“ schreit!
    Ich versuche immer beiden Hunden gerecht zu werden wobei Stimpy den Großteil der Zeit für sich beansprucht! Alleine durch das Training!
    Ich beneide alle Mehrhundehalter, wenn ich die Fotos der trauten Zweisamkeit der Hunde sehe! Aber gut! So arrangiere ich mich mit der gegebenen Situation. Ren ist und bleibt mein absoluter Herz- und Seelenhund und es wird für jeden anderen Hund schwierig auch nur an dem Thron zu kratzen! Stimpy wird vermutlich immer mein Herzhund in Ausbildung bleiben 😉

    Ich finde Deine Entscheidung und das Abwägen sehr vorbildlich und sehr gut!
    Denn nur Du alleine kannst einschätzen ob und wie Du das alles meistern kannst! (Ich werde mit 39 immer wieder schräg beäugt wenn ich sage dass keine Kinder kommen aber ich fühle mich der Aufgabe nicht gewachsen!)

    Viele liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy




    0
    • Liebe Steffi,

      ich finde es wahnsinnig tapfer, dass du nicht aufgibst und das so toll hinbekommst! Viele andere hätten wohl (und so auch ich) direkt die Flinte ins Korn geworfen.
      Liebe Grüße,
      Nicole




      0
  2. Also, ich bin ein totaler Hundemensch.
    Und deswegen durfte auch Pippa als Zweithund bei uns einziehen.
    Aber ja – es liegt auch wirklich daran, wie tickt der Ersthund ?
    Tue ich ihm einen gefallen wenn wir einen zweiten Hund hinzunehmen ? Ich habe mir zu Beginn auch viele Gedanken gemacht. Das die zwei sich nicht mögen könnten, daran habe ich nie gedacht. Denn Deco ist total verträglich, hat gerne BEsuchshunde in seinen eigenen 4-Wänden etc.

    Und ich denke, auch wenn Deco mal nicht mehr ist, wird Pippa einen neuen Bruder / Schwester bekommen.
    Klar ist alles doppelt so anstrengend (zweimal Tierarztkosten, doppelt soviel Futter, Leinen, Beschäftigung etc.) das volle Programm eben. Aber es macht Spaß ! MIR macht es Spaß.

    Deine Meinung kann ich aber auch sehr gut verstehen.
    Warum MUSS man nach seinem geliebten Ersthund einen zweiten holen ?
    Nein,das muss niemand. Und wenn du sagst du fühlst dich gut so wie alles ist, dann ist dieser Weg genau richtig.
    Ich finde es toll das du so ehrlich bist :).

    LG, Carola mit Deco und Pippa




    0
    • Danke ihr Drei! Ich liebe es, Fotos zu sehen, auf denen 2 oder mehr Hunde sind. Es ist sicherlich ein großartiges Gefühl, vor allem, wenn sie sich so gut verstehen wie Deco und Pippa.

      Liebe Grüße und alles Gute für euch,
      Nicole




      0
  3. Ich verstehe deine Entscheidung, dass du nach Moe keinen Hund merhr möchtest. Ich weiß aber aus Erfahrung, dass das Herz manchmal andere Pläne hat. Ich lasse diesen Teil erst einmal offen. Vielleicht ist nach Charly die Sehnsucht groß nah einem neuen Hund, vielleicht aber auch nicht. Danke für deine ehrlichen Worte.

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly




    0
  4. Toller Beitrag, welcher auch mir sehr ans Herz ging/ geht.
    Chilli wird diesen Sommer schon 7 Jahre und es macht mir ein ganzes Stück weit Angst, da ich weiß, dass sie nicht 100 Jahre alt werden kann, ich mir ein Leben ohne sie aber nicht mehr vorstellen kann, auch wenn die Logik sagt, dass dieser Zeitpunkt auch einmal kommen wird…
    Wie du selbst schon geschrieben hast: auch Chilli ist mein Seelenhund und wie soll da jemals Platz für einen anderen sein? Würde ich dann zu viel vergleichen, den anderen Hund ebenso lieben können und ihm gerecht werden?
    Auf der anderen Seite: Kann ich mir ein Leben ohne Hund überhaupt noch vorstellen…?

    Fragen über Fragen und Gedanken, welche auch mich so manche Nacht wach liegen lassen…
    Daher finde ich es gut zu lesen, dass ich nicht die Einzige bin, welcher es so ergeht und finde auch deinen Blickpunkt über die Dinge sehr interessant.
    Schön, dass ihr euch darüber schon so klar geworden seid, zumal ich vermute, warum ein weiterer Hund erst einmal nicht in Frage kommt, Lebensstil und so…

    Danke für den tollen Beitrag und bis bald 😉
    GlG Jule




    0
    • Nein, du bist auf keinen Fall die einzige, liebe Jule! 🙂 Wahrscheinlich entscheidet sowieso das Schicksal, was dann irgendwann ist und ob es noch einen anderen Hund geben wird – oder ob es die Lebensumstände gar nicht zulassen. Wir werden sehen…

      Liebe Grüße
      Nicole




      0
  5. Ich wollte auch schon immer einen Hund und erst, als die Umstände passten, haben wir Gizmo, unseren ersten Berner zu uns geholt. Er war für mich das, was Moe für Dich ist. Er war nicht nur mein Seelenhund, er war eine Seele von Hund. Nach ein paar Jahren kam der Wunsch nach einem zweiten Hund auf. Wir haben lange gesucht. Dann hatten wir eine Hündin aus dem Tierschutz gefunden. Und wir gingen das Wagnis ein, sie zu uns zu holen. Und dann fingen die Probleme an. Sie machte einen auf Chefin und Gizmo schlich nur noch durchs Haus. Nach 2 Wochen mussten wir sie schweren Herzens wieder abgeben, weil es einfach nicht passte. Sie war ein Ersthund, sie hatte was besseres verdient. Und Gizmo auch. Wir haben uns die Entscheidung wahrlich nicht leicht gemacht. Im nachhinein sind wir froh. Sie hat ein gutes Zuhause gefunden, in dem sie die erste Geige spielte. Bei uns zog der Terrier als Welpe ein. Und das klappte gut. Als wir Gizmo gehen lassen mussten war für mich klar, dass ich wieder einen Hund will. Das Haus war so still ohne ihn. Ich habe mir keine Gedanken gemacht, ob ich einen Nachfolger – noch dazu der gleichen Rasse – ebenso lieben könnte. Das stand gar nicht zur Diskussion. Ich wusste, es würde anders sein. Und dann kam Mo. Und es wurde anders. Aber keinesfalls weniger intensiv. Ich liebe diesen Hund ebenso abgöttisch. Nur aus anderen Gründen, weil er eben anders als Gizmo ist. Und ich bin froh, all diese neuen Erfahrungen mit ihm machen zu dürfen.

    Liebe Grüße
    Susanne




    0
    • Liebe Susanne,

      spannend, so eine Geschichte auch zu lesen. Ich finde es bewundernswert, dass du den ersten Zweithund wieder abgegeben hast und dann doch noch einen Welpen hast einziehen lassen. Ich hätte wohl sofort die Flinte ins Korn geworfen. So wie du es schreibst, war es aber genau die richtige Entscheidung für euch! Aber vor der ersten Situation (also Zweithund zieht ein und es klappt absolut nicht) habe ich wahnsinnig große Angst, deswegen geht das wohl nicht.

      Liebe Grüße und danke,
      Nicole




      0
  6. Jenny war mein Wunschhund. Mein Traumhund. Mein Einundalles. Als sie in meinen Armen starb, wollte ich niemals einen anderen Hund. Ich hab 7 Tage durchgeweint und war zu nix zu gebrauchen. Mein Vater ist mit mir Welpen gucken gegangen. Nur gucken, um mich abzulenken. Ich wollte keinen anderen Hund. Keinen Ersatz. Dann traf ich Rocky.

    Rocky war mein Seelenhund. Er war perfekt. Er passte zu mir, wie Arsch auf Eimer, wie man so schön sagt. Wir beide waren zwei Seiten einer Medaille. Wir waren der Planet und sein Mond. Wie könnte ein anderer Hund diesen Platz jemals ausfüllen? Jenny vergessen? Niemals! Mein Herz ist einfach gewachsen und hat noch Platz für Rocky geschaffen. Zu Rocky wäre ein Zweithund perfekt gewesen. Er verstand sich mit allem und jedem. Als ich mich endlich dazu entschlossen hatte, hab ich mich umgeschaut. Schließlich entdeckte ich Shiva. Zu Rocky dazu? Kein Problem. Ein Tierschutzwelpe mit unbekannter Kindheit. Herkunft fraglich… Sie zog ein. Shiva war der aggressivste Welpe, den ich jemals gesehen habe. Mit Rocky verstand sie sich perfekt. Sie umkreiste ihn und beobachtete ihn. Er war ihr großer Held. Leider war seine Zeit begrenzt. Der Teufel Krebs nahm ihn mir zwei Wochen nach Shivas Einzug. Da saß ich nun mit diesem ganz anderen Hund. Ängstlich, angstaggressiv, verspielt, neugierig, schreckhaft, freundlich, zurückhaltend, unerwartet, viel zu große Ohren. Misstrauisch der Welt gegenüber, die sich ihr in ihrer Babyzeit so grausam präsentiert hatte. Halbverhungert und mit blauen Flecken und schlecht verheilten Bisshunden kam sie hier an. Wir arbeiten heute noch an dem Kindheitstrauma, wobei sie das mittlerweile recht gut verkraftet hat. Nur manchmal… da bricht es durch…
    Nach ihr ein weiterer Hund? Jederzeit – ich kann niemals ohne Hunde. Zu ihr dazu ein weiterer Hund? Niemals. Sie ist einzigartig und ich möchte mir das gegenseitige Vertrauen und unsere Bindung nicht kaputt machen. Sie ist nicht mein Seelenhund, aber sie ist genau der Hund, den ich nach Rocky brauchte und ich liebe sie über alles, genauso wie sie ist. Mit ihren Fehlern und Makeln und dem so sehr großen Herz und dem frechen Köpfchen.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva




    0
    • Liebe Sandra,

      das hast du echt schön beschrieben, ich hatte eine Gänsehaut. Vielleicht hast du Recht, vielleicht wächst das Herz einfach und macht noch Platz. Danke, dass du deine Erfahrung, deine Geschichte, geteilt hast. Und ich finde es klasse, wie gut du deine Hunde einschätzen kannst, dass du genau weißt, dass Shiva nicht noch einen Zweithund braucht. Aber du auch sicher bist, dass es nach Shiva noch einen Hund geben wird. Ich bewundere das sehr!

      Liebe Grüße und vielen Dank für deine Worte!
      Nicole




      0
  7. Liebe Nicole,
    ich finde es ganz toll, dass du das Thema hier auf deinem Blog ansprichst. Genau das gleiche beschäftigt mich auch schon eine ganze Weile, weil Cabo mit seinen 8 Jahren auch nicht jünger wird. Wobei ich bis auf graue Schnauzenhaare noch keine Veränderung bei ihm bemerke. Ich habe das Thema auf meinem Blog noch nicht angesprochen, weil es mir zu schwer fällt, darüber zu schreiben.

    Ich hatte vor Cabo bereits 2 Hunde. Aber zu keinem der beiden hatte ich so ein inniges Verhältnis wie zu Cabo. Er ist mein Seelenhund und für meine jetzige Situation DER perfekte Hund. Er bringt ganz von alleine so viele positive Eigenschaften mit, die so gut zu meinem Leben passen.

    Als er ein Junghund war, hat er mich genau zum richtigen Zeitpunkt mit seinen Macken extrem herausgefordert, sodass ich an mir arbeiten musste. Ich habe so viel Schönes und so viel Blödes mit ihm erlebt, das uns zu einer Einheit zusammengeschweißt hat. Ich habe vor Cabo immer gesagt, dass ein Leben ohne Hund für mich nicht infrage kommt. Damals habe ich noch studiert, heute bin ich selbstständig.

    Aus einem ersten Impuls heraus würde ich heute sagen, dass ich nach Cabo keinen Hund mehr möchte, weil dieser neue in ziemlich große Fußstapfen treten muss und ich ihn aus heutiger Sicht nur mit Cabo vergleichen würde. Dennoch möchte ich mir die Beantwortung der Frage offen lassen, ob es nach Cabo einen neuen Hund gibt. Man kann nicht planen, denn meistens kommt alles anders. Ich habe bei Anna auf ihrem Blog Canistecture einmal eine schöne Zeile gelesen, die ich an dieser Stelle gerne zitieren möchte. Anna hatte sich gefragt, warum Seelenhunde, wenn sie uns so gut tun, nicht unser ganzes Leben bei uns sein können. Ihre Antwort darauf berührt mich bis heute: „Jetzt weiß ich es, sie gehen um neuen Seelenhunden Platz zu machen. Ich glaube nämlich, dass ein Seelenhund nur dann geht, wenn er weiß, dass es bald einen neuen Seelenhund für Ihren Menschen gibt.“

    Liebe Grüße
    Silvana




    0
    • Zum Glück kann man das nicht planen! 😀 Sicher bin ich mir natürlich auch nicht, wer kann schon sagen, was dann ist?! Aber es ist ein Gefühl. Das Zitat ist wunderschön, und vielleicht ist es ja auch wahr, wer weiß? Es wäre zu hoffen, für uns Hundemenschen.

      Vielen Dank und liebe Grüße
      Nicole




      0
  8. Ein sehr schöner Artikel, der zum Nachdenken anregt. Und ich finde es gut das du dir so viele Gedanken machst. Es gibt Hunde die wollen lieber ihre Ruhe, dann gibt es welche den tut ein zweiter Hund einfach unheimlich gut und dann gibt es so welche denen ist es egal. Rico gehört zu letzterem. Auch bei mir kam der Wunsch nach einem Zweithund auf, ein Spielkamerad für Rico und eine gerettete Seele mehr. Rico ist aber auch nicht immer der einfachste. Er kann auch mal eifersüchtig und futterneidisch sein. Was das betrifft haben wir von Anfang geübt, aber trotzdem muss ich in vielen Situationen mit fremden Hunden aufpassen. Man lernt ja mit der Zeit die Zeichen zu deuten 😉 Wir hatten Glück mit unsrerer zweit Hündin Clara. Ich wusste welche Eigenschaften der neue Hund haben sollte damit auch Rico ihn gut findet. Welchen Charakter Clara hatte wusste ich nur grob. Aber sie war sehr alt und krank und das Schicksal hat es einfach was das betrifft gut mit uns gemeint. Sie leben friedlich zusammen ohne besonderes Interesse, aber auch ohne die geringste Spannung. Kein Hund wird die beiden Ersetzten können. Ganz klar! Aber wenn es meine Lebensumstände zulassen möchte ich wieder ein oder zwei Hunden aus dem Tierheim ein Zuhause schenken. Da denke ich dann nicht nur an mich sondern auch an sie 🙂 und dann können wir hoffentlich neue schöne Erinnerungen sammeln!
    LG Christina




    0
    • Wenn die Situation für alle Beteiligten so angenehm ist, dann finde ich das auch super! Bei uns würde wohl nur Unruhe entstehen und wir wären wohl alle damit nicht ganz glücklich.

      Vielen Dank und liebe Grüße
      Nicole




      0
  9. Zwei Hunde gleichzeitig in meinem Leben kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Würde man da nicht automatisch den einen mehr mögen als den anderen, ihn in gewissen oder vielleicht auch für gewisse Dinge bevorzugen? Ich weiß es nicht und wenn, müsste das in unserem Leben eh Linda entscheiden. Und das sie einen anderen Hund wirklich cool findet, das möchte ich erst noch erleben… 😉

    Auf die Frage, ob man einen anderen Hund noch mal so lieben kann wie den ersten, kann ich aus heutiger Sicht nur antworten: Ja, kann man…

    Wobei sich natürlich sogleich die Frage stellt, ob das auch noch ein drittes Mal klappt. Ich glaube, mein Schlüssel zum Erfolg ist die Suche nach einem Charakterzug, der zu mir passt. Etwas, was mein Inneres berührt, wenn man aufeinander trifft. Tut sich da nichts, würde ich die Finger von dem Tier lassen, ganz egal wie toll es aussieht oder welcher Rasse es ist. Deswegen hätte ich auch niemals nach einem neuen Kurzhaarcollie geschaut. Ich habe KIM geliebt, nicht seine Rasseeigenschaften…

    Meine Ausschlusskriterien wären neben meinen eigenen Lebensumständen auf jeden Fall die Bedingungen, unter denen ein Hund das nächste Mal in diesem Land zu leben hätte. Ich finde es jetzt schon schwierig genug, in Ruhe mit seinem Hund zusammen das Leben verbringen zu können, das man sich wünscht. Als Sündenbock der Nation (und nicht mal vor anderen Hundehaltern sicher) steuern wir mit Sicherheit auf generellen Leinenzwang, Maulkorbpflicht, Hundeführerscheine und sonstige schreckliche Verordnungen zu, die Hund und Halter in ein standadisiertes Schema pressen, dass Lebewesen nicht gerecht wird. Unter solchen Bedingungen möchte ich wahrscheinlich keinen Hund mehr halten, das könnte ich glaub ich mit meinen Gewissen nicht mehr vereinbaren…

    Aber es gibt ja auch noch andere Tiere. Obwohl Hunde für mich schon der Traum tierischer Begleiter sind, müsste ich dennoch zugeben, dass ich vielleicht ohne Hund, jedoch nicht ohne Tiere leben kann…

    LG Andrea




    0
    • Eben, das denke ich auch. Selbst bei unseren Pflegehunden damals habe ich immer wieder geschaut, wie es Moe geht, ob ich mich „gerecht“ aufteile. Ich mag das nicht immer machen müssen, definitiv nicht…
      Alles andere kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich hatte schon genug Hunde, die ich hübsch und niedlich fand, zu denen es aber null Bindung oder überhaupt ein Gefühl gab. Ich würde mich da auch immer nach richten und wenn es schon vom Gefühl nicht passt, passt es einfach nicht. Etwas lieben lernen funktioniert in meinen Augen nicht (zumindest nicht so gut). Bei Moe war es ja auch direkt klar und nicht erst ein paar Tage /Wochen/Monate später. 🙂

      Deine Ausschlusskriterien finde ich interessant. Darüber habe ich ehrlicherweise noch nicht nachgedacht, aber du hast Recht: Es wird einem nicht gerade leicht gemacht mit Hund. Andere Tiere gibt es, da hast du Recht. Aber ich bin nicht sicher, ob ein anderes Tier mein Herz berühren kann (bisher gab es da nicht so viele…)

      Liebe Grüße und vielen Dank,
      Nicole




      0
  10. Ich sage einfach nur ganz lieb „Danke schön“, dass Du das Thema aufgegriffen hast und genauso ehrlich von Deinen Gedanken berichtet hast, wie ich es versucht habe. Ich verstehe sehr, sehr gut. Danke für Dein Verständnis und die Verlinkung.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke




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  11. Hallo Nicole,

    ich kann deine Gedanken absolut nachvollziehen. Sie sind für dich richtig, und du schreibst es ehrlich.
    Ich finde Hundeliebe sehr speziell und mir gibt sie viel. Aber klar: auch ich mache mir Gedanken, ob Lilli zu kurz kommt. Kind, Beruf etc. alles erfordert viel Zeit.
    Als ich Lilli bekam, war für mich klar, dass ich keine Kinder bekommen kann. Falsch gedacht. Zwei Jahre später war mein Sohn da! Ein Wunder!! Und Lilli hat dazu bestimmt beigetragen.
    Lilli wird nun sechs, sie hat als Golden Retriever den Zenit überschritten. Ist so. Zudem wird sie irgendwann noch mehr Probleme mit ihren Gelenken bekommen als sie eh schon hat.
    Ich habe in letzter Zet genau über diese Dinge nachgedacht, die su hier beschreibst. Und ich bin auch nur ehrlich, wenn ich sage: Nein, nach Lilli wird es keinen Hund mehr geben. Ich kann es nicht.




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  12. Danke für deine Geschichte! Bei uns war das ähnlich, wir haben zwar mit dem Gedanken gespielt unserer Hündin einen „Gefährten“ dazu zu setzen, aber sie ist schon etwas älter und sehr eigensinnig, akzeptiert eigentlich keinen Hund (nicht mal zu Besuch) bei uns ohne eifersüchteleien. Der Tierarzt riet uns auch ab, es in diesem Alter noch mal unbedingt drauf anzulegen sie zu vergesellschaften. Also haben wir es gelassen. Aber für uns folgt nach ihr auf jeden Fall ein neuer Begleiter, doch das ist hoffentlich noch in weiter, weiter ferne 🙂




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  13. Hallo Nicole,

    vor dieser Entscheidung standen meine Eltern und ich letztes Jahr auch. Ich hätte furchtbar gerne einen eigenen Hund gehabt und wir haben uns alle möglichen Gedanken darum gemacht, ob das für Mamas Pacco akzeptabel wäre. Der war nämlich auch eher ein Einzelgänger, hat noch nie mit anderen Hunden gespielt, und wir haben die Vermutung, dass er die Spielaufforderungs-Geste als Beschwichtigung benutzt…
    Wir haben uns dann doch dazu entschieden einen zweiten Hund ins Haus zu holen und so ist schließlich Cheveyo im Januar bei mir (uns) eingezogen.
    Mittlerweile kann ich sagen, dass es für Pacco die beste Entscheidung war, die wir je hätten treffen können. Er spielt mit dem Kleinen, oft geht es auch von ihm aus. Als erstes wird der Schlumpf begrüßt, wenn wir getrennt unterwegs waren. Pacco beschnuppert ihn immer öfter und lässt ihn auch immer öfter und immer näher an sich heran. Von Kuscheln noch keine Spur aber nebeneinander liegen: klappt. Für uns früher auch undenkbar.

    Ich kann also deine Gedanken sehr gut verstehen. Bei uns ist es gut gelaufen, aber was, wenn es nicht so gewesen wäre? Ich weiß es nicht. Bei Cheveyo wird definitiv noch ein Zweithund hinzu kommen. Aber erst, wenn Pacco nicht mehr ist. Ein Hund zusätzlich reicht. 🙂

    Liebe Grüße,
    Lisa




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  14. Ich find das sehr lieb geschrieben, auch wenn für dich kein zweiter in Frage kommt. Ich seh die ganzen Dinge oben genauso, ich gebe viel Geld aus, lese viel, investiere trotz meiner Kinder jede Minute in meinen Hund und unsere Tageshunde. Einer fast täglich, was mich bestärkt das JOy schon Zweithund tauglich ist. Das ist weniger das Problem denk ich. Seit über 3 JAhren habe ich meinen Zweithund Wunsch. JOy wird nun 6. Aer irgendein Gedanke hält mich immer ab. Und eigentlich möchte ich ihn wirklich, also das Zweierteam Hund. Deshalb hab ich nun Nägel mit Köpfen gemacht, eine doppelbox angeschafft, ein zweites gutes Bett und viele Leinen. Dinge die ich eigentlich auch für unsere Besuchs-,Urlaubs,-Tageshunde brauche. Deshalb warum kein eigener Zweiter dacht ich mir und habe endlich Züchter kontaktiert. Ich hoffe natürlich das alles gut geht und bin mir dessen sogar sicher, aber meinen Sorgenkopf, den hab ich trotzdem.
    Letztenendes ist das ja eine individualentscheidung und jeder hat seinen Weg. Mancher mit einem, mancher mit zweien, mancher mitm Rudel 🙂

    liebe Grüße
    Becki & JOy




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2 Trackbacks & Pingbacks

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  2. Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund – und was ist jetzt mit der Hundeseele, Frau von Bingen??? – VERWAUZT und ZUGEBELLT

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