Hundefotografie: UV-Filter und andere Katastrophen

Hundefotografie: UV-Filter und andere Katastrophen

Jaaa, es geht wieder um die Hundefotografie. 🙂 Des einen Leid, des anderen Glück, oder wie heißt es so schön? Sicher, mir ist bewusst, dass das Thema für manche zu speziell ist und einige keine Lust mehr darauf haben.

Mir macht es aber Spaß, und deswegen wird es hier immer mal wieder einen Artikel dazu geben. 🙂

 

Aus Erfahrungen lernen. Barny.
Aus Erfahrungen lernen. Barny.

Diesen Sommer bin ich für Wuschelpfoten in den Genuss gekommen, sehr viele Hunde draußen, und vor allem am Strand, zu fotografieren. Das man dabei auch um einige Erfahrungen reicher wird, ist klar.

Jeder Hund ist anders, jeder Besitzer ist anders. Jeder hat Vorstellungen und Wünsche, und das Equipment will manchmal nicht so wie man selber.

Tricks in der Hundefotografie
Tricks in der Hundefotografie

Von meinen Erlebnissen und Erkenntnissen will ich deswegen berichten, denn vielleicht hilft es dem ein oder anderen, der auch schon in der Situation war und sich deswegen fragte: Warum ist eigentlich mein Foto so matschig?

Matschig trotz super Objektiv: Was ist da los?

Mittlerweile bin ich im Besitz von 4 Objektiven, 2 davon sind Festbrennweiten, eines ist das Kit-Objektiv, das andere ist ein Telezoom. Preislich liegen sie sehr weit auseinander, das Tamron* hat mich gerade mal knapp 90 € gekostet, das Sigma 105mm* ganze 420 €. Und trotzdem: Die Qualität ließ bei allen zu wünschen übrig.

Ich hatte fast schlaflose Nächte deswegen: Warum sind meine Fotos so unscharf? Klar schärfe ich nach, wenn ich die Fotos bearbeite und die Leute, die ich fragte, konnten es nicht erkennen, was ich meinte. Alle voreingenommen! – dachte ich mir. Denn mir war es nicht scharf genug.

Endlich so scharf, wie ich es gerne hätte. Frejya.
Endlich so scharf, wie ich es gerne hätte. Frejya.

Ich habe recherchiert, was zur Hölle ich falsch machte. Denn der Autofokus saß, selbst mit manuellem Fokus hatte ich das Problem. Die Lösung war so einfach und doch so fern: Die Filter waren schuld!

Um meine Linsen vor Kratzern und Meerwasser zu schützen, kaufte ich für alle Objektive einen Schutzfilter. Wenn man aber teuer Geld für ein Objektiv ausgibt und dann nur 11 € für so ein billiges Glas* vorne zum Schutz – tja, dann braucht man sich eigentlich nicht wundern.

Und genau das war meine Lösung: Ohne das zweite Glas vorne schießt es sich gleich viel besser.

Leider leiden seitdem meine Linsen ordentlich, das heißt, bald muss auf jeden Fall mal ein vernünftiger Schutz davor. Bis dahin heißt es erst einmal: Aufpassen und immer schön reinigen. 🙂

Und damit komme ich zum nächsten Punkt: Die Reinigung.

Ohne das 2. Glas ist sogar der kleine Fuzzy so scharf wie ich es gern hätte. ;-)
Ohne das 2. Glas ist sogar der kleine Fuzzy so scharf wie ich es gern hätte. 😉

Tücher, Blasebalg und Pinsel: Helfer in der Not

Als Amateur-Fotograf musste ich mir erst mal aneignen, was ich denn eigentlich so brauche. Das Equipment an sich stand, die Objektive waren am Mann, die Ersatz-Speicherkarten dabei und natürlich auch der Papierkram aka Model Release Vertrag.

Und dabei vergaß ich gerade am Anfang das Wichtigste. Wenn man mit Hunden fotografiert, die von Natur aus neugierig sind, hat man ganz schnell einen Nasenabdruck oder eine Schlabberzunge auf der Linse. Vor allem, wenn man wie ich mehr auf dem Boden herum liegt als steht.

Wasserspritzer sind ganz normal, wenn man mittendrin ist. Frejya
Wasserspritzer sind ganz normal, wenn man mittendrin ist. Frejya

Dabei hatte ich übrigens auch schon mehrere lustige Erlebnisse, so hat sich zum Beispiel während eines Shootings mal ein Rottweiler-Welpe auf mich drauf gelegt. 🙂 Zum Glück wurde ich noch nie angepinkelt, meine Kameratasche konnte ich gerade noch im richtigen Moment aus der Gefahrenzone bringen.

Aber an die Schlabbernasen, an die hatte ich nicht gedacht. Moe als Profi hält nämlich immer gebührend Abstand. Nachdem der erste Kuss vorne auf der Linse war und ich nichts dabei hatte als mein T-Shirt (voller Sand) merkte ich: Das geht so nicht.

Cassy dagegen war echt vorsichtig!
Cassy dagegen war echt vorsichtig!

Seitdem begleiten mich immer extra Feuchttücher, ein kleiner Blasebalg, ein Pinsel und ein Mikrofaser-Tüchlein, um wirklich allem gewappnet zu sein.

Denn auch das Meerwasser hinterlässt ordentlich Flecken. Mein Kameragriff (also das Gummi) hat schon ordentlich gelitten, man sieht deutlich, dass das Meer und der Sand seinen Tribut fordern.

Sand und Meer fordern ihren Tribut, aber wenn ich so etwas sehe, ist das egal.
Sand und Meer fordern ihren Tribut, aber wenn ich so etwas sehe, ist das egal. Mali und Frauchen Anna.

Objektivwechsel bei Wind am Strand

Es ist eigentlich das K.O.-Kriterium: Umherfliegender Sand und ein Objektivwechsel. Manchmal geht es aber nicht anders.

Gerade im Wasser ist es sinnvoll, das Telezoom von Tamron zu nutzen. Häufig nutze ich dafür auch die 105 mm, das mache ich wetterabhängig. Durch den Zoom habe ich aber eine bessere Möglichkeit, die Lauf- und Springphasen gut mitzunehmen.

Ein Objektivwechsel muss manchmal sein, wie hier bei Sara.
Ein Objektivwechsel muss manchmal sein, wie hier bei Sara.

Trotzdem werde ich mit dem Tamron nicht richtig warm, und so nutze ich am Strand lieber meine Festbrennweiten. Auch wenn das bedeutet, dass ich mehr rennen muss und ja: Zwischendurch auch das Objektiv wechseln muss.

Am Anfang wusste ich gar nicht, wie ich das anstellen sollte: Meine Kameratasche ist zu klein, um darin vernünftig zu wechseln. Also neue Tasche kaufen? Ja, das wäre mal was. Steht auch auf der Liste, aber dafür muss ich noch sparen.

Hier war der Zoom mal besser als die Festbrennweite, weil ich noch im Wasser stehe.
Hier war der Zoom mal besser als die Festbrennweite, weil ich noch im Wasser stehe.

Stattdessen nehme ich entweder meine Jacke oder oder meine Umhängetasche zur Hilfe, die das Objektiv und vor allem die Kamera während des Objektivwechsel so gut es eben geht, abschirmt.

Mittlerweile geht das auch echt zackig, wenn ein bisschen Übung dabei ist. 😉 Aber gerade am Anfang habe ich mich damit unheimlich schwer getan.

Auch dafür ist eine Festbrennweite besser: Sara.
Auch dafür ist eine Festbrennweite besser: Sara.

Matschiger Waldboden und ich: Mittendrin.

Im Wald war ich bisher nicht so häufig. Tatsächlich ziehe ich das Wasser vor und meide aufgrund der schlechteren Lichtbedingungen eher den Wald.

Trotzdem hatte ich dort bereits 2 Shootings. Und: Man lernt daraus. Beim ersten Shooting dachte ich mir noch: Am Strand liegst du auch nicht auf einer Unterlage, die brauchst du also im Wald auch nicht.

Trotz Waldboden ein schönes Shooting: Leni.
Trotz Waldboden ein schönes Shooting: Leni.

Falsch gedacht. Aber sowas von. Wenn man denkt, in Meerwasser gebadet und danach im Strand paniert ist schlimm, dem empfehle ich mal ein Matschbad auf dem Waldboden.

Kurzum: Ich bin nicht empfindlich, aber das war einfach nur kalt und eklig. Der Waldboden und ich, da muss einfach was zwischen.

Viele Fotografen schwören auf Yoga-, bzw. Gummimatten. Die sind mir aber, ehrlich gesagt, zu sperrig, um sie mit mir herumzuschleppen. Meine Ausrüstung reicht mir da völlig.

Hund im Trocknen, ich im Wasser. So ist es richtig.
Hund im Trocknen, ich im Wasser. So ist es richtig.

Stattdessen setze ich auf eine Rettungsdecke (weil wärmeisolierend und, wenn man sie nicht zum Liegen braucht, auch wunderbar als Reflektor) oder mein Reisehandtuch (weil klein, reicht aber genau von Brust bis knapp Oberschenkel bei meiner Größe).

Übrigens: Am Strand werfe ich mich trotzdem lieber ohne Decke in den Sand. Keine Ahnung, aber für mich macht das einen großen Unterschied. 🙂

So lange ich solche Momente einfangen kann, gehe ich lieber ans Meer.
So lange ich solche Momente einfangen kann, gehe ich lieber ans Meer.

Fazit: Man lernt immer dazu.

Gerade jetzt im Herbst/Winter werde ich sicherlich noch eine Menge Erfahrungen machen.

So langsam beginnt die Zeit, wo ich mir überlegen muss, wie lange ich noch in die Ostsee stiefle, ob ich mir vielleicht mal einen Neopren-Anzug hole und ob die Wasserfotos wirklich sein müssen. 😉

Ich werde auf jeden Fall berichten. Auch, ob der Wald im Herbst spannender ist, denn da habe ich auf jeden Fall noch etwas geplant –  so schnell gebe ich nicht auf! 🙂

Noch ist die Ostsee kuschelig warm - 15 Grad. Oder so.
Noch ist die Ostsee kuschelig warm – 15 Grad. Oder so.

*Affiliate-Link (Was ist das?)

Folge uns bei Pinterest

Kommentieren

8 Gedanken zu „Hundefotografie: UV-Filter und andere Katastrophen“

  1. Oh jaaa… als Kind der Berge lass dir sagen: Lieber schleppe ich ne Decke mit, als dass ich mich ins nasse Laub lege. Im Sand hab ich auch kein Problem gehabt, mich hinzulegen, aber nasse Wiesen, nasser Waldboden, Moos… wunderbare Nässeleiter und so eine Jeans trocknet erst nach gefühlten Stunden. Außerdem lässt sich Sand toll abklopfen, die feuchte Erde hinterlässt interessante Spuren. Übrigens bringt der Wald noch viel mehr Spaß mit sich. Licht- und Schattenspiel, herunterfallende Äste, Eichhörnchen (da war doch mal ein Hund?), Harz und vieles schöne mehr. Aber ich liebe meine Wälder, auch wenn ich mir von Zeit zu Zeit einen Strand wünsche.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva




    0
  2. Ich mag Deine Fotografie-Beiträge!!!! Also langweilig wird das garantiert nicht!
    Ich bin ja auch dabei mich immer ein wenig weiter zu entwickeln. Und es macht Spaß diese Entwicklung auf den Fotos zu sehen!
    Deine sind mittlerweile übrigens der Kracher!
    Und hätte ich so eine tolle Kulisse wie das Meer würde ich da auch immer hingehen 😉

    Viele liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy




    0
  3. Toller Artikel und vor allem wundervolle Fotos!
    Und wenn bei mir fotos unscharf sind und es nicht an meinen mangelhaften Künsten lag, habe ich mal wieder nicht mitbekommen, dass Enki mit der Zung auf dem Objektiv war… 🙂
    Herzliche Grüße
    Stephie mit Enki und Luna




    0

1 Trackbacks & Pingbacks

  1. Damit #Hundefotografie wirklich gut wird – Emma und ich

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*