Unsere Hundeerziehung: Bitte nicht nachmachen!

Unsere Hundeerziehung
Unsere Hundeerziehung

Keine Sorge: Das wird kein Beitrag zum Thema: „Wie erziehe ich meinen Hund richtig“. Ihr werdet wohl nicht erleben, dass ich darüber jemals schreiben werde. 🙂 Aber ich lasse euch gerne teilhaben, welche Erziehungsansätze ich so verfolgt habe, warum ich das gemacht habe – und ob sie von Erfolg gekrönt waren (Überraschung: Nein!). Manche Tipps habe ich auch nur gelesen und gar nicht erst nachgemacht, aus Gründen.

Ein paar von euch haben vielleicht schon meinen Artikel „Meine Fehler in der Hundeerziehung“ gelesen. Dieser Artikel baut ein klein wenig darauf auf, hat aber doch einen anderen Ansatz.

Was ich euch vor allem mitgeben möchte, und zwar vor allem denen, die planen, sich einen Hund anzuschaffen und auch alle anderen, die vielleicht gerade ein bisschen in der Hundeerziehung verzweifeln: Hört auf euer Bauchgefühl bei der Hundeerziehung, geht zu einem Trainer, dem ihr vertraut und vor allem: Macht nichts nach, was ihr im TV von irgendwelchen Hundeflüsterern seht / hört. Wenn ihr absolut verzweifelt seid, holt euch einen Trainer an die Seite (besser noch: bevor es zu schlimm ist!).

1. Moe wird ignoriert, wenn er mich zum Spielen auffordert.

Bombentipp
. Fragt mich nicht, von welchem Hundeprofi das kommt. Aber ich las einmal, dass der Hund bei Spielaufforderungen keinen Erfolg haben soll, stattdessen soll der „Rudelführer“ derjenige sein, der bestimmt, wann gespielt, gefressen und geschlafen wird.

Versteht mich nicht falsch: Ich finde es richtig, wenn der Hund auch einmal zwischendurch „Ruhepausen“ verordnet bekommt, wenn er von sich aus sonst nicht runterkommt (was bei Moe übrigens sehr selten notwendig ist, aber ich kenne Hunde, die damit ein Problem haben!). Aber stellt euch mal die folgende Situation vor: 2 Personen leben zusammen. Kalle und Wolle. Wolle kommt jeden Tag und möchte mit Kalle Monopoly spielen.

Kalle denkt sich: „Nee. Wenn ich jetzt mit Wolle spiele, dann macht der in Zukunft WAS ER WILL und räumt vielleicht nicht mehr auf, putzt nicht das Bad und ist sowieso komplett respektlos. Ich bestimme, wann gespielt wird!“ – Das Blöde an dieser Situation ist, Kalle will eigentlich mit Wolle spielen. Aber er lehnt aus den oben genannten Gründen ab.

So geht das ungefähr 1,5 Wochen, denn Wolle ist ein sehr geduldiges Wesen. Aber irgendwann hat Wolle auch ein Einsehen und lässt die Spielaufforderungen sein. Kalle denkt sich: „Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, Wolle zum Spielen aufzufordern!“ – Leider hat Wolle jetzt keine Lust mehr. Warum sollte er auch? So lange hat er gewartet und nach unzähligen Versuchen kommt Kalle jetzt auf ihn zu? Nö. So nicht.

Ihr könnt euch denken, dass die Situation jetzt ein klein wenig übertrieben dargestellt ist, dennoch ist sie im Kern richtig: Wenn euer Hund euch zum Spielen auffordert, müsst ihr nicht jedes Mal darauf eingehen. Das erwartet keiner, auch nicht euer Hund. Aber so ab und zu tut ein kleines Spiel gut – und ich verrate euch mal ein Geheimnis: Eurer Beziehung schadet das garantiert nicht und der Vierbeiner wird nicht direkt die Weltherrschaft an sich reißen. Versprochen!

2. Ein Tabu wird nach zweimaligem Üben immer beherzigt.

Bottsand

Das ist tatsächlich auf meinem Mist gewachsen. Zu meiner Verteidigung sei gesagt: Moe ist sehr sensibel, was die Körpersprache angeht, also dachte ich, ich könnte ihn notfalls noch mal mit meinem Körper blocken und außerdem hatte er die Übung so schnell verstanden!

Und so war es eigentlich auch. Naschi geworfen, Tabu gesagt, Moe nimmt das Naschi nicht auf. Bei richtig leckeren Dingen, wie zum Beispiel Wurst, hat einfach mein Fuß geholfen, den ich schnell vor oder sogar auf das Leckerchen gesetzt habe.

Es klappte prima  – zu Hause.

Man. Ich konnte doch nicht wissen, dass Moe bei Käse draußen kein Tabu kennt. Und bei Döner. Und… Ach egal. 😉 Mittlerweile sind wir aber auf einem seeehr guten Weg – vorausgesetzt, das Tabu kommt schnell genug aus meinem Mund und nicht erst dann, wenn Moe das „was-auch-immer-da-lag“ bereits aufgefuttert hat.

3. Wenn Moe bellt, weil es an der Tür klingelt, wird er ignoriert.

Ignoranz ist sowieso immer der beste Tipp für alle Lebenslagen mit dem Hund. Dein Hund macht etwas, das er nicht soll? Ignorier ihn. Dann hört er auf. Ja von wegen! Ich weiß nicht, für welches Exemplar Hund das gilt, aber Moe denkt sich bei Ignoranz: JETZT ERST RECHT! Bedeutet: Es wird noch lauter gebellt.

In ekstatischen Tiefen und Höhen und richtig langanhaltend. Ich bin sehr froh, dass wir mittlerweile auf dem Dorf wohnen und die Leute sowas hier kennen. Nur mein Trommelfell, das leidet richtig.Das war übrigens nicht immer so schlimm: Angeschlagen hat Moe schon immer, wenn es an der Tür geklingelt hat. Anfangs war das aber relativ schnell vorbei. Dann fingen wir an, ihn beim Klingeln ins Körbchen zu bringen.

Da wollte er aber nicht bleiben. Also wurde er angeleint im Körbchen. Fand er doof. Und: Man kann ja wunderbar von da aus Bellen. Also haben wir in guter alter Hundeflüsterer-Manier mit diesen Scheiben geworfen, die so laut klimpern. Moe war eine Sekunde erschrocken, dann wurde weiter gebellt. Mittlerweile sind wir in einem Stadium, in dem er einfach nicht mehr aufhört, bevor wir ihn nicht entweder ablenken oder er mit zum Besuch darf. So ist das eben. Wir haben es verbockt.

Kurzer Tipp am Rande: Es war eine bescheuerte Idee, Moe PET- Flaschen und diese klimpernden Scheiben vor die Füße zu werfen. Tut das nicht! 1. Bringt es absolut gar nichts und 2. Hat der Hund eventuell danach Angst vor PET-Flaschen, mag die also auch nicht mehr apportieren.

4. Der Hund muss viel Spazieren gehen. Ganz viel. Mindestens 4 Stunden am Tag.

In der Ruhe liegt die Kraft
In der Ruhe liegt die Kraft

…und dazu noch Unterordnung, Tricks lernen und so weiter. Ja, sicher. Man liest es leider immer wieder, angeblich braucht der Hund enorm viel Bewegung und jeder, der mit seinem Hund nur 2 Stunden am Tag unterwegs ist, ist ein Tierquäler. Am Anfang habe ich auch riesige Runden in Kauf genommen. Bei jedem Wetter, immer neue Strecken, bis die Beine gebrannt haben und die Füße rund waren.

Moe fand das nicht wirklich schlimm. Trotzdem sollte man auch bei den Spaziergängen realistisch sein: Bin ich ein Tierquäler, nur weil mein Hund nicht so viel läuft? Ganz sicher nicht. Denn stattdessen bekommt Moe immer wieder was für den Kopf zu tun oder darf Apportieren, und, ja, auch das: Er darf einfach nur mal Hund sein.

Denn wenn ich eines von Moe gelernt habe, ist es genau das: Hunde praktizieren auch das „Dolce far niente“ – das süße Nichtstun. Und das mit Genuss! Sie brauchen nicht ständig und jeden Tag bespaßt und beschäftigt zu werden, im Gegenteil!

Sicherlich gibt es auch da Unterscheidungen in der Rasse. Wer seinen Husky auf geringstem Platz hält und nur 10 Minuten am Tag mit ihm rausgeht, der wird wohl keinen glücklichen Hund zu Hause haben. Und auch Hunde aus Arbeitslinien wären bei uns wahrscheinlich mega unzufrieden. Ich behaupte aber mal, bei Moe ist das nicht so.

Die Abwechslung macht es. Moe findet lange Spaziergänge toll, aber er hat auch kein Problem, mal 20 Minuten „um den Block“ zu gehen, um dann noch zu Hause im Garten toben zu können, Leckerlies im Gras zu erschnüffeln oder auch einfach mal nur den Kong ausleeren zu dürfen.

Lasst euch also nicht stressen von solchen „Extrem-Gassigängern“. Vielleicht haben die keinen Job und können das leisten. Wunderbar! Ich hole das lieber am Wochenende ohne Druck nach – eben dann, wenn es passt. Und zwar für alle. 🙂

Könnt ihr noch? Fein. Aber ich nicht mehr. 🙂 Wenn ihr Lust habt, gibt es davon noch eine Fortsetzung, denn wir haben noch so einiges an Schwachsinnigkeiten auf Lager, was wir entweder nur kopfschüttelnd gelesen oder sogar ausprobiert haben. Schreibt uns gerne unten in die Kommentare, ob eine Fortsetzung gewünscht ist. Vielleicht finde ich ja auch noch die ein oder andere Quelle mit Zitat, um das ganze „plastischer“ zu gestalten. 😉

***Ganz offensichtlich passen die Fotos heute mal nicht zum Text – ich hoffe, ihr könnt das verschmerzen. 🙂 ***

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24 Gedanken zu „Unsere Hundeerziehung: Bitte nicht nachmachen!“

  1. Hallo liebe Nicole,

    ja, man könnte echt lachen über viele solcher „schlauen Tipps“ wenn es oft nicht zu solch traurigen Ergebnissen führen würde. Ich vergleiche ja gerne auch mal die Hundeerziehung mit der Kindererziehung (auch wenn viele dann entsetzt aufschreien, weil sie meinen das geht ja mal gar nicht. Es ist aber tatsächlich so, dass bei Experten der Hundeerziehung sogar schon Studien über Kindererziehung herangezogen werden, um die Hundeerziehung zu optimieren). Na, jedenfalls ist z.B. dieses propagierte Ignorieren so ein Thema, das ich gar nicht nachvollziehen kann. Man stelle sich vor, mein Kind zerkratzt mit einem spitzen Gegenstand absichtlich ein fremdes Auto und ich denke mir „ach, das ignorier ich mal, dann hört es schon auf“. Kind denkt sich: „fein, ich krieg keinen Ärger, dann kann ich ja weiter machen!“. Außerdem finde ich, auch ein Hund hat ein Recht darauf, meine Meinung zu etwas zu kennen. Und wenn ich etwas blöd finde, was er macht, dann soll er das auch wissen 😀 . Genau wie diese Überbespaßung von Hunden, die ja sehr in Mode ist. Meine Hunde wurden erst unruhig, als ich mich von diesem Trend hab anstecken lassen (ja, da hat auch mich das schlechte Gewissen geplagt, weil ich meinte, ich mache nicht genug mit meinen Hunden). Als ich das gemerkt hab, hab ich es ganz schnell wieder sein lassen und es kehrte wieder Ruhe ein …

    Der beste Tipp ist wirklich, mehr auf sein Bauchgefühl zu hören, das haben viele leider verlernt ….

    Ein schöner Artikel!

    Liebe Grüße
    Anke

    • Moin liebe Anke,

      du hast Recht, ich denke auch, dass es zwischen Hunde- und Kindererziehung eine Menge Parallelen gibt. Dein Beispiel finde ich auch ziemlich gut, denn es macht genau das deutlich: Irgendwie muss ich meinem Gegenüber (egal ob Mensch oder Tier) verständlich machen: „Hey, das was du da tust, ist nicht gut.“ Mit Ignoranz ist das eher schwierig. 😀

      Vielen Dank für deinen Kommentar!

      Liebe Grüße
      Nicole

  2. Hallöchen,
    super Artikel, ich erwische mich auch immer wieder dabei Dinge zu versuchen und festzustellen, ja nee ist klar, hätte man wissen können das das wirklich Mist ist. Ich habe sehr viel geschmunzelt bei deinem Text, weil er einfach herrlich ehrlich und offen ist und ich glaube jeden Anspricht… vor allem was du über die Extrem-Gassigänger sagst,… ich hatte bisher auch nicht den Eindruck dass Micky unzufrieden ist nur weil wir nicht jeden Tag mindestens 15km laufen, dass wurde mir mal geraten…
    Ich würde sehr sehr gerne eine Fortsetzung lesen 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Alex & Micky

  3. Oooooh, da kommt mir Einiges bekannt vor!!! 🙂 Es ist aber manchmal auch nicht so leicht, seinen Weg zu finden, wenn man seinen ersten Hund versucht zu erziehen und jeeeeeder hat gute Tips und Ratschläge für einen… Danke für den schönen Artikel!
    LG, Neele & Sammy

    • Da gebe ich dir auf jeden Fall Recht – man wird förmlich erschlagen, weil alle es besser wissen! Aber irgendwann kommt man an, da bin ich sicher. 🙂

      Liebe Grüße
      Nicole

  4. Super Artikel und vor allem die Essenz ist so wahr: nicht alles nachmachen was irgenwelche TV-Hansels erzählen und vor allem nicht was andere sagen. Sondern auf den Bauch hören. Echt klasse erzählt! Danke fürs teilen 🙂 Rebecca

  5. Hallo ihr zwei!

    Also ich muss ein Kompliment aussprechen. Es stimmt. Ich habe Jenny und Rocky ohne Fachwissen nur nach reinem Bauchgefühl erzogen. Bei Shiva hab ich auf 1000 Tipps gehört und sie war mit den Nerven am Ende. Dann hab ich alles sein lassen und mich wieder auf mein Bauchgefühl verlassen und hab nun einen sehr gelassenen Hund an meiner Seite. Keine täglichen Marathons, keine Dauerbespaßung. Nein, wir gammeln auch mal nen kompletten Sonntag auf dem Sofa und kuscheln miteinander. Sie kommt mir wesentlich glücklicher vor, als noch vor ein paar Monaten. Tipps schön und gut, ich hab auch viele sehr gute Tipps angenommen und auch um Rat gefragt, aber vieles ist schlichtweg Blödsinn und eben nicht auf Jederhund anwendbar, sondern passt in einem speziellen Fall. Der nächste Hund braucht ganz andere Ratschläge bzw. Erziehungsansätze, aber alle brauchen Verständnis seines Menschen und müssen gegenseitiges Vertrauen aufbauen.

    Flauschige Grüße
    Sandra & Shiva

    • Ja, das Bauchgefühl ist wohl das allerwichtigste und dann kommt der Rest. Eigentlich wissen wir doch sehr gut, was uns und unseren Vierbeinern gut tut – wir sollten es nur endlich mal machen.

      Liebe Grüße
      Nicole

  6. Super Artikel!
    Es zeigt mal wieder, dass sowieso jeder Hund anders ist und es keine allgemeingültigen Erziehungstips gibt.
    Wir sollten alle mehr auf unser Bauchgefühl hören, wenn wir kennen unsere Hunde am besten 🙂
    Schlabbernde Grüße

    • Danke ihr Zwei!
      Ja, du hast Recht, aber es ist bei dem „Überangebot“ auch nicht immer leicht, sich gegen die ganzen Hundeexperten zu wehren! 🙂

      Liebe Grüße
      Nicole

  7. Super toll geschrieben! Bitte eine Fortsetzung! Ich hatte das Glück mit Rico schon im Tierheim eine Hundettrainerin (damals noch in Ausbildung) zur Seite zu haben. Er war nämlich ein übelster Prolet 😉 nachdem er dann bei uns Zuhause eingezogen ist mussten wir aber zu einer hundetrainerin (da unsere jetzige zu der Zeit noch nicht berufstätig war) und da hatten wir auch mal so eine unschöne Flaschen Situation. Rico war so verängstigt, das wollte ich nie wieder erleben! und da ich noch keinen Hund vorher hatte, habe ich auch unheimlich viel gelesen. Mein Fazit ist auch es gibt nicht DEN Hundetrainer oder DAS
    Hundebuch. Man muss sich von allen das
    raussuchen, was einem ein gutes Gefühl gibt. denn wenn man nicht dahinter steht, merkt der Hund das als erstes 😉
    LG Christina, Rico&Clara

    • Danke ihr Drei!

      Hui, da hast du dann beim ersten Mal aber Glück gehabt und konntest so sicherlich auch erkennen, dass die zweite da nicht so einen tollen Job gemacht hat, oder?
      Ich bin froh, dass ihr euren Weg gefunden habt!

      Liebe Grüße
      Nicole

  8. Oh ja, manches kommt mir sehr bekannt vor. Charly ist unser erster Hund und ich muss zugeben, ich habe so einigen Blödsinn ausprobiert. Man will ja alles richtig machen. Bis nichts mehr ging. Erst die Hundetrainin brachte uns wieder auf den richtigen Weg. Sie forderte mich immer wieder auf, auf mein Bauchgefühl zu hören.

    Biiiitte eine Fortsetzung!

    Liebe Grüße
    Sonja und Charly

    • Das ist spannend, dass sogar eine Trainerin das empfiehlt! Finde ich wirklich toll!
      Ja, gerade bei dem ersten Hund ist es am allerschwersten (sag ich, weil Moe auch mein erster Hund ist). 😀 Aber wir bekommen es ja irgendwie hin und wenn man sich (gute) Hilfe holt, wird alles gut, da bin ich sicher!

      Liebe Grüße und es wird eine Fortsetzung geben. 🙂
      Nicole

  9. Ich freue mich immer sehr über Deine ehrlichen Beiträge. Es ist eben nicht alles so leicht und einfach, wenn man mit einem Hund zusammen lebt. Ich selber habe sicher auch Einiges falsch gemacht, aber mir war es immer wichtig, Sockes Vertrauen nicht zu verlieren und habe nie solche Erziehungsmethoden wie Werfen, Lautstärke oder ähnliches versucht. Socke ist sehr sensibel und ich glaube, ich hätte sie mit diesen Dingen verloren.

    Daher war ich immer sehr vorsichtig im Umgang mit Socke, habe so manche Tipps nicht befolgt und habe nichts bereut.

    Eine Bekannte von mir nutzte eine Schraubendose für ihre Hunde, die Socke zweimal versehentlich abbekam. Von da an konnten wir nicht mehr zusammen Gassi gehen. Sockes Rute ging runter, wenn wir sie sahen und Socke legte sich in die Leine.

    Also, mir ist wichtig, dass ich bei Socke mit Geduld, Ruhe und Verständnis arbeite. Das versuche ich immer…

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

  10. Genial! Wir haben auch schon wirkliche „Horror-Tipps“ bekommen, ich könnte fast einen Roman drüber schreiben… Über manche Tipps kann man schmunzeln und denken „is klar“ aber andere sind auch sehr schlimm, wir haben durch zwei eher nicht so tollen Erfahrungen mit Hundetrainern eine lange Liste davon 😉

    Liebste Grüße Rebecca

  11. Oh,du hast ja so recht! Chili ist auch mein erster Hund und ich bin immerzu darauf bestrebt, auch wirklich alles richtig zu machen. Aber das ist eben nicht so einfach. Eine Bekannte, die für mich in Sachen Hund ein echtes Vorbild ist, sagt auch, ich soll auf mein Bauchgefühl hören, aber ich kriege es schlicht noch nicht hin. Zudem fühle ich mit einem Schäferhund an der Seite auch von außen stets unter Druck gesetzt. Aus irgendeinem Grund muss eine Schäfi mit militärischer Präzision hören oder er ist eine Menschen reißende Bestie.
    Ich wünsche mir noch so einen Beitrag. ?
    Liebe Grüße, Kathy

  12. Dein Artikel gefällt mir sehr. Ich finde auch, dass Hunde- und Kindererziehung dicht zusammen liegen, wie schon in einem Kommentar erwähnt und man so schon viel mit Bauchgefühl richtig macht. Mir hilft die wöchentliche Hundeschule immer noch (fast 3 Jahre, aber ich komme nicht los davon :-)) vieles aus Hundesicht besser zu verstehen. Trotzdem bleiben ein paar Macken (Döner am Strassenrand fressen, obwohl doch Zuhause das Verbot sitzt), die ich vielleicht mal in den Griff bekomme -oder auch nicht!Wer hat schon den perfekten Hund??
    Freue mich auf deine Fortsetzung,
    Liebe Grüße,
    Diana mit Mila

  13. Ein super Artikel! Ich habe das Glück eine Hundetrainerin gefunden zu haben, die mir nach meinen anfänglichen täglichen Marathon Spaziergängen gesagt hat „Weniger!“ 🙂 Natürlich braucht ein großer Hund Auslauf und genug Bewegung, aber man kann es auch übertreiben und den Hund an zu viel Bewegung gewöhnen. Der Hund wird dadurch fitter, stärker und braucht nur noch mehr..

    Das mit dem ignorieren klappt bei uns auch nicht so gut. Und entgegen aller Lehrbücher in denen steht dass der Hund kein Nein versteht, weiss Lilly ganz genug wann ich nein meine.

    Ich fand den Artikel super und würde mich auch über eine Fortsetzung freuen!
    Ich persönlich breche folgende Regeln sehr erfolgreich:

    1. Lilly schläft im Bett und ich bin trotzdem das Asphaltier 🙂
    2. Lilly ist meistens vor mir, weil ich zu spät oder morgens gar nicht esse. Ich finde es entspannter einen Hund der statt ist unter dem Tisch zu haben als einen der hunger hat.
    3. Wenn sie nicht bettelt und geduldig ist, bekommt Lilly auch Essen vom Tisch nach dem ich fertig bin

  14. Super Artikel! Besonders Pkt. 4 gefällt mir, denn Aussagen ein Hund müsse mindestens so und so viele Stunden am Tag spazieren gehen sind unsinnig. Manchmal hat meiner tatsächlich auch einfach keinen Bock und trottelt nur mit, weil er eben muss.
    Mein alter Hund hatte es sogar auch gerne mal gebracht einfach stehen zu bleiben wenn er keine Lust mehr hatte oder er lies sich einfach immer mehr zurückfallen. 😀

    Ich finde es wichtig, dass die Spaziergänge immer an die jeweilige Tagesform von Tier und Mensch angepasst sind. Wenn der Hund will und will, ich aber nicht kann weil ich vielleicht gerade krank bin, dann muss eben eine Alternative her. Ein anderer Gassigeher oder eine Hundewiese wo sich der Vierbeiner bestens austoben kann, usw.

    LG, nossy

  15. Danke für diesen Artikel liebe Nicole, seit dem ich Lotte habe, treibt mich diese Gassi-Frage um.
    Wir gehen am Tag meistens insgesamt 2,5-3h raus, manchmal werden es aber eben nur 2. an 1-2 Tagen die Woche machen wir aber einen Ausflug. Und dann plagt mich täglich die Frage: Waren wir genug draußen? Hatte sie auch Spaß? Kriegt sie genug Bewegung? Langweilt sie sich auch nicht? Bestimmt kriegt sie viieeel weniger Auslauf als andere Hunde, die dürfen bestimmt 4-5h am Tag toben und ich bin keine gute Hundemutti.
    Natürlich Schwachsinn, das weiß ich, weil sie nämlich meistens friedlich döst und wenn sie wirklich raus will, dann tut sie das auch kund.
    Also warum der Stress, schließlich wirkt sie zufrieden und entspannt.
    Trotzdem hat man diese komischen Selbstzweifel.

  16. Liebe Nicole,

    ich musste sehr schmunzeln und habe mich in einigen Dingen wiedergefunden. Gerade für den letzten Punkt, den Hund einfach mal Hund sein zu lassen und ihn nicht mit Frühförderung und hunderttausend Beschäftigungsmöglichkeiten zu bombardieren, bin ich dir dankbar. Ich arbeite mittlerweile als Hundetrainerin und sehe häufig schon Welpen, die auf Teufel komm raus beschäftigt werden und Besitzer, die sich wundern, dass ihre Hund weder als Welpe noch als Erwachsener mal eine Minute ruhig irgendwo sitzen und abwarten kann. So schade und wenn man sich die Entstehung und Entwicklung von synaptischen Verhaltungen im Hundehirn ansieht, eine kleine Katastrophe.
    Insofern: DANKE! Solche Dinge können gar nicht oft genug besprochen werden.

    P.S.: Der Einsatz von PET Flaschen und Disc-Schreiben muss, wenn er Erfolg haben soll, konditioniert werden, bevor es in den eigentlichen Konflikt geht. Sowas sieht man im Fernsehen nie, weil es scheisse aussieht – aber es funktioniert. Allerdings muss man sich der ethischen Frage stellen, ob Kosten und Nutzen gerechtfertigt sind. Sowas sollte nicht für Lapalien verwendet werden.

    Herzliche Grüße,
    Sophia, Hundeschule Heiduk

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